Mercedes-Benz PU106A Hybrid

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Mercedes-Benz PU106A Hybrid ist die Bezeichnung eines Rennmotors des Herstellers Mercedes AMG High Performance Powertrains für die Formel 1, der 2014 eingesetzt wurde. Das Triebwerk wurde unter der Leitung des Technischen Direktors von Mercedes-Benz, Bob Bell, sowie Andy Cowell (Mercedes AMG High Performance Powertrains), konstruiert und soll geschätzte 100 Millionen £ an Entwicklungskosten verschlungen haben.[1]

Technik und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Teile der Motorenkonstruktion wurden durch das Formel-1-Reglement festgelegt. So durften ab der Saison 2014 nur noch V6-Ottomotoren mit 1,6 Liter Hubraum, vier Ventilen pro Zylinder und einem Zylinderbankwinkel von 90° eingesetzt werden. Die Aufladung musste durch nur einen Turbolader erfolgen, der Ladedruck durfte maximal 3,5 bar betragen. Die Drehzahl war auf 15.000 Umdrehungen pro Minute limitiert, ebenso der maximale Kraftstoffdurchlauf mit 100 kg pro Stunde.

Im Gegensatz zu den Motoren der Konkurrenten von Renault und Ferrari hatte Mercedes zwar die Turbine an der üblichen Position hinter dem Verbrennungsmotor, den Kompressor jedoch unmittelbar vor den Motor platziert. Dieser lag damit in die Nähe der Airbox, des Lufteinlasses über dem Cockpit. Hierdurch wurde eine direkte Luftkühlung des Kompressor erreicht und der Platzbedarf für Wasserkühler in den Seitenkästen wurde reduziert. Dadurch konnten die Seitenkästen bei den Fahrzeugen mit Mercedes-Motoren kleiner und deutlich aerodynamischer gestaltet werden.[2]

Die Leistung des Verbrennungsmotors lag laut des Aufsichtsratsvorsitzenden des Mercedes-Teams, Niki Lauda, bei rund 426 kW (580 PS).[3]

Zusätzlich zum Verbrennungsmotor gehörte auch ein Energierückgewinnungssystem (ERS-H) mit zur Hybrid-Motoreneinheit, das Abwärme vom Motor über den Turbolader zur Energiegewinnung nutzte und genau wie die elektromotorische Bremse an der Hinterachse die Batterien lud. Die Abgabe der Leistung erfolgte an einen 120 kW (163 PS) starken Elektromotor.

Die Entwicklung des Triebwerks begann bereits mit der Veröffentlichung der neuen Motorenregelung in der Jahresmitte 2011.[4]

Technische Details
Datenbezeichnung Beschreibung
Gewicht Motor: min. 145 kg inkl. Batterie (20–25 kg)
Turbolader Single-Turbolader mit 3,5 bar Ladedruck
Ventile 4 pro Zylinder
Zylinder 90° V6
Bohrung
Kolbenhub
Hubraum 1,6 Liter
Drehzahl max. 15.000/min
Kraftstoffdurchlauf max. 100 kg/Stunde über 10.500/min
Auspuff ein Austrittsrohr
Energierückgewinnung Energy Recovery System
Leistung 120 kW (163 PS)
Leistung Leistung: ≥ 426 kW (580 PS)[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Triebwerk, das in der Saison 2014 als die stärkste Antriebseinheit in der Formel 1 galt,[5][6] wurde von Force India, McLaren, Mercedes und Williams verwendet. Diese Teams belegten am Saisonende die Plätze eins, drei, fünf und sechs in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „New engines for Formula 1 in 2016?“ racecar-engineering.com, 24. November 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014.
  2. Christian Nimmervoll, Dieter Rencken: „Turbo-Trick: Kupfert Renault von Mercedes ab?“ Motorsport-Total.com, 28. November 2014, abgerufen am 28. November 2014.
  3. a b Laut Niki Lauda. Vgl. [1]
  4. racecar-engineering.com Mercedes W05 (abgerufen am 8. April 2014)
  5. Mercedes soll, im Gegensatz zu Renault, die komplette Einheit auf dem Prüfstand und damit „das Zusammenspiel von Motor und Energierückgewinnungs-Systemen sowie die Software getestet haben.“ Vgl. RP-Online
  6. Laut Niki Lauda liegt der technische Vorsprung in der elektrischen Einheit. Vgl. [2].