Merklingen

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Wappen Deutschlandkarte
Merklingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merklingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Gemeindeverwal­tungsverband: Laichinger Alb
Höhe: 699 m ü. NHN
Fläche: 21,31 km2
Einwohner: 2098 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89188
Vorwahl: 07337
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 079
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
89188 Merklingen
Website: www.merklingen.de
Bürgermeister: Sven Kneipp (parteilos)
Lage der Gemeinde Merklingen im Alb-Donau-Kreis
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Über dieses Bild

Merklingen ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merklingen liegt auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb, rund 20 Kilometer nordwestlich von Ulm, zwischen Geislingen an der Steige und Blaubeuren.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung ist rund 21,31 km² groß.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Merklingen sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Nellingen, Dornstadt, Laichingen (alle Alb-Donau-Kreis), Hohenstadt, Drackenstein, Bad Ditzenbach (alle Landkreis Göppingen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merklingen, bestehend aus dem Hauptort und dem Weiler Widderstall, ist auch nach der baden-württembergischen Gemeindereform der 1970er Jahre eine selbständige Gemeinde geblieben; sie ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb, gehört dem Zweckverband Albwasserversorgungsgruppe II, Laichingen, an und ist Mitglied im Interkommunalen Rechenzentrum Ulm-Wiblingen-Reutlingen (KIRU).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist für die Mittlere Kuppenalb typisch: sonnige relativ trockene Sommer, kalte schneereiche Winter.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Merklingen befinden sich die Naturschutzgebiete Geißrucken, Sandburr und Bleich. Diese sind auch Bestandteil des FFH-Gebiets Kuppenalb bei Laichingen und Lonetal. Der Nordwest- und der Südostteil der Gemarkung wurden als Landschaftsschutzgebiet Merklingen ausgewiesen.[2]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Merklinger Klufthöhle wurde 2016 entdeckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Merklingen von Machtolsheim
Weiler Widderstall

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 861 findet sich die erste urkundliche Erwähnung von Merklingen als Marchelingen in der Gründungsurkunde des Klosters Wiesensteig.

Seit 1482 gehörte der Ort zum Gebiet der Reichsstadt Ulm und war bis 1744 Sitz eines Amtes. Seit 1744 war Merklingen dem Amt Nellingen unterstellt.

Merklingen kam 1803 mit Ulm zum Kurfürstentum Bayern, seit 1806 Königreich. Auf Grund des Grenzvertrags von 1810 gelangte Merklingen von Bayern zum Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Blaubeuren zugeordnet. Während der NS-Zeit in Württemberg wurde die Gemeinde 1938 dem Landkreis Ulm zugeteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort in der Amerikanischen Besatzungszone und somit im neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Gebietsreform von 1973 ist Merklingen Teil des Alb-Donau-Kreises.

Widderstall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Widderstall wurde am 6. Juli 1209 in einer von Papst Innozenz III. und 13 Kardinälen unterschriebenen Urkunde erstmals erwähnt. Innozenz III. nahm das Prämonstratenserkloster Ursberg mit seinen Besitztümern, zu dem auch ein Klosterhof nahe dem heutigen Widderstall gehörte, unter Schutz. Im 13. Jahrhundert gab das Kloster den Hof bereits wieder auf. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert war der Ort gänzlich unbewohnt. Die erneute Besiedlung Widderstalls begann erst am Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Interessengemeinschaft Geschichte und Brauchtum Merklingen (Alb) hat zusammen mit Widderstaller Bürgern einen Brunnen aus dieser Zeit restauriert.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Merklingen wurde bereits 1275 erwähnt und trägt seit 1512 das Patrozinium der heiligen drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar. Merklingen ist wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur Reichstadt Ulm seit der Reformation überwiegend evangelisch geprägt. Die heutige evangelische Kirchengemeinde Merklingen gehört zum Kirchenbezirk Blaubeuren der Württembergischen Landeskirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1977: Johannes Lohrmann
  • 1977–1986: Peter Seyfried
  • 1986–2009: Günter Stolz
  • Am 27. September 2009 wurde Sven Kneipp, parteilos, zum Bürgermeister gewählt. Im September 2017 wurde er mit 93, 5 % der Stimmen im Amt bestätigt.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Merklingen hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im grünen Schilde ein silbernes Häuschen, ziegelgedeckt mit einer Tür zwischen zwei Fenstern, alles in Silber. Das Häuschen steht auf grün-silber gemauertem runden Berg im Schildfuß.

Bleichhäusle in Merklingen

Wappenbegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merklingen hatte ein altes Bleichhäusle, das dem Wächter für die auf dem Rasen ausgelegten Wäschestücke zur Unterkunft diente. Da dieses Bleichhäusle als altes Wahrzeichen von Merklingen gilt, wurde es in heraldisch richtiger Form im Ortswappen als Wappeninhalt verwendet. Der gemauerte runde Berg im Schildfuß soll durch die Farben grün-silber den Rasen und die darauf liegenden Wäschestücke versinnbildlichen. Um der Einfachheit willen wurde nur das Farbpaar grün-silber verwendet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merklingen besitzt eine gute gewerbliche Infrastruktur mit zahlreichen mittelständischen Betrieben am Ort sowie Einzelhandel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1985 war Merklingen über die meterspurige Bahnstrecke Amstetten–Laichingen der WEG an die Filstalbahn von Stuttgart nach Ulm angeschlossen. Über das Gemeindegebiet führt die, voraussichtlich im Dezember 2022 in Betrieb gehende, Neubaustrecke Wendlingen–Ulm, deren Tunnel Widderstall im Bereich des gleichnamigen Weilers liegt. Seit 2017 wird zusätzlich der Bahnhof Merklingen – Schwäbische Alb gebaut, der – ebenfalls ab Dezember 2022 – einen stündlichen Regionalverkehr Richtung Ulm bzw. Wendlingen bieten wird.

An das überregionale Straßennetz ist Merklingen durch die Bundesautobahn 8 (StuttgartMünchen) (Anschlussstelle 61) angebunden.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Merklingen selbst befindet sich eine Grundschule. In der Nachbargemeinde Nellingen ist eine Hauptschule ansässig, Realschule und Gymnasium können in der Stadt Laichingen besucht werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte von Merklingen
Solar-Testfeld Widderstall

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem größten Verein in Merklingen, dem Arbeiter-Samariter-Bund, existieren noch viele andere Vereine. Der Turnverein 1862 Merklingen e.V. (TVM) kommt ebenso auf eine beträchtliche Mitgliederzahl. Weitere Vereine sind beispielsweise der Musikverein Merklingen e. V., der Reit- und Fahrverein, die Kirchenmusik, der Obst- und Gartenbauverein und der Gesangverein.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merklinger Nudla sind eine Merklinger Backspezialität und werden vom Frühstück bis zum Abendessen, zu Süßem und zu Deftigem gereicht. Nudla werden zubereitet aus Mehl, Schweineschmalz, Hefe, einem Ei, Milch und etwas Salz und Zucker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Merklingen. In: Johann Daniel Georg von Memminger (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Blaubeuren (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 7). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1830, S. 176–179 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Merklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Merklingen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Daten- und Kartendienst der LUBW
  3. https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/alb-donau/_toller-vertrauensbeweis_-fuer-sven-kneipp-23667717.html abgerufen am 1. August 2021