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Mercedes-AMG F1 W14 E Performance

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Mercedes-AMG F1 W14 E Performance
George Russell im Mercedes-AMG F1 W14 E Performance beim Österreich-GP 2023

George Russell im Mercedes-AMG F1 W14 E Performance beim Österreich-GP 2023

Konstrukteur: Deutschland Mercedes
Designer: Mike Elliott (Technischer Direktor)
John Owen (Chefdesigner)
Loic Serra (Performance Direktor)
James Allison (Technologie Direktor)
Jarrod Murphy (Aerodynamikchef)
Vorgänger: Mercedes-AMG F1 W13 E Performance
Nachfolger: Mercedes-AMG F1 W15 E Performance
Technische Spezifikationen
Chassis: CFK-Monocoque mit seitlicher Crashstruktur aus PBO („Zylon“)
Motor: Mercedes-AMG F1 M14 E Performance
Länge: 5630 mm
Breite: 2000 mm
Höhe: 970 mm
Gewicht: 798 kg (inkl. Fahrer)
Reifen: Pirelli
Benzin: Petronas
Statistik
Fahrer: Vereinigtes Konigreich George Russell
Vereinigtes Konigreich Lewis Hamilton
Erster Start: Großer Preis von Bahrain 2023
Letzter Start: Großer Preis von Abu Dhabi 2023
Starts Siege Poles SR
22 1 5
WM-Punkte: 409
Podestplätze: 8
Führungsrunden: 19
Stand: Saisonende 2023

Der Mercedes-AMG F1 W14 E Performance war der Formel-1-Rennwagen des Mercedes-Werksteams für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2023. Er ist der 15. Mercedes-Formel-1-Rennwagen insgesamt und der 14. der modernen Ära. Der Wagen wurde am 15. Februar 2023 in Brackley per Livestream online präsentiert.[1] Die Bezeichnung F1 W14 E Performance steht für Mercedes F1, das bei Mercedes-Benz traditionell nummerierte W für Wagen sowie die beworbenenen Performance-Hybridfahrzeuge der Submarke AMG (E Performance).

Für die Entwicklung des Fahrzeugs zeichnete als Technischer Direktor nach dem F1 W13 erneut Mike Elliott gesamtverantwortlich. Angetrieben wurde der Rennwagen von dem weiterentwickelten 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotor von Mercedes AMG HPP aus der Vorsaison.

Mit dem F1 W14 verpasste Mercedes den angestrebten Anschluss an die Spitze der Formel 1. In einer von Red Bull und Max Verstappen dominierten Saison musste das Team schlussendlich sogar die erste sieglose Saison seit 2011 bilanzieren. Die 409 eingefahrenen Zähler genügten infolge der Überlegenheit von Red Bull noch knapp für die Vize-Weltmeisterschaft der Konstrukteure vor Ferrari.

Technik und Entwicklung

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Der W14 E Performance ist das Nachfolgemodell des W13 E Performance. Da das technische Reglement zur Saison 2023 nur geringe Veränderungen umfasste, ist das Fahrzeug eine Weiterentwicklung des radikalen Vorjahresmodells mit dem Zeropod-Konzept. Der W14 sollte durch gezielte Korrekturen der Problemstellen des Vorgängers ermöglichen, das theoretische Potenzial diese Konzepts auf die Rennstrecke zu übertragen.[2]

Das Fahrzeug wurde erneut von dem Technikerteam um John Owen, Loic Serra, Jarrod Murphy und James Allison unter der Leitung von Technikchef Mike Elliott entwickelt.

Wie alle Formel-1-Fahrzeuge des Jahres 2023 ist der Mercedes-AMG F1 W14 E Performance ein hinterradangetriebener Monoposto mit einem Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Außer dem Monocoque bestehen auch viele weitere Teile des Fahrzeugs, darunter die Karosserieteile und das Lenkrad aus CFK. Auch die Bremsscheiben sind aus einem mit Kohlenstofffasern verstärkten Verbundwerkstoff.

Angetrieben wird der W14 E Performance von einem 1,6-Liter-V6-Motor von Mercedes in der Fahrzeugmitte mit Turbolader sowie einem 120 kW starken Elektromotor, es ist also ein Hybridelektrokraftfahrzeug. Das sequentielle Getriebe des Wagens hat acht Gänge. Der Gangwechsel wird über Schaltwippen am Lenkrad ausgelöst. Das Fahrzeug hat nur zwei Pedale, ein Gaspedal (rechts) und ein Bremspedal (links). Genau wie viele andere Funktionen wird die Kupplung, die nur beim Anfahren aus dem Stand verwendet wird, über einen Hebel am Lenkrad bedient.

Die Gesamtbreite des Fahrzeugs beträgt 2000 mm, die Höhe 970 mm.[3] Der Frontflügel hat eine Breite von 2000 mm, der Heckflügel von 1050 mm sowie eine Höhe von 910 mm. Der Diffusor ist 175 mm hoch sowie 1050 mm breit. Der Wagen ist mit 305 mm breiten Vorderreifen und mit 405 mm breiten Hinterreifen des Einheitslieferanten Pirelli ausgestattet,[4] die auf 18-Zoll-Rädern montiert sind.

Das aerodynamische Grundkonzept des W14 wurde mit Spannung erwartet, nachdem das Team in der ersten Ground-Effect-Saison mit dem Zeropod-Seitenkasten einen einzigartigen Weg gegangen war, der erhoffte Erfolg jedoch ausblieb. Der W14 blieb dem Mini-Seitenkasten-Design zu Saisonbeginn zunächst treu und präsentierte sich mit vertikal aufgestellten, eng anliegenden Kühlöffnungen, die klassische Seitenkästen ersetzten. Das Konzept war insgesamt jedoch weniger radikal als noch beim W13 ausgeführt. So war die Oberseite des Unterbodens weniger exponiert und die Verkleidung konservativer designt.

Vor Saisonbeginn nahm das Team vom 23. bis zum 25. Februar an drei Testtagen auf dem Bahrain International Circuit teil. Nach den Testfahrten zeigten sich erste Anzeichen dafür, dass der W14 ähnlich seinem Vorgänger weiter unter einem kleinen Arbeitsfenster und verglichen mit der Konkurrenz mangelndem Topspeed litt.

Infolge der unbefriedigenden Performance des W14 und des großen Rückstands gegenüber der Konkurrenz kündigte das Team unmittelbar nach dem Saisonstart in Bahrain und Jeddah umfassende Untersuchungen und Änderungen am Einsatzfahrzeug an.[5]

Der W14 nach dem Monaco-Update nun mit klassischen Seitenkästen – und den seit Saisonbeginn verwendeten Ausformungen zur Luftführung auf der Motorhaube

Beim Monaco-GP führte Mercedes nach dem missglückten Saisonauftakt das erste umfangreiche Upgradepaket der Saison ein, welches den Konzeptwechsel einläutete. Es beinhaltete äußerlich neue Seitenkästen sowie eine veränderte Vorderrad-Aufhängung mit höher angebrachten oberen Querlenkern. Diese Änderung sollte beim Einlenken und Bremsen des Fahrzeugs unerwünschtes Nicken (engl.: Pitching) verringern. Meist beachtete Änderung war jedoch die Rückkehr zu klassischen und dem allgemeinen Designtrend entsprechenden Seitenkästen, stark unterschnitten und oberhalb mit einer Rampe für den Downwash-Effekt ausgeführt.[6]

Das Team bestätigte, dass unter den Regularien der Budgetobergrenze kein neues Chassis und somit kein klassisches B-Auto entwickelt werden konnte, da dies das weitere Entwicklungsbudget zu sehr komprimieren würde. Das bedeutete in der Folge, dass der vollständige Konzeptwechsel erst zur Saison 2024 erfolgen konnte und der W14 ein Kompromiss blieb.[7]

Das Team brachte zu dem USA-GP mit einem veränderten Unterboden die letzten Upgrades der Saison. Da der umfangreiche Konzeptwechsel und dazu nötige Umbauten in der ersten Saisonhälfte bereits viele Entwicklungsressourcen gebunden hatten, wurden die Arbeiten am W14 mit dem Ende der Europarennen überwiegend eingestellt.

Der Rennwagen verfügte, wie alle Formel-1-Fahrzeuge seit 2011, über DRS und das seit 2018 vorgeschriebene Halo-System zum Schutz des Fahrers.

Lackierung und Sponsoring

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Der F1 W14 E Performance war entgegen dem silberfarbenen Vorgänger durch sein offen liegendes Carbon wieder überwiegend schwarz designt. Diese Änderung ergab sich hauptsächlich aus Performancegründen, da der W14 am Gewichtslimit konstruiert wurde und der entfallene Lack Gewicht einspart – nicht unähnlich dem Mythos zur Entstehung der Silberpfeile.[8] Zusätzlich gab es durch den Sponsor Petronas cyanfarbene sowie durch Ineos rote Farbakzente.

Es warben darüber hinaus AMD, Crowdstrike, Einhell, Epson, Ineos, IWC, Petronas, Pirelli, Teamviewer und Tommy Hilfiger auf dem Fahrzeug.

Mercedes trat in der Saison 2023 erneut mit der Fahrerpaarung Lewis Hamilton und George Russell an. Hamilton bestritt bereits seine elfte Saison seit 2013 für das Werksteam, Russell seine zweite. Mick Schumacher ergänzte das Team nach seinem Aus bei Haas als Ersatz- und Entwicklungsfahrer.[9] Zudem stand Stoffel Vandoorne als Ersatzfahrer bereit sowie der langjährige Entwicklungsfahrer Anthony Davidson.

Rennszene aus dem Großen Preis von Österreich

Der Saisonauftakt in Bahrain bestätigte als „Realitätscheck“ die pessimistische Einschätzung der Testfahrten, da Mercedes sowohl im Qualifying als auch im Rennen lediglich vierte Kraft hinter Red Bull, Ferrari und Aston Martin war.[10] Das Rennen beendeten Hamilton und Russell auf den Rängen 5 und 7.

Es zeigte sich früh in der Saison, dass der Mercedes W14 in vielen Eigenschaften dem Vorgänger ähnelte – bei unerwünschten wie der geringen aerodynamischen Effizienz und dem schmalen Arbeitsfenster sowie Vorteilen wie dem geringeren Reifenverschleiß im Rennen.

Beim nachfolgenden Großen Preis von Spanien erzielte das Team ähnlich dem Vorjahr mit beiden Fahrern auf dem Podest das beste Saisonergebnis. Darauf folgte die erfolgreichste Phase der Saison. In Montreal und Silverstone konnten jeweils Podiumsplätze durch Hamilton eingefahren werden.

Beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn gelang vor der Sommerpause die erste Pole-Position der Saison. Lewis Hamilton setzte die schnellste Zeit hauchdünn vor Verstappen. Im Rennen verlor er die Position jedoch bereits nach schlechtem Start und kehrte als Vierter aus der ersten Runde zurück, wo er das Rennen auch beendete.

Diese Ergebnisse konnten in der zweiten Saisonhälfte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Formkurve von Mercedes nach einem Zwischenhoch wieder abflachte und die Leistung weiterhin starken Schwankungen unterlag.

In Singapur hatte Mercedes aufgrund des Schwächelns der Red Bull die einzige realistische Siegchance der Saison.[11] Eine riskante Reifenstrategie, die zunächst Positionen auf der Strecke kostete und spätere Überholmanöver erforderte, ging knapp nicht auf, da die Mercedes trotz deutlich frischerer Reifen auf dem Stadtkurs nicht überholen konnten. Kurz vor Schluss crashte Russell in aussichtsreicher Position liegend. Hamilton erbte den dritten Rang.

Letztlich konnte mit dem F1 W14 kein Rennen gewonnen werden. Es gelangen eine Pole-Position und neun Podiumsplatzierungen. Insgesamt 409 eingefahrene Zähler genügten infolge der Überlegenheit von Red Bull für die Vize-Weltmeisterschaft der Konstrukteure. Die besten Einzelplatzierungen blieben die drei zweiten Plätze von Hamilton. Er wurde mit 234 Punkten Dritter in der Fahrerwertung, während Russells 175 Zähler nur für Rang 8 in der Wertung genügten.

FahrerNr.123435678910111213141516171819202122PunkteRang
Formel-1-Weltmeisterschaft 2023 409 2.
 L. Hamilton 44 5 5 2 67 6 C 4 2 3 8 3 4 47 6 6 3 5 DNF5 DSQ2 2 87 7 9
 G. Russell 63 7 4 DNF 84 4 C 5 3 DNF 78 5 6 68 17 5 16* 7 44 58 6 DNF4 8 3
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
Commons: Mercedes-AMG F1 W14 E Performance – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Norman Fischer: Neuer Mercedes W14 ganz in Schwarz präsentiert: Zurück an die Spitze? formel1.de, 15. Februar 2023, abgerufen am 20. Februar 2026.
  2. Christian Menath: Formel 1, Technik-Check Mercedes F1 W14: Dasselbe in Schwarz? In: motorsport-magazin.com. 15. Februar 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.
  3. F1 W14 E Performance (Memento vom 24. Februar 2023 im Internet Archive; CMS)
  4. Mercedes F1 W14 – Spezifikationen und Infos. Abgerufen am 17. August 2025.
  5. Frederik Hackbarth: Mercedes: Ergebnis „eigentlich egal“, Fokus auf Generalumbau. In: f1-insider.com. 18. März 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.
  6. Matt Somerfield: Formel-1-Technik: So viel ist neu am Mercedes W14 in Monaco. In: motorsport.com. 25. Mai 2023, abgerufen am 20. Februar 2026.
  7. Matt Somerfield: Formel-1-Technik: Warum Mercedes' Seitenkasten nur eine Notlösung ist. In: motorsport-total.com. 6. August 2023, abgerufen am 20. Februar 2026.
  8. Tobias Ebner: Formel 1 2023: Darum ist der Mercedes W14 wieder ein Schwarzpfeil. In: motorsport-total.com. 15. Februar 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.
  9. Stephan Heublein: Formel 1, Mercedes verpflichtet Mick Schumacher für 2023. In: motorsport-magazin.com. 15. Dezember 2022, abgerufen am 19. Februar 2026.
  10. Mercedes erklärt: So will man das Konzept des Autos verändern. In: ran.de. 22. März 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.
  11. Kevin Hermann: Formel-1-Kräfteverhältnis 2023: Das sagen die Daten nach Singapur! In: motorsport.com. 18. September 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.