Meteor (Schiff, 1915)

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Meteor
The Meteor of the German Meteor expedition.jpg
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
SowjetunionSowjetunion (Seekriegsflagge) Sowjetunion
andere Schiffsnamen

Ekwator (1946–1964)
PKZ-34 (1964–1975)

Schiffstyp Forschungsschiff
Heimathafen Wilhelmshaven
Eigner Reichsmarine
Bauwerft Kaiserliche Werft Danzig
Kiellegung 26. Februar 1914
Stapellauf 18. Januar 1915
Indienststellung 15. November 1924
Verbleib 1976 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
71,10 m (Lüa)
67,00 m (KWL)
Breite 10,20 m
Tiefgang max. 4,00 m
Verdrängung 1200 t
 
Besatzung 124 + Wissenschaftler
Maschinenanlage
Maschine 2 × 3-Zyl.-Verbundmaschine
2 × Wasserrohrkessel
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.550 PS (1.140 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
11,5 kn (21 km/h)
Propeller 2 dreiflügelig ⌀ 2,4 m

Die Meteor war ein ursprünglich unter dem Amtsentwurf 1913 als Kanonenboot für die deutsche Kaiserliche Marine gebautes, aber als solches nicht fertiggestelltes Schiff, das nach Umbau 1923/24 in den Zwischenkriegsjahren als Forschungsschiff der deutschen Reichsmarine bekannt wurde. Nach 1945 wurde es an die Sowjetische Marine ausgeliefert und fuhr dort als Ekwator bis in die 1960er Jahre ebenfalls als Forschungs- und Vermessungsschiff.

Bau und Umbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meteor nach dem Umbau

Das Schiff wurde am 26. Februar 1914 auf der Kaiserlichen Werft in Danzig unter der Haushaltsbezeichnung Kanonenboot C auf Kiel gelegt. Der Stapellauf fand am 18. Januar 1915 statt, aber wegen des geringen Kampfwertes von Kanonenbooten im wenige Monate zuvor ausgebrochenen Weltkrieg unterblieb die Fertigstellung.

Erst nach Kriegsende begann der Aus- und Umbau zum Vermessungsschiff auf der Reichsmarinewerft in Wilhelmshaven, und das Schiff wurde am 15. November 1924 für die Reichsmarine in Dienst gestellt. Es verfügte neben einer geänderten Maschinenanlage (nur noch zwei Wasserrohrkessel) über eine Hilfsbesegelung mit Rah-Takelung und hatte eine militärische Besatzung von 124 Mann.

Das Schiff war 67 m lang und 10,2 m breit, hatte 3,4 m Tiefgang und verdrängte 1200 Tonnen. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 11,5 kn. Die Bewaffnung bestand ab 1930 aus einer 8,8-cm- und zwei 2-cm-Flugabwehrkanonen. Auf dem Vermessungs- und Forschungsschiff gab es Arbeitsmöglichkeiten für elf Wissenschaftler, z. B. in Laboratorien.[1]

Forschungsfahrten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff bereiste vom 16. April 1925 bis zum 2. Juni 1927 den Atlantik und wurde bekannt für die im Rahmen der „Deutschen Atlantischen Expedition“ durchgeführte Vermessung des Atlantischen Ozeans, bei der 13 Lotprofile zwischen Afrika und Südamerika mit 67.000 Echolotungen angelegt wurden. Die Gesamtfahrtstrecke für die Vermessung betrug 67.535 Seemeilen, was mehr als dem dreifachen Erdumfang entspricht. Die Leitung hatte bis zu seinem Tod am 9. März 1926 Alfred Merz, danach Fritz Spieß.

Die Meteor ist Namensgeber für die am 18. Februar 1926 auf 48° 16′ S, 8° 16′ O entdeckte geringste Tiefe von nur 560 m („Meteor-Bank“) sowie der tiefsten Stelle im Süd-Atlantik am Rande der Südlichen Sandwichinseln (Meteortief). Darüber hinaus ist das Kap Meteor im Osten der subantarktischen Bouvetinsel nach dem Schiff benannt.

In den folgenden Jahren folgten Expeditionen nach Grönland, Island und in den Nordatlantik, bei denen u. a. auch Seevermessungen durchgeführt wurden. Außerhalb dieser Einsätze unterstand Meteor als Flottentender dem Befehlshaber der Linienschiffe.[2] 1934 wurde auf der Deutschen Werft in Kiel die Maschinenanlage geändert: Statt der Dampfmaschinen kamen nun zwei MAN-8-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren von jeweils 1.100 PS für eine maximale Geschwindigkeit von 14,5 kn zum Einsatz.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. September 1939 wurde das Schiff in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt, und die Besatzung wurde auf andere Schiffe verteilt. Nach entsprechendem Umbau wurde es am 2. April 1940 wieder in Dienst gestellt und in Aarhus (Dänemark) unter dem Befehlshaber der Seestreitkräfte Ostsee als Tender und Kommandoschiff stationiert. Von Januar 1943 bis März 1944 diente die Meteor in Nord-Norwegen. Ab April 1944 war sie Tender und Begleitschiff beim Kommando der Kleinkampfverbände (Vizeadmiral Hellmuth Heye) in der Neustädter Bucht, in Eckernförde und zuletzt in Kiel.

Die Meteor 1941

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ekvator 1949

Nach Kriegsende wurde die Meteor im November 1945 in Kiel als Kriegsbeute an die Sowjetunion übergeben, die jedoch wenig Interesse an dem Schiff hatte und es daher am 17. Juni 1946 in Travemünde an das Deutsche Hydrographische Institut zurückgab. Die Meteor wurde wieder zur Durchführung von Vermessungsaufgaben in der Ost- und Nordsee ausgerüstet, und fünf sowjetische Offiziere kamen als Beobachter an Bord. Aber schon im November 1946 befahl der Alliierte Kontrollrat die erneute Auslieferung des Schiffes an die Sowjetunion. Die sowjetische Marine übernahm das Schiff unter dem Namen Ekwator. Es führte in der Folge bis 1964 Vermessungs- und Forschungsaufgaben durch, diente bis 1975 noch als schwimmende Kaserne PKS 34 (ПКЗ 34) und wurde schließlich im Folgejahr in Kaliningrad abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Defant (Hrsg.): Wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen atlantischen Expedition auf dem Forschungs- und Vermessungsschiff „Meteor“ 1925–1927. 16 Bände. Berlin: de Gruyter, 1932–1941. (Nebentitel: Deutsche atlantische Expedition auf dem Forschungs- und Vermessungsschiff „Meteor“.)
  • Erich Gröner / Dieter Jung / Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 1: Panzerschiffe, Linienschiffe, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer, Kanonenboote. Bernard & Graefe Verlag, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8, S. 170 f.
  • Plan und Reiseberichte. Die Tiefenkarte. Das Beobachtungsmaterial / von Albert Defant, Günther Böhnecke und Hermann Wattenberg. Berlin: Mittler 1936. (Die ozeanogr. Arbeiten des Vermessungsschiffes „Meteor“ in d. Dänemarkstrasse u. Irmingersee. 1.) (Veröffentl. des Inst. f. Meereskunde an d. Univ. Berlin. N. F. A, 32.)
  • Fritz Spieß: Die Meteor-Fahrt. Forschungen und Erlebnisse der Deutschen Atlantischen Expedition 1925–1927. Berlin: Reimer, 1928.
  • Reinhard H. Huxmann: Die Deutsche Atlantische Expedition 1925–1927. (Deutsches Schiffahrtsarchiv 28, 2005; Beiheft), Oceanum Verlag, Wiefelstede, 2007, ISBN 978-3-86927-128-6
  • Meno Holst: Zwischen Eisbergen und Tropenglut – Meteor auf Forschungsfahrt im Atlantik. Loewes Verlag, 1960

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weidemann, Hartwig: Die Ahnengalerie der Meteore in: "Forschungsschiff Meteor 1964 - 1985"; Hrsg.: Deutsche Forschungsgemeinschaft/Deutsches Hydrographisches Institut, Hamburg, 1985, (25–28) S. 28
  2. Wilhelm Köhler, Mitarbeit von Max Plüddemann. Illustrierter Deutscher Flotten-Kalender für 1932 (Köhlers Flotten-Kalender), 30. Jahrgang, Minden