Methlach

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Methlach
Koordinaten: 49° 23′ 42″ N, 10° 37′ 22″ O
Höhe: 363–370 m ü. NHN
Einwohner: (2016)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09824

Methlach (umgangssprachlich: Mēdləsmíl [2]) ist ein Ortsteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde Methlach liegt am Mettlachbach, einem linken Zufluss des Haselbachs, der ein rechter Zufluss der Bibert ist. Der Eisengraben und Hanggraben münden dort als rechte Zuflüsse des Mettlachbachs. Im Süden grenzt die Adelmannsdorfer Forst an.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1714 wurden vom Weißkopfschen Hof in Götteldorf 30 Tagwerk Land ausgewiesen, auf deren Grund 1723 die Mettlachsmühle errichtet wurde.[4] Methlach ist aus dem Begriff Mittlere Ache, also Mittelbach, entstanden.[2] Der namensgebende Bach wird mit Doppel-t geschrieben, wurde im 16. Jahrhundert mundartlich aber auch „die Melach“ genannt.[5]

Wesentlich älter ist die Ziegelhütte, die es wohl schon im späten Mittelalter gab. In der Nähe gab es einen Steinbruch, in dem Quarzite abgebaut wurden. Sie gehörte für kurze Zeit zur Deutschordenskommende Virnsberg. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war sie in Besitz der Herren von Crailsheim zu Rügland. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Betrieb der Ziegelhütte eingestellt. Seit 1830 wurde sie als Gastwirtschaft genutzt.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Methlach mit der Ziegelhütte 2 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Beide Anwesen hatten das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Dietenhofen als Grundherrn.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Methlach mit der Ziegelhütte dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternbibert zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Unternbibert an.[7] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde es in die neu gebildete Ruralgemeinde Götteldorf umgemeindet. Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Mai 1978 nach Dietenhofen eingemeindet.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wassermühle auf der südlichen Straßenseite, die als Methlachmühle bezeichnet wird, kann nach einer Restaurierung in den 1980ern etwa 5 KW Strom liefern. Sie wurde 1723 errichtet.
  • Die ehemalige Freiherrlich von Crailsheim’sche Ziegelhütte (von Crailsheim zu Rügland) auf der nördlichen Straßenseite. Dort befindet sich ein etwa sechs Meter tiefer Brunnen aus der Barockzeit, der nicht mehr genutzt wird. Der Westgiebel der großen Scheune trägt ein in Sandstein geschlagenes Wappen der fränkischen Familie Müller-Barthél aus Ansbach und Nürnberg, der ehemaligen Besitzer im 20. Jahrhundert. Über der Flügeltüre des kleinen Schankhäuschens befindet sich ein Prahlsches Wappen (Bornholm), von dessen Ehefrau, Ursula Prahl, aus gleicher Zeit. Die Prahl sind ein altes Pfarrergeschlecht aus Nordschleswig, zu dem auch der berühmte Astronom Tycho Brahe gezählt wird. Im Wald bei diesem Anwesen kann man rechts, etwa 75 Meter neben dem aus dem Mittelalter stammenden sogenanntem Totemweg noch Spuren der Lehmgewinnung für die Ziegelei erkennen. Die alte Ziegelei mit dem kleinen Gasthof wurde Anfang des 21. Jahrhunderts abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Dietenhofen#Methlach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002005 002016
Einwohner 20 16 13 12 12 10 11 14 5 3 1 6 5
Häuser[8] 3 4 3 3 2 2 2 3
Quelle [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war ursprünglich nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt.[6] Heute wird er von der Pfarrei St. Margaretha (Rügland) betreut.[4] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt, heute sind sie nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße AN 17 führt nach Adelmannsdorf bzw. nach Rosenberg zur Staatsstraße 2255.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.dietenhofen.de
  2. a b E. Fechter, S. 131.
  3. Methlach im BayernAtlas
  4. a b c J. Kollar, S. 159f.
  5. Vgl. Johann Meichsner (Hrsg.): Decisio decimaseptima in causa Matthiae und Philipps Gevettern von L[eonrod] Kläger. Contra Herrn Georg Friedrich M[arkgraf] zu B[randenburg] N. Beklagten. In: Decisionum diversarum causarum in Camera Imperiali iudicatarum adjunctis Votis & Relationibus, Bd. IV. Heyl, Mainz 1663, S. 409–426, bes. S. 417 (Google-Books).
  6. a b M. Jehle, Bd. 2, S. 886.
  7. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 58 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 40 (Digitalisat). Davon entfallen 4 Einwohner, 1 Haus auf die Ziegelhütte, die dort als eigener Ortsteil geführt wird.
  11. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1088 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1153 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 325 (Digitalisat).
  20. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.is) auf: dietenhofen.de