Messkette (Geodäsie)

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Messkette und Winkelkreuz: Nach Carolus Stephanus und Johannes Liebhaltus, Straßburg 1570. Die symbolische Darstellung zeigt eine Kette mit 10 langen Gliedern bezogen auf 10 Klafter.

Die Messkette als Kette war ein Werkzeug der Angewandten Geodäsie und stand bis ins 19. Jahrhundert im Gebrauch.

Die Messkette bestand aus einzelnen Gliedern und war auf eine bestimmte Länge abgestimmt. Mit 10 Klaftern hatte die Kette eine Länge um die 18 Meter. Die Kette wurde von den Bauleuten im Gelände gespannt und die Enden jeweils mit einem Messnagel markiert. Daher wurde die Länge von 10 Klaftern mit ein Kettenzug bezeichnet. Die Messnägeln befanden sich auf einem Bund. Durch Abzählung der verbrauchten Messnägel wurde eine Kontrolle über die Gesamtlänge durchgeführt.

Die Arbeit mit der Messkette war für die grobe Vermessung im Gelände bzw. Feld ausreichend. Deshalb auch die Nennung Feldmeßkette. Die Messkette für gewöhnliche Absteckungen der Bauvermessung wurde bis ins 19. Jahrhundert verwendet. Abgelöst wurde die Messkette vom Maßband und später durch optische Entfernungsmessung und Laser.

In der Höheren Geodäsie mit Beachtung der Erdkrümmung auf die Länge einer Messung im Feld wurde beispielsweise bei der ersten österreichischen Landesvermessung von 1762 bei der Messung der geodätischen Basislinie, siehe Wiener Neustädter Grundlinie, mit Joseph Liesganig Messlatten verwendet, um mit einer größeren Genauigkeit der Länge der Basislinie messbar zu machen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kettenzug, die Länge der Feldmeßkette, enthält 10 Klafter. In: Joseph Alois Ditscheiner: Vollständiges Lehrbuch der kaufmännischen Arithmetik für Praktiker und Ungeübte. Band 3, Verlag Gustav Heckenast, Pest 1850, S. 370 Digitalisat
  • 1 Kettenzug = 10 Klafter = 60 Fuss In: Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon: Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch. Band 2, Verlag Otto Spamer, Leipzig/Berlin 1866, S. 486. Digitalisat
  • Mass und Vermessung. Längen- und Winkelmaß. Absteckung. S. 21–24. In: Erwin Reidinger: Mittelalterliche Stadtplanung am Beispiel Linz. Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 2001.