Metaebene

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Metaebene ist die lose verwendete Bezeichnung für eine übergeordnete Sichtweise, in der Diskurse, Strukturen, oder Sprachen als Objekte behandelt werden. Findet die Metaebene in derselben Struktur statt, über die sie spricht, so liegt ein Fall von Selbstreferentialität vor. Es können immer neue Metaebenen aufgesucht werden, eine absolute Metaebene gibt es nicht. Was als Metaebene in Frage kommt, ist abhängig von der Wahl einer methodischen Perspektive. Wird auf der Metaebene eine systematische Betrachtung durchgeführt, so ist das Ergebnis eine Metatheorie.

Allgemeines[Bearbeiten]

Auf der Metaebene werden gewöhnlich Generalisierungen und allgemeine Strukturen des Gegenstandbereichs der zugrundeliegenden Struktur zu Gegenständen gemacht. Es werden diejenigen Prinzipien untersucht, nach denen das, was auf der Objektebene als einzelne Instanz auftritt, geschieht. Die Vermischung von (Objekt-)Ebene und Metaebene ist eine Möglichkeit, um selbstbezügliche Aussagen oder Bilder zu erstellen, was gelegentlich zu Paradoxien führen kann (z. B. das Barbier-Paradoxon oder die sog. Lügner-Antinomie).

Beispiele[Bearbeiten]

Die Wissenschaftstheorie bildet eine Metaebene zur Wissenschaft, indem sie die wissenschaftlichen Methoden untersucht, die der Untersuchung von natürlichen Phänomenen dienen. Die Phänomene bilden selbst jedoch keine „Ebene“; die Wissenschaft ist also nicht eine Metaebene der Natur. Im Kontrast dazu betrachtet die Wissenschaftssoziologie die Wissenschaft als soziologisches Phänomen, sie ist also eine Metaebene für den Wissenschaftsbetrieb (siehe auch Metawissenschaft). Allerdings können Wissenssoziologie und Wissenschaftstheorie sowohl je für sich selbst als auch füreinander als Metaebene auftreten (Wissenschaftstheorie der Wissenschaftstheorie, Wissenschaftstheorie der Wissenssoziologie, Wissenssoziologie der Wissenschaftstheorie, Wissenssoziologie der Wissenssoziologie).

Im Alltag der Kommunikation wird eine Diskussion oder ein Streit, die sich nicht mit konkreten Sachfragen, sondern mit dem äußeren Rahmen (Sprecher, Voraussetzungen, Begrifflichkeiten) oder inneren Problemen (Diskussionsstil) einer Diskussion auseinandersetzen, als Metaebene oder auch Metadiskussion bezeichnet. Werden Metadiskussion und diskutierte Diskussion von denselben Sprechern getragen, so liegt ein Fall von Selbstreferentialität vor.

In der Medienwissenschaft und der Kunst – bspw. in Literatur und Film – spricht man von einer Metaebene, wenn die jeweilige Produktion oder Entstehung eines Werkes selbst zum Inhalt der Arbeit wird.

Siehe auch[Bearbeiten]