Mercer (Beratung)

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Mercer LLC
Firmenlogo von Mercer
Rechtsform Limited Liability Company (Konzerngesellschaft)
Gründung 1945 als William M. Mercer Limited
Sitz New York City, Vereinigte Staaten
Leitung Julio A. Portalatin (Vorstandsvorsitzender und CEO)
Mitarbeiter ca. 20.500[1]
Umsatz 4,2 Mrd. USD
Branche Unternehmensberatung
Website www.mercer.de

Mercer ist eine international tätige Unternehmensberatung. Das Unternehmen gehört zu den Marsh & McLennan Companies und beschäftigt weltweit rund 20.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern.[1]

Die Kerngeschäftsfelder von Mercer sind: betriebliche Altersversorgung, Investment Consulting, Human Capital, Vergütungsberatung, Mitarbeiterkommunikation, Auslandsentsendungen, Pensions Administration, Health & Benefits sowie Mergers & Acquisitions.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 gründete William M. Mercer eine gleichnamige Beratung für betriebliche Sozialzulagen (employee benefits) in Kanada. Diese wurde 1959 von Marsh & McLennan aufgekauft und mit der hauseigenen, 1939 gegründeten, Abteilung für betriebliche Sozialzulagen zusammengelegt. Erst 1975 wurde die Abteilung als eigenständiges Unternehmen mit der Firma William M. Mercer, Inc. ausgegliedert, sie blieb hundertprozentige Tochter der 1969 neu gegründeten Holding Marsh & McLennan Companies. In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen, sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Zukäufe entwickelte sie sich zu einer der größten Beratungen in ihrer Sparte. Einige der bekannteren Zukäufe sind Duncan C. Fraser & Co (1986), A.S. Hansen (1987) und KPMG Peat Marwick Compensation Consulting (1998).

2002 wurde der Unternehmensname (Firma) in Mercer Human Resource Consulting geändert, 2007 schließlich in Mercer.

Mercer Deutschland GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist Mercer seit 1989 vertreten und unterhält unter anderem Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart. Das Unternehmen beschäftigt knapp 600 Mitarbeiter.[3]

In Deutschland erwarb Mercer Ende 2007 Höfer Vorsorge-Management GmbH & Co. KG und baute seine Marktstellung in Deutschland weiter aus.

Mercer (Switzerland) SA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 120 Mitarbeiter arbeiten für Mercer an den Standorten Zürich, Genf und Nyon.[4] 2015 wurde der Schweizer Investment Advisor SCM Strategic Capital Management AG übernommen.[5]

Mercer (Austria) GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich ist Mercer mit 15 Mitarbeitern in Wien vertreten.[6]

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercer veröffentlicht regelmäßig Pressemitteilungen und verschiedene Studien.[7]

Lebensqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Mercer Top-10-Städte hinsichtlich Lebensqualität 2017 [8]
Rang Stadt Land
1 Wien OsterreichÖsterreich Österreich
2 Zürich SchweizSchweiz Schweiz
3 Auckland NeuseelandNeuseeland Neuseeland
4 München DeutschlandDeutschland Deutschland
5 Vancouver KanadaKanada Kanada
6 Düsseldorf DeutschlandDeutschland Deutschland
7 Frankfurt am Main DeutschlandDeutschland Deutschland
8 Genf SchweizSchweiz Schweiz
9 Kopenhagen DanemarkDänemark Dänemark
10 Basel SchweizSchweiz Schweiz
10 Sydney AustralienAustralien Australien

Die Erhebung, die unter dem Namen „Mercer Quality of Living Survey“ bekannt ist, vergleicht jährlich die Lebensqualität von Metropolen der Welt. Dabei werden die Lebensbedingungen anhand von 39 Faktoren, die sich in die folgenden Kategorien einteilen, erhoben:[9]

  1. Politische und soziale Umgebung (Politische Stabilität, Kriminalität, Verbrechensbekämpfung, …)
  2. Ökonomische Bedingungen (Geldwechselbedingungen, Bankservices, …)
  3. Soziokulturelle Bedingungen (Zensur, Limitierungen der persönlichen Freiheit, …)
  4. Gesundheit und Gesundheitswesen (Medizinische Versorgung, ansteckende Krankheiten, Abwasser- und Müllentsorgung, Luftverschmutzung, …)
  5. Schulen und Ausbildung (Standard und Verfügbarkeit internationaler Schulen, …)
  6. Öffentliche Services und Verkehr (Elektrizität, Wasser, öffentlicher Verkehr, Verkehrsdichte, …)
  7. Unterhaltung (Restaurants, Theater, Kinos, Sport- und Freizeitbetriebe, …)
  8. Konsumgüter (Verfügbarkeit von Nahrung und Konsumgütern des täglichen Bedarfs, Autos, …)
  9. Unterkünfte (Wohnungswesen, Haushaltsgeräte, Einrichtung, Wartungsdienste, …)
  10. Umwelt (Klima, Naturkatastrophen, …)

Die nach Mercer Top 10 Städte hinsichtlich Lebensqualität sind der Tabelle rechts zu entnehmen. Die der Studie zugrunde liegenden Daten stammen von Angaben von im Ausland eingesetzten Mitarbeitern weltweit operierender Unternehmen.[10]

Kritik an der Studie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ranking ist die vermutlich bekannteste populärwissenschaftliche Studie zu diesem Thema. Von vielen Medien wird das Ergebnis in die Berichterstattung aufgenommen. Oft geschieht das verkürzt und reißerisch, wie es beispielsweise in der Wiener Zeitung zu lesen ist.[11] Die Frage, wie die Daten erhoben und ausgewertet wurden, bleibt unberücksichtigt. Tatsächlich stellt das Unternehmen in diesem Report keine Daten zur Verfügung, die verifiziert werden könnten. Darüber hinaus sind die Kriterien sowohl in der Auswahl, als auch hinsichtlich der Gewichtung auf die Bedürfnisse der Kundschaft von Mercer zugeschnitten.[9] Sicherheit und Bildung haben für die gut bezahlten Auskunftsgeber naturgemäß einen höheren Stellenwert als Lebenshaltungskosten. Nicht zufällig gehören die Städte auf den vorderen Plätzen auch zu den teuersten der Welt.

Die statistischen Einheiten, mit anderen Worten die Manager, auf deren Auskünften die Studie beruht, stellen eine so kleine Gruppe dar, dass sie für das Gros der Bevölkerung überhaupt nicht repräsentativ sein kann. Analytischer durchgeführte Erhebungen, um z. B. Basisgehälter für einen Standort bestimmen zu können, werden vom Beratungsunternehmen als so genannte „Local Evaluation Reports“ für Beträge zwischen mehrstelligen hundert bis tausend Euro zum Kauf angeboten.[12] Einem neutralen Standpunkt stehen also wirtschaftliche Interessen entgegen. Dieser Vorwurf trifft nicht allein den Urheber, sondern gleichermaßen Politik, Presse, Funk und Fernsehen, kurz alle, die den Rummel um die „Top Location“ auf Basis dieser Studie immer wieder befeuern.

Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentlich detaillierte Rohdaten zur Abbildung von Stimmungen in der Bevölkerung werden von verschiedenen Organisationen in wissenschaftlicher Qualität angeboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Popp, Reinhard Hofbauer, Markus Pausch: „Lebensqualität -- Made in Austria“. LIT Verlag Münster, 2010, ISBN 978-3-643-50175-2 (google.de).
  • Gesa Birnkraut, Karin Wolf (Hrsg.): „Kulturmanagement konkret 2011“. Hamburg: Institut für Kulturkonzepte, 2012, ISBN 978-3-9811437-0-6 (google.de).

„Stressfaktor Smartphone“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Medienaufmerksamkeit erregte eine 2013 veröffentlichte Studie zu den Auswirkungen der ständigen Erreichbarkeit durch Smartphones bei Managern.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mercer über Mercer
  2. Services
  3. Homepage Mercer Deutschland GmbH – About us
  4. Homepage Mercer (Switzerland) SA – About us. Abgerufen am 17. April 2015.
  5. Pressemitteilung vom 21. November 2014: Mercer erwirbt Investment Advisor SCM Strategic Capital Management AG . Abgerufen am 17. April 2015.
  6. Homepage Mercer (Austria) GmbH – About us. Abgerufen am 17. April 2015.
  7. Pressemitteilungen der Mercer Deutschland GmbH. Abgerufen am 17. April 2015.
  8. 2017 Quality of Living Rankings. Mercer; abgerufen am (englisch).
  9. a b Quality of Living worldwide city rankings 2016 – Mercer survey. Mercer, 23. Februar 2016; abgerufen am (englisch): „Vienna retains the top spot as the city with the world’s best quality of living“
  10. Lebensqualität: München bleibt in Deutschland top. Mercer; abgerufen am (deutsch).
  11. Wien ist lebenswerteste Stadt der Welt - Wiener Zeitung Online
  12. Local Evaluation Reports / Pricing
  13. World Database of Happiness
  14. Ständige Erreichbarkeit stresst Manager. Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 27. April 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]