Messel

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Wappen Deutschlandkarte
Messel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Messel hervorgehoben

Koordinaten: 49° 56′ N, 8° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 14,82 km2
Einwohner: 4090 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 276 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64409
Vorwahl: 06159
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kohlweg 15
64409 Messel
Website: www.messel.de
Bürgermeister: Thorsten Buhrmester[2] (unabhängig)
Lage der Gemeinde Messel im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisLandkreis BergstraßeLandkreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Messel ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg, nordöstlich von Darmstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 169 m ü. NHN, 9 km nordöstlich von Darmstadt. Der Kienswiesenteich im Norden wurde für die Fischzucht angelegt. Messel umfasst nur eine Gemarkung (Gmk.-Nr. 61104) und besteht aus dem Hauptort Messel und dem Wohnplatz und Ortsteil Grube Messel (nicht zu verwechseln mit dem daneben befindlichen UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel).

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Städte Dreieich und Rödermark (beide Kreis Offenbach) und die Gemeinde Eppertshausen, im Osten an die Gemeinde Münster (Hessen) und die Stadt Dieburg, im Süden an die Gemeinde Groß-Zimmern, letztere alle im Landkreis Darmstadt-Dieburg, sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung von Messel wurde schon vor der Jungsteinzeit von Menschen aufgesucht und ab dem Neolithikum auch dauerhaft besiedelt. Archäologische Funde belegen das, etwa ein Glockenbecher, der an der Moret-Schneise gefunden wurde.

In der Eisenzeit siedelten Kelten auch im Raum Messel. Auch sie haben zahlreiche Spuren hinterlassen. Stark geprägt wurde Südhessen durch die römische Besetzung, das benachbarte Dieburg entwickelte sich zu einem Wirtschaftszentrum. Tonwaren, Münzen und Kunsthandwerk aus dieser Zeit sind erhalten. Eine umfassende Veränderung trat mit dem Beginn der germanischen Völkerwanderung ein. 260 n. Chr. durchbrachen die Alamannen den Limes. Das Römische Reich gab seine rechtsrheinischen Gebiete auf.

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte mit wechselnden Ortsnamen belegt:[3] Massila (800); Massilia (813); Stehelin Mesela (1105); Messela (1303); Messele (1308); Messel (1358); Messeln (1438); Messel (1454); Meschell (1688); Mesßel (1688); Mescheln (1722).

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Beginn des Frühmittelalters geriet Südhessen zunehmend unter fränkischen Einfluss. Mit der Christianisierung und dem Aufbau der Kirche erhielt das Gebiet – auch um Messel – eine neue Struktur. Das Kloster Lorsch, von den karolingischen Herrschern stark gefördert, bildete das regionale Macht- und Kulturzentrum. Die älteste erhaltene Erwähnung Messels stammt aus dem Jahre 800 aus einem Eintrag im Lorscher Codex unter dem Namen Massila.[3]

Am Nordwestrand des Ortes im Bereich des heutigen Sportplatzes in der Flur "Ringelwoog" entstand eine Wasserburg. Sie datiert in die Zeit um 1100. Es liegt ein Hinweis auf den Bau unter Abt Anselm von Lorsch vor. Aufgehendes Mauerwerk ist nicht mehr vorhanden, der fast eingeebnete Burghügel und ein Rest des umlaufenden Wassergrabens dagegen schon und befinden sich nahe dem Kneipp-Becken der Quelle Trinkborn.

Nach der Aufhebung des Klosters Lorsch 1232 fiel dessen gesamter Besitz an das Erzbistum Mainz. 1303 gehörte das Dorf zur Röder Mark. 1403 erhielt Henne Groschlag die Vogtei über den Ort von den Grafen von Katzenelnbogen zu Lehen. 1455 erlaubte Kaiser Friedrich III. dem Erzbischof von Mainz die Erhöhung des Landzolls zu Messel und Hessen. 1490 belehnte Landgraf Wilhelm II. von Hessen, Erbe der Katzenelnbogener Grafen, Ludwig Groschlag mit Gütern in Messel. 1495 gehörte Oswalt Groschlag ein Teich in Messel. Die Herren von Groschlag kumulierten so eine Reihe von Rechten in Messel und wurden damit zu Ortsherren.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1799 verstarb mit Friedrich Carl Willibald von Groschlag zu Dieburg der letzte männliche Nachkomme der Familie. Das so heimfallende Lehen wurde nun an den Kurmainzischen Staatsminister Franz Joseph Martin von Albini (1748–1816) vergeben. Den wollten die Messeler als Ortsherren aber nicht anerkennen, sondern sie huldigten am 31. Mai 1799 den Töchtern von Friedrich Carl Willibald von Groschlag. Albini erzwang seine Anerkennung allerdings durch die Besetzung des Ortes mit 50 Mainzer Husaren.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Messel:

»Messel (L. Bez. Langen) luth. Pfarrdorf; liegt 2 St. von Langen, ist ringsum von Wald umgeben und gehört der freiherrl. Familie von Albini. Der Ort besteht aus 114 Häusern, und hat 652 Einw., die bis auf 11 Kath. und 84 Juden lutherisch sind. – Messel, das früher zum Ritterkanton Odenwald, sowie zur Röder Mark gehörte, war ursprünglich ein Eppenstein-Königsteinisches Lehen, welches die Grafen von Stolberg besessen haben. Nachdem aber die Grafschaft Stollberg an Churmainz gekommen, wurden die Groschlage mit Messel belehnt. Im Jahr 1798 erheilte der Churfürst von Mainz dem Staatsminister von Albini die Anwartschaft auf die Groschlagchen Lehen zu Messel, welche derselbe durch den unterm 25. Mai 1799 erfolgten Tod des churfürstl. Staatsministers Friedrich Carl Freiherrn von Groschlag, als letzten männlichen Nachkommen dieses Geschlechts, auch erhielt. Im Jahr 1806 kam Messel unter Hess. Hoheit.«[4]

1806 fiel der Ort an das Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt).[5] Die Albinis behielten allerdings ihre Rechte, insbesondere am Patrimonialgericht Messel bis 1822, als sie diese an den Staat abtraten.[6]

Bis 1838 hatte die Pfarrei Ober-Roden den kleinen Zehnten in Messel inne.[3]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde das Gemeindegebiet am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt nach Süden erheblich erweitert. Bis dahin folgte die südliche Gemeindegrenze im Ostteil der nach Südosten gerichteten Zeilharder Grenzschneise durch die Waldungen der Dieburger Mark und im Westteil dem Vorfluter, der den Waldrand nach Südwesten begleitete, rund Hundert Meter südlich des Bahnhofs Messel die Roßdörfer Straße unterquerte und wenige Hundert Meter weiter von rechts in den Sülzbach oder Silzbach mündete, der nach Westen in Richtung Darmstadt-Wixhausen fließt. Durch das Gesetz wurden die Gemarkung Zeilharder Wald, in die sich in etwa gleich breiten Streifen von Nord nach Süd die früher selbstständigen Gemeinden Zeilhard, Georgenhausen und Klein-Zimmern teilten, sowie die südlich davon anschließende Gemarkung Spachbrücker Wald, die den Gemeindewald von Spachbrücken bildete, in die Gemeinde Messel eingegliedert.[7]

Der knapp 500 Meter breite Waldstreifen der Gemeinde Klein-Zimmern nördlich der Spachbrücker und Klein-Zimmerer Grenzschneise umfasste namentlich das Zentrum der Fossilien-Fundstätte der Grube Messel und die Wohnsiedlung südlich des Bahnhofs Messel an der Roßdörfer Straße mit damals etwa 300 Einwohnern.[8][9]

Staats- und Verwaltungsgeschichte im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren nachgeordnete Verwaltungseinheiten, denen Messel angehörte:[3][10][11]

Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1403 erhielt Henne Groschlag die Vogtei von den Grafen von Katzenelnbogen zu Lehen. Ab 1820 wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit in Messel durch den Freiherrn von Albini ausgeübt.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1822 das Landgericht Langen das Gericht erster Instanz. Die zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Messel 3754 Einwohner. Darunter waren 235 (6,3 %) Ausländer von denen 79 aus dem EU-Ausland, 104 aus anderen Europäischen Ländern und 52 aus anderen Staaten kamen.[12] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 12,5 %.[13]) Nach dem Lebensalter waren 594 Einwohner unter 18 Jahren, 1502 zwischen 18 und 49, 834 zwischen 50 und 64 und 816 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 1680 Haushalten. Davon waren 471 Singlehaushalte, 501 Paare ohne Kinder und 549 Paare mit Kindern, sowie 117 Alleinerziehende und 42 Wohngemeinschaften. In 339 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1089 Haushaltungen leben keine Senioren.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung erheblich zu. Nach mehreren Missernten und Hungersnöten verließen nahezu 10 % der Einwohner ihren Heimatort und wanderten nach Amerika aus.

• 1829: 652 Einwohner, 114 Häuser[4]
• 1867: 720 Einwohner, 133 Häuser[15]
Messel: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2020
Jahr  Einwohner
1829
  
652
1834
  
665
1840
  
679
1846
  
707
1852
  
666
1858
  
653
1864
  
689
1871
  
707
1875
  
708
1885
  
728
1895
  
854
1905
  
1.011
1910
  
1.044
1925
  
1.129
1939
  
1.178
1946
  
1.610
1950
  
1.710
1956
  
1.779
1961
  
1.932
1967
  
2.224
1970
  
2.613
1972
  
2.334
1975
  
2.844
1980
  
3.451
1985
  
3.664
1990
  
3.793
1995
  
4.031
2000
  
3.918
2005
  
3.884
2010
  
3.792
2011
  
3.754
2015
  
3.972
2020
  
4.082
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; 1972:[16]; Hessisches Statistisches Informationssystem[13]; Zensus 2011[12]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann erstmals eine Kirche in Messel errichtet wurde, ist nicht bekannt. Der Kirchturm der heutige evangelischen Kirche stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Kirche stand unter dem Patronat des Apostels Bartholomäus. Sie war zunächst eine Filialkirche von Ober-Roden. Noch vor 1550 wurde Messel zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Kirchliche Mittelbehörde war in der Frühen Neuzeit das Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Rodgau.

Mit der Reformation trat die Messeler Kirchengemeinde zum lutherischen Glauben über, der ebenfalls lutherische Graf von Hanau-Lichtenberg besaß das Präsentationsrecht für den Pfarrer. 1560 wurde Klein-Zimmern – vielleicht deshalb – vom Mainzer Erzbischof aus dem Pfarrverband gelöst.

Eine jüdische Gemeinde gab es in Messel wohl schon seit dem 15. Jahrhundert. Der jüdische Bevölkerungsanteil in Messel schwankte zwischen 10 und 20 %. Die Synagoge von Messel war eine der ältesten im Gebiet des Großherzogtums. 1830 wurde sie durch einen Neubau in der Holzhäusergasse 20 ersetzt. In der Zeit des Nationalsozialismus profaniert und privatisiert, wurde das Gebäude, ein Fachwerkhaus, in den 1970er Jahren abgerissen.[17]

Als römisch-katholische Kirche diente zunächst die 1945 eingeweihte Antonius-Kapelle im Ortsteil Grube Messel. 1957 wurde die St.-Bonifatius-Kirche in Messel eingeweiht.

Daten zur Religionszugehörigkeit

• 1961: 1472 evangelische (= 76,19 %), 426 katholische (= 22,05 %) Einwohner[3]
• 1987: 2035 evangelische (= 55,91 %), 936 katholische (= 25,72 %), 669 sonstige (= 18,38 %) Einwohner[18]
• 2011: 1649 evangelische (= 43,93 %), 847 katholische (= 22,56 %), 1259 sonstige (= 33,54 %) Einwohner[18]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[19]

Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 665 74.525 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +3,9 % +21,1 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 69,8 % 68,3 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 30,2 % 31,7 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 212 15.305 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 +112,0 % +14,4 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 44,8 % 41,1 % 27,0 % 30,6 %
2017 37,7 % 31,3 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 28,1 % 26,1 % 26,4 % 25,1 %
2017 31,9 % 26,8 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 09,7 % 11,6 % 25,1 % 20,2 %
2017 10,5 % 17,1 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 17,0 % 18,8 % 20,1 % 22,5 %
2017 19,8 % 23,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 00,3 % 02,4 % 01,4 % 01,5 %
2017 00,8 % 01,1 % 00,0 % 00,4 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[20] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[21][22][23][24]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 19 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,6 6 41,6 8 54,8 10 35,5 7 42,4 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,4 7 45,9 9 37,0 7 54,4 10 49,1 9
FDP Freie Demokratische Partei 10,6 2 12,5 2 8,2 2 5,9 1 8,6 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 23,4 4
FLoM Freie Liste offenes Messel 4,2 1
gesamt 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 19
Wahlbeteiligung in % 62,0 60,1 60,1 59,9 67,6

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Messel neben dem Bürgermeister fünf ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Der jetzige Bürgermeister Thorsten Buhrmester (unabhängig) war am 13. Februar 2022 mit 51,2 % der abgegebenen Stimmen gewählt wurden und trat sein Amt zum 1. Juni 2022 an.[2][25]

Der vorige Bürgermeister, Andreas Larem (SPD), war seit dem 13. Dezember 2010 im Amt.[26][27][28] Er war am 19. Juni 2016 mit 54,5 % der Stimmen wiedergewählt wurden[29] und schied am 26. Oktober 2021 wegen seines gewonnenen Bundestagsmandates vorzeitig aus dem aus dem Amt.[30]

Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:[26]

  • 2010 bis 2021: Andreas Larem (SPD)
  • 1999 bis 2010: Udo Henke (CDU)
  • 1994 bis 1999: Reiner Fäth (SPD)
  • ...

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Messel.svg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Messel
Blasonierung: „In geteiltem Schild oben in Blau drei von Rot und Silber geschachte Schrägrechtsbalken, unten in Gold ein blaues Hufeisen.“[31]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1960 von Hauptlehrer Bezzenberger gestaltet. Die Schrägbalken sollten ursprünglich von recht nach links und das Hufeisen schwarz tingiert sein.
Die drei rot-weiß geschachtelten Schrägbalken auf blauem Feld stammen aus dem Wappen der Groschlag von Dieburg, die früher Ortsherren von Messel waren. Das Hufeisen findet sich bereits auf einem Siegel aus dem 18. Jhd. und symbolisiert den bäuerlichen Charakter von Messel, mit den Reichsfarben Schwarz und Gold sollte es Bezug auf die Schenkung an das Reichskloster Lorsch und, dass Messel im Gebiet des kaiserlichen Wildbannes Dreieich lag nehmen.[32]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Wappengenehmigung wurde zeitgleich auch die Gemeindeflagge amtlich verliehen. Diese wird wie folgt beschrieben: „Auf der breiten weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Gemeindewappen.“

Die Farben rot-weiß-rot sind der großherzoglich-hessischen Flagge und der Herren von Katzenelnbogen entlehnt.[32]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grube Messel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist Messel vor allem durch die Fossilienfundstätte Grube Messel, die von der UNESCO 1995 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Seit 2010 gibt es am Eingang der Grube ein Besucher-Informationszentrum.

Das Fossilien- und Heimatmuseum Messel zeigt eine Ausstellung zu Fossilienfunden, der Bergbau-, Industrie- und Ortsgeschichte von Messel. Das Museum befindet sich im ältesten bekannten Schulhaus der Gemeinde, einem Gebäude, das 1785 errichtet wurde.

Natur und Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten der Gemarkung befinden sich Teilflächen des Naturschutzgebietes „Neuwiese von Messel“ mit artenreichen Waldwiesen und seltenen Pflanzen. Es ist eingebettet in das größere Natura2000-Gebiet „Neuwiese und Wald nordöstlich von Messel“ (FFH-Gebiet 6018-307).[33] Im Norden liegt ein kleiner Teil des Naturschutzgebietes „Hegbachaue bei Messel“ im Gemeindegebiet von Messel. Es ist gleichzeitig Bestandteil des Natura2000-Gebiets „Kranichsteiner Wald mit Hegbachaue, Mörsbacher Grund und Silzwiesen“ (FFH-Gebiet 6018-305).[34]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August: Kerb (Immer am letzten Wochenende, dessen Sonntag noch im August liegt.)[35]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine große Veränderung brachte die Entdeckung der Ölschiefervorkommen, die seit den 1870er Jahren von der Gewerkschaft Messel in der Grube Messel ausgebeutet wurden. Im Anschluss daran entstanden verarbeitende Industrieanlagen, die zusammen mit dem Bergwerk für fast ein Jahrhundert der Hauptarbeitgeber in der Gemeinde wurden.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 1482 Hektar, davon entfallen in ha auf:[36]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 118 122
davon Wohnen 62 65
Gewerbe 25 25
Betriebsfläche 66 66
davon Abbauland 0 0
Erholungsfläche 40 36
davon Grünanlage 16 16
Verkehrsfläche 84 85
Landwirtschaftsfläche 377 373
davon Moor 0 0
Heide 0 0
Waldfläche 713 717
Wasserfläche 10 10
Sonstige Nutzung 73 73

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Messel liegt im Ortsteil Grube Messel, an der Main-Rhein-Bahn, zwischen Aschaffenburg und Wiesbaden über Darmstadt und Mainz. Der Bahnanschluss besteht seit 1858. Der Bahnhof ist von Messel aus über einen kombinierten Fuß- und Radfahrweg zu erreichen. Vor Ort bestehen Park + Ride-Parkplätze. Außerdem wird der Bahnhof von Linienbussen nach Darmstadt-Kranichstein (dort Anschluss an die Straßenbahn Darmstadt), Darmstadt-Oberwaldhaus und nach Rödermark angefahren. An den Wochenenden bestehen einzelne Busverbindungen nach Heusenstamm über Dreieich-Offenthal.

Telefonvorwahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messel liefert der 3 km westlich im benachbarten Darmstadt gelegenen Großforschungseinrichtung GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung den Telefonanschluss, da nur im Ortsnetz Messel noch eine zweistellige Teilnehmernummer verfügbar war, um samt 4-stelliger Durchwahl im GSI die im frühen internationalen Selbstwählfernverkehr limitierte Länge der Gesamtnummer nicht zu überschreiten. In einer ähnlichen Situation wurde für die Linzer Stahlwerke VOEST – mit 3-stelliger Teilnehmernummer – temporär eine zweite, kürzere, 2- statt 3-stellige Ortsvorwahl für Linz angelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Messel geboren

Mit Bezug zu Messel

  • Adolf Spiegel (1856–1938), Chemiker, Leitung der Ausbeutung der Ölschiefer in der Grube Messel
  • Hermann Harrassowitz (1885–1956), Geologe, Bodenkundler Paläontologe und Hochschullehrer, forschte in der Grube Messel
  • Janheinz Jahn (1918–1973), Schriftsteller und Vermittler afrikanischer Literatur, lebte und starb in Messel
  • Jens Lorenz Franzen (1937–2018) Paläontologe, Leiter am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main, forschte in der Grube Messel
  • Gerhard Storch (1939–2017), Paläontologe, Leiter am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main, forschte in der Grube Messel
  • Michael Höllwarth (1944–2016), Geologe, Leiter des Instituts für Naturschutz in Darmstadt, lebte in Messel und war Gründungsmitglied des Museumsvereins Messel
  • Andreas Larem (* 1964), Mitglied des Bundestags, Bürgermeister der Gemeinde Messel von 2010 bis 2021[30]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains = Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 29, S. 132.
  • Siegfried RCT Enders: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Hessen – Landkreis Darmstadt-Dieburg. Braunschweig 1988, S. 300ff.
  • Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 526ff.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 458f.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 143.
  • Literatur über Messel nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Messel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Messel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Ergebnisse Bürgermeisterwahl Messel. Bürgermeisterwahl am 13. Februar 2022 in Messel (Darmstadt-Dieburg). auf www.hessenschau.de; abgerufen am 13. Juni 2022.
  3. a b c d e f g Messel, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. a b Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 154 (Online bei google books).
  5. Art. 25 Vertrag zwischen dem Bevollmächtigten Sr. Majestät des Kaisers der Franzosen, Königs von Italien mit den im Vertrage selbst genannten Bevollmächtigten deutscher Fürsten („Rheinbundsakte“) vom 12. Juli 1806.
  6. Die Verwaltung von Justiz und Polizei in Ansehung des Ortes Messel betreffend vom 15. Mai 1822. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 16 vom 29. Mai 1822, S. 189.
  7. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II Nr. 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318 ff., § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  8. Geodaten online und Gemeindegrenzenkarte des Hessischen Landesvermessungsamtes nach dem Stand vom 1. Juli 1972
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 354.
  10. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  11. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
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