Mercedes-Benz M 276

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Mercedes-Benz
Mercedes-Benz M 276.9 (Saugmotor)
M 276
Hersteller: Mercedes-Benz
Produktionszeitraum: seit 2011
Bauform: V, Sechszylinder
Motoren: 3,0 Liter
(2996 cm³)
3,5 Liter
(3498 cm³)
Vorgängermodell: M 272
Nachfolgemodell: M 256
Ähnliche Modelle: M 278

Der Mercedes-Benz M 276 ist eine Baureihe von Sechszylinder-V-Motoren (Ottomotoren), die Mercedes-Benz seit Herbst 2010 als Nachfolger der M-272-Generation produziert. Gegenüber dem Vorgänger ist der Zylinderbankwinkel von 90° auf 60° reduziert, sodass auch ohne Ausgleichswelle keine freien Massenmomente erster Ordnung auftreten. Die Hauptbauteile werden im Motorenwerk Stuttgart-Bad Cannstatt gefertigt, wo auch die Montage des Motors erfolgt.[1]

Die Motorengeneration ist eng verwandt mit den Achtzylindern der M 278-Baureihe, obwohl diese über 90° Zylinderbankwinkel verfügen. Der M 276 debütierte im Frühjahr 2011 in der modellgepflegten C-Klasse (Baureihe 204), im SLK (R 172) und im CLS (Baureihe 218) sowie in zahlreichen 4Matic-Modellen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn kamen nur Aggregate mit 3,5 Litern Hubraum zum Einsatz. Seit dem Frühjahr 2013 wird auch ein im Hubraum auf drei Liter reduzierter Motor, der mittels zwei Turboladern aufgeladen ist, angeboten.

M 276 DES 35[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hubraum des Sechszylinder-V-Motors beträgt 3498 cm³ mit einer Bohrung von 92,9 mm und einem Hub von 86 mm, bei einem Zylinderabstand von 106 mm. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 12,2:1. Das Kurbelgehäuse, die Kolben und der Zylinderkopf des Motors sind aus Aluminium gefertigt, wobei die Zylinderlaufbuchsen aus Grauguss ausgeführt sind. In der 225 kW (306 PS)-Variante wiegt der Motor nach DIN-Norm 170,6 kg.[2]

Die Steuerung des Ladungswechsels erfolgt über vier Ventile pro Zylinder (Vierventiltechnik) und je Zylinderbank zwei obenliegende, von einer Steuerkette angetriebene Nockenwellen. Außerdem verfügt der Motor über eine Nockenwellenverstellung für Ein- und Auslassseite.[3]

Es kommt eine strahlgeführte Benzindirekteinspritzung der dritten Generation (200 bar Kraftstoffdruck) mit BlueDirect-Brennverfahren und Piezoinjektoren zum Einsatz. Diese soll in Verbindung mit einer Mehrfachzündung und dem neuen Schichtbrennverfahren mit erweitertem Kennfeldbereich einschließlich verbrauchsoptimaler Magerverbrennung zu vermindertem Kraftstoffverbrauch beitragen.[3]

Die Leistungsaufnahme von Nebenaggregaten wurde abgesenkt. Dazu zählen eine optimierte Wasserpumpe mit Wärmemanagement der zweiten Generation, eine geregelte Ölpumpe, eine mengengeregelte Kraftstoffhochdruckpumpe sowie eine intelligente Generatorregelung. Mittels konsequenten Leichtbaus und einer intensiven Feinoptimierung wurde außerdem die Triebwerkreibung im Vergleich zum Vorgängermotor deutlich reduziert. Zusammen mit der Start-Stopp-Technik, der Schaltpunktverschiebung und Reibleistungsreduzierung wurden insgesamt Verbesserungen im Fahrverbrauch von über 20 Prozent möglich.[3]

M 276 DEH 30 LA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hubraum dieser Variante beträgt 2996 cm³ bei einem identischen Hub-Bohrungs-Verhältnis wie der 3,5-Liter-Variante (Bohrung 88 mm, Hub 82,1 mm). Das Verdichtungsverhältnis beträgt 10,7:1. In der 245 kW (333 PS)-Variante wiegt der Motor nach DIN-Norm 179,2 kg.[2]

Zur Optimierung der Zylinderlaufbahn kommt erstmals bei einem Aluminium-Druckguss-Kurbelgehäuse die sogenannte NANOSLIDE®-Beschichtung zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Eisen-Kohlenstoff-Schicht, die mittels Lichtbogendrahtspritzen direkt auf die Aluminium-Oberfläche aufgebracht wird und hohe Ölrückhaltevolumen in der Zylinderlaufbahn ermöglicht.[2]

Der Motor verfügt über eine Turboaufladung mit jeweils einem Turbolader pro Zylinderbank (Bi-Turbo). Die verdichtete Frischluft wird in einem im Gegenstromprinzip ausgeführten Wasser-Luft-Ladeluftkühler gekühlt und anschließend über einen gemeinsamen Ladeluftverteiler den Zylinderbänken zugeführt. Der Ladeluftkühler besitzt einen separaten Niedertemperatur-Kühlwasserkreislauf.[2]

Der erste Einsatz dieser Motorvariante erfolgte im Frühjahr 2013 im E400 (Baureihe 212).

M 276 DES 35 LA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dieser seit 2014 eingesetzten Variante des 3,5-Liter-Motors wurde nun ebenfalls auf die Turboaufladung umgestellt. Der Motor verfügt aber im Gegensatz zur 3,0-Liter-Variante weiterhin über das Schichtbrennverfahren, das einen NOx-Speicherkatalysator zur Einhaltung der Emissionsgrenzwerte benötigt.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M 276 DEH 30 LA red.*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 2996 cm³, Leistung: 200 kW (272 PS) bei 5000/min, Drehmoment: 400 Nm bei 1300–4500/min
E 320 C/A 207 2014–2017
R 320 V 251 2014–2017

M 276 DEH 30 LA*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 2996 cm³, Leistung: 245 kW (333 PS) bei 5250–6000/min, Drehmoment: 480 Nm bei 1600–4000/min
ML 400/GLE 400 W 166 2015–2018
GL 400/GLS 400 X 166 seit 2014
C 400 W/S 205 seit 2014
E 400 C/A 207 2013–2014
E 400 W/S 212 2013–2014
S 500 PLUG-IN HYBRID V 222 2014–2017
SL 400 R 231 2014–2016
R 400 V 251 2014–2017
GLE 400 Coupé C 292 2015–2018
Hubraum: 2996 cm³, Leistung: 270 kW (367 PS) bei 5500–6000/min, Drehmoment: 520 Nm bei 2000–4200/min
C 450 AMG
Mercedes-AMG C 43 4MATIC
W/S/C/A 205 2015–2018
Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC X 253 seit 2016
Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé C 253 seit 2016
GLE 450 AMG
Mercedes-AMG GLE 43 4MATIC
W 166 2015–2017
GLE 450 AMG Coupé
Mercedes-AMG GLE 43 4MATIC Coupé
C 292 2015–2017
S 400 4MATIC Coupé C 217 2015–2018
SL 400 R 231 seit 2016
Mercedes-AMG SLC 43 R 172 2016–2018
Hubraum: 2996 cm³, Leistung: 287 kW (390 PS) bei /min, Drehmoment: 520 Nm bei 2500–5000/min
Mercedes-AMG C 43 4MATIC W/S/C/A 205 seit 2018
Mercedes-AMG GLE 43 4MATIC W 166 2017–2018
Mercedes-AMG GLE 43 4MATIC Coupé C 292 seit 2017
Mercedes-AMG SLC 43 R 172 seit 2018
Hubraum: 2996 cm³, Leistung: 295 kW (401 PS) bei 6100/min, Drehmoment: 520 Nm bei 2500–5000/min
Mercedes-AMG E 43 4MATIC W/S 213 2016–2018

M 276 DES 35 red.*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 3498 cm³, Leistung: 185 kW (252 PS) bei 6500/min, Drehmoment: 340 Nm bei 3500–4500/min
ML 300 4MATIC/GLE 300 4MATIC W 166 2012–2017
E 300
E 300 BlueEFFICIENCY
C/A 207 2013–2014
2011–2013
E 300
E 300 BlueEFFICIENCY
W/S 212 2013–2014
2011–2013
CLS 300 C 218 2012–2018

M 276 DES 35*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 3498 cm³, Leistung: 225 kW (306 PS) bei 6500/min, Drehmoment: 370 Nm bei 3500–5250/min
ML 350
ML 350 BlueEFFICIENCY
GLE 350 (USA)
W 166 2013–2014
2011–2013
seit 2017
SLK 350
SLK 350 BlueEFFICIENCY
R 172 2013–2016
2011–2013
C 350
C 350 BlueEFFICIENCY
W/S/C 204 2013–2015
2011–2013
GLK 350
GLK 350 BlueEFFICIENCY
X 204 2013–2015
2011–2013
E 350
E 350 BlueEFFICIENCY
C/A 207 2013–2014
2011–2013
E 350
E 350 BlueEFFICIENCY
W/S 212 2013–2014
2011–2013
E 400 HYBRID W 212 2012–2016
CLS 350
CLS 350 BlueEFFICIENCY
C/X 218 2013–2014
2011–2013
S 350 BlueEFFICIENCY W/V 221 2011–2013
S 400 HYBRID W/V 222 2013–2017
SL 350 R 231 2012–2014
R 350 BlueEFFICIENCY W/V 251 2012–2014

M 276 DES 35 LA*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 3498 cm³, Leistung: 245 kW (333 PS) bei 5250–6000/min, Drehmoment: 480 Nm bei 1200–4000/min
E 400 C/A 207 2014–2017
E 400 W/S 212 2014–2016
E 400 W/S 213 2016–2018
CLS 400 C/X 218 2014–2018

 * Die Motorbezeichnung ist wie folgt verschlüsselt: M = Motor (Otto), Baureihe = 3 stellig, DE = Direkteinspritzung, Hubraum = Deziliter (gerundet), S = Schichtbrennverfahren, H = Homogene Verbrennung, L = Ladeluftkühlung, A = Abgasturbolader, red. = leistungsreduziert

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Schütz, Gerhard Doll, Anton Waltner, Roland Kemmler: Der neue 3,0-L-V6-DI-Ottomotor mit Bi-Turbo von Mercedes-Benz, in: MTZ – Motortechnische Zeitschrift 74 (2013), Nr. 6, S. 462–471, Springer Vieweg, Wiesbaden

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Wiege des Motorenbaus – Motorproduktion im Werk Cannstatt. MB Passion Blog, 11. Mai 2010, abgerufen am 14. Juli 2016.
  2. a b c d Markus Schütz, Gerhard Doll, Anton Waltner, Roland Kemmler: Der neue 3,0-L-V6-DI-Ottomotor mit Bi-Turbo von Mercedes-Benz, in: MTZ - Motortechnische Zeitschrift 74 (2013), Nr. 6, S. 462–471, Springer Vieweg, Wiesbaden
  3. a b c Mercedes-Benz setzt Benchmarks mit neuen V6- und V8-Motoren. MB Passion Blog, 8. Mai 2010, abgerufen am 14. Juli 2016.