Meseret Defar

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Meseret Defar Leichtathletik

Meseret Defar Doha 2010.jpg
Meseret Defar bei der Hallen-WM 2010

Voller Name Meseret Defar Tola
Nation AthiopienÄthiopien Äthiopien
Geburtstag 19. November 1983
Geburtsort Addis Abeba
Größe 155 cm
Gewicht 45 kg
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Bestleistung 14:12,88 min (5000 m)
29:59,20 min (10.000 m)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 1 × Silber 2 × Bronze
Hallen-WM 4 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Afrikameisterschaften 1 × Gold 3 × Silber 0 × Bronze
Panafrik. Spiele 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 Athen 2004 5000 m
0Bronze0 Peking 2008 5000 m
0Gold0 London 2012 5000 m
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
0Silber0 Helsinki 2005 5000 m
0Gold0 Osaka 2007 5000 m
0Bronze0 Berlin 2009 5000 m
0Bronze0 Daegu 2011 5000 m
0Gold0 Moskau 2013 5000 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
0Bronze0 Birmingham 2003 3000 m
0Gold0 Budapest 2004 3000 m
0Gold0 Moskau 2006 3000 m
0Gold0 Valencia 2008 3000 m
0Gold0 Doha 2010 3000 m
0Silber0 Istanbul 2012 3000 m
Logo der CAA Afrikameisterschaften
0Silber0 Algier 2000 5000 m
0Gold0 Bambous 2006 5000 m
0Silber0 Addis Abeba 2008 5000 m
0Silber0 Nairobi 2010 5000 m
Logo der Afrikaspiele Afrikaspiele
0Gold0 Abuja 2003 5000 m
0Gold0 Algier 2007 5000 m
Logo der IAAF Juniorenweltmeisterschaften
0Silber0 Santiago 2000 5000 m
0Gold0 Kingston 2002 3000 m
0Gold0 Kingston 2002 5000 m
letzte Änderung: 9. September 2013

Meseret Defar Tola (amharisch: መሰረት ደፋር; * 19. November 1983 in Addis Abeba) ist eine äthiopische Langstreckenläuferin. Sie wurde zweimal Olympiasiegerin und zweimal Weltmeisterin im 5000-Meter-Lauf.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh hatte sie internationale Erfolge: Sie wurde erst Vize-Junioren-Weltmeisterin im 3000-Meter-Lauf 1999 und im 5000-Meter-Lauf 2000 und 2002 schließlich Junioren-Weltmeisterin über 5000 Meter. Ihr erster großer Erfolg im Erwachsenenbereich war die Bronzemedaille bei den Hallenweltmeisterschaften 2003 in Birmingham über 3000 Meter. Bei den Hallenweltmeisterschaften 2004 in Budapest holte sie über dieselbe Distanz den Titel.

Erster Höhepunkt ihrer Karriere war der 5000-Meter-Lauf der Olympischen Spiele 2004 in Athen, bei dem sie Gold vor Isabella Ochichi (KEN) und ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba gewann.[1] Beim US-Hallen-Meeting Boston Indoor Games 2005 verfehlte sie mit 8:30,05 min den von Berhane Adere aufgestellten Weltrekord über 3000 Meter nur um neun Zehntelsekunden. Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki musste sie sich mit der Silbermedaille begnügen – hinter ihrer 20 Jahre alten Landsfrau Tirunesh Dibaba, die in Athen noch die Bronzemedaille gewonnen hatte.

Bei den Hallenweltmeisterschaften 2006 in Moskau verteidigte sie ihren Titel über 3000 Meter. Beim Carlsbad 5000 stellte sie mit 14:46 min eine inoffizielle Weltbestzeit im 5-km-Straßenlauf auf,[2] und am 3. Juni dieses Jahres lief sie beim Reebok Grand Prix in New York City mit 14:24,53 min einen Weltrekord im 5000-Meter-Lauf, 15 Hundertstelsekunden schneller als die alte Bestmarke von Elvan Abeylegesse.[3]

2007 stellte sie über 3000 Meter mit 8:23,72 min einen Hallen-Weltrekord auf,[4] wurde Zweite bei den World’s Best 10K, verteidigte ihren Titel in Carlsbad[5] und verbesserte bei den zur IAAF Golden League gehörenden Bislett Games in Oslo ihren eigenen Weltrekord um fast acht Sekunden auf 14:16,63 min.[6] Über zwei Meilen verbesserte sie zweimal die Weltbestzeit und blieb am 14. September in Brüssel mit 8:58,58 min als erste Frau unter neun Minuten (über diese Distanz werden keine offiziellen Weltrekorde geführt).[7][8]

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka gewann sie erstmals den Weltmeistertitel im 5000-Meter-Lauf.[9] Zum Jahresende wurde sie zur Leichtathletin des Jahres gewählt.[10] In der darauffolgenden Saison stellte sie über zwei Meilen in der Halle eine Weltbestzeit auf[11] und bei den Hallenweltmeisterschaften 2008 in Lissabon siegte sie zum vierten Mal in Folge über 3000 Meter. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking blieb ihr ein erneuter Sieg zwar versagt, sie konnte jedoch hinter Tirunesh Dibaba und Elvan Abeylegesse die Bronzemedaille über 5000 Meter gewinnen.

2009 stellte sie über 5000 Meter mit 14:24,37 min einen Hallen-Weltrekord auf[12] und verbesserte ihre Zwei-Meilen-Rekordmarke auf 9:06,26 min.[13] Bei den Weltmeisterschaften in Berlin gewann sie Bronze über 5000 Meter und wurde Fünfte über 10.000 Meter. 2010 gewann sie bei den Hallenweltmeisterschaften in Doha erneut Gold über 3000 Meter und siegte zum dritten Mal beim Carlsbad 5000.[14] Einer Silbermedaille über 5000 m bei den Leichtathletik-Afrikameisterschaften in Nairobi folgte ein Sieg über 3000 m beim Leichtathletik-Continental-Cup in Split. Erstmals startete sie bei einem Halbmarathon und lief auf Anhieb beim Philadelphia-Halbmarathon mit 1:07:45 h die damals schnellste Zeit auf US-amerikanischem Boden.[15][16] Bei den WM 2011 in Daegu holte sie Bronze über 5000 m.

2012 errang Defar bei den Hallen-WM in Istanbul Silber über 3000 m. Acht Jahre nach ihrem ersten Olympiaerfolg gewann sie bei den Olympischen Spielen 2012 in London im 5000 m Finale erneut Olympiagold.[17] 2013 wurde sie in Moskau zum zweiten Mal Weltmeisterin über 5000 m.

Meseret Defar ist 1,55 m groß und wiegt 45 kg.

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meseret Defar bei den Hallenweltmeisterschaften 2008
  • 1500 m: 4:02,00 min, 12. Juni 2010, New York City
  • 2000 m: 5:45,62 min, 8. Juni 2008, Eugene
  • 3000 m: 8:24,51 min, 14. September 2007, Brüssel (Zwischenzeit, äthiopischer Rekord)
    • Halle: 8:23,72 min, 3. Februar 2007, Stuttgart (ehemaliger Weltrekord)
  • 2 Meilen: 8:58,58 min, 14. September 2007, Brüssel (Weltbestzeit)
    • Halle: 9:06,26 min, 26. Februar 2009, Prag (ehemalige Weltbestzeit)
  • 5000 m: 14:12,88 min, 22. Juli 2008, Stockholm
    • Halle: 14:24,37 min, 18. Februar 2009, Stockholm (ehemaliger Weltrekord)
  • 10.000 m: 29:59,20 min, 11. Juli 2009, Birmingham
  • 10-km-Straßenlauf: 32:08 min, 25. Februar 2007, San Juan
  • Halbmarathon: 1:07:45 h, 19. September 2010, Philadelphia

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meseret Defar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IAAF: Women’s 5000 m Final. 23. August 2004
  2. IAAF: Defar runs fastest ever women’s 5 km in Carlsbad. 10. April 2006
  3. IAAF: Meseret Defar runs 5000 m World Record in New York – 14:24.53. 3. Juni 2006
  4. IAAF: 8:23.72 3000 m World indoor record for Defar in Stuttgart (Memento vom 6. Februar 2007 im Internet Archive). 3. Februar 2007
  5. IAAF: Defar retains Carlsbad title. 2. April 2007
  6. IAAF: Defar slashes World 5000 m record in Oslo – IAAF Golden League. 15. Juni 2007
  7. IAAF: Defar sets world two-miles best in Carson. 21. Mai 2007
  8. IAAF: Defar destroys World best in Brussels, Richards and Isinbayeva one step from $1 Million – IAAF Golden League. 14. September 2007
  9. Osaka 2007 – Women's 5000 m: Defar was ‘100 per cent sure of personal triumph’
  10. leichtathletik.de: Die Welt-Leichtathleten des Jahres. 25. November 2007
  11. IAAF: Defar runs 9:10.50 Two Miles World best in Boston. 27. Januar 2008
  12. IAAF: Defar’s World indoor 5000 m record sets the Globe abuzz. 19. Februar 2009
  13. IAAF: Defar runs 9:06.26 Two Miles World best in Prague. 26. Februar 2009
  14. IAAF: Defar and Kipchoge prevail in Carlsbad. 12. April 2010
  15. IAAF: Defar clocks 1:07:44 in Half Marathon debut in Philadelphia. 20. September 2010
  16. leichtathletik.de: Starkes Halbmarathondebüt von Meseret Defar. 20. September 2010
  17. HDsports.at: Äthiopierinnen holen drittes Gold, 10. August 2012