Merfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Merfeld
Stadt Dülmen
Wappen von Merfeld
Koordinaten: 51° 50′ 57″ N, 7° 12′ 12″ O
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 28,52 km²
Einwohner: 2064 (Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48249
Vorwahl: 02594

Merfeld ist ein Dorf im westlichen Münsterland und Ortsteil der Stadt Dülmen.

360°-Panorama des Von-Galen-Parks

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 890 wird Merfeld erstmals urkundlich als Merfeldon erwähnt. Urkundlich ebenfalls belegt ist, dass der Herr von Merveldt sich 1316 neben Fischerei- und Jagdrechten Rechte an wilden Pferden sicherte. Der Landesherr war der Bischof von Münster. Das Geschlecht derer von Merveldt geriet Ende des 16. Jahrhunderts in Konflikt mit dem Heiligen Römischen Reich. Adolf III. von Merveldt errichtete daraufhin ein Freigericht auf der Burg Merfeld und entzog sich so der Landeshoheit des Fürstbischofs von Münster. Aufgrund dieses Vorfalls wechselte Adolf III. von Merveldt zum protestantischen Glauben über. Adolf III. von Merveldt vollzog auch mehrere Hexenprozesse.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts gewann die Familie von Merode die Kontrolle über das Haus Merfeld. Im frühen 19. Jahrhundert wechselte der Besitz mehrfach, bis schließlich Herzog Alfred von Croÿ 1836 die Ländereien übernahm. In diesem Zeitraum blühte Merfeld auch durch seine Leinenwebereien wirtschaftlich auf. Die Anzahl der Einwohner stieg erstmals über 1000. Mit dem Einzug der Mechanisierung in der Weberei standen die Leinenweber ohne Grundlage da und gingen oftmals in das Ruhrgebiet, um Arbeit zu finden.

Franz von Papen ließ sich 1919 im Haus Merfeld nieder und war zeitweise ehrenamtlicher Bürgermeister von Merfeld. Seine hohen Aufwandsentschädigungen für dieses Amt wurde vom Oberpräsidenten Westfalen Rudolf Amelunxen drastisch gekürzt. Daraufhin verließ von Papen Merfeld im Jahre 1930.

Erst in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts bildete sich in Merfeld ein Ortskern aus. Die Bomben, die den Stadtkern von Dülmen vollständig zerstörten, verschonten Merfeld fast vollständig. Viele Dülmener fanden in Merfeld eine neue Heimat.

Am 1. Januar 1975 wurde Merfeld im Zuge der kommunalen Neuordnung Dülmen angeschlossen.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold (Gelb) über einem grünen Hügel der hl. Antonius mit blau-schwarzem Gewand einem schwarzen durchgehenden Tau-Kreuz mit schwarzer Glocke in der Rechten, einem silbernen (weißen) Buch in der Linken und zu seinen Füßen ein rechtsgerichtetes goldenes (gelbes) Schwein.“ Das Wappen zeigt den Schutzpatron der Gemeinde, den hl. Antonius mit dem Schwein, Schutzheiliger gegen Seuchen bei Mensch und Tier.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St.-Antonius-Kirche
  • Von-Galen-Park
  • Antoniusstatue
  • Obere Mühle
  • Merfelder Bruch

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptattraktion von Merfeld ist die Herde von Dülmener Wildpferden auf der Wildpferdebahn im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch, einem weitläufigen Gebiet, bestehend aus Moor, Heideflächen, Nadelwäldern und Eichenbeständen. Diese Herde macht Merfeld auch überregional bekannt; insbesondere mit dem alljährlich am letzten Samstag im Mai stattfindenden Wildpferdefang.[3] Daneben bietet Merfeld aber auch die Möglichkeit des Familienurlaubes in einem der Bauernhöfe und hervorragend ausgebaute Radwege. Sehenswert ist auch das denkmalgeschützte Haus Merfeld.

Breitbandanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merfeld hatte im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden viele Jahre keinen Breitbandanschluss, da sich kein Anbieter bereit erklärt hatte, eine entsprechende Anbindung aufzubauen. Der Anbieter Vodafone bot schließlich die Anbindung per UMTS über eine Richtfunkstrecke an, die am 19. März 2008 in Betrieb genommen wurde.[4]

Seit 17. April 2011 (offiziell: 14. April 2011) ist Merfeld mit dem Mobilfunkstandard LTE abgedeckt.[5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Potthoff, Dietmar Rabich: Dülmen – gestern und heute. 1. Auflage. Laumann-Verlag, Dülmen 2013, ISBN 978-3-89960-397-2, Merfeld, S. 208–215.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Merfeld – Sammlung von Bildern

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 313.
  2. Wappen auf der Website des Schützenvereins. Abgerufen am 27. April 2013.
  3. Stadt Dülmen: Wildpferde im Merfelder Bruch
  4. UMTS+LTE in Merfeld
  5. Schnelles LTE Internet für Merfeld (Dülmen)
  6. Super-Breitband für Merfeld. In: Dülmener Zeitung, 18. April 2011