Metropolregion Nürnberg

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Karte
Gebiet der Metropolregion Nürnberg
Basisdaten Metropolregion Nürnberg
Bundesland: Bayern, Thüringen
Regierungsbezirke: Oberfranken, Mittelfranken,
Unterfranken,
Oberpfalz
Fläche: 21.785 km²
Einwohner: 3.547.465 (31. Dezember 2017)
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner/km²
Gliederung: 11 kreisfreie Städte, 23 Kreise
Metropolregion Nürnberg (in hellblau) in Deutschland

Die Metropolregion Nürnberg umfasst 3,5 Millionen Einwohner auf 21.800 Quadratkilometern Fläche. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 134 Milliarden Euro und rund 1,9 Millionen Erwerbstätigen zählt sie zu den wirtschaftsstärksten Räumen in Deutschland.[1] Im Kern, der sogenannten Region Nürnberg, leben 2,5 Millionen Menschen mit etwa 1,3 Millionen Erwerbstätigen.[2]

Das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) von 1999 schreibt der Region eine wichtige Brückenfunktion im Hinblick auf die neuen EU-Mitgliedstaaten im Osten zu.

Seit April 2003 ist die Region Nürnberg Mitglied bei METREX, dem Netz der europäischen Großstadtregionen und Großräume.

Am 28. April 2005 hat die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) formal über die Anerkennung der Region Nürnberg als Metropolregion entschieden.[3]

Gebiet der Metropolregion Nürnberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsdichte 2018
Die Metropolregion wirbt auch an den Autobahnen im Ballungsraum

Zur Metropolregion Nürnberg gehören die elf kreisfreien Städte Ansbach, Amberg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Fürth, Hof, Nürnberg, Schwabach und Weiden sowie die 23 Landkreise Amberg-Sulzbach, Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen-Höchstadt, Forchheim, Fürth, Haßberge, Hof, Kitzingen, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Neumarkt i.d.OPf., Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Neustadt an der Waldnaab, Nürnberger Land, Roth, Sonneberg, Tirschenreuth, Weißenburg-Gunzenhausen und Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

Die kreisfreie Stadt Hof sieht sich seit dem Beitritt als Verbindung zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Mitteldeutschland.

Geographisch umschließt die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) damit den Regierungsbezirk Mittelfranken, ganz Oberfranken, zwei Gebietskörperschaften Unterfrankens sowie etwa die Hälfte der Oberpfalz und seit 1. Oktober 2013 hat der Rat der Metropolregion Nürnberg der Aufnahme der Stadt Sonneberg (Thüringen) einstimmig zugestimmt.[4] Am 2. April 2014 hat die Verbandsversammlung der Metropolregion einstimmig für den Beitritt des Landkreises Sonneberg votiert.[5]

Am 15. Juli 2010 beschloss der Würzburger Stadtrat den Austritt der Stadt aus der Metropolregion Nürnberg.[6]


Kreisfreie Städte in der Metropolregion Nürnberg
Stadt Einwohner
31. Dez. 2017
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Land
Ansbach 41.652 100 417 BayernBayern Bayern
Amberg 42.248 50 843 BayernBayern Bayern
Bamberg 77.179 55 1.413 BayernBayern Bayern
Bayreuth 73.999 67 1.106 BayernBayern Bayern
Coburg 41.236 48 854 BayernBayern Bayern
Erlangen 110.998 77 1.442 BayernBayern Bayern
Fürth 126.526 63 1.997 BayernBayern Bayern
Hof 45.950 58 792 BayernBayern Bayern
Nürnberg 515.201 186 2.764 BayernBayern Bayern
Schwabach 40.781 41 999 BayernBayern Bayern
Weiden in der Oberpfalz 42.543 71 603 BayernBayern Bayern
Gesamt 1.158.313 816 1.420
Landkreise in der Metropolregion Nürnberg
Landkreis Einwohner
31. Dez. 2017
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Land
Landkreis Amberg-Sulzbach 102.836 1.256 82 BayernBayern Bayern
Landkreis Ansbach 183.256 1.972 93 BayernBayern Bayern
Landkreis Bamberg 146.584 1.168 126 BayernBayern Bayern
Landkreis Bayreuth 103.805 1.274 81 BayernBayern Bayern
Landkreis Coburg 86.885 590 147 BayernBayern Bayern
Landkreis Erlangen-Höchstadt 135.334 565 240 BayernBayern Bayern
Landkreis Forchheim 115.681 643 180 BayernBayern Bayern
Landkreis Fürth 116.193 308 378 BayernBayern Bayern
Landkreis Haßberge 84.464 956 88 BayernBayern Bayern
Landkreis Hof 95.773 893 107 BayernBayern Bayern
Landkreis Kitzingen 90.429 684 132 BayernBayern Bayern
Landkreis Kronach 67.474 652 104 BayernBayern Bayern
Landkreis Kulmbach 72.012 658 109 BayernBayern Bayern
Landkreis Lichtenfels 66.777 520 128 BayernBayern Bayern
Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz 132.644 1.344 99 BayernBayern Bayern
Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 99.641 1.268 79 BayernBayern Bayern
Landkreis Neustadt an der Waldnaab 94.486 1.428 66 BayernBayern Bayern
Landkreis Nürnberger Land 169.752 800 212 BayernBayern Bayern
Landkreis Roth 126.101 895 141 BayernBayern Bayern
Landkreis Sonneberg 58.602 434 135 ThüringenThüringen Thüringen
Landkreis Tirschenreuth 72.730 1.084 67 BayernBayern Bayern
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 94.208 971 97 BayernBayern Bayern
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge 73.485 606 121 BayernBayern Bayern
Gesamt 2.389.152 20.969 114
Metropolregion Nürnberg
Einwohner
31. Dez. 2017
Fläche km² Einwohner/km²
Mittelwert
Kreisfreie Städte 1.158.313 816 1.420
Landkreise 2.389.152 20.969 114
Gesamt 3.547.465 21.785 163

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitlinien für interne Strukturen sind den elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland nicht vorgegeben. Die Art und Weise der regionalen Kooperationen kann also den örtlichen strukturellen Begebenheiten angepasst werden. Die Metropolregion Nürnberg hat sich für eine dezentrale und äußerst demokratische Organisationsstruktur entschieden. Intern ist sie in sechs Fachforen, einen Steuerungskreis und den Rat gegliedert. In den Foren arbeiten über 300 Vertreter aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und Sport – an gemeinsamen Projekten. Der Steuerungskreis besteht aus Vertretern der genannten Fachforen und übernimmt Aufgaben strategischer Beratung gegenüber dem Rat, dem eigentlichen Entscheidungskörper der EMN. Dieser besteht aus den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte, den Landräten und den Bürgermeistern der jeweils einwohnerstärksten Gemeinden der angeschlossenen Landkreise. Zwei Mitglieder der bayerischen Staatsregierung, drei Staatssekretäre bayerischer Staatsministerien sowie ein Regierungspräsident und ein Bezirkstagspräsident – in Vertretung aller betroffener Regierungs- und Bezirkstage – wurden kooptiert.[7]

Da die Entscheidungsmacht gänzlich in Händen gewählter politischer Vertreter liegt, gilt die Metropolregion Nürnberg als eine Institution regionaler Kooperation von hoher Legitimität. Durch die beratende Wirkung wirtschaftlicher und kultureller Akteure sowie der starken Repräsentation der ländlichen Räume ist sie sowohl gesellschaftlich als auch geographisch dezentral orientiert.

Behandlungsschwerpunkt auf Krebserkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Metropolregion legt seit 2013 einen Schwerpunkt auf die Behandlung der Volkskrankheit Krebs. Die Deutsche Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Erlangen in die Liste der Onkologischen Spitzenzentren aufgenommen und fördert sie mit drei Millionen Euro. So bilden nun das Universitätsklinikum Erlangen, die Klinikum Bayreuth und die Sozialstiftung Bamberg gemeinsam das fränkische Comprehensive Cancer Center der Europäischen Metropolregion Nürnberg (CCC Erlangen – EMN).

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
Hochschule für Musik Nürnberg
Hochschule Hof

In der Metropolregion Nürnberg existieren mehrere Universitäten und Fachhochschulen:

Im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewann das wissensintensive Cluster "Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg" mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eine fünfjährige Förderung.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafen Nürnberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europäische Metropolregion Nürnberg. (PDF; 383 kb) Daten und Fakten. In: https://www.metropolregionnuernberg.de. Marketingverein der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V., 1. August 2018, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  2. Die Metropolregion auf einen Blick. Daten und Fakten. In: metropolregionnuernberg.de. Abgerufen am 5. Juni 2018.
  3. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2017. Januar 2018, ISSN 0944-1514, 19 Europäische Metropolregion Nürnberg, S. 254 (nuernberg.de [PDF; 4,1 MB; abgerufen am 17. November 2018]).
  4. Bayerischer Rundfunk, 2. Oktober 2013: Metropolregion Nürnberg. Sonneberg wird außerbayerisches Mitglied (Memento vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)
  5. MDR: 2. April 2014: Auch Landkreis Sonneberg in Metropolregion Nürnberg (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive).
  6. Knappe Entscheidung: Stadt tritt aus der Metropolregion wieder aus. In: mainpost.de. 16. Juli 2010, abgerufen am 16. Juli 2010.
  7. Die Metrolpolenregion Nürnberg. Verschiedene Dialekte und ein Ziel. In: https://www.metropolregionnuernberg.de. Marketingverein der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V., abgerufen am 1. Oktober 2018.