Mescherin

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Wappen Deutschlandkarte
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Mescherin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mescherin hervorgehoben

Koordinaten: 53° 15′ N, 14° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gartz (Oder)
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 31,04 km2
Einwohner: 820 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16307
Vorwahl: 033332
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 393
Adresse der Amtsverwaltung: Kleine Klosterstraße 153
16307 Gartz (Oder)
Website: www.gartz.de
Bürgermeister: Volker Schmidt-Roy
Lage der Gemeinde Mescherin im Landkreis Uckermark
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Mescherin ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Uckermark im Bundesland Brandenburg (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Gartz (Oder) mit Sitz in der Stadt Gartz (Oder) verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Mescherin
Seeberg, Blick in Richtung Osten

Das westliche Gemeindegebiet liegt im Bereich einer Endmoräne, die sich am Westrand des Odertales mit Höhen von etwa 65 m ü. NHN entlang zieht. Der Hauptort Mescherin dagegen liegt direkt am steilen Ufer der Westoder, die zehn Kilometer flussaufwärts aus der Teilung des Hauptstromes hervorgeht, der hier nur Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt. Die Westoder (polnisch: Odra Zachodnia) ist Grenzfluss zur Republik Polen, die parallel fließende Ostoder (polnisch: Odra Wschodnia) befindet sich vollständig auf polnischem Territorium. Zwei Kilometer nördlich von Mescherin ist auch die Westoder beidseitig polnisch; hier beginnt der etwa 55 km lange Abschnitt der Landgrenze zu Polen, der sich nach Norden bis zum Stettiner Haff hinzieht.

Umgeben wird Mescherin von den Nachbargemeinden Nadrensee im Norden, Gryfino im Osten, Gartz (Oder) im Süden, Tantow im Südwesten und Westen sowie Penkun im Nordwesten.

Die nächstgelegenen Städte sind Gryfino (Greifenhagen), Gartz (Oder), Penkun und Stettin. Mescherin ist die nördlichste Gemeinde im Nationalpark Unteres Odertal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile und bewohnte Gemeindeteile[2]
Wohnplatz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1297 wurde Mescherin erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der das gesamte Gebiet stark in Mitleidenschaft zog, gehörte Mescherin 72 Jahre zu Schwedisch-Pommern.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde aus anfänglichen Sandgruben ein regelrechter Abbau-Standort. 1857 wurden zwei Holzbrücken über die Oder gebaut, 1911 folgte eine Eisenbrücke, die nach lang anhaltenden Kampfhandlungen 1945 zerstört wurde.

Mit dem Bau von Wochenendhäusern und einem Campingplatz ab 1977 begann die Erschließung der Gemeinde für den Tourismus. 1999 wurde das Bollwerk an der Westoder restauriert, so dass heute Sportboote dort anlegen können.

Verwaltungsgeschichte Von 1817 bis 1939 gehörten Mescherin und seine heutigen Ortsteile zum Landkreis Randow, ab 1939 zum Kreis Greifenhagen in der preußischen Provinz Pommern.

Der Landkreis Randow wurde nach 1945 neu gegründet und dem Land Mecklenburg zugeordnet. Nach der DDR-Kreisreform von 1950 gehörten Mescherin und seine heutigen Ortsteile zum Landkreis Angermünde im Land Brandenburg (ab 1952 im Bezirk Frankfurt (Oder)). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Am 31. Dezember 2002 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Mescherin, Neurochlitz, Radekow und Rosow zusammen.[3] Sie sind seitdem Ortsteile der Gemeinde Mescherin.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 819
1890 746
1910 840
1925 613
1933 638
1939 692
Jahr Einwohner
1946 784
1950 611
1964 634
1971 616
1981 469
1985 431
Jahr Einwohner
1990 377
1995 406
2000 411
2005 776
2010 785
2015 786
Jahr Einwohner
2016 802
2017 825
2018 825
2019 822
2020 820

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Der Bevölkerungsanstieg im Jahr 2005 ist auf den Zusammenschluss mit drei vorher selbstständigen Gemeinden im Jahr 2002 zurückzuführen.

Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 hat die Gemeinde einen Ausländeranteil von 13,8 %, wobei es sich ausschließlich um polnische Staatsbürger handelt.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Mescherin besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[8]

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Dorfverein am Oderstrom 57,8 % 6
Gemeinsames Mescherin 37,0 % 4
Einzelbewerber Dieter Schröder 05,2 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Karl Menanteau[9]
  • 2003–2019: Wilfried Burghardt (Pro Neurochlitz)[10]
  • seit 2019: Volker Schmidt-Roy (Dorfverein am Oderstrom)

Schmidt-Roy wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 52,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Beobachtungsturm

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedächtniskirche Rosow
  • Beobachtungsturm, 13 m hoch, mit einem geschwungenen Dach, das den Schwingen von Kranichen nachempfunden wurde. Er wurde 2014 eingeweiht und gestattet die Beobachtung von Vögeln im Staffelder Polder.[13]
  • Gedächtniskirche Rosow, deutsch-polnische Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mescherin ist Endpunkt der Bundesstraße 113 aus Penkun. An ihrer Fortführung nach Osten befindet sich der Grenzübergang Mescherin–Gryfino über die Oder zur polnischen Nachbarstadt Gryfino. Zwei Kilometer westlich von Mescherin verläuft die B 2 (Schwedt–Szczecin). Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle (zwölf Kilometer entfernt) ist Penkun an der A 11 Berlin–Szczecin.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Tantow an der Bahnstrecke Berlin–Szczecin. Der Bahnhof Rosow im heutigen Ortsteil Rosow wurde 1980 stillgelegt.

Mescherin in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mescherin ist der Handlungsort von Jakob Heins Roman Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken (2022).[14]

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (PDF-Datei; 950 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Mescherin
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 22–25
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Zensus 2011 (Memento des Originals vom 13. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zensus2011.de
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Uckermark (Memento des Originals vom 15. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Mitteilung der Stadt Schwedt
  14. https://www.youtube.com/watch?v=UBVa_axBQU4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mescherin – Sammlung von Bildern