Mercatorhalle

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Logo Mercatorhalle Duisburg.
Neue Mercatorhalle im CityPalais, 2009.
CityPalais, 2012.

Die Mercatorhalle Duisburg ist eine Veranstaltungs- und Konzertstätte. Im Jahr 2005 wurde die alte Mercatorhalle abgerissen. An ihrer Stelle ist ein Gebäudekomplex mit Spielcasino, Büros, Geschäften, Gastronomie und Veranstaltungslocation entstanden (Betriebsbeginn von Spielbank und Shopping Mall: 23. Februar 2007; Eröffnungsdatum Mercatorhalle: 21. April 2007). Die in diesem neuen Komplex eingebundene multifunktionelle Halle für Kongresse und Konzerte wird in Erinnerung an die alte Halle Mercatorhalle Duisburg im CityPalais genannt.

Mercatorhalle Duisburg im CityPalais[Bearbeiten]

Am 18. Juni 2005 wurde der Grundstein für den Bau des neuen Komplexes gelegt und die neue Mercatorhalle innerhalb des CityPalais am 21. April 2007 eröffnet.

Das CityPalais ist außerdem ein multifunktionales Zentrum. Es beherbergt auf ca. 77.000 m² neben der Mercatorhalle und dem Casino, ein Kongresszentrum, einen Bürokomplex sowie mehrere Restaurants und Geschäfte. Außerdem eine Tiefgarage mit 670 Stellplätzen.

Am 22. August 2012 wurde die Mercatorhalle Duisburg im CityPalais aufgrund von Brandschutzmängeln geschlossen. Der Tagungsbereich und die VIP-Lounge stehen seit November 2012 wieder für Veranstaltungen zur Verfügung. [1] Zur Zeit läuft die Prüfung der Sachverständigen. Die Sanierung im Kleinen Saal dauerte bis Januar 2015.[2]. Mit der Wiedereröffnung des Großen Saals wird frühestens im Sommer 2015 gerechnet [3].

Nutzung[Bearbeiten]

Große Saal: Durch variable Bodenelemente kann der Saal sowohl gestuft in Reihenbestuhlung als auch auf eine Ebene gefahren werden. Im Großen Saal finden bis zu 1742 Gäste Platz (1196 im Parkett / 546 im Rang).

Kleine Saal: Mit 450 m² Fläche und einem Foyer von 145 m² können hier bis zu 529 Personen eine Veranstaltung besuchen.

VIP-Lounge: In der VIP-Lounge finden bei 130 m² Größe bis zu 50 Personen Platz.

Tagungsbereich: Der Tagungsbereich bietet einen Rahmen für Seminare, Prüfungsveranstaltungen und kleinere Tagungen mit einer Teilnehmerzahl bis ca. 250 Teilnehmer. Das Raumangebot umfasst sechs verschieden große Konferenzräume von 45 m² bis 250 m².

Geschichte[Bearbeiten]

Blick von der Königstraße auf die Trümmer der abgerissenen Mercatorhalle, 28. Februar 2005.

Zerstörung der Tonhalle[Bearbeiten]

Die Duisburger Mercatorhalle ersetzte die in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1942 durch einen Bombenangriff zerstörte Duisburger Tonhalle, die seit der festlichen Einweihung im Jahre 1887 eines der Zentren des Duisburger Kulturlebens war.

In dem etwa 1.200 Personen fassenden Konzertsaal der alten Tonhalle entwickelte sich das Duisburger Musikleben zu seiner überregionalen Bedeutung.

Bau der Mercatorhalle[Bearbeiten]

Fast exakt 20 Jahre nach der Zerstörung der Tonhalle wurde die Duisburger Mercatorhalle im September 1962 eingeweiht und setzte diese Tradition fort. Das traditionsreiche, im Jahre 1877 gegründete Orchester, die heutigen Duisburger Philharmoniker, erhielt damit wieder eine Spielstätte.

Mit dem Bau der neuen Halle, für die man noch keinen Namen hatte, wurde im Jahre 1957 die Architektengemeinschaft Graubner, Stumpf und Voigtländer beauftragt. An der Stelle der alten Tonhalle entstand ein dem Stil der 1960er Jahre entsprechendes, im Sinne von Louis Henri Sullivans Form follows function sogenanntes funktionelles Gebäude.

Casinolizenz und Urbanum Duisburg[Bearbeiten]

Mit der Vergabe der letzten Spielcasino-Lizenz des Landes Nordrhein-Westfalens an die Stadt Duisburg stellte sich in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die Frage nach dem Standort des geplanten Spielcasinos.

Die Stadt spielte mit dem Gedanken, die sanierungsbedürftige Mercatorhalle durch einen Neubau zu ersetzen. Trotz erheblicher Bedenken von Seiten des Denkmalschutzes beschloss der Rat der Stadt 1999, am Standort der Mercatorhalle das Spielcasino anzusiedeln.

Weiterhin sollte die bisherige Nutzung der Mercatorhalle gewährleistet sein, weshalb neben dem Casino auch ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum einschließlich Konzertsaal für die Duisburger Philharmoniker geplant wurde.

Vom Eingang des Stadttheaters Duisburg bot sich dem Betrachter dieser Anblick auf die Nordwestseite der alten Mercatorhalle.

Der neue Komplex sollte zunächst den Namen Urbanum Duisburg tragen. Aufgrund von finanziellen Problemen des ursprünglich benannten Investors scheiterte die Realisierung des Projekts im September 2004.

In einer erneuten Ausschreibung erhielt die Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) als neuer Investor den Auftrag, das Casino einschließlich Veranstaltungs- und Kongresszentrum zu bauen.

Abriss der Mercatorhalle[Bearbeiten]

Nachdem die Finanzierung gesichert war, erteilte NRW-Städtebauminister Michael Vesper (Bündnis90/Grüne) als für die Denkmalpflege zuständiger Fachminister und damit als oberste Denkmalbehörde die Abrissgenehmigung. Diese war notwendig, da die Mercatorhalle in der Denkmalschutzliste eingetragen war. Rat und Investor gaben dem Neubauprojekt den Namen CityPalais. Das dort integrierte Veranstaltungs-, Konzert- und Kongresszentrum mit dem Namen Mercatorhalle soll die Stadt als Kongressstandort besser positionieren und den Philharmonikern eine den früheren Gegebenheiten adäquate akustische Qualität bieten. Für die Erfüllung der musischen Ansprüche wird sich auch die Trapezform des neuen Konzertsaales als nützlich erweisen.

Nachdem die alte Mercatorhalle drei Jahre lang ungenutzt blieb, begann man am 17. Januar 2005 mit deren Abriss, obwohl sich seit 2002 diverse Einzelpersonen und Vereine, unter anderem der Freundeskreis zum Erhalt der Mercatorhalle e. V um den Erhalt der Halle und eine Verhinderung des geplanten Casinos bemühten. Ein beantragter Bürgerentscheid für den Erhalt scheiterte jedoch.

Nachweise[Bearbeiten]

  1. RP-online: Schließung der Mercatorhalle im CityPalais
  2. http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/kleiner-saal-der-mercatorhalle-nach-bauskandal-wieder-in-betrieb-id10218513.html
  3. Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen. In: derwesten.de, 11. April 2013. Abgerufen am 12. April 2013. 

Weblinks[Bearbeiten]

51.4330555555566.7711111111111Koordinaten: 51° 25′ 59″ N, 6° 46′ 16″ O