Mercedes-Benz O 307

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Mercedes-Benz
MB O 307 (Postbus) der Fa. Rizor / IG Traditionsbus Südniedersachsen

MB O 307 (Postbus) der Fa. Rizor / IG Traditionsbus Südniedersachsen

O 307
Hersteller Mercedes-Benz
Bauart Linienbus
Produktionszeitraum 1973−1987
Achsen 2
Motor Mercedes-Benz OM 407h
Leistung 210 PS, 240 PS
Länge 11,81 m
Breite 2,5 m
Sitzplätze 49 (53)
Vorgängermodell O 317
Nachfolgemodell Mercedes-Benz O 407
Ähnliche Modelle

Magirus-Deutz L117, MAN SÜ 240

Der Mercedes-Benz O 307 war ein von Mercedes-Benz gebauter Standard-Bus für den Überlandverkehr.

Mit Vorstellung des Standard-Linienbusses Ende der 1960er-Jahre wurde zunächst der Mercedes O 305 in zwei Karosserielängen und Bestuhlungsvarianten für den Stadt- und Überlandverkehr angeboten, wobei die Überlandvariante gegenüber der Stadtversion um 30 Zentimeter länger war (11,30 Meter) und ausschließlich Sitzbänke in Fahrtrichtung aufwies. Diese Modellvariante gab man jedoch 1972 zugunsten des O 307 auf.

1973 präsentierte Mercedes-Benz diesen ersten Überlandbus als eigenständige Baureihe in Anlehnung an den VÖV-I Stadtlinienbus, der sich optisch durch die größeren, seitlich herumgezogenen Frontscheiben, die sogenannte „StÜLB-Front“ sowie die im Überlandverkehr üblichen Außenschwenktüren unterschied.[1]

Konstruktives Unterscheidungsmerkmal zum Stadtbus O 305 war die größere Fahrzeuglänge und der erhöhte Wagenboden, um einen Unterflurkofferraum zu ermöglichen (Bestellungen ohne Kofferraum waren auch möglich). Das Fahrzeug besitzt im Gegensatz zum O 305 Außenschwenktüren (vorne schmaler als beim O 305) und einen 210 PS leistenden Motor. Ab 1977 wurde die Motorleistung auf 240 PS erhöht. Den O 307 gab es serienmäßig mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe, gegen Aufpreis war ein 6-Gang-Getriebe oder eine 4-Gang-Automatik erhältlich.

Die Überland-Front des O 307 war allerdings auch auf Kundenwunsch für den Stadtbus O 305 erhältlich (dieser wurde dann um 15 Zentimeter länger), wobei die übrige Karosserie in ihren Abmessungen und den Ausstattungsmerkmalen, wie den üblichen Stadtbus-Innenschwenktüren oder Fahrgastsitzen, dem O 305 entsprachen.

Zu Beginn der 1980er-Jahre haben alle Hersteller von Standardlinienbussen ihre Fahrzeugtypen für den Stadt- und Überlandverkehr kleineren Modernisierungen unterzogen. Auffälligste Änderung dabei war die Verwendung von rechteckigen Mehrkammer-Schlußleuchten anstelle der bisher verwendeten runden Einzelleuchten am Heck. Das standardisierte VÖV-Armaturenbrett wurde überarbeitet, das Handbremsventil wurde vom Pult nach links an die Seite verlegt. Die modernisierten, nunmehr rechteckigen Kontrollleuchten wurden über dem Tachographen gruppiert und anstelle der Textbeschriftung in ihrer Bedeutung piktografisch und durchleuchtend dargestellt. Später wurde dies auch für die Bedienschalter übernommen.

Die ab 1981 eingeführte Ausflugsversion mit Reisebestuhlung und schmaler Mittelaußenschwingtür bekam die Bezeichnung O 307A, wobei die Linienversion mit breiter Mitteltür zuvor auch schon mit Ausflugsbestuhlung angeboten wurde. Für den Gelegenheitsverkehr konnte der Kinderwagenstellplatz gegenüber der Mitteltür um zwei Sitzbänke (4 Fahrgastplätze) erweitert werden, womit sich eine maximale Anzahl von 53 Sitzplätzen ergab.

Technisch und optisch ähnliche Standard-Überlandbusse wurden damals auch von den Konkurrenten Magirus-Deutz und MAN gebaut. Die größten Abnehmer waren die Deutsche Bundesbahn sowie die Deutsche Bundespost. Die Busse der Post wurden nach der Einstellung des Busbetriebes 1983 von der Bundesbahn übernommen.

Der O 307 wurde 1987 von dem Nachfolger, dem Mercedes-Benz O 407, abgelöst, der ebenfalls als eigenständige Überlandversion zum Stadtbus O 405 angeboten wurde. Erst mit der Einführung des Mercedes-Benz Citaro wurde wieder eine gemeinsame Fahrzeugbasis für den Stadt- und Regionalverkehr angeboten, bei der unterschiedliche und miteinander kombinierbare Tür-, Linienanzeigen- und Bestuhlungsvarianten zur Verfügung standen.

Heute ist der O 307 nahezu komplett aus dem Straßenbild Deutschlands verschwunden, nur vereinzelt sind noch Traditionsexemplare anzutreffen. Häufiger dürfte er noch in Osteuropa und Afrika zu finden sein, ein Großteil der hergestellten Exemplare ist aber schon verschrottet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Gebhardt: Deutsche Omnibusse seit 1895, Motorbuch Verlag Stuttgart (2002).
  • Lastauto-Omnibus-Katalog, diverse Ausgaben, ETM EuroTransportMedia.
  • Div. Originalprospekte Mercedes-Benz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz O 307 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Omnibusarchiv: Mercedes O 307