Mercedes-Benz

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Mercedes-Benz
Mercedes-Benz Logo

Besitzer/Verwender Daimler AG
Einführungsjahr 1926
Produkte Automobile
Märkte Weltweit
Website mercedes-benz.de

Mercedes-Benz ist eine eingetragene Handelsmarke für Automobile der Daimler AG. Der Name entstand 1926 nach dem Zusammenschluss der Daimler-Motoren-Gesellschaft (Marke Mercedes) mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG.[1] 2016 wurden 2,08 Millionen Neufahrzeuge der Marke verkauft.[2]

Begriffsabgrenzungen

Mercedes-Händler in München.

Als der Daimler-Benz-Konzern sich diversifizierte, wurde das Kerngeschäft am 29. Juni 1989 in die Mercedes-Benz AG überführt, welche die Personenwagen- und Nutzfahrzeugentwicklung und -produktion übernahm.[3] Nach dem Ende des „Integrierten Technologiekonzerns“ wurden Personenwagen- und Nutzfahrzeuggeschäft am 1. April 1997 voneinander getrennt und in verschiedene Geschäftsbereiche aufgeteilt.[4]

Die Marke Mercedes-Benz ist von dem Geschäftsbereich Mercedes-Benz Cars (MBC) zu unterscheiden, der neben der PKW-Marke Mercedes-Benz auch die Marke Smart führt. Er wurde am 1. Januar 2019 gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Mercedes-Benz Vans in die neugegründete Mercedes-Benz AG, eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Daimler AG ausgegliedert. Die Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz gehören neben dem Geschäftsbereich Mercedes-Benz Vans auch zum Geschäftsbereich Daimler Trucks & Buses, der ebenfalls am 1. November 2019 in die Daimler Truck AG ausgegliedert wurde.

Der Name „Daimler“ wird gelegentlich umgangssprachlich für einen Mercedes-Benz verwendet. Zwar ist es der Daimler AG vertraglich erlaubt, den Markennamen für Produkte zu nutzen[5], dennoch gibt es aber gegenwärtig kein Fahrzeug der Daimler AG mit diesem Namen. Für die Geschichte der Namensrechte siehe Daimler Motor Company#Namensrechte.

Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz

Mercedes-Benz-Lastkraftwagen von 1932

Unter der Marke Mercedes-Benz werden nahezu alle Arten von Kraftfahrzeugen vertrieben:

Fahrzeugtyp Geschäftsbereich der Daimler AG Artikel
Pkw Mercedes-Benz Cars Mercedes-Benz-Pkw
Vans Mercedes-Benz Vans
Transporter Mercedes-Benz-Transporter
Lkw Daimler Trucks Mercedes-Benz-Lkw
Nutzfahrzeuge Mercedes-Benz-Unimog
Busse Daimler Buses Mercedes-Benz-Bus

Des Weiteren werden unter der Marke Mercedes-Benz folgende Fahrzeuge auf Basis der oben genannten Modellgruppen angeboten, die zum Teil auch von Fremdunternehmen gefertigt werden:

Fahrzeugtyp allgemeiner Artikel
Freizeit- und Reisemobile Reisemobil
Sonderfahrzeuge Einsatzfahrzeuge
Sonderschutzfahrzeuge
Taxis
Rettungswagen
Krankentransportwagen
spezielle Nutzfahrzeuge

Darüber hinaus wurden, bis 1991 unter dem Namen MB-Trac, Traktoren produziert.

Die Daimler AG produziert mit einer hohen Fertigungstiefe, da sie z. B. Lenk- sowie manuelle und automatische Schaltgetriebe selbst entwickelt und herstellt. Im Motorenbau gibt es eine Vielzahl von Baureihen, die in den verschiedenen Modellgruppen zum Einsatz kommen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass derselbe Motor in PKW, Geländewagen und Transportern eingesetzt wird, siehe Liste der Motoren von Mercedes-Benz.

Geschichte

Verkauf von Mercedes-Automobilen seit 1901

Aktie der Mercedes Company Ltd. vom 23. Juni 1904, einer englischen Verkaufsgesellschaft für Mercedes-Automobile
Mercedes Doppel-Phaeton 28 (1905), in der Cité de l’Automobile

Ursprünglich verkaufte die 1890 gegründete Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) ihre Fahrzeuge nicht unter dem Namen Mercedes. Die Marke entstand erst um die Jahrhundertwende, inspiriert durch den Geschäftsmann Emil Jellinek, der ab 1898 mit Daimler-Fahrzeugen handelte. Ab 1899 nahm Jellinek unter dem Pseudonym Mercedes (angelehnt an den Namen seiner Tochter Mercédès Jellinek) unter anderem an der Rennwoche von Nizza teil. Obwohl „Mercedes“ zu dieser Zeit nur als Fahrername verwendet wurde und noch nicht als Automobilbezeichnung, wurde der Name so in Zusammenhang mit der DMG bekannt. 1900 vereinbarte Jellinek die Fertigung des neuen, leistungsstarken Motorenmodells „Daimler-Mercedes“, wodurch der Name Mercedes erstmals als Produktbezeichnung genutzt wurde. Zur gleichen Zeit wurde er Vertriebspartner für Daimler-Wagen und -Motoren und orderte 36 Fahrzeuge zum Gesamtpreis von 550.001 Mark (nach heutigem Wert etwa 3,82 Millionen Euro), sowie wenige Wochen später weitere 36 Daimler-Wagen mit 8-PS-Motor.

Nachdem 1901 mehrere dieser Mercedes-Fahrzeuge (der Name wurde nun auch für die Wagen genutzt) erfolgreich bei der Rennwoche von Nizza fuhren, wuchs der Bekanntheitsgrad von Mercedes enorm; im September 1902 wurde der Name „Mercedes“ für die DMG gesetzlich geschützt.[6] Der Mercedes-Stern wurde 1909 als Warenzeichen eingetragen und wird seit 1910 auch als Kühlersymbol verwendet, in den ersten Jahren noch ohne umschließenden Ring.[7]

Zusammenschluss zur Daimler-Benz AG

Mercedes-Benz 300 S Coupé
(1951–1958)

Die Daimler-Motoren-Gesellschaft schloss sich 1926 unter Federführung der Deutschen Bank[8] mit dem Konkurrenten Benz & Cie., deren Motorwagen bereits 1886 unter dem Namen „Benz“ fuhr, zusammen und bildete die Daimler-Benz AG. Daraus ergab sich der neue Markenname Mercedes-Benz, der im gleichen Jahr mit dem Logo Mercedes-Stern geschützt wurde.[9]

In den 1930er Jahren prägten die legendären Silberpfeile im Wettstreit mit der Auto Union das Markenbild. Mercedes-Benz fertigte im PKW-Sektor Modelle der Ober- und Luxusklasse und konnte hier eine Spitzenstellung einnehmen. In den Nachkriegsjahren wurde die Fertigung von PKWs erst im Jahre 1947 wieder aufgenommen. Schnell erreichte man wieder die früheren Stückzahlen. Auch ermöglicht durch weitere Fertigungsstätten im Ausland wurden die Produkte weltweit erfolgreich. Hier kam besonders dem US-Markt besondere Bedeutung zu, der seit Anfang der 1960er Jahre zu Mercedes-Benz’ größtem Auslandsmarkt wurde. Erst Ende der 1980er Jahre bekam Mercedes-Benz in Europa mit BMW und später Audi, sowie auf dem US-Markt mit Lexus ernsthafte Konkurrenz. Trotzdem behauptet sich Mercedes-Benz erfolgreich am Weltmarkt und verzeichnete 2012 und 2013 (mit 1.461.680 verkauften Automobilen) jeweils einen Rekordabsatz.[10] Auch Flugmotoren wurden zeitweise unter dem Markennamen Mercedes-Benz produziert.[11]

Neuzulassungen von Mercedes-Benz-Pkw im Deutschen Reich von 1933 bis 1938[12]

Jahr Zulassungszahlen
1933 7.844
1934 8.873
1935 11.529
1936 19.816
1937 23.679
1938 20.889

Entwicklung des Logos

[13]

Motorsport

Seit langem ist Mercedes-Benz im Motorsport tätig, darunter auch in der Formel 1. In den 1930er Jahren erzielte Mercedes mit den „Silberpfeilen“ unter Alfred Neubauer große Erfolge. Nach dem Krieg gewann Juan Manuel Fangio 1954 und 1955 die Formel-1-Weltmeisterschaft im Mercedes-Benz W 196.[14]

1955 beendete Daimler-Benz das Engagement im Motorsport zunächst, nachdem es beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zum bis heute schwersten Unfall (84 Tote) in der Automobilrennsportgeschichte kam. Erst 1988 stieg das Unternehmen wieder werksmäßig in den Rennsport ein. In der Formel 1 bildete Mercedes-Benz zusammen mit McLaren ab 1995 das Team McLaren-Mercedes. Die Motoren wurden von Ilmor, respektive dem Mercedes-Tochterunternehmen Mercedes-Benz HighPerformanceEngines hergestellt. In den Jahren 1998 und 1999 wurden Mika Häkkinen und 2008 Lewis Hamilton Formel-1-Weltmeister im McLaren-Mercedes.[15]

Am 16. November 2009 gab die Daimler AG bekannt, dass sie 75,1 % der Teamanteile von Brawn GP übernehme, das im selben Jahr erstmals angetreten war und mit Mercedes-Motoren die Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Der Rennstall tritt seitdem unter dem Namen Mercedes Grand Prix (bis 2011) beziehungsweise Mercedes AMG F1 Team (seit der Saison 2012) als Mercedes-Werksteam unter deutscher Flagge an. Offizieller Sitz des Teams ist die Daimler-Zentrale in Stuttgart. Das Team operierte aber wie sein Vorgänger Brawn GP aus dem englischen Brackley. Im Zuge des Erwerbs von Brawn GP beendete Mercedes-Benz die exklusive Partnerschaft mit der britischen McLaren Group und verkaufte seinen 40-prozentigen Anteil an dieser.

Von 2014 bis 2019 gewann das Team sechs Mal in Folge sowohl die Konstrukteurs- als auch die Fahrerweltmeisterschaft (Lewis Hamilton in den Jahren 2014, 2015 und 2017–2019 sowie Nico Rosberg 2016).

Mercedes-Benz-Museum

Das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart-Untertürkheim zeigt historische Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz vom ersten Automobil mit Verbrennungsmotor über die Silberpfeile bis zur Gegenwart. Seit 2006 ist es in einem neuen, modernen Gebäude untergebracht. Gemeinsam mit der Mercedes-Benz-Niederlassung Stuttgart bildet das Museum die Mercedes-Benz Welt.

Sonstiges

Der Silver Star, eine Achterbahn mit dem Thema Mercedes-Benz

Sponsoring

Sportteams

Sportstätten

Mehrere Sport- und Eventstätten tragen den Namen der Marke. Zwei davon werden von der Anschutz Entertainment Group (AEG) betrieben.

Sportveranstaltungen

Werbebotschafter

Literatur

Weblinks

Commons: Mercedes-Benz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Auskunft zur Marke Mercedes-Benz im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)
  2. FAZ.net 9. Januar 2017: Mercedes-Benz verkauft erstmals mehr als zwei Millionen Autos
  3. Mercedes-Benz AG gegründet. Daimler AG, abgerufen am 28. November 2019.
  4. Daimler-Benz AG: Neue Organisationsstruktur. Daimler AG, abgerufen am 28. November 2019.
  5. Die Marke „Daimler“ vor der Wiederbelebung? Tata denkt über Rolls-Royce-Konkurrenz nach. Handelsblatt.com, 28. Juli 2008, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  6. mercedes-benz-publicarchive.com
  7. daimler.com
  8. Von der Interessengemeinschaft zur Daimler-Benz AG. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  9. Auskunft zur Marke Mercedes Benz Wort-Bildmarke im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)
  10. Mercedes-Benz on record course Mitteilung von Daimler Investor Relations, 20. Januar 2014 (PDF).
  11. Erster Motorflug der Geschichte mit Daimler-Einzylindermotor vor 125 Jahren. Daimler AG, 7. August 2013, abgerufen am 31. Januar 2020.
  12. Hans Christoph von Seherr-Thoss: Die deutsche Automobilindustrie. Eine Dokumentation von 1886 bis heute. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02284-4, S. 328.
  13. The true story behind the Mercedes-Benz three-pointed star
  14. Michael Behrndt, Jörg Thomas Födisch, Ulrich Kudrass: Formel 1 Weltmeister seit 1950. Hrsg.: HEEL Verlag GmbH. 2010, ISBN 978-3-86852-304-1.
  15. Michael Behrndt, Jörg T. Födisch, Ulrich Kudrass: Formel 1 Weltmeister seit 1950. Hrsg.: HEEL.
  16. Henning Hinze So brachte das Auto Hitler an die Macht, in Autobild Nr. 2/2014, S. 41.
  17. Werben & Verkaufen: DFB-Generalsponsor: VW löst Mercedes ab – W&V. Abgerufen am 15. März 2019.
  18. Mercedes-Benz wird Exclusivpartner des VfB Stuttgart. Abgerufen am 15. März 2019.
  19. Neuer Name: Gottlieb-Daimler-Stadion. Abgerufen am 15. März 2019.
  20. Gottlieb-Daimler-Stadion in "Mercedes-Benz Arena" umbenannt. Abgerufen am 15. März 2019.
  21. Chinesische Arena verlängert Naming-Right-Deal - Naming Right. Abgerufen am 15. März 2019.
  22. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart Germany: Namensrechte: Football nun im Mercedes-Benz Superdome. Abgerufen am 15. März 2019.
  23. Mercedes-Benz Arena Berlin: Mercedes-Benz und die Anschutz Entertainment Group erweitern ihre Partnerschaft. mercedes-benz-arena-berlin.de, 21. Januar 2015, abgerufen am 20. Oktober 2015.
  24. Dach und Videowall bereiten Probleme. In: Stadionwelt. (stadionwelt.de [abgerufen am 24. Februar 2018]).
  25. Philipp Deppe: Das ATP-Turnier in Stuttgart heißt auch in den nächsten drei Jahren MercedesCup. 3. Dezember 2009, abgerufen am 19. April 2012.
  26. Daimler AG (Hrsg.): Deutsche Teams dominieren den 22. Mercedes-Benz Junior Cup. 2012, abgerufen am 19. April 2012.
  27. Nach DFB-Elf und Schumi: Mercedes holt Franz Beckenbauer als Testimonial. Abgerufen am 15. März 2019.
  28. Junge Kicker für kompakte Autos: Mercedes-Benz wechselt Mario Götze und Benedikt Höwedes ein. Abgerufen am 15. März 2019.
  29. Werben & Verkaufen: Mercedes-Benz bleibt bis 2018 DFB-Sponsor | W&V. Abgerufen am 15. März 2019.
  30. Scooped – Mercedes Benz 2013 Commercial featuring Willem Dafoe, Kate Upton and Usher. (Nicht mehr online verfügbar.) In: superbowl-commercials.org. Archiviert vom Original am 20. Februar 2014; abgerufen am 13. März 2014 (englisch).