Metropole

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Metropolen (von griechisch μητρόπολις mētropolis, wörtlich „Mutterstadt“) sind Großstädte, die einen politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt einer Region oder gar eines Landes bilden.

Metropolen in der Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Μητρόπολις (Μētropolis, „Mutterstadt“) nannten die Griechen seit der Epoche des Hellenismus eine Stadt inmitten eines Haufens kleinerer Siedlungen in der Region, die sie mitversorgte und verwaltete (διοίκηση, Diözese=Verwaltung. Umgekehrt unterstützte sie ihre Bürger bei der Besiedelung freier Regionen in der direkten Umgebung der μητρόπολις aber manchmal auch in Übersee. Die μητρόπολις unterhielt in der Folge enge Beziehungen mit ihren ansonsten freien Ablegern (Tochterstädten). Sie war deren sozialer/familiärer, wirtschaftlicher, politischer, kultureller und auch religiöser Mittelpunkt. Somit entwickelte sich die Mutterstadt hin zu einer "Metropole" der Region/Provinz (επαρχεία). Die entstandenen stabilen demokratischen Strukturen hatten sich auch im 2. Jahrhundert v.Chr. unter dem römischen Recht behaupten können und wurden selbst später in der Kaiserzeit (ab 27 v.Chr.) ausdrücklich vom Kaiser geschützt.

So war es natürlich, dass die Griechen auch zur Entwicklung des Christentums, diese demokratischen Strukturen einsetzten. D.h. der Bischof der Mutterstadt (Metropolit) übernahm als gleichberechtigtes Mitglied der lokalen Gruppe der Bischöfe die Führung. Gründete sich eine neue Siedlung mit z.T. christlicher Gemeinde, so wählten die benachbarten Bischöfe eine geeignete Persönlichkeit als Kandidat, die das Volk noch vor der Weihe demokratisch bestätigte oder ablehnte. Ein Recht, dass das griechische Volk rege in Anspruch nahm; vereinzelt auch heute. Diese demokratischen Strukturen waren (typisch griechisch) auf regionaler Ebene begrenzt. Als das Christentum und mit ihm das Konzept der Mutterstadt beim Übergang ins Mittelalter auch auf andere, nicht-römische Völker ausgeweitet wurde, wurde zwar die griechische Begrifflichkeit, nicht aber die räumliche Begrenzung oder gar die demokratische Struktur mit übernommen und der Einflussbereich des Metropoliten (oder manchmal Erzbischof) sowohl räumlich als auch in den Befugnissen ausgeweitet und oftmals eine eher kaiserliche Hierarchie eingerichtet. Als eine dieser Städte konnte zum Beispiel die Metropolis Trier ihre spätantike Blüte bis weit ins Frühmittelalter hinein nahtlos weiterentwickeln. Heute umfasst das Bistum Trier die Größe eines mittelalterlichen Königreiches (13.000 qkm), untersteht aber verwaltungstechnisch dem Erzbischof und Metropoliten von Köln, dessen "Reich" 46.000 qkm umfasst. Beide unterstehen dem Bischofskollegen und Patriarchen von Rom (Papa) und werden bei ihrer Wahl ausschließlich von jenem bestätigt.

Metropolen heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Metropole ist heute nicht eindeutig definiert. In den Raumwissenschaften werden damit zentrale Orte bezeichnet, deren Funktionen, die sogenannten Metropolfunktionen, auf einen großen räumlichen oder sachlichen Versorgungs-, Einzugs-, Zuständigkeits- oder Kontrollbereich ausstrahlen und die daher einen hohen Rang in der Städtehierarchie einnehmen.

Oft wird der Begriff als Synonym zu Weltstadt gebraucht. Im Gegensatz zu einer Weltstadt, die international absolute Bedeutung besitzt, kann eine Metropole allerdings auch nur relative Bedeutung innerhalb einer bestimmten Region oder eines bestimmten Gesellschaftsbereiches besitzen, z. B. als Kunstmetropole oder Finanzmetropole. Metropolen mit vorwiegend wirtschaftlicher Bedeutung werden als Global Cities bezeichnet.

Millionenstädte sind in der Regel zugleich Metropolen. Bei Metropolen kann die Einwohnerzahl aber auch geringer sein, im Vordergrund steht die Bedeutung für die Region. Sind Metropolfunktionen auf eine dichte Ansammlung mehrerer zentraler Orte in einer ganzen Region verteilt, spricht man von einer Metropolregion. Außerhalb von Metropolregionen können Großstädte in ihrer Region ähnliche Funktionen wie eine Metropole übernehmen (siehe Regiopole).

Die steigende Konzentration von Wirtschaft, Verwaltung und Kultur wird als Metropolisierung bezeichnet.

In der Dependenztheorie wird unter Metropole der Gegensatz zur Peripherie bzw. zum Trikont verstanden.

Forschung und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der HafenCity Universität Hamburg wurde zum Wintersemester 2009/2010 ein Studiengang Kultur der Metropole eingerichtet, der sich mit den kulturellen Aspekten von Metropolen beschäftigt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Metropole – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Metropole – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HafenCity Universität Hamburg: Bachelor-Studiengang Kultur der Metropole