Metropolregion Nürnberg

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Das Logo der Metropolregion Nürnberg
Karte
Gebiet der Metropolregion Nürnberg
Basisdaten Metropolregion Nürnberg
Bundesländer: Bayern Bayern
Thüringen Thüringen
Regierungsbezirke: Oberfranken, Mittelfranken,
Unterfranken,
Oberpfalz
Fläche: 21.809 km²
Einwohner: 3.610.543 (31. Dezember 2022)
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner/km²
Gliederung: 11 kreisfreie Städte, 23 Kreise
Metropolregion Nürnberg (in hellblau) in Deutschland

Die Metropolregion Nürnberg umfasst über 3,6 Millionen Einwohner auf 21.800 Quadratkilometern Fläche. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 151 Milliarden Euro und rund 2 Millionen Erwerbstätigen zählt sie zu den wirtschaftsstärksten Räumen in Deutschland.[1] Im Kern, der sogenannten Region Nürnberg, leben 2,5 Millionen Menschen mit etwa 1,4 Millionen Erwerbstätigen.[2][3]

Das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) von 1999 schreibt der Region eine wichtige Brückenfunktion im Hinblick auf die neuen EU-Mitgliedstaaten im Osten zu.

Seit April 2003 ist die Region Nürnberg Mitglied bei METREX, dem Netz der europäischen Großstadtregionen und Großräume.

Am 28. April 2005 hat die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) formal über die Anerkennung der Region Nürnberg als Metropolregion entschieden.[4]

Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsdichte 2018
Die Metropolregion wirbt auch an den Autobahnen im Ballungsraum

Zur Metropolregion Nürnberg gehören die elf kreisfreien Städte Ansbach, Amberg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Fürth, Hof, Nürnberg, Schwabach und Weiden sowie die 23 Landkreise Amberg-Sulzbach, Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen-Höchstadt, Forchheim, Fürth, Haßberge, Hof, Kitzingen, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Neumarkt i.d.OPf., Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Neustadt an der Waldnaab, Nürnberger Land, Roth, Sonneberg, Tirschenreuth, Weißenburg-Gunzenhausen und Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

Die kreisfreie Stadt Hof sieht sich seit dem Beitritt als Verbindung zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Mitteldeutschland.

Geographisch umschließt die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) damit den Regierungsbezirk Mittelfranken, ganz Oberfranken, zwei Gebietskörperschaften Unterfrankens sowie etwa die Hälfte der Oberpfalz. Am 2. April 2014 stimmte die Verbandsversammlung der Metropolregion dem Beitritt des Landkreises Sonneberg in Thüringen zu.[5]

Am 15. Juli 2010 beschloss der Würzburger Stadtrat den Austritt der Stadt aus der Metropolregion Nürnberg.[6]

Der geographische, durch eine Mercator-Projektion, ermittelte Mittelpunkt der Metropolregion Nürnberg befindet sich nahe dem Dorf Geschwand der Gemeinde Obertrubach im Kreis Forchheim (49°42'31.3"N 11°19'00.6"O).

Kreisfreie Städte in der Metropolregion Nürnberg
Stadt Einwohner
31. Dez. 2022
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Land
Ansbach 42.221 99,91 423 Bayern Bayern
Amberg 42.534 50,13 848 Bayern Bayern
Bamberg 79.935 54,62 1.463 Bayern Bayern
Bayreuth 74.506 66,89 1.114 Bayern Bayern
Coburg 41.842 48,29 866 Bayern Bayern
Erlangen 116.562 76,96 1.515 Bayern Bayern
Fürth 131.433 63,35 2.075 Bayern Bayern
Hof 46.656 58,02 804 Bayern Bayern
Nürnberg 523.026 186,44 2.805 Bayern Bayern
Schwabach 41.227 40,8 1.010 Bayern Bayern
Weiden in der Oberpfalz 43.052 70,57 610 Bayern Bayern
Planungsregion Nürnberg (Städte) 812.248 367,55 2.210 Bayern Bayern
Gesamt 1.182.994 815,98 1.450
Landkreise in der Metropolregion Nürnberg
Landkreis Einwohner
31. Dez. 2022
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Land
Landkreis Amberg-Sulzbach 104.436 1.255,84 83 Bayern Bayern
Landkreis Ansbach 188.623 1.972,3 96 Bayern Bayern
Landkreis Bamberg 149.122 1.167,78 128 Bayern Bayern
Landkreis Bayreuth 104.702 1.273,65 82 Bayern Bayern
Landkreis Coburg 87.103 590,41 148 Bayern Bayern
Landkreis Erlangen-Höchstadt 140.994 564,52 250 Bayern Bayern
Landkreis Forchheim 117.948 642,8 183 Bayern Bayern
Landkreis Fürth 119.923 307,43 390 Bayern Bayern
Landkreis Haßberge 84.984 956,19 89 Bayern Bayern
Landkreis Hof 94.589 892,54 106 Bayern Bayern
Landkreis Kitzingen 93.247 684,16 136 Bayern Bayern
Landkreis Kronach 66.393 651,5 102 Bayern Bayern
Landkreis Kulmbach 71.653 658,32 109 Bayern Bayern
Landkreis Lichtenfels 67.328 519,92 129 Bayern Bayern
Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz 138.086 1.343,94 103 Bayern Bayern
Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 103.303 1.267,44 82 Bayern Bayern
Landkreis Neustadt an der Waldnaab 95.954 1.427,67 67 Bayern Bayern
Landkreis Nürnberger Land 172.665 799,52 216 Bayern Bayern
Landkreis Roth 128.694 895,15 144 Bayern Bayern
Landkreis Sonneberg 56.504 460,84 123 Thüringen Thüringen
Landkreis Tirschenreuth 72.172 1.084,24 67 Bayern Bayern
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 97.120 970,78 100 Bayern Bayern
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge 72.006 606,36 119 Bayern Bayern
Planungsregion Nürnberg (Landkreise) 562.276 2.566,62 220 Bayern Bayern
Gesamt 2.427.549 20.993,3 116
Metropolregion Nürnberg
Gebiet Einwohner
31. Dez. 2022
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Kreisfreie Städte 1.182.994 815,98 1.450
Landkreise 2.427.549 20.993,3 116
Planungsregion Nürnberg 1.374.524 2.934,17 468
Gesamt 3.610.543 21.809,28 166

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitlinien für interne Strukturen sind den elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland nicht vorgegeben. Die Art und Weise der regionalen Kooperationen kann also den örtlichen strukturellen Begebenheiten angepasst werden. Die Metropolregion Nürnberg hat sich für eine dezentrale und äußerst demokratische Organisationsstruktur entschieden. Intern ist sie in acht Fachforen, einen Steuerungskreis und den Rat gegliedert. In den Foren arbeiten über 400 Vertreter aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und Sport – an gemeinsamen Projekten. Der Steuerungskreis besteht aus Vertretern der genannten Fachforen und übernimmt Aufgaben strategischer Beratung gegenüber dem 57 köpfigem Rat, dem eigentlichen Entscheidungskörper der EMN. Dieser besteht aus den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte, den Landräten und den Bürgermeistern der jeweils einwohnerstärksten Gemeinden der angeschlossenen Landkreise. Zwei Mitglieder der bayerischen Staatsregierung, drei Staatssekretäre bayerischer Staatsministerien sowie ein Regierungspräsident und ein Bezirkstagspräsident – in Vertretung aller betroffener Regierungs- und Bezirkstage – wurden kooptiert.[7]

Da die Entscheidungsmacht gänzlich in Händen gewählter politischer Vertreter liegt, gilt die Metropolregion Nürnberg als eine Institution regionaler Kooperation von hoher Legitimität. Durch die beratende Wirkung wirtschaftlicher und kultureller Akteure sowie der starken Repräsentation der ländlichen Räume ist sie sowohl gesellschaftlich als auch geographisch dezentral orientiert.

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
Hochschule für Musik Nürnberg
Universität Bayreuth
Hochschule Hof

In der Metropolregion Nürnberg existieren mehrere Universitäten und Fachhochschulen:

Im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewann das wissensintensive Cluster Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eine fünfjährige Förderung.

Behandlungsschwerpunkt auf Krebserkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Metropolregion legt seit 2013 einen Schwerpunkt auf die Behandlung der Volkskrankheit Krebs. Die Deutsche Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Erlangen in die Liste der Onkologischen Spitzenzentren aufgenommen und fördert sie mit drei Millionen Euro. So bilden nun das Universitätsklinikum Erlangen, die Klinikum Bayreuth und die Sozialstiftung Sozialstiftung Bamberg gemeinsam das fränkische Comprehensive Cancer Center der Europäischen Metropolregion Nürnberg (CCC Erlangen – EMN).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Metropolregion Nürnberg verlaufen vier kontinental bedeutende sowie drei regionale Autobahnen:

Autobahn Verlauf
A3 NiederlandeRhein-RuhrRhein-MainWürzburgErlangenNürnbergRegensburgPassauÖsterreich
A6 FrankreichSaarbrückenRhein-NeckarAnsbachSchwabachNürnbergAmbergTschechien
A7 DänemarkHamburgHannoverSchweinfurtKitzingenRothenburg ob der TauberFeuchtwangenUlmKemptenFüssenÖsterreich
A9 BerlinLeipzigHofBayreuthNürnbergIngolstadtMünchen
A70 SchweinfurtBambergBayreuthTschechien
A73 ThüringenCoburgBambergErlangenFürthNürnberg
A93 HofWeidenRegensburgMünchen

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nürnberg Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof Nürnberg stellt einen der wichtigsten Bahnhöfe in der Metropolregion dar. Intercity-Express Züge bedienen Nürnberg größtenteils im Stundentakt, wobei teilweise durch Linienüberlagerungen auch dichtere Taktfrequenzen entstehen. Fast alle von München nach Norden führenden Fernverbindungen laufen heute gebündelt über die Schnellfahrstrecke nach Nürnberg und teilen sich erst hier auf. So entsteht auch im Fernverkehr ein dichter Takt zwischen den beiden Städten. Mit Fertigstellung der Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und Leipzig wurde auch diese Relation und damit die Verbindung nach Berlin erheblich beschleunigt. Fernzüge bieten außerdem direkte Verbindungen ins Rhein-Main- sowie ins Ruhrgebiet, außerdem nach Stuttgart, Karlsruhe, Bremen, Hamburg sowie nach Passau und Wien. Zusätzlich verkehren verschiedene Nachtzüge über den Nürnberger Hauptbahnhof.[8]

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafen Nürnberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Metropolregion Nürnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europäische Metropolregion Nürnberg. (PDF; 406 kB) Daten und Fakten. In: metropolregionnuernberg.de. Marketingverein der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V., 2021, abgerufen am 30. Oktober 2022.
  2. Die Metropolregion auf einen Blick. Daten und Fakten. In: metropolregionnuernberg.de. Abgerufen am 5. Juni 2018.
  3. Statistik-Viewer der Metropolregionen in Deutschland. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insg. In: ftp.planungsverband.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. November 2017; abgerufen am 29. September 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ftp.planungsverband.de
  4. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2017. Januar 2018, ISSN 0944-1514, 19 Europäische Metropolregion Nürnberg, S. 254 (nuernberg.de [PDF; 4,1 MB; abgerufen am 17. November 2018]).
  5. MDR: 2. April 2014: Auch Landkreis Sonneberg in Metropolregion Nürnberg (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive).
  6. Knappe Entscheidung: Stadt tritt aus der Metropolregion wieder aus. In: mainpost.de. 16. Juli 2010, archiviert vom Original am 18. Juli 2010; abgerufen am 16. Juli 2010.
  7. Die Metrolpolenregion Nürnberg. Verschiedene Dialekte und ein Ziel. In: metropolregionnuernberg.de. Marketingverein der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V., abgerufen am 1. Oktober 2018.
  8. Streckennetz der ÖBB-Nightjets
  9. Vgl. stadtwerke-bamberg.de abgerufen am 10. Dezember 2019.