Metin Hakverdi

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Metin Hakverdi (2014)

Metin Hakverdi (* 25. Juni 1969 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker der SPD. Seit 2013 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metin Hakverdi wuchs in Hamburg-Wilhelmsburg auf. Sein aus der Türkei stammender Vater war Taxifahrer, seine Mutter kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und arbeitete als Sekretärin.[1] 1988 absolvierte Hakverdi sein Abitur am Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg. Während eines einjährigen Aufenthaltes in Kalifornien erlangte er ein High School Diploma. In Kiel sowie in Indiana (Vereinigte Staaten) studierte er Rechtswissenschaften. Nach bestandenem Zweiten Juristischen Staatsexamen 1999 begann er als selbständiger Rechtsanwalt in Hamburg. Er gründete eine Kanzlei und hat als Strafverteidiger gearbeitet.[2]

Hakverdi ist Mitglied des Honigfabrikvereins, des Vereins Zukunft Elbinsel, des Hamburgischen Anwaltvereins, des Fördervereins Bürgerhaus Wilhelmsburg und des Bürgervereins Wilhelmsburg sowie Mitglied der Parlamentarier-Gruppe der Europa-Union Deutschland[3] und Mitglied der Landesschiedskommission der Arbeiterwohlfahrt Hamburg.

Außerdem ist Hakverdi Helfer des Technischen Hilfswerks im THW Ortsverband Hamburg-Harburg und durchlief im Oktober 2016 die Grundausbildung.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 trat Metin Hakverdi der SPD bei.[1] Im Februar 2008 konnte er bei der Bürgerschaftswahl über den Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder als direkt gewählter Abgeordneter in die Hamburgische Bürgerschaft einziehen. Auf der Wahlkreisliste der SPD war er auf Platz drei hinter Philipp-Sebastian Kühn und Hildegard Jürgens gelistet, konnte aber die meisten Stimmen der Kandidaten erreichen und so das Mandat erlangen.

In der Bürgerschaft gehörte er als Schriftführer dem Präsidium an und war Mitglied des Haushaltsausschusses, des Ausschusses für Öffentliche Unternehmen und Vermögen sowie Obmann der SPD-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Elbphilharmonie.

Im Dezember 2012 wurde Hakverdi als Kandidat der SPD für den Wahlkreis Hamburg-Bergedorf – Harburg als Nachfolger von Hans-Ulrich Klose nominiert. Bei der Bundestagswahl 2013 wurde er mit 40,4 Prozent der Erststimmen als Direktkandidat in den Bundestag gewählt.[1] Mit diesem Ergebnis erhielt Hakverdi von allen Direktkandidaten in der Hansestadt Hamburg das beste Ergebnis.

Im Bundestag ist er Mitglied des Finanzausschusses, des Parlamentarischen Finanzmarktgremiums und des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz.

Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss, im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union, sowie im Untersuchungsausschuss, der sich mit den mit sogenannter Cum/Ex-Geschäfte befasst. Das sind Leerverkäufe um den Dividendenstichtag, die auf eine mehrfache Erstattung beziehungsweise Anrechnung von Kapitalertragsteuer gerichtet waren, obwohl die Steuer nur einmal bezahlt wurde. [5][6]

In der SPD-Bundestagsfraktion obliegt ihm außerdem die Berichterstattung für Bürgerrechte. Dort liegt sein Schwerpunkt auf den Themen Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und Digitale Gesellschaft. Er ist Befürworter der Europäischen Datenschutzgrundverordnung.[7]

Hakverdi ist Mitglied der deutsch-südosteuropäischen Parlamentariergruppe (Albanien, Kosovo, Serbien, Montenegro und Mazedonien) und bereiste mehrfach die sogenannte „Balkanfluchtroute“.[8] Als Mitglied Parlamentariergruppe Israel engagiert er sich für Erinnerungskultur, gute Beziehungen zwischen Israel und Deutschland sowie für eine friedlichen Zwei-Staaten-Lösung. [9] Er ist außerdem Mitglied der Deutsch-Amerikanischen Parlamentariergruppe sowie der Atlantik-Brücke und besucht dienstlich regelmäßig die USA, wo er sich mit Digitalisierung, Finanzmarktregulierung sowie kritisch mit der Wahl Donald Trumps auseinandersetzt. [10]

Nachdem Hakverdi im November 2016 als Direktkandidat der SPD Hamburg im Bundestagswahlkreis Hamburg-Bergedorf – Harburg für die Bundestagswahl 2017 bestätigt worden war,[11] verteidigte er sein Direktmandat mit 34,8 % der Erststimmen.[12] So wie bei der Bundestagswahl 2013 erhielt Hakverdi von allen Direktkandidaten der Hansestadt das beste Ergebnis.[13]

Weblinks und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Metin Hakverdi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Renate Pinzke: Neuer SPD-Shootingstar Metin Hakverdi: Von Wilhelmsburg in den Bundestag. In: mopo.de. 27. September 2013, abgerufen am 22. Juli 2017.
  2. http://metin-hakverdi.de/wordpress/ueber-mich/
  3. Liste der Hamburger Parlamentarier die Mitglied der Europa-Union sind, abgerufen am 24. Oktober 2016.
  4. Lars Hansen: Metin Hakverdi ist THW-Helfer. Hamburger Abendblatt, 10. November 2016, abgerufen am 22. Juli 2017.
  5. http://www.bundestag.de/ausschuesse18/ua/4untersuchungsausschuss
  6. http://www.bundestag.de/abgeordnete18/biografien/H/hakverdi_metin/259370
  7. http://metin-hakverdi.de/wordpress/rechts-und-verbraucherschutz/
  8. http://neuenachbarn.hamburg/ueber-uns/
  9. http://metin-hakverdi.de/wordpress/bundestag/
  10. http://www.b-republik.de/archiv/trumps-sieg-verstehen-%e2%80%93-eine-reise-zu-seinen-waehlern-und-gegnern?aut=1100
  11. Andreas Göhring: Bundestagskandidaten: Hakverdi und Gundelach nominiert. In: harburg-aktuell.de. 12. November 2016, abgerufen am 22. Juli 2017.
  12. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein 2017: Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 in den Wahlkreisen im Vergleich zur Bundestagswahl 2013;Wahlkreis 23 Hamburg-Bergedorf-Harburg - Erststimmen. 24. September 2017, abgerufen am 26. September 2017 (PDF; 7.4 KB).
  13. Andreas Göhring: Metin Hakverdi: Ein klarer Sieger unter den Verlierern. In: harburg-aktuell.de. 25. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.