Mercedes-Stern

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Sich drehender Mercedes-Stern auf der ehemaligen DaimlerChrysler-Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen

Der Mercedes-Stern ist das Markenzeichen aller Mercedes-Benz-Fahrzeuge seit der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit Benz & Cie. im Jahre 1926.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Daimler-Motoren-Gesellschaft führte als Logo einen dreizackigen Stern, der jedoch deutlich massiver ausgeführt war als der heutige Mercedes-Stern. Dieser hatte zunächst keinen Rand, wurde später aber durch einen solchen, der zunächst noch hinter den Spitzen hinterlegt war, ergänzt. Auf diesem Rand befanden sich vier kleinere Sterne und der Schriftzug Mercedes.

Mit der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG am 28. Juni 1926 wurde ein neues Logo erdacht, das sich in Form einer blau-silbernen Plakette bis heute an den meisten Fahrzeugen der Marke findet.[2] Bei dieser war der Stern nun im Innern des Kreises und berührte diesen nur mit den Spitzen. Auf dem Rand fanden sich jetzt Reste des Lorbeerkranzes von Benz und der Schriftzug Mercedes Benz.

Der Mercedes-Stern in seiner heutigen Form wurde als Verfeinerung dieses Logos als Kühlerfigur eingeführt.

Stand der charakteristische Stern früher bei der überwiegenden Zahl der Mercedes-Typen auf der Kühlerhaube, so ist dies heute nur noch bei den Limousinen und Kombis der C-Klasse (teilweise), E-Klasse (teilweise) und S-Klasse der Fall. Bei den anderen Modellen ist der Stern im Kühlergrill integriert. Die Produktion des Mercedes-Sterns für die Fahrzeuge erfolgt im nordrhein-westfälischen Wülfrath bei der Firma Witte Niederberg.[3]

1957 führte Mercedes Benz zur Verbesserung der Sicherheit von Passanten den mit einer Feder abknickbaren und selbständig zurückklappenden Stern ein.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Der Mercedes-Stern ist von beiden Seiten zu betrachten und gilt als eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.

Die klappbare Kühlerfigur wurde häufig abgebrochen. Neben Vandalismus lag der Grund auch darin, dass Mercedes als Symbol des Establishments gilt. Mitunter wurde der Mercedes-Stern in der Punk-Subkultur getragen, wobei impliziert wurde, dass der Träger ihn von einem Auto abgebrochen haben muss.

Mit dem Slogan „Mercedes-Benz – Ihr guter Stern auf allen Straßen“ bewarb Mercedes-Benz mehrere Jahrzehnte lang seine Automobile. 1995 ließ sich die damalige Daimler-Benz AG die Wortmarke „MERCEDES-BENZ – IHR GUTER STERN“ schützen.[5]

In Bad Aussee werden die drei Ufer eines Flusszusammenflusses durch die Mercedes-Brücke mit ringförmigem Gehweg verbunden.

Mercedes-Sterne auf Hochhäusern[Bearbeiten]

Zu Werbezwecken sind auf Hochhäusern und Türmen in Großstädten Europas großformatige Mercedes-Sterne installiert, die sich zum Teil drehen. Beispiele sind: Hauptbahnhof und ehemalige DaimlerChrysler-Konzernzentrale in Stuttgart, Turm der Mercedes-Benz-Niederlassung in München, Sternhochhaus in Kassel, Europa-Center und Motel AVUS in Berlin, Mercedes-Benz-Werk in Bremen, Bonn-Center, Hochhaus an der Berliner Promenade und Mercedes-Benz-Fabrikgebäude in Saarbrücken, Europahaus in Bochum, Gildehof-Center in Essen und zeitweilig das „Haus am Ufer“ in Moskau.

Teilweise boten diese Werbesymbole Anlass zur Kritik: Die Essener Bürgermeisterin Rosemarie Heiming (CDU) empfand den Stern auf dem Essener Gildehof-Center als Verunzierung,[6] die Stadt München klagte gegen den Stern auf dem Turm der DaimlerChrysler-Niederlassung[7][8] und der Stern auf dem „Haus am Ufer“ in Moskau wurde von Amts wegen demontiert.[9]

Im Jahre 1991 verwahrte sich die Bundestagsfraktion der PDS (seinerzeit „PDS/Linke Liste (LL)“) gegen einen Umzug von ihrem damaligen Domizil in der Bonner Heinrich-Brüning-Straße zu dem Bonn-Center (mit Mercedes-Stern auf dem Dach). Ulla Jelpke, MdB der PDS, erklärte gegenüber der Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, „durch die am Haus befindliche Werbung würde die hohe Achtung vor der Arbeit des Deutschen Bundestages sehr leiden“. Es sei „mit der Würde des Bundestages nicht vereinbar, dass Abgeordnete sich hinter Reklameflächen von Mercedes-Benz, VW, Philips etc. auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereiten müssten.“[10]

Markenstreit[Bearbeiten]

Da der in Worms-Horchheim hergestellte Dreizackweck eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Mercedes-Stern hat, kam es 1953 zu einem Markenstreit. Daimler-Benz forderte die Einstellung des Dreizackwecks. Vor Gericht gewann jedoch der Dreizackweck, bzw. die Gemeinde, da es sich bei dem Dreizackweck um ein traditionelles Gebäck handelte, das nachweislich schon 1754 gebacken wurde.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Registerauskunft: Wort-Bildmarke Mercedes Benz. Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA), abgerufen am 18. November 2014.
  2. Die Geburt des Mercedes-Sterns. Daimler AG, abgerufen am 18. November 2014.
  3. Laura Schameitat: Ein berühmter Stern aus Wülfrath. rp-online.de, 19. November 2012, abgerufen am 18. November 2014.
  4. Englische Fachzeitschrift The Autocar, 25. Oktober 1957, S. 643, anlässlich der Messe Motor Show in Earls Court, London.
  5. Registerauskunft: Wortmarke MERCEDES-BENZ – IHR GUTER STERN. Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA), abgerufen am 18. November 2014.
  6. Roland Kirbach: Werbung: Zu viel Stern. Zeit Online, 20. Juli 1990, abgerufen am 18. November 2014.
  7. Weiter Streit um Mercedes-Stern am Münchner Himmel. merkur-online.de, 16. Januar 2004, abgerufen am 18. November 2014.
  8. Ekkehard Müller-Jentsch und Alfred Dürr: Umstrittene Hochhaus-Werbung – Stern-Stunde für Mercedes. Süddeutsche.de, 19. Mai 2010, abgerufen am 18. November 2014.
  9. Aufstieg und Fall eines Sterns. Moskauer Deutsche Zeitung, 5. Dezember 2011, abgerufen am 18. November 2014.
  10. Bernd Leyendecker: PDS will nun doch nicht ins Bonn-Center. Bonner General-Anzeiger, 8. März 1991, abgerufen am 19. November 2014. aus dem Genios-Archiv
  11. Dreizackweck soll Kreisel zieren (Memento vom 25. April 2010 im Internet Archive) auf worms.de (Archiv), Stand: 30. Juli 2009
  12. Sylvia Rathjen: „Dreizackweck“ bundesweit begehrt. Wormser Zeitung, 10. März 2009, abgerufen am 18. November 2014. Der Artikel ist auf der Website der Wormser Zeitung nicht mehr frei verfügbar, daher verweist der Link auf eine Kopie des Artikels. Hier gibt es eine weitere Kopie des Artikels.