Mestlin

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Mestlin führt kein Wappen
Mestlin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mestlin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 35′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Goldberg-Mildenitz
Höhe: 63 m ü. NHN
Fläche: 32,56 km2
Einwohner: 740 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19374
Vorwahl: 038727
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 096
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Lange Straße 67
19399 Goldberg
Webpräsenz: www.mestlin.de
Bürgermeister: Verena Nörenberg-Kolbow
Lage der Gemeinde Mestlin im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Grabow (Elde) Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Kloster Tempzin Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Mestlin ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Goldberg-Mildenitz mit Sitz in der Stadt Goldberg verwaltet. Mestlin ist als Storchen- und ehemals sozialistisches Musterdorf bekannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumaßnahmen im Jahr 1955, im Vordergrund: das entstehende Kulturhaus
Gutshaus
Speicher auf dem Gutshof

Am 9. Oktober 1312 wurde Mustelin erstmals urkundlich erwähnt. [2] In seiner Funktion als Grenz- und Verhandlungsort beherbergte Mestlin 1312 den König Erich von Dänemark und den Markgrafen Woldemar von Brandenburg, welche in diesem Dorf über ihren Krieg mit Rostock verhandelten. [3] Eine zweite Staatsaktion begab sich dort am 8. Juli 1317 [4], als Fürst Johann d. J. von Werle-Goldberg seiner Stadt Goldberg die 1248 von Fürst Pribislaw von Parchim verliehenen Privilegien bestätigte. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Brückenort“. Mestlin gehörte zu den bedeutendsten Ortschaften der Vogtei Goldberg, wofür heute die für das Dorf überdimensioniert stehende zweischiffige Hallenkirche hinweist. [5]

In Ortsnähe lag die Siedlung Gloueke, heute Wüstung.

Im Dreißigjährigen Krieg war Mestelin biß auf etzliche wenig Häuser biß auf den Grund abgebrandt. Der bereits vorhandene Hof wurde um fünfzehn nicht zu besetzende Hufen erweitert, während zwölf Bauern sich wieder ansiedelten.

Mestlin gehörte seit 1448 bis zur Auflösung des Klosters Dobbertin 1919 zum Klosteramt Dobbertin. Das neue Gutshaus für den Pächter Domänenrat Hans Dehns hatte 1862 der Schweriner, damals noch Baumeister, Theodor Krüger entworfen und 1863 wurde das Haus unter Dach und die Schornsteine vollendet. [6] Nach einem Brand 1876 wurde es nach 1895 umgebaut. 1833 wurden im Zuge der Verebpachtung 12 Mestliner Bauern in die neu eingerichteten Ausbauten umgesiedelt und als Erbpächter dem Dorf Ruest zugeteilt. Damit wurde Mestlin mit über 1000 Hektar ein reines Klostergutsdorf. [7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Mestlin zunächst ein Landgut und diente der Versorgung der sowjetischen Besatzungstruppen. 1947 erfolgte die Bodenreform auch hier und war für die Ansiedlung von etwa 80 Neubauern und 20 Handwerkern vorgesehen.

Zu DDR-Zeiten wurde Mestlin bis 1957 zu einem sozialistischen Musterdorf ausgebaut. Das zweigeschossige 57 Meter lange und über 28 Meter breite Kulturhaus wurde von 1954 bis 1957 im Zentrum des neuen Dorfes errichtet und befand sich seit 1996 in einem desolaten Zustand. Der 2008 gegründete örtliche Verein Denkmal Kultur Mestlin e. V. bemüht sich um den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und eine Belebung des kulturellen Angebots in der Gemeinde.[8] Im September 2014 war im Kulturhaus Mestlin die Ausstellung "Was ist die DDR für dich?" mit Fotos von Bettina Flitner zu sehen.[9]

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Mestlin liegt etwas südlich der Mecklenburgischen Seenplatte am Schnittpunkt der Bundesstraße 392 Crivitz–Goldberg und der Landesstraße 16 ParchimSternberg 34 Kilometer östlich von Schwerin und 20 Kilometer nördlich von Parchim. Die nächste Kleinstadt ist das elf Kilometer östlich gelegene Goldberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Mestlin gehören die Ortsteile Kadow, Mestlin, Ruest und Vimfow.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Mestlin

  • Dorfkirche Ruest
  • die Storchennester (12 Stück)
  • Dorfkirche Mestlin [11], Mitte 13. Jahrhundert (romanischer/gotischer Stil)
  • Kirchhof mit historischen Grabanlagen. Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus Mestlin und Nachbardörfern. Holzkreuz am Grab für zwei "unbekannte Soldaten".
  • Pfarrhaus mit Fachwerkstall
  • Kulturhaus
  • ehemaliges Gutshaus (in Privatbesitz), unbewohnt, im beginnenden Verfall (2017)
  • Landambulatorium
  • Schule

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fred Beckendorf, Günter Peters: Mestlin mit Vimfow. In: Die Gutsdörfer, Gutsanlagen und Parks im Naturpark und seinem Umfeld. Hrsg. Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide (Aus Kultur und Wissenschaft, Heft 5) Karow 2007, S. 113-115.
  • Tilo Schöfbeck: Das Land Sternberg im Mittelalter (7.–13.). Genese einer Kulturlandschaft im Gebiet der Warnower. In: Slawen und Deutsche im östlichen Hochmittelalter der Elbe. Band 8, Studien zur Archäologie Europas ISBN 978-3-7749-3485-6
  • Burghardt Keuthe: Parchimer Sagen. Teil III. Goldberg - Lübz - Plau, Parchim 1999 ISBN 3-933781-12-4
  • Fred Ruchhöft: Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Raum Plau-Goldberg im Mittelalter. Hrsg.: Kersten Krüger/Steffen Kroll, Rostocker Studien zur Regionalgeschichte, Band 5, Rostock 2001, S. 133, 150, 166, 206, 212, 279, 208, 305, 311, 314;
  • Christiane Rossner: Brigadefest und Bäuerinnenkonferenz. Das Kulturhaus im sozialistischen Musterdorf Mestlin. Monumente 3/2012, S. 8–15.
  • Uwe Schultze: Mestlin – „Stalinallee der Dörfer“, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II/2003.
  • Steinmayr, Jochen und Rolf Gillhausen: „Die DDR von innen – Kulturpalast statt Kunstdünger“, Zeitschrift Stern, Heft Nr. 51, Dezember 1963.
  • Buchholz, Johann Clamer: „Ausführliche Nachricht von Kirchen und Pfarr Sachen zu Mestlin und Rüest und was zu deren gründliche Uibersicht zu wissen nöthig geschienen, aufgesezt, und durch beyliegende Schriften, Plane und Tabellen bestätiget von Johann Clamer Buchholz – Dieser Zeit Pastore zu Mestlin und Rüest, geschrieben in den Jahren 1784 und 85“ Nach der Handschrift übertragen von Jens Alm, Rostock, 1999; Aus dem Pfarr-Archiv Mestlin.
  • Quellen zur bäuerlichen Hof- und Sippenforschung; „von den alten Familien zu Mestlin – eine Chronik –“; „des vierten Hauptstücks zweiter Abschnitt von den vormaligen und jetzigen Familien der Gemeinde Mestlin“, Verwaltungsamt des Reichsbauernführers, Reichshauptabteilung I, Goslar, 1938.
  • Murken, Jens: „Bodenreform in Mecklenburg-Vorpommern“, Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern, 3. Jg., H. 1, Juli 1999, 4–12.
  • Die „Goldberger Revolution“ vor Gericht (13. August–15. August 1923); Mecklenburgische Tageszeitung; Nr. 61, 13. März 1924; Nr. 62, 14. März 1924 und Nr. 63, 16. März 1924.

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin
    • LHAS 2.12-3/5 Kirchenvisitationen
    • LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin
    • LHAS 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft
    • LHAS 5.11-2 Landtagsversammlungen, Landtagsverhandlungen, Landtagsprotokolle, Landtagsausschuß
    • LHAS 5.12-4/2 Mecklenburgisches Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. MUB VI. (1872) N. 3570.
  3. Friedrich Schlie: Das Kirchdorf Mestlin. 1901, S. 371.
  4. MUB VI. (1870) Nr. 3929.
  5. Tilo Schöfbeck: Das Land Sternberg im Mittelalter. 2008, S. 154.
  6. LHAS 5.11-2 Landtagsprotokolle 1862, 1863.
  7. Fred Beckendorf, Günter Peters: Mestlin mit Vimfow. Karow 2007, S. 113.
  8. Christiane Rossner: Brigadefest und Bäuerinnenkonferenz. Das Kulturhaus im sozialistischen Musterdorf Mestlin. In: Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, 22. Jahrgang Nr. 3, Juni 2012, S. 8−15, ISSN 0941-7125
  9. http://www.neues-deutschland.de/artikel/944906.erinnerung-in-mestlin-und-anderswo.html?sstr=mestlin
  10. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 31 kB) der Gemeinde
  11. http://www.mestlin.de/chronik_kirche.htm

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographisch oeconomisch und militaerische Charte des Herzogthums Mecklenburg-Schwerin 1758 Klosteramt Dobbertin mit der Sandpropstei vom Grafen Schmettau.
  • Direktorial-Vermessungskarte Von dem Hochadelichen Dobbertinschen Klosteramt 1759.
  • Wiebekingsche Karte von Mecklenburg 1786.
  • Messtischblatt 1822.
  • Charte von den Besitzungen des Klosters Dobbertin, Abteilung II. enthält Mestlin, angefertigt nach den vorhandenen Gutskarten im Jahre 1866 durch I. H. Zebuhr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]