Merzdorf (Elbe-Elster)

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Merzdorf (Elbe-Elster)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 24′ N, 13° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schradenland
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 12,78 km2
Einwohner: 800 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04932
Vorwahl: 03533
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 336
Adresse der Amtsverwaltung: Großenhainer Straße 25
04932 Gröden
Website: www.amt-schradenland.de
Bürgermeister: Andreas Fiebak
Lage der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Merzdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im Süden von Brandenburg. Sie gehört dem Amt Schradenland mit Sitz in der Gemeinde Gröden an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzdorf ist die kleinste der vier Schradenlandgemeinden und liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Elbe-Elster in unmittelbarer Nähe der Stadt Elsterwerda. Zu Merzdorf gehört der Wohnplatz Seifertsmühl.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzdorf (1910)

Merzdorf, früher auch Mertensdorf genannt, wurde 1406 als Mertinsdorff erstmals erwähnt. Der Name bedeutet Dorf des Martin/Mertin.[3]

1580 wurde das Rittergut in Merzdorf, das sich ursprünglich im Besitz der Herren von Köckritz befand, an den Herrn Pflugk zu Frauenhain verkauft. 1610 kam es in den Besitz der Familie von Milckau, 1703 erwarb es Carl Gottfried Bose. Weitere Besitzer waren Hans Ramanus von Kirchbach (1703–1708), Heinrich Ehrenfried von Biesenroth (1708), Philipp Heinrich von Witzleben (1708–1718) und danach die Familie Schmidt, die das Gut bis 1819 behielt. Dann erwarb es Karl Oberweg, der es aber 1844 an den Freiherrn von Rochow verkaufte.

Die 1725 beantragte Umpfarrung zu Gröden wurde abgelehnt. Kirchlich gehörten Merzdorf und Seifertsmühl zu dem fünf Kilometer entfernten Frauenhain. Die Kinder von Merzdorf und Seifertsmühl wurden in Merzdorf von zwei Lehrern unterrichtet.

Bis zum Wiener Kongress 1815 gehörte Merzdorf zum Kurfürstentum bzw. Königreich Sachsen und war dem Amt Hayn (Großenhain) im Meißnischen Kreis zugeordnet. Dann wurde es wie große Teile des nördlichen Sachsens an das Königreich Preußen abgetreten und wurde dort als Teil des Kreises Liebenwerda in der Provinz Sachsen verwaltet. Kirchlich blieben die protestantischen Merzdorfer aber aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Kirchspiel Frauenhain Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.[4]

1827 wurden die Hutungspläne unter die 27 Besitzer verteilt. Für die Holznutzung im Schradenwald erhielt jeder Hüfner bei der Ablösung dieser Rechte 9½ Morgen Land im Merzdorfer Busch. Größere Brände gab es 1832 und 1833.

Am 1. Januar 1935 wurde das benachbarte Seifertsmühl nach Merzdorf eingemeindet.[5] Das Vorwerk Karlsborn wurde auch halbe Meile genannt, weil es genau so weit von Merzdorf entfernt liegt.

Nach Auflösung der Länder und Umgliederung der Kreise in der DDR 1952 gehörte Merzdorf zum Kreis Bad Liebenwerda im Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 400
1890 450
1910 500
1925 553
1933 578
1939 891
Jahr Einwohner
1946 1207
1950 1154
1964 1130
1971 1117
1981 1112
1985 1163
Jahr Einwohner
1990 1129
1995 1075
2000 1030
2005 0962
2010 0904
2015 0825
Jahr Einwohner
2016 824
2017 817
2018 832
2019 832
2020 824
2021 800

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[6][7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Merzdorf besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr 28,9 % 3
CDU 27,3 % 3
Wählergruppe Sport 20,6 % 2
Wählergruppe Heimatverein Merzdorf 09,5 % 1
Wählergruppe Seniorenverein Merzdorf 09,2 % 1
Einzelbewerber Thiele 04,6 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2019: Hartwin Zirm (CDU)[10]
  • seit 2019: Andreas Fiebak (Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr)

Fiebak wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 62,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Merzdorf und in der Liste der Bodendenkmale in Merzdorf (Elbe-Elster) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist immer die Haupteinnahmequelle des Ortes gewesen. Merzdorf und Seifertsmühl produzierten noch Anfang der 2000er Jahre 1.000 t bis 3.000 t Zwiebeln pro Jahr, die hauptsächlich in die Städte in Sachsen verkauft wurden. Aber auch Gurken und Möhren wurden angebaut.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzdorf liegt an der Landesstraße 59 zwischen Gröditz und Ortrand.

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Prösen Ost und Frauenhain an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Sie werden von der Regionalbahnlinie RB 31 Elsterwerda-BiehlaDresden bedient.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Merzdorf befindet sich ein Freibad, das sich als einziges in der näheren Umgebung seit seinem Bau erhalten konnte. Es entstand 1967/1968 auf dem Gelände eines Moores. Trotz der Schwierigkeiten, die der schlammige und moorige Untergrund Jahr für Jahr mit sich brachte, wurde das Freibad immer wieder instand gesetzt und weiterentwickelt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Julius Hönicke

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.
  • Schulz, B.: Erbregister des Rittergutes Merzdorf 1618. In: Die Schwarze Elster, 1935, Nr. 493/494.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Merzdorf (Elbe-Elster) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Merzdorf
  3. Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968
  4. Ralf Uschner: Siedlungs- und Territorialgeschichte bis 1945. In: Luise Grundmann: Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. 2. Auflage, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2005, S. 34.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg, S. 35 Online als PDF-Datei
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 22–25
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Elbe-Elster (Memento des Originals vom 21. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  11. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Deutsche Biographische Enzyklopädie L
  14. Otto Julius Hönicke in der Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 6. August 2021