Meta-Spiegel

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Der Meta-Spiegel, oft auch Metamirror genannt, ist eine Technik zur Lösung schwieriger, zwischenmenschlicher Kommunikationsstörungen, die im NLP Anwendung findet. Meta kommt aus dem Griechischen (μετα) und bedeutet unter anderem so viel wie „hinter, über“. Während „Spiegel“ aus dem lateinischen speculum „Abbild, Spiegelung“ und dem lateinischen specere „sehen“ hergeleitet wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Dilts entwickelte den Meta-Spiegel 1988 und beschrieb ihn erstmals in seinem Buch Die Veränderung von Glaubenssystemen.[1] Der Begriff Meta-Spiegel wurde gewählt, weil davon ausgegangen wurde, dass das Verhalten eines Menschen, in der Kommunikation mit einer anderen Person, nur ein Spiegelbild seiner eigenen inneren Kommunikation ist. Eine weitere Erklärung für den Begriff Meta-Spiegel kann dadurch hergeleitet werden, dass im Verlauf der Technik eine Person mit Kommunikationsschwierigkeiten gebeten wird, eine sogenannte Metaposition einzunehmen, um die Kommunikation dissoziiert von außen zu betrachten.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Meta-Spiegel wird im Coaching angewendet und kann dann zum Einsatz kommen, wenn ein Klient (Person A) mit einem anderen Menschen (Person B) Kommunikationsschwierigkeiten hat. Das können Kommunikationsprobleme im privaten Bereich, z. B. in der Familie, oder in der beruflichen Umgebung sein. Bei einem Coaching ist die Person B oft nicht anwesend und nur der Coach und der Klient (Person A) nehmen an der Sitzung teil. Bei der Verwendung des Meta-Spiegels bittet der Coach den Klienten (Person A) verschiedene Wahrnehmungspositionen einzunehmen, um das Kommunikationsproblem aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Als Wahrnehmungsposition wird die bewusst oder unbewusst eingenommene Perspektive bezeichnet, aus der eine Situation erlebt wird. Wenn der Klient Kommunikationsschwierigkeiten mit der anderen Person B hat, so ist die Sichtweise oftmals auf die ganz eigene Situation und Wahrnehmung eingeschränkt. Der Klient sieht sich als Opfer und fühlt sich mitunter von der anderen Person angegriffen. Eine Lösung ist für den Klienten nicht in Sicht. Das Durchlaufen der verschiedenen Wahrnehmungspositionen löst die eingeschränkte Sichtweise auf und eröffnet neue Betrachtungsweisen der Kommunikation. Die Technik ist zur Selbstreflexion der eigenen Kommunikation geeignet.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrnehmungspositionen

Wahrnehmungspositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kommen im Verlauf der Technik vier verschiedene Wahrnehmungsposition zum Einsatz.

1. Position – Selbst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Position stellt sich der Klient die Kommunikation mit der anderen Person B vor. Entweder stellt er sich eine vergangene Situation vor oder eine Situation, wie sie zukünftig sein könnte, wenn er die andere Person wieder trifft. Der Klient ist dabei assoziiert, d. h., er ist vollkommen in der Situation drin und spürt seine Emotionen und erlebt die vorgestellte Kommunikation, als ob sie tatsächlich in diesem Moment aus seiner Sicht stattfände.

2. Position – Die andere Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Position stellt sich der Klient vor als ob er Person B wäre, d. h., er erlebt dabei die Situation aus der Perspektive der anderen Person. Er ist von seiner eigenen Erlebniswelt dissoziiert und erlebt die Gefühlswelt der anderen Person assoziiert.

3. Position – Meta-Position oder Beobachter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden zwei verschiedene Definitionen unterschieden:

  1. Robert Dilts definierte die dritte Position als eine Position die außerhalb der Beziehung zwischen dem Klienten und der anderen Person ist. Die dritte Position erlebt die Kommunikation zwischen dem Klienten und der Person B assoziiert, d. h. die dritte Position nimmt die Vorannahmen, Glaubenssätze und Emotionen beider Personen wahr, und kann sie so in Beziehung zueinander und gleichzeitig betrachten.
  2. Eine weitere Definition ist der Außenstehende, unbeteiligte Beobachter der Situation. Im Gegensatz zu der Definition von Robert Dilts erlebt die dritte Position die Situation dissoziiert und hat keinen Zugang zu der Gefühlswelt des Klienten und der anderen Person. Die dritte Position analysiert die Situation unvoreingenommen.

4. Position – Meta-Spiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Dilts bezeichnete die vierte Position als den Meta-Spiegel. Zum Teil werden andere Bezeichnungen wie Meta-Four oder Berater des Beobachters genutzt. Je nach der verwendeten Definition der dritten Position, kann die vierte Position als eine doppelte Dissoziation gesehen werden. Die vierte Position dient zur Erkundung des Beziehungsmuster zwischen der ersten und dritten Position. Die Art wie die dritte Person mit der ersten umgeht.

Format der Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier verschiedenen Positionen werden auf dem Boden markiert (Boden-Anker), z. B. durch Moderationskarten. Der Coach bittet den Klienten im Verlauf der Technik diese Wahrnehmungspositionen einzunehmen. Das Format des Meta-Spiegels besteht aus folgenden Schritten:

  1. Problempartner benennen – Der Klient benennt die Person mit der er schwierige Kommunikationsprobleme hat und bestimmt die Positionen im Raum, welche die einzelnen Wahrnehmungspositionen repräsentieren.
  2. Das Verhalten der anderen Person benennen – Der Klient begibt sich auf die erste Position und schildert das Verhalten der anderen Person, das die Kommunikation schwierig macht.
  3. Das eigene Verhalten benennen – Der Klient begibt sich nun auf die dritte Position, die Meta-Position, und beschreibt sein eigenes Verhalten, wobei er von sich selbst dissoziiert ist.
  4. Systemische Abhängigkeiten – Der Klient bleibt in der Meta-Position und versucht zu erörtern inwieweit sein eigenes Verhalten mit dem Verhalten der anderen Person zusammenhängt, es auslöst oder verstärkt.
  5. Neue Verhaltensweisen – Auf der Meta-Position bleibend denkt der Klient über andere Möglichkeiten der Kommunikation mit der anderen Person nach.
  6. Das eigene Verhalten sich selbst gegenüber – Der Klient wechselt auf die vierte Position und betrachtet die Interaktion zwischen der dritten und der ersten Position. Der Klient erkennt hier wie er, von sich selbst dissoziiert, sich selbst sieht und behandelt. Auf dieser Position kann erkannt werden, dass die Reaktion von der dritten Position auf den Klient selbst (erste Position) ein Spiegelbild dessen ist, wie die andere Person sich dem Klienten gegenüber verhält.
  7. Positionentausch – Der Klient bleibt auf der vierten Position und überprüft wie es ist, wenn er seine Reaktion auf sich selber, jetzt aus der ersten Position auf die andere Person richtet und wie es ist, die Reaktion aus der ersten Position auf die andere Person von der Meta-Position auf sich selbst richtet.
  8. Selbstwahrnehmung – Der Coach bittet den Klienten sich auf die zweite Position zu begeben und dort aus Sicht der anderen Person sein Verhalten wahrzunehmen.
  9. Re-Assoziation – Der Klient begibt sich nun auf die erste Position zurück und schildert wie sich seine Reaktionen und Wahrnehmungen verändert haben.
  10. Fortsetzung – Die Positionen werden solange gewechselt, bis der Klient das Gefühl hat, dass die Kommunikation ausgewogener ist oder bis der Coach eine Versöhnungsphysiologie feststellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert B. Dilts: Die Veränderung von Glaubenssystemen. Junfermann Verlag, Paderborn 1993, ISBN 3-8738-7068-1.
  • Alexa Mohl: Der Meisterschüler. Der Zauberlehrling II, Junfermann Verlag, Paderborn 1996, ISBN 3-8738-7306-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amerikanische Ausgabe: Changing Belief Systems with NLP. Meta Publications 1990.