Metropolitana di Roma

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Metropolitana di Roma
Roma mappa metropolitana.svg
Basisdaten
Staat Italien
Stadt Rom
Eröffnung 1955
Linien 3
Streckenlänge 60 km
Stationen 74
Tunnelstationen 45
Nutzung
Betreiber Agenzia per i Trasporti Autoferrotranviari del Comune di Roma S.p.A. (ATAC)
Stromsystem 1,5 kV DC, Oberleitung

Die Metropolitana di Roma (kurz Metro) ist die U-Bahn der italienischen Hauptstadt Rom. Sie besteht aus drei normalspurigen Linien, von denen sich zwei Linien x-förmig im Zentrum kreuzen. Betrieben wird die Metropolitana di Roma von der Gesellschaft Agenzia per i Trasporti Autoferrotranviari del Comune di Roma (ATAC).

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Zug der Metro Roms (Type MA 300)
Ein Zug mit Graffiti (Type MB 100)

Linie A[Bearbeiten]

Die Linie A wurde 1980 eröffnet. In Betrieb ging die Strecke zwischen Anagnina im Südosten und Ottaviano im Nordwesten, nahe der Vatikanstadt. Die Strecke verläuft, mit Ausnahme einer Brücke über den Tiber, komplett unterirdisch. Der Innenstadtabschnitt wurde im Schildvortrieb aufgefahren, die äußeren Streckenteile in offener Bauweise erstellt.

Am 29. Mai 1999 erfolgte darüber hinaus die Inbetriebnahme einer 4,5 km langen, im Schildvortrieb errichteten Verlängerung von Ottaviano bis Valle Aurelia im Westen.[1] Eine Verlängerung mit drei weiteren Stationen bis Battistini wurde schließlich am 1. Januar 2000 eröffnet.[2]

Die Linie A ist heute 18,4 km lang, hat 27 Stationen und ca. 500.000 Fahrgäste pro Tag werden hier befördert.

Linie B[Bearbeiten]

1954 wurde die erste Linie eröffnet.[3] Sie verbindet die Innenstadt mit dem für die Weltausstellung errichteten neuen Stadtteil E.U.R. Die Strecke führte zunächst von Stazione Termini (Hauptbahnhof) nach Laurentina im Süden der Stadt und stellt den Südast der heutigen Linie B dar. Der Abschnitt hat eine Länge von 11 km, von denen 6 km Tunnel in offener Bauweise errichtet wurden.

Am 6. November 1976 wurde der Betrieb von der Acotral übernommen.[4]

Am 8. Dezember 1990 wurde die Linie B um 8 km (davon 7 km im Tunnel, teilweise in offener Bauweise und teilweise im Schildvortrieb errichtet) bis Rebibbia in Richtung Nordosten verlängert.[5] Vom Bahnhof Bologna aus wurde ab 2005 unter der Bezeichnung B1 ein Abzweig mit vier Stationen nach Jonio gebaut, der in zwei Etappen bis April 2015 in Betrieb genommen wurde.

Heute ist die Strecke 23,5 km lang, weist 26 Stationen und befördert ca. 350.000 Fahrgäste pro Tag auf.

Linie C[Bearbeiten]

Die Arbeiten an der Linie C wurden im April 2006 mit dem Abschnitt von Montecompatri/Pantano bis zur Station San Giovanni begonnen. Diese fanden teilweise im Schildvortrieb statt. Im Juli 2008 wurde der 8,8 km lange Abschnitt von Giardinetti nach Pantano Borghese der Schmalspurbahn (jetzt Vorortbahn Roma–Giardinetti) geschlossen und umgebaut, um in den ersten Streckenabschnitt integriert zu werden.

Die Linie C nahm am 9. November 2014 auf einer Länge von 13 km mit 15 Stationen von Montecompatri/Pantano bis Parco di Centocelle den Betrieb auf, er erfolgt vollautomatisch mit dem Driverless-Metro-System von AnsaldoBreda.

Der nächste, 5,5 km lange Streckenabschnitt mit sechs Stationen von Parco di Centocelle bis zur Station Lodi wurde am 29. Juni 2015 eröffnet und verlängert die Linie C auf eine Strecke von 18,1 km mit insgesamt 21 Stationen.

Die Fortführung bis zum Umsteigebahnhof zur Linie A San Giovanni soll 2016 eröffnet werden, die Fertigstellung der sich bereits im Bau befindlichen Verlängerung bis Foro Imperiali/Colosseo mit Umsteigemöglichkeit zur Linie B ist bis zum Jahr 2020 geplant.

Eine weitere Verlängerung von Kolosseum durch die Altstadt bis Ottaviano und Clodio/Mazzini ist in der Planungsphase. Ein Baubeginn wurde bis zur Klärung der Finanzierung zurückgestellt. Die Linie C soll im Endausbau 25,5 km lang sein und 30 Stationen bedienen.

Bauverzögerung[Bearbeiten]

Finanzierungsschwierigkeiten und komplizierte Planungsprozesse trugen dazu bei, dass der Netzausbau für eine Stadt von der Größe Roms nur sehr langsam vorangeschritten ist. Metrobauarbeiten haben sich in Rom stets länger hingezogen als ursprünglich geplant.

Ein spezielles Problem sind dabei die zahllosen archäologischen Überreste im Stadtuntergrund Roms. Dieses Problem konnte dadurch gemildert werden, dass Streckenabschnitte in größerer Tiefe angelegt wurden, so dass archäologisch relevante Erdschichten nur im Zugangsbereich der Stationen durchstoßen werden.

Derzeitiges Liniennetz[Bearbeiten]

Drei U-Bahn-Linien mit 74 Stationen und 60 km Länge befinden sich derzeit in Betrieb. Die Züge verkehren täglich zwischen 5:30 Uhr und 23:30 Uhr und in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis 0:30 Uhr. In Spitzenzeiten fahren die Züge im 3- bis 4-Minuten-Takt, am frühen Morgen und spät abends alle 8 bis 10 Minuten. Trotz des dichten Taktes sind die Züge in den Hauptverkehrszeiten überfüllt.

Linie Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe
Metropolitana di Roma A.svg Battistini ↔ Flaminio ↔ Termini ↔ Anagnina 1980 18,4 km 27
Metropolitana di Roma B.svg Laurentina ↔ Piramide ↔ Termini ↔ Bologna ↔ Rebibbia / ↔ Jonio 1955 23,5 km 26
Metropolitana di Roma C.svg Lodi ↔ Montecompatri/Pantano 2014 / 2015 18,1 km 21

Die beiden Linien A und B kreuzen sich zwar am Hauptbahnhof, haben aber keine Gleisverbindung miteinander. Es gibt deshalb zwei Ausbesserungswerke, obwohl beide Linien hinsichtlich ihrer Technik kompatibel sind.

Graffiti sind bei der römischen U-Bahn – sowohl in Stationen als auch vor allem an Fahrzeugen – allgegenwärtig. 2007 haben alle Bahnhöfe neue elektronische Bahnsteigsperren erhalten, um die Schwarzfahrerquote zu senken. Zahlreiche Stationen wurden behindertengerecht umgebaut.

Linie A[Bearbeiten]

Derzeit finden dort umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im älteren Teilabschnitt statt. Die Kreuzungsstation am Hauptbahnhof wird derzeit (Stand: Dezember 2011) ebenfalls umfangreich modernisiert. Bereits vor einiger Zeit wurde im Rahmen der Umbauarbeiten am Hauptbahnhof ein neues unterirdisches Einkaufszentrum eröffnet. An beiden Linienenden sind Streckenverlängerungen geplant.

Linie B[Bearbeiten]

Ende 2005 begannen die Bauarbeiten für eine neue Zweigstrecke der Linie B, die bei der Station Bologna nach Norden abzweigt und zur Station Jonio im Stadtteil Montesacro führt. Die neue Zweiglinie trägt die Bezeichnung „B1“. Im Dezember 2011 wurde der Probebetrieb auf dem Abschnitt zwischen Bologna und Conca d'Oro aufgenommen. Er ging am 13. Juni 2012 in Betrieb.[6][7] Die restliche Strecke bis zur Endhaltestelle Jonio wurde im April 2015 in Betrieb genommen.[8] Über die bisherigen Endbahnhöfe hinaus sind auch an der eigentlichen Linie B selbst Verlängerungen geplant.

Linie C[Bearbeiten]

Die Linie C wurde am 9. November 2014 im ersten Teilabschnitt mit 15 Stationen (Montecompatri/Pantano bis Parco di Centocelle) eröffnet und im Juni 2015 bis Lodi verlängert. Sie wird vollautomatisch mit dem Driverless-Metro-System von AnsaldoBreda betrieben. Bis 2016 soll sie nach San Giovanni (Umsteigerelation zur Linie A) und bis 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren weiter bis Fori Imperiali / Colosseo (Umstieg zur Linie B) führen.[9]

Die geplante Verlängerung über die Altstadt bis zum Piazzale Clodio ist bis zur Klärung der Finanzierung dieses Streckenabschnitts zurückgestellt, mit Stand 2015 scheint einzig die Verlängerung bis Venezia weitgehend gesichert, als Endbahnhof könnte zunächst auch nur noch Ottaviano erreicht werden.[10] Im derzeit geplanten Endausbau bis Clodio soll die Linie C 25,5 km lang sein und 30 Stationen aufweisen.

Darüber hinausgehende Abschnitte sind derzeit noch in der Planungs- und Finanzierungsphase. Zu einem späteren Zeitpunkt soll im südlichen Streckenabschnitt eine Zweiglinie von Teano bis Colli Aniene verlaufen, ein weiterer Abzweig zum Campus der zweiten Universität von Rom, Tor Vergata, führen. Im März 2007 wurde beschlossen, die Linie C im Norden von der bisher geplanten Endstation Piazzale Clodio aus um weitere neun Stationen und 9 km bis zur Via Cassia bei Grottarossa zu verlängern.

Die Ergebnisse archäologischer Sondierungsarbeiten führten zu Umplanungen von Bahnhöfen: die Zugänge zur Station Venezia werden erheblich modifiziert, der wichtige Umsteigebahnhof Argentina wird entfallen.

Modernisierungen und neue Streckenprojekte[Bearbeiten]

Übersichtskarte von Rom U-Bahn und Bahn nach der Fertigstellung der Linie C und der Linie B1

Linie D[Bearbeiten]

Im Juni 2006 begannen erste Planungen für den Bau der Linie D, die ebenfalls vollautomatisch betrieben werden soll. Sie soll von EUR im Süden über Trastevere und das historische Zentrum in den Nordosten der Stadt führen. Die Kosten für den Bau der Linie D wurden 2007 auf knapp 3 Mrd. Euro vor Steuern veranschlagt.

Der erste 11 km lange Abschnitt ist mit 12 Stationen zwischen Fermi, Trastevere und Prati Fiscali projektiert. Er soll anschliessend im Nordosten um sechs Stationen und 5 km bis zur Via Ugo Ojetti, sowie im Süden um 4 km mit vier Stationen bis Piazzale dell'Agricoltura im Stadtteil E.U.R. verlängert werden. Übergänge zum bestehenden Netz sind in EUR Magliana (Linie B), Venezia (C, in Planung), Spagna (A) und Jonio (B) geplant.

Im Juli 2015 wurden die Vorverträge mit einem privaten Unternehmen über eine Finanzierung der Linie gekündigt, sie sahen vor, die Kosten zu 50 Prozent privat zu finanzieren und im Gegenzug die Linie für 20 Jahre in Konzession zu betreiben. Die Finanzierung und ein Baubeginn sind damit wieder vollkommen offen.[11]

Auch bei der Linienführung sind Änderungen möglich, da die Durchquerung des Zentrums aufgrund unkalkulierbarer Risiken durch archäologische Funde schwierig ist, wie die Verzögerungen und Planungsänderungen beim Bau der Linie C gezeigt haben. Auch eine Einbeziehung der Bahnstrecke Roma Porta San Paolo–Cristoforo Colombo in Lido di Ostia in die Linie D wurde diskutiert.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Auf der Linie A sind derzeit die modernen Garnituren der Type MA 300 unterwegs, gebaut ab 2005 von der spanischen Firma Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF), auf der Linie B die älteren MB 100 und ebenfalls MA 300. Ehemalige Typen sind: MR 100, MR 200, MR 300, MA 100 und MA 200.

Literatur[Bearbeiten]

  • Metro Roma [Broschüre von Metropolitana di Roma S.p.A.], Rom, ca. 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Metropolitana di Roma in crescita. In: „I Treni“ Nr. 206 (Juli-August 1999), S. 8.
  2. Metropolitana di Roma. In: „I Treni“ Nr. 212 (Februar 2000), S. 8.
  3. Durch Gesetz Nr. 272 aus dem Jahr 1954 wurde der Bahnbetrieb auf die Bahngesellschaft Società Tramvie e Ferrovie Elettriche die Roma (STEFER) übertragen; vgl: Metro Roma.
  4. Notizie flash. In: „Italmodel Ferrovie“ Nr. 202 (März 1977), S. 161.
  5. Marcello Cruciani: Linea B fino a Rebibbia. In: „I Treni Oggi“ Nr. 112 (Februar 1991), S. 12–15.
  6. Metro Roma, S. 3
  7. Linea B1, Caratteristiche principali. Roma Metropolitane, abgerufen am 12. Oktober 2014 (italienisch).
  8. Metro B1, apre fermata di piazza Jonio, Corriere.it vom 15. April 2015 (italienisch, abgerufen am 23. Mai 2015)
  9. Metro C - Società di progetto (Italienisch) Metro C s.c.p.a.. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  10. Metro C, prossima fermata Lodi: ecco il cronoprogramma sognando Ottaviano, RomaToday.it am 10. November 2014, abgerufen am 30. Juni 2015 (italienisch)
  11. Metropolitana di Roma: si torna a parlare della linea D. 06blog, 3. Juli 2015 (italienisch, abgerufen am 18. Juli 2015)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metropolitana di Roma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

(PDF; 2,9 MB)