Mertendorf (Thüringen)

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Mertendorf (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mertendorf hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Erfüllende Gemeinde: Eisenberg
Höhe: 335 m ü. NHN
Fläche: 3,79 km2
Einwohner: 172 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07619
Vorwahl: 036694
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 055
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 27
07607 Eisenberg
Webpräsenz: www.mertendorf-thueringen.de
Bürgermeister: Erhard Treffer
Lage der Gemeinde Mertendorf im Saale-Holzland-Kreis
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Über dieses Bild
Karte von Mertendorf 1855
Kirche in Ortsmitte des Rundlings Mertendorf

Mertendorf ist eine Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis. Erfüllende Gemeinde ist die Kreisstadt Eisenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Ostthüringen in Form eines Rundlings liegende Mertendorf befindet sich in einer Entfernung von 7 km von der Stadt Schkölen und der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Die Entfernung zu Jena beträgt 20 km, zu Gera 25 km, zu Zeitz 30 km und zu Naumburg 25 km. Der Ort liegt direkt an der Landstraße 1070 zwischen Hermsdorf und Camburg in der Nähe des Tautenburger Walds. Angrenzende Nachbarorte sind die Stadt Bürgel, Poxdorf, Rockau, Wetzdorf, Poppendorf, Kischlitz, Rauschwitz und Karsdorfberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mertendorf wurde erstmals 1252, im Zusammenhang mit Bauarbeiten an der Lobdeburg bei Jena, urkundlich erwähnt. Der Dorfname Mertendorf lautete um 1800 Mertensdorf. Der Sage nach wurde der Ort von Napoleon nicht zerstört, da er damals von Wald umgeben war und nicht gefunden wurde. Im Jahr 2012 beging die Gemeinde feierlich die 760-Jahr-Feier.

Ursprünglich waren die Schenken von Tautenburg Herren über den Ort. Nach dem Aussterben dieses Adelsgeschlechts gehörte Mertendorf ab 1640/52 zum kursächsischen Amt Tautenburg.[2] Mit dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde 1822[3] dem Amt Bürgel mit Tautenburg angegliedert.[4] 1850 kam Mertendorf zum Verwaltungsbezirk Weimar II (ab 1868: Verwaltungsbezirk Apolda) des Großherzogtums.[5] Seit 1920 gehört der Ort zum Land Thüringen.

Im Jahr 1951 fand die erste Thüringer Bauernmesse in Mertendorf statt.

→ Siehe auch Dorfkirche Mertendorf

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eigenständige Gemeinde wird vom Bürgermeister Erhard Treffer und 6 Gemeinderäten geführt. Der Bürgermeister ist seit 1995 im Amt. Die Verwaltung übernimmt die Stadt Eisenberg als erfüllende Gemeinde. Aktuell engagiert sich die Gemeinde gegen die geplante Thüringer Gebietsreform.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort haben sich fünf Firmen angesiedelt, darunter ein Backwarengeschäft, eine Heizungsbaufirma, ein Forstplanungsunternehmen, ein Versandhandel und eine Futtermittelproduktionsfirma. Außerdem wird Landwirtschaft betrieben. Seit dem Jahr 2016 ist der komplette Ort an die zentrale Kläranlage Mertendorf angeschlossen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Maibaumgesellschaft Mertendorf e.V.“ und die „Heimatfreunde Mertendorf e.V.“ engagieren sich zum Erhalt der Kultur im Ort. Jährlich findet 2 Tage nach Himmelfahrt dass traditionelle Maibaumsetzen mit hunderten Besuchern statt. Dabei wird eine 32 m hohe Fichte aufgestellt. Im Juli wird das Straßenfest und im September das Lindenfest begangen. Am 2. Adventswochenende gibt es einen Weihnachtsmarkt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche (Lage→) aus dem 17. Jahrhundert mit der Marienglocke aus dem 15. Jahrhundert
  • Kriegerdenkmal für die Opfer der beiden Weltkriege
  • Historische, slawische Dorfanlage als Rundling, mit der Kirche als Mittelpunkt
  • Friedhof mit altehrwürdigen Familiengräbern von in der Region angesehenen Großgrundbesitzern und Bauern
  • Naturbiotop am Weg Richtung Bürgel
  • "Leite" und der "Pundel" sind beliebte naturbelassene Wanderziele

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Börner machte sich als Gastwirt und Hausschlächter in der Region einen Namen
  • Heinrich Pohl setzte sich mit der Neubürgersiedlung nach dem Zweiten Weltkrieg ein Denkmal

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Maßstab ca. 1:200000. Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34 f.
  3. Bürgel auf www.geo.viaregia.org
  4. Geographische Übersicht der Sachsen-Ernestinischen, Schwarzburgischen, Reussischen und der anliegenden Lande. Perthes, Gotha 1826, S. 53.
  5. Orte des Verwaltungsbezirks Apolda im Gemeindeverzeichnis 1900

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mertendorf (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien