Messenkamp

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Messenkamp
Messenkamp
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Messenkamp hervorgehoben
Koordinaten: 52° 16′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Rodenberg
Höhe: 108 m ü. NHN
Fläche: 6,78 km2
Einwohner: 744 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31867
Vorwahl: 05043
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 024
Adresse der Verbandsverwaltung: Amtsstr. 5
31552 Rodenberg
Bürgermeister: Frank Witte (SPD)
Lage der Gemeinde Messenkamp im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Messenkamp ist eine Gemeinde im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen und gehört als Gliedgemeinde zur Samtgemeinde Rodenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Deister-Süntel-Tal am Deister und damit im Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln, 30 Kilometer westlich von Hannover an der B 442 von Bad Münder nach Wunstorf. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn der Flecken Lauenau, die Stadt Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) sowie die Gemeinden Hülsede und Pohle.

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Messenkamp und Altenhagen II.

In der Gemarkung liegen noch die Wohnplätze Hobboken, Klein Amerika, Schweiz und Alte Ziegelei.

Altenhagen II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ungewöhnliche Zusatz der römischen Zahl II zum Ortsnamen hat historische Gründe: Der Landkreis Springe (1885–1974) umfasste noch ein zweites Altenhagen. Zur klaren Unterscheidung wurden dem Namen die römischen Zahlen I bzw. II hinzugefügt.

Nach der Kreisgebietsreform, bei der am 1. März 1974 der Landkreis Springe aufgelöst und die Gemeinde Altenhagen II in die Gemeinde Messenkamp eingegliedert wurde[2], behielt man in beiden Fällen den Zusatz bei.

Altenhagen I gehört heute zur Stadt Springe.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Messenkamp 1230

Die erste urkundliche Erwähnung Messenkamps erfolgte 1230. Im Jahre 1298 soll Messenkamp ein selbstständiger Kirchort gewesen sein, welcher um 1600 in die Pfarrei Hülsede aufgegangen ist. 1368 wird Messencampe als Standort eines Gogerichtes genannt. Dieses befand sich auf einem Burghügel vom Typ Motte. Bei der Teilung der Grafschaft Schaumburg fiel die Gemeinde an das Fürstentum Calenberg-Göttingen und gehörte ab 1692 zum Kurfürstentum Hannover. Von 1885 bis 1974 war der Kreis Springe zuständig. Bei dessen Auflösung wurde Messenkamp dem Landkreis Grafschaft Schaumburg mit Sitz in Rinteln zugeschlagen. Seit dem 1. August 1977 gehört die Gemeinde zum neugebildeten Landkreis Schaumburg.

Von 1905 bis 1968 war Messenkamp Bahnstation der Süntelbahn genannten Bahnstrecke Bad Münder–Bad Nenndorf.

In Messenkamp befand sich eine Ziegelei und 1964 wurde die Molkerei geschlossen.

Um 1450 wurde Altenhagen II erstmals erwähnt. Von der Namengebung her wird das Dorf zwischen 1100 und 1400 gegründet sein. Eine Kalkbrennerei wird 1845 erwähnt. Ab 1951 führte die ehemalige Gemeinde auch ein eigenes Wappen: Im silbernen Schildhaupt drei rote Rosen; darunter in Blau zwei gekreuzte silberne Berghämmer (Schlegel und Eisen) mit goldenen Griffen.

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Altenhagen II eingegliedert.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelischen Christen gehören zur Kapellengemeinde Messenkamp, die aber zum Kirchspiel Hülsede gehört.
  • Die katholischen Gläubigen gehören zur Pfarrgemeinde Maria vom heiligen Rosenkranz in Bad Nenndorf und nutzen die St. Markus Kirche in Lauenau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Messenkamp besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 58,38 % 5
WG M/A 34,29 % 3
GRÜNE 7,32 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 69,58 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7]

Vorherige Wahlergebnisse
CDU SPD Gesamt
2001 3 6 9 Sitze
2006 3 6 9 Sitze
2011 3 6 9 Sitze

Bürgermeister/Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2006 ist Frank Witte (SPD) Bürgermeister. Zum Gemeindedirektor hat der Rat den Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla bestellt. Die Verwaltung der Gemeinde erfolgt direkt im Rathaus der Samtgemeinde Rodenberg. Eine eigene Gemeindeverwaltung wird nicht vorgehalten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein rotes niedersächsisches Bauernhaus mit schwarzem Tor und einer schwarzen Windfahne auf dem Giebel.

Bauernhaus in Messenkamp – Vorlage für das Wappen der Gemeinde
Obelisk des Kriegerehrenmals in Messenkamp

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet „Walterbachtal“ NSG HA 124 erstreckt sich mit mehreren Hektar auch über das Gemeindegebiet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beim Männerturnverein (MTV) e. V. von 1913 Messenkamp sind die Sparten Tischtennis, Turnen, Leichtathletik und Tae Kwon Do vorhanden. Ein Sportplatz mit Heim und eine Halle stehen dafür zur Verfügung.
  • Schießsport kann im Schützenverein Messenkamp betrieben werden. Luftgewehr- und Kleinkaliberstände sind vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für Sicherheit und Ordnung ist das Polizeikommissariat Bad Nenndorf zuständig. Im Tagdienst ist eine Polizeistation in Lauenau eingerichtet.
  • Der abwehrende Brandschutz und die allgemeine Hilfe werden durch die Freiwilligen Feuerwehren Messenkamp und Altenhagen II sichergestellt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im vorschulischen Bereich besuchen die Kinder den Kindergarten in Lauenau. Grundschüler besuchen die Albert-Schweitzer-Schule, ebenfalls in Lauenau. Weiterführende Schulen befinden sich in Rodenberg und Bad Nenndorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Parisius: Das vormalige Amt Lauenau. Ein Beitrag zur Geschichte des Fürstentums Calenberg und der Grafschaft Schaumburg. Hannover 1911, Seiten 90–93.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Messenkamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Zur Gebietsreform vgl. Blazek, Matthias: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 203.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 202.
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 30. März 2017.
  6. a b Gemeinde Messenkamp – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 30. März 2017.
  7. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 30. März 2017.
  8. Hans-Wilhelm Heine Die mittelalterlichen Burgen der alten Grafschaft Schaumburg in „Schaumburg im Mittelalter“, Herausgeber Stefan Brüdermann, Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 2013, ISBN 978-3-89534-870-9