Merrick B. Garland

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Merrick Garland

Merrick Brian Garland (* 13. November 1952 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Jurist. Er ist seit 1997 Richter am United States Court of Appeals for the District of Columbia Circuit.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merrik B. Garland [1] wurde 1952 als Sohn von Cyril Garland (1915 – 2000) [2] [3] [4] und dessen Ehefrau Shirley (geb. Horwitz) geboren. Der Vater betrieb Garland Advertising, ein kleines Werbeunternehmen, seine Mutter war zeitweise Leiterin der Freiwilligendienste des Council for Jewish Elderly (CJE) in Chicago. [5] Die Familie war jüdisch und Merrick Garland wurde gemeinsam mit seinen beiden Schwestern (Heidi und Jill) [6] [7] [8] im Sinne des Konservativen Judentums aufgezogen.

Merrick Garlands Wurzeln reichen zurück ins zaristische Russland (Gebiete des heutigen Litauen und Polen). Seine Großeltern väterlicherseits verließen zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund des anwachsenden Antisemitismus das so genannte Ansiedlungsrayon Russlands, um ihren (zukünftigen) Kindern ein besseres, angstfreies Leben in den Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Sie ließen sich zunächst in Iowa nieder, wo auch ihre beiden Kinder – Merrick Garlands Vater Cyril und dessen Schwester – zur Welt kamen.[9] Später zog die Familie nach Chicago.

Garland besuchte zunächst die Niles West High School in Skokie, einem Vorort von Chicago. [10] Nach seinem Abschluss an dieser Schule im Jahre 1970 studierte er mit Hilfe eines Stipendiums an der Harvard University, wo er 1974 den Bachelor-Grad erlangte und 1977 ein juristisches Studium an der Harvard Law School mit dem akademischen Grad Juris Doctor abschloss. Anschließend war er Mitarbeiter (law clerk) des Richters Henry Friendly am United States Court of Appeals for the Second Circuit bis 1978 und des Richters William Joseph Brennan am obersten Gerichtshof von 1978 bis 1979. Von 1979 bis 1981 war Garland als Special Assistant beim United States Attorney General tätig. 1981 bis 1989 und wieder 1992 bis 1993 war er Rechtsanwalt in der Kanzlei Arnold & Porter; dazwischen sowie ab 1993 übte er erneut verschiedene Funktionen im Justizministerium der Vereinigten Staaten aus.

1995 und, nachdem der Bestätigungsvorgang im Senat zwischenzeitlich auf Eis gelegt war, erneut 1997 wurde Garland von US-Präsident Bill Clinton für den Posten eines Richters am United States Court of Appeals for the District of Columbia Circuit nominiert und im März 1997 vom Senat mit 76 gegen 23 Stimmen bestätigt.[11]

Seit Amtsantritt von Präsident Barack Obama gilt Garland als möglicher Anwärter auf ein Richteramt am Obersten Gerichtshof. Bei der ersten Neubesetzung, der Nachfolge von Richter David Souter, wurde jedoch allgemein die Berufung einer Frau erwartet; Obama nominierte Sonia Sotomayor. Hingegen wurde Garland, der als Vertreter gemäßigter juristischer Positionen gilt, als Richter John Paul Stevens seinen Rückzug aus dem Supreme Court ankündigte, zu den Favoriten für dessen Nachfolge gerechnet.[12][13] Obama entschied sich aber letztlich für Elena Kagan.[14] Am 16. März 2016 schlug Obama Garland für die Nachfolge des am 13. Februar 2016 verstorbenen Antonin Scalia vor.[15][16] Der Vorschlag des Präsidenten muss vom Senat bestätigt werden. Bei früherer Gelegenheit hat die republikanische Mehrheit angekündigt, jeden Vorschlag von Präsident Obama zu blockieren, um dessen Nachfolger, der im November 2016 gewählt wird, die Auswahl zu überlassen. Die Besetzung des vakanten neunten Richterpostens im Supreme Court gilt insofern als wichtig, weil derzeit ein Patt zwischen vier eher liberalen und vier eher konservativen Richtern besteht.[17]

Garland ist seit 1987 verheiratet. Seine Frau Lynn ist eine Enkelin von Samuel Irving Rosenman, einem Richter und Berater der US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Harry S. Truman.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geni.com: Merrick Brian Garland
  2. Geni.com: Cyril Garland
  3. Chicago Tribune 27. November 2000: Todesanzeige Cyril Garland
  4. Chicago Sun Times 16. März 2016: Obama Supreme Court pick: Chicago native Merrick Garland
  5. Jewish Journal 16. März 2016: Merrick Garland’s Jewish family: Matzah, prayer shawls and Democratic Party politics
  6. Geni.com: Jill Roter (geb. Garland)
  7. Heavy 16. März 2016: Merrick Garland’s Family: 5 Fast Facts You Need to Know
  8. Boston Globe 16. März 2016: Obama Supreme Court nominee Merrick Garland has strong ties to Harvard University
  9. Boston Globe 16. März 2016: Obama Supreme Court nominee Merrick Garland has strong ties to Harvard University
  10. Chicago Sun Times 16. März 2016: Obama Supreme Court pick: Chicago native Merrick Garland
  11. Abstimmungsergebnis im Senat, abgerufen am 12. April 2010
  12. Profiles of three possible successors to Justice John Paul Stevens, www.latimes.com, 10. April 2010, abgerufen am 19. April 2010
  13. Robert Barnes: Justice John Paul Stevens announces his retirement from Supreme Court, www.washingtonpost.com, 10. April 2010, abgerufen am 19. April 2010
  14. Peter Baker, Jeff Zeleny: Obama Picks Kagan as Justice Nominee, www.nytimes.com, 10. Mai 2010, abgerufen am 10. Mai 2010
  15. Michael D. Shear, Gardiner Harris: Obama Chooses Merrick Garland for Supreme Court. In: The New York Times. 16. März 2016, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 16. März 2016]).
  16. spiegel.de 16. März 2016: Merrick Garland am Supreme Court: Mann der moderaten Töne
  17. Merrick Garland to be Obama's Supreme Court nominee. BBC News, 16. März 2016, abgerufen am 16. März 2016 (englisch).
  18. Lynn Rosenman is married, The New York Times, 20. September 1987, online abgerufen am 19. April 2010