Merzdorf (Elbe-Elster)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) führt kein Wappen
Merzdorf (Elbe-Elster)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) hervorgehoben
Koordinaten: 51° 24′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schradenland
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 12,78 km2
Einwohner: 825 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04932
Vorwahl: 03533
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 336
Adresse der Amtsverwaltung: Großenhainer Straße 25
04932 Gröden
Webpräsenz: www.amt-schradenland.de
Bürgermeister: Hartwin Zirm (CDU)
Lage der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) im Landkreis Elbe-Elster
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Über dieses Bild

Merzdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im Süden von Brandenburg. Sie gehört dem Amt Schradenland mit Sitz in der Gemeinde Gröden an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzdorf ist die kleinste der vier Schradenlandgemeinden und liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Elbe-Elster in unmittelbarer Nähe der Stadt Elsterwerda. Zu Merzdorf gehört der Wohnplatz Seifertsmühl.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzdorf, früher auch Mertensdorf genannt, wurde 1406 als Mertinsdorff erstmals erwähnt. Der Name bedeutet Dorf des Martin/Mertin.[3]

1580 wurde das Rittergut in Merzdorf, das sich ursprünglich im Besitz der Herren von Köckritz befand, an den Herrn Pflugk zu Frauenhain verkauft. 1610 kam es in den Besitz der Familie von Milckau, 1703 erwarb es Carl Gottfried Bose. Weitere Besitzer waren Hans Ramanus von Kirchbach (1703–1708), Heinrich Ehrenfried von Biesenroth (1708), Philipp Heinrich von Witzleben (1708–1708) und danach die Familie Schmidt, die das Gut bis 1819 behielt. Dann erwarb es Karl Oberweg, der es aber 1844 an den Freiherrn von Rochow verkaufte.

Die 1725 beantragte Umpfarrung zu Gröden wurde abgelehnt. Kirchlich gehörten Merzdorf und Seifertsmühl zu dem fünf Kilometer entfernten Frauenhain. Die Kinder von Merzdorf und Seifertsmühl wurden in Merzdorf von zwei Lehrern unterrichtet.

1827 wurden die Hutungspläne unter die 27 Besitzer verteilt. Für die Holznutzung im Schradenwald erhielt jeder Hüfner bei der Ablösung dieser Rechte 9½ Morgen Land im Merzdorfer Busch. Größere Brände gab es 1832 und 1833.

Am 1. Januar 1935 wurde das benachbarte Seifertsmühl nach Merzdorf eingemeindet.[4] Das Vorwerk Karlsborn wurde auch halbe Meile genannt, weil es genau so weit von Merzdorf entfernt liegt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 400
1890 450
1910 500
1925 553
1933 578
1939 891
1946 1 207
1950 1 154
1964 1 130
1971 1 117
Jahr Einwohner
1981 1 112
1985 1 163
1989 1 155
1990 1 129
1991 1 102
1992 1 081
1993 1 083
1994 1 076
1995 1 075
1996 1 072
Jahr Einwohner
1997 1 066
1998 1 053
1999 1 046
2000 1 030
2001 1 029
2002 996
2003 988
2004 982
2005 962
2006 952
Jahr Einwohner
2007 947
2008 935
2009 912
2010 904
2011 878
2012 863
2013 862
2014 858
2015 825

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Merzdorf besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • CDU 5 Sitze
  • Freiwillige Feuerwehr 2 Sitze
  • SV Merzdorf/Gröden 1 Sitz
  • Heimatverein Merzdorf 1 Sitz
  • Seniorenverein Merzdorf 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwin Zirm (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 60,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Merzdorf und in der Liste der Bodendenkmale in Merzdorf (Elbe-Elster) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

In Merzdorf befindet sich ein Freibad, das sich als einziges in der näheren Umgebung über die Jahre erhalten konnte. Es entstand 1967/1968 auf dem Gelände eines Moores. Trotz der Schwierigkeiten, die der schlammige und moorige Untergrund Jahr für Jahr mit sich brachte, wurde das Freibad immer wieder instand gesetzt und weiterentwickelt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist immer die Haupteinnahmequelle des Ortes gewesen. Merzdorf und Seifertsmühl produzierten noch Anfang der 2000er Jahre 1.000 t bis 3.000 t Zwiebeln pro Jahr, die hauptsächlich in die Städte in Sachsen verkauft wurden. Aber auch Gurken und Möhren wurden angebaut.

Merzdorf liegt an der Landesstraße 59 zwischen Gröditz und Ortrand.

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Prösen Ost und Frauenhain an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Sie werden von der Regionalbahnlinie RB 31 Elsterwerda-BiehlaDresden bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Merzdorf (Elbe-Elster) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Merzdorf
  3. Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg, S. 35 Online als PDF-Datei
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 22-25
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Deutsche Biographische Enzyklopädie L