Messapier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Völker auf der Italienischen Halbinsel zu Beginn der Eisenzeit

Die Messapier waren die Einwohner des südlichen Teils von Japygien (Apulien), also der Gegend um die heutigen Städte Tarent, Brindisi und Lecce. Die Messapier waren verwandt mit den Peuketiern (in der heutigen Provinz Bari) und den Dauniern (in der heutigen Provinz Foggia), die auch unter dem Namen Salentiner bekannt sind. Ihre Hauptstädte waren Uzentum, Rudiae, Brundisium und Uria.

Der Name Messapier bedeutet vermutlich „Volk zwischen zwei Meeren“, denn sie hatten sich im Süden Apuliens niedergelassen, zwischen der Adria und dem Ionischen Meer. Sie vermischten sich mit der anwesenden Bevölkerung und gründeten so die ersten Städte, wo sie ihre Gebräuche und Sitten einführten. Nach dem griechischen Historiker Herodot stammten die Messapier, die ein einheitliches und kompaktes Volk gewesen seien, von den Kretern ab. Diese seien auf der Rückfahrt von einem letztlich erfolglosen Feldzug gegen die Sikaner auf Sizilien, wo einige Jahre zuvor ihr mythische König Minos den Tod fand, durch einen Sturm an die Küste Japygiens verschlagen worden, wo sie blieben und die Stadt Hyria gegründeten.[1] Heute meint man jedoch, dass die Messapier aus Illyrien stammten und dass sie um 1000 v. Chr. nach Otranto gekommen seien. Herodot erwähnte auch, dass die Messapier den Griechen von Taras im Jahr 473 v. Chr. eine ernste Niederlage zugefügt hätten.

Nur eine spärliche Gruppe von Inschriften in messapischer Sprache ist heute noch erhalten; einige davon sind im Archäologischen Nationalmuseum Tarent zu sehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luciana Aigner-Foresti: Gli Illiri in Italia. Istituzioni politiche nella Messapia preromana. In: G. Urso (Hrsg.): Dall’ Adriatico al Danubio. L’Illirico nell’ età greca e romana. Atti del convegno internazionale Cividale del Friuli 2003. Pisa 2004, 79-94. (PDF-Version; 172 kB)
  • Gianpaolo Urso - Dall’Adriatico al Danubio. l’Illirico nell’età greca e romana. Atti del Convegno internazionale, Cividale del Friuli, 25-27 settembre 2003. (= I convegni della Fondazione Niccolò Canussio. 3). Pisa 2004. ISBN 88-467-1069-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Illyria and Illyrians – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herodot, Historien 7,170.