Metropolregion Nordwest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Metropolregion Bremen/Oldenburg)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Metropolregion Nordwest
Metropolregion Bremen-Oldenburg.png
Metropolregion Nordwest seit 2010
Bundesländer: BremenBremen Bremen,
NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen
Fläche: 13.749 km²
Einwohner: 2.720.000 (31. Dezember 2010)
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner/km²
Gliederung: 5 kreisfreie Städte/Stadtgemeinden, 11 Kreise
Webpräsenz: www.metropolregion-nordwest.de

Die europäische Metropolregion Nordwest (vormals: Metropolregion Bremen/Oldenburg) ist eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Sie umfasst die Freie Hansestadt Bremen mit den Städten Bremen und Bremerhaven und Teile Niedersachsens. In dem Gebiet leben gut 2,7 Millionen Menschen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der internationalen Anbindung durch mehrere Häfen und Flughäfen, der vielseitigen Wirtschaftszweige und Forschungseinrichtungen (Universitäten, Fachhochschulen) sowie der guten kommunalen Zusammenarbeit wurde die Region von der deutschen Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) am 28. April 2005 als europäische Metropolregion anerkannt. Zuvor wurde in wenigen Wochen von regionalen Gremien und Institutionen eine gemeinsame Resolution beschlossen, die die Anerkennung als Europäische Metropolregion forderte. Diese wurde am 12. April 2005 in Jever feierlich unterzeichnet. Der Landkreis Osnabrück trat der Metropolregion am 1. Juli 2010 bei. In der Region leben über 2,72 Millionen Einwohner, sie erstreckt sich über eine Fläche von 13.749 km². Im gesamten Nordwesten leben sogar 3,8 Millionen Einwohner.

Einen historischen Vorläufer hat die Metropolregion im Département des Bouches du Weser aus der Zeit der napoleonischen Besatzung, beide sind in großen Teilen deckungsgleich.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Zielen der Metropolregion Nordwest gehören:

  1. Zusammenwachsen der Region
  2. Verbesserung der Zusammenarbeit von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft
  3. Profilierung der Metropolregion als nationale und europäische Wirtschaftsregion
  4. Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Wissenschaftslandschaft
  5. Vernetzung und Stärkung der vorhandenen metropolitanen Funktionen
  6. Initiierung und Realisierung von Projekten
  7. Erarbeitung und Umsetzung gemeinsamer Lösungen für regionale Aufgaben.[1]

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metropolregion Nordwest (rosa) in Deutschland

Die Region umfasst die beiden größten Städte Bremen und Oldenburg und weitere Kreise und kreisfreie Städte, so dass es keine scharfe räumliche Abgrenzung gibt. Grundlage bildet das Gebiet der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (RAG) Bremen/Niedersachsen und das Oldenburger Land:

Kreisfreie Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgrenzung zu benachbarten Metropolregionen und der Euregio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugehörigkeit eines Landkreises zu mehreren Metropolregionen wird oft als befremdlich empfunden. Trotzdem hat sich der Landkreis Cuxhaven sowohl der Metropolregion Nordwest als auch der Metropolregion Hamburg angeschlossen, da der Altkreis Hadeln nach Hamburg und der Altkreis Wesermünde nach Bremerhaven orientiert ist. Der Landkreis Rotenburg (Wümme) ist der Metropolregion Hamburg beigetreten, obwohl er sich tatsächlich eher in einer Mittelposition zwischen Hamburg und Bremen befindet. Eine eindeutige Zuordnung des ländlichen Gebietes zu einem der beiden Ballungsräume ist nicht ohne Weiteres möglich.

Auch der Landkreis Nienburg, der der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg angehört, könnte sich zusätzlich der Metropolregion Nordwest anschließen, da die Mittelweserregion, in deren Mitte Nienburg liegt, in den Landkreis Diepholz hineinragt, welcher zur Metropolregion Nordwest gehört, und da der Landkreis Nienburg oberhalb Bremens an der Weser sowie zwischen Hannover und Bremen liegt. Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Norden des Landkreises orientiert sich eher nach Bremen als nach Hannover.

Der Landkreis Osnabrück ist seit Bestehen der Euregio, die 1958 als erste Europaregion gegründet wurde, deren Mitglied. Traditionell empfinden sich die meisten Osnabrücker mit Westfalen verbunden und sind seit Langem in Richtung Münster sowie über die Euregio auch in Richtung Twente (Niederlande) orientiert. Durch den Anschluss an die Metropolregion Nordwest pflegt der Raum Osnabrück weiterhin die in der Zeit des niedersächsischen Regierungsbezirks Weser-Ems entstanden engen Beziehungen in Richtung Norden.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Metropolregion liegt das Gebiet des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen mit 28 Mitgliedern und derzeit (2016) 1,05 Millionen Menschen.

Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Cuxhaven sowie Nordenham und Brake sind Seehäfen. Von hier aus führen wichtige Verkehrsverbindungen ins Hinterland.

Im Schienenverkehr sind die Verbindungen Hamburg-Bremen-Ruhrgebiet, Bremen-Hannover, Bremen–Bremerhaven, Bremen–Oldenburg, Oldenburg–Wilhelmshaven und Oldenburg–Leer von Bedeutung. Wichtige Bahnhöfe sind Bremen Hauptbahnhof, Oldenburg (Oldenburg) Hauptbahnhof, Bremerhaven Hauptbahnhof, Wilhelmshaven und Verden.

Die Metropolregion wird im Straßenverkehr von den Bundesautobahnen 1, 27, 28, 29, 270 und 281 erschlossen. In Bremen befindet sich der Flughafen Bremen.

Das Gebiet der Metropolregion ist zwar nicht deckungsgleich mit dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen, entspricht diesem jedoch geografisch in weiten Teilen. Der Bremer Hauptbahnhof ist Zentrum des S-Bahn-Netzes der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landkreis Osnabrück: Metropolregion Bremen – Oldenburg im Nordwesten e. V. – Motor für wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung (Memento vom 29. Mai 2011 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]