Mercedes-Benz South Africa

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Mercedes-Benz South Africa (MBSA) ist eine Tochtergesellschaft der Daimler AG und stellt in Südafrika Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge her.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1896 wurde der Benz Velo als erstes Auto in Südafrika importiert.[1] Die erste Daimler-Benz-Niederlassung in Südafrika wurde 1954 eröffnet und schloss vier Jahre später einen Vertrag mit Car Distributors and Assemblers (CDA) in East London, um die Baureihen W 120, W 121 und W 180 zu montieren.[1][2] Zuvor hatte CDA bereits seit 1950 Fahrzeuge der Marken Nash, Fiat, Renault, Land Rover, Hino (Modell Briska), Prince (Modell Miler) und Commer montiert.[1] Weitere montierte Marken waren Standard, DKW/Auto Union und Alfa Romeo.[3]

CDA begann 1962 mit der Produktion von Lastkraftwagen der Marke Mercedes-Benz und wurde 1966 von der United Car and Diesel Distributors (UCDD) (Pty) Ltd übernommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit vier Jahren alleiniges Vertriebsunternehmen für Mercedes Benz in Südafrika war.[1]

Mit dem 1973 eröffneten Motorenwerk wurden erstmals Mercedes-Motoren außerhalb Deutschlands gefertigt. Im Jahr 1979 erhielt das Unternehmen Atlantis Diesel Engines eine Lizenz zur Produktion von Nutzfahrzeugmotoren.[1]

Im Jahr 1984 erwarb die Daimler-Benz AG 50,1 % der Anteile an UCCD und änderte den Namen in Mercedes-Benz of South Africa (Pty) Ltd.[1] Erster Geschäftsführer des neuen Unternehmens war Jürgen Schrempp, der mit Unterbrechungen bereits seit 1974 in Südafrika tätig gewesen war.[4] Weitere Anteilseigner des neuen Unternehmens waren die Ernst Göhner Stiftung in der Schweiz (23,4 %) sowie Volkskas (26,5 %), deren Anteile Daimler-Benz 1992 (Volkskas) bzw. 1998 (EGS) übernehmen sollte.[1][5]

Nach der Fusion des Mutterkonzerns wird Mercedes-Benz of South Africa 1999 zur DaimlerChrysler South Africa (Pty) Ltd. Nach der Trennung des Mutterkonzern wurde DaimlerChrysler South Africa Ende 2007 wiederum zur Mercedes-Benz South Africa (Pty) Ltd.[1]

Das Unternehmen hatte 2013 rund 2700 Mitarbeiter.[6]

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1950er und 1960er Jahren gehörte CDA im Namen seines Kunden Daimler Benz zu den Kritikern der politischen Richtlinien für den zunehmenden inländischen Produktionsanteil, da damit in Südafrika keine zufriedenstellende Qualität zu erwarten wäre. Im Zuge der verschärften Anforderungen kaufte MBSA zeitweise auch Karosseriebleche bei Volkswagen of South Africa.[3]

Zu den bekanntesten in East London gefertigten Fahrzeugen gehört ein roter Mercedes-Benz S500 von Nelson Mandela. MBSA-Arbeiter bauten dieses Fahrzeug in unbezahlten Überstunden aus Teilen, die vom Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt worden waren. Es wurde Mandela 1990 nach seiner Freilassung geschenkt. Heute befindet sich das Fahrzeug im Apartheid-Museum in Johannesburg.[7]

Im Mittelpunkt der Pkw-Produktion steht bereits seit längerer Zeit die C-Klasse.[8] In Südafrika hergestellte Fahrzeuge der C-Klasse wurden und werden auch nach Australien (seit 1997), Japan (seit 2000) und in die USA (seit 2007) exportiert.

Im Jahr 2015 stellte MBSA den einmillionsten Personenkraftwagen her.[9] Im gleichen Jahr wurde in der Lastwagenproduktion (die erst vier Jahre später angelaufen war) ein Stand von 125.000 Einheiten erreicht.[10]

Neben Mercedes-Benz-Modellen wurden von CDA bzw. MBSA auch andere Fahrzeuge hergestellt. Von 1982 bis 2000 produzierte CDA/MBSA Honda-Modelle. Nach dem ersten globalen Joint-Venture zwischen Daimler-Benz und Mitsubishi wurde von MBSA ab 1994 der Colt L200 Pick-up hergestellt. Im Jahr 2006 hielt die Marke Dodge Einzug in das südafrikanische Modellprogramm.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2002 wurde das von DaimlerChrysler South Africa geleitete Anti-HIV/Aids-Programm von den Vereinten Nationen ausgezeichnet.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j History auf der Website des Unternehmens.
  2. Der Name des Unternehmens wird in der vorstehenden Quelle fälschlicherweise mit Car Distributors Assembly (Pty.) Ltd angegeben
  3. a b M. Compton/ T. J. Gallwey: Motor Assemblies Limited. A small South African Assembly Plant that became a major Manufacturer, 2009.
  4. Knud Andresen: Moralische Ökonomie. Bundesdeutsche Automobilunternehmen und Apartheid, in: Zeithistorische Forschungen 13 (2016), Heft 2, Druckausgabe: S. 231-253.
  5. Information auf Motorplus.co.za.
  6. Charles Cornew: African adventures, in: Automotive Manufacturing Solutions vom 4. November 2014.
  7. Nelson Mandela and his Mercedes-Benz S500, in: Cars-co.za vom 18. Juli 2013.
    Jürgen Schneider: Meine schönste Autogeschichte: Nelson Mandelas S-Klasse, Deutsche Welle vom 11. Oktober 2011.
  8. Charles Cornew: African adventures, in: Automotive Manufacturing Solutions vom 4. November 2014.
  9. Pressemitteilung der Daimler AG: Production Anniversary in South Africa: Mercedes-Benz East London Plant Produces One Millionth Passenger Car vom 28. Mai 2015.
  10. Milestone reached in local truck assembly, Meldung auf Transport World vom 3. Dezember 2015.