Metropolregion Rhein-Ruhr

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Metropolregion Rhein-Ruhr
Bundesland: Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Landschaftsverbände: Rheinland, Westfalen
Regierungsbezirke: Arnsberg, Münster,
Düsseldorf, Köln
Fläche: 7.110 km²
Einwohner: 12.642.890 (31. Dezember 2016*)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.497 Einwohner/km²
Höchster Punkt: 494 m ü. NN (Iserlohn)
Niedrigster Punkt: 20 m ü. NN (Wesel)
Nord-Süd-Ausdehnung: 126 km
West-Ost-Ausdehnung: 121 km
geographische Lage: 50° 44′ – 51° 49′ n. Br.
6° 17′ – 7° 59′ ö. L.
Gliederung: 20 kreisfreie Städte, 11 Kreise

Die Metropolregion Rhein-Ruhr (MRR) ist ein im Landesentwicklungsplan festgelegter polyzentrischer Verdichtungsraum in Nordrhein-Westfalen, der sich an den namensgebenden Flüssen Rhein und Ruhr erstreckt. Von derzeit elf Metropolregionen in Deutschland ist sie mit rund zehn Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und gehört zu den 40 größten weltweit.[1] Die Metropolregion bildet das Zentrum der europäischen Megaregion der „Blauen Banane“.

Die Bevölkerungsschwerpunkte der Region sind das Ruhrgebiet, Köln/Bonn, Wuppertal und Düsseldorf.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von der Metropolregion Rhein-Ruhr im Landesentwicklungsplan gesetzlich definierte Verdichtungsraum erstreckt sich entlang der Flüsse Rhein und Ruhr. Entlang der Ruhrachse verläuft der Teilraum Ruhrgebiet. Der Teilraum entlang des Rheins, etwa von Wesel bis Bonn, wird gemeinhin als Rheinschiene bezeichnet. Der Siedlungskörper innerhalb der Metropolregion Rhein-Ruhr, der auch Siedlungsflächen links des Rheins, etwa im Kölner, Mönchengladbacher und Krefelder Raum, oder die Siedlungsflächen der rechtsrheinischen Großstädte Wuppertal, Remscheid und Solingen einschließt, ist nicht klar konturiert, sondern zeigt aufgrund ungleichmäßiger Besiedlungsdichte diffuse Ränder und innere Zäsuren.

Alternativ werden gelegentlich die Begriffe Ballungsraum Rhein-Ruhr oder Rhein-Ruhr verwendet. Häufig bleibt dabei aber unklar, ob damit nur der dichter besiedelte Kernbereich der Metropolregion gemeint ist, also der mehr oder weniger zusammenhängenden Siedlungskörper, der sich von Hamm im Osten bis nach Mönchengladbach im Westen sowie von Bonn im Süden nach Wesel im Norden erstreckt, oder ob auch Räume an den fließenden Grenzen ins Bergische Land, Sauerland und Münsterland begrifflich eingeschlossen sind.

Raumordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1952 hatte die Stadt Düsseldorf das Konzept einer Stadtlandschaft Rhein-Ruhr erstellt, das zur Darstellung der Lagegunst und Mittelpunktfunktion Düsseldorfs den Verdichtungsraum der Städte an Rhein und Ruhr in den Blick nahm.[2] Die Metropolregion in ihrer heutigen Bedeutung wurde von der deutschen Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) 1995 abgegrenzt und für die Verwendung in der Raumordnung empfohlen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat diese Empfehlung daraufhin in seinem Landesentwicklungsplan aufgegriffen und Planaussagen zur Europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr als Ziel der Raumordnung gesetzlich vorgegeben, um einen Verdichtungsraum mit besonderer zentralörtlicher Bedeutung für die öffentlichen und privaten Planungen zu kennzeichnen. Auf der europäischen Ebene der Raumordnung ist die Raumeinheit der Metropolregion Rhein-Ruhr in das Europäische Raumentwicklungskonzept eingeflossen.

Die Metropolregion ist im Landesentwicklungsplan gemeindescharf definiert, umfasst ein Gebiet von etwa 7000 km² mit ungefähr 10 Mio. Einwohnern und befindet sich vollständig im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Damit ist sie die mit Abstand bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Metropolregion in Deutschland und zählt zu den fünf größten Metropolregionen Europas. Das Rhein-Ruhr-Gebiet wird manchmal als Megastadt bezeichnet. Rhein-Ruhr liegt mitten im zentralen europäischen Wirtschaftsraum, der sogenannten Blauen Banane. Den höchsten Grad globaler Verflechtungen im Sinne einer Global City weist innerhalb der Metropolregion Rhein-Ruhr die Landeshauptstadt Düsseldorf auf.

Kommunen und Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metropolregion Rhein-Ruhr nach Landesentwicklungsplan
Karte der Flächennutzung des Landes Nordrhein-Westfalen: Der Ballungsraum Rhein-Ruhr zeigt sich als unklar konturierte Verdichtung von Siedlungsflächen an Rhein und Ruhr.

Die folgende Auflistung gibt der offiziellen Definition entsprechend alle zur Metropolregion zählenden Gemeinden an. In einigen Kreisen gehören nur bestimmte Gemeinden der Region an. Die einzigen kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen, die nicht dieser Metropolregion angehören, sind Aachen, Bielefeld und Münster.

Kreisfreie Städte
Stadt Einwohner
31. Dez. 2016
Fläche in km² Einwohner je km²
Bochum (BO) 364.920 145,44 2.509,08
Bonn (BN) 322.125 141,22 2.281,02
Bottrop (BOT) 117.409 100,61 1.166,97
Dortmund (DO) 585.813 280,39 2.089,28
Duisburg (DU) 499.845 232,81 2.147,01
Düsseldorf (D) 613.230 217,01 2.825,81
Essen (E) 583.084 210,38 2.771,58
Gelsenkirchen (GE) 262.528 104,86 2.503,60
Hagen (HA) 188.266 160,36 1.174,02
Hamm (HAM) 179.571 226,26 793,65
Herne (HER) 156.774 51,41 3.049,48
Köln (K) 1.075.935 405,15 2.655,65
Krefeld (KR) 226.812 137,76 1.646,43
Leverkusen (LEV) 163.113 78,85 2.068,65
Mönchengladbach (MG) 260.925 170,45 1.530,80
Mülheim an der Ruhr (MH) 170.936 91,29 1.872,45
Oberhausen (OB) 211.382 77,04 2.743,80
Remscheid (RS) 110.611 74,60 1.482,72
Solingen (SG) 158.908 89,46 1.776,30
Wuppertal (W) 352.390 168,39 2.092,70
Summe/Durchschnitt 6.604.577 3.163,74 2.087,59
Kreise
kreisangehörige Stadt/Gemeinde Einwohner
31. Dez. 2016
Fläche in km² Einwohner je km²
Kreis Mettmann (ME)
Erkrath 44.413 26,89 1.651,65
Haan 30.414 24,22 1.255,74
Heiligenhaus 26.010 27,47 946,85
Hilden 55.569 25,96 2.140,56
Langenfeld (Rheinland) 58.563 41,10 1.424,89
Mettmann 38.734 42,52 910,96
Monheim am Rhein 40.814 23,10 1.766,84
Ratingen 87.158 88,72 982,39
Velbert 81.822 74,90 1.092,42
Wülfrath 21.273 32,23 660,04
Kreis Unna (UN)
Bergkamen 48.543 44,80 1.083,55
Bönen 18.106 38,02 476,22
Fröndenberg/Ruhr 20.908 56,21 371,96
Holzwickede 17.160 22,36 767,44
Kamen 43.672 40,93 1.066,99
Lünen 86.274 59,18 1.457,82
Schwerte 46.754 56,20 831,92
Selm 25.714 60,34 426,15
Unna 57.891* 88,52 653,99
Werne 29.858 76,08 392,46
Ennepe-Ruhr-Kreis (EN)
Ennepetal 29.901 57,42 520,74
Gevelsberg 30.966 26,29 1.177,86
Hattingen 54.744 71,39 766,83
Herdecke 22.768 22,40 1.016,43
Schwelm 28.577 20,50 1.394,00
Sprockhövel 25.032 47,79 523,79
Wetter 27.785 31,47 882,90
Witten 96.781 72,37 1.337,31
Märkischer Kreis (MK)
Hemer 34.223* 67,56 506,56
Iserlohn 93.197 125,50 742,61
Menden (Sauerland) 53.315 86,06 619,51
Kreis Recklinghausen (RE)
Castrop-Rauxel 74.004 51,66 1.432,52
Datteln 34.555 66,08 522,93
Dorsten 75.196 171,19 439,25
Gladbeck 75.532 35,91 2.103,37
Herten 61.461 37,32 1.646,86
Marl 83.737 87,63 955,57
Oer-Erkenschwick 31.569 38,69 815,95
Recklinghausen 114.003 66,43 1.716,14
Waltrop 29.245 46,99 622,37
Rhein-Erft-Kreis (BM)
Brühl 44.294 36,12 1.226,30
Frechen 52.171 45,11 1.156,53
Hürth 59.272 51,17 1.158,33
Wesseling 35.768 23,37 1.530,51
Rhein-Kreis Neuss (NE)
Dormagen 64.016 85,41 749,51
Grevenbroich 62.977 102,46 614,65
Kaarst 43.218 37,40 1.155,56
Korschenbroich 32.947 55,26 596,22
Meerbusch 55.091 64,38 855,72
Neuss 152.882 99,48 1.536,81
Rhein-Sieg-Kreis (SU)
Alfter 23.531 34,77 676,76
Bornheim 47.749 82,71 577,31
Niederkassel 37.828 35,79 1.056,94
Sankt Augustin 56.115 34,23 1.639,35
Siegburg 41.034 23,46 1.749,10
Troisdorf 74.616 62,17 1.200,19
Rheinisch-Bergischer Kreis (GL)
Bergisch Gladbach 111.341 83,12 1.339,52
Burscheid 18.288 27,38 667,93
Leichlingen (Rheinland) 28.101 37,33 752,77
Kreis Viersen (VIE)
Kempen 34.865 68,81 506,69
Tönisvorst 29.235 44,33 659,49
Viersen 76.384 91,07 838,74
Willich 50.932 67,77 751,54
Kreis Wesel (WES)
Dinslaken 67.726 47,67 1.420,73
Kamp-Lintfort 37.414 63,16 592,37
Moers 103.881 67,69 1.534,66
Neukirchen-Vluyn 27.200 43,48 625,57
Rheinberg 31.356 75,15 417,25
Voerde 36.273 53,48 678,25
Wesel 60.797 122,53 496,18
Gesamt 4.038.313 3.946,66 1023,22

Die mit * gekennzeichneten Einwohnerzahlen sind abweichend die amtlichen Zahlen vom 30. Juni 2016.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1960er Jahre hinein war das Ruhrgebiet, geprägt durch die Montanindustrie, das unbestrittene wirtschaftliche Zentrum von Nordrhein-Westfalen. Nach dem einsetzenden Strukturwandel durch die Kohlekrise erlangte der Bildungs-/Forschungs- und Dienstleistungssektor immer mehr an Gewicht.

Die Rheinschiene wurde vom Strukturwandel weniger stark getroffen. Bonn konnte, nachdem die Bundesregierung und einige Ministerien nach Berlin umgezogen waren, statistisch jeden dadurch verloren gegangenen Arbeitsplatz ausgleichen. Köln konnte sich als Messe- und Dienstleistungsstandort behaupten. Düsseldorf ist nach dem BIP pro Kopf die wirtschaftsstärkste Stadt der Metropolregion und belegt nach Frankfurt Platz 2 in Deutschland; die Zentralität ist die höchste in ganz Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensgeber der Metropolregion: Mündung der Ruhr in den Rhein in Duisburg-Ruhrort

Die Metropolregion ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt für alle Verkehrsarten.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rhein-Ruhr treffen sich zahlreiche kontinental bedeutende Autobahnen wie die Bundesautobahnen A 1 (Heiligenhafen – Hamburg – Köln – Saarbrücken), A 2 (Oberhausen – Hannover – Magdeburg – Berlin), A 3 (Emmerich – Köln – Frankfurt am Main – Nürnberg – Passau) und A 4 (Aachen – Köln – Dresden – Görlitz). Die A 3 im Raum Köln gilt als die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Am Kölner Ring treffen zudem die A 1, A 3 und A 4 aufeinander. Am Autobahnkreuz Oberhausen treffen sich A 2 und A 3 und am Kamener Kreuz bei Dortmund treffen sich A 1 und A 2.

Überregional und regional bedeutende Autobahnen in Rhein-Ruhr sind die A 31 (Bottrop – Leer – Emden), A 40 (Ruhrschnellweg: Venlo (NL) – Essen – Dortmund), A 42 (Emscherschnellweg: Kamp-Lintfort – Duisburg – Dortmund), A 43 (Wuppertal – Bochum – Münster), A 44 (Aachen – Mönchengladbach – Kassel), A 45 (Sauerlandlinie: Dortmund – Siegen – Seligenstadt), A 46 (Heinsberg – Wuppertal – Bestwig / Hagen – Iserlohn – Hemer), A 52 (Roermond (NL) – Düsseldorf – Marl), A 57 (Nimwegen – Krefeld – Köln), A 59 (Dinslaken – Duisburg – Düsseldorf – Bonn) und A 61 (Venlo (NL) – Koblenz – Hockenheim).

Verdichtet wird das Fernstraßennetz durch die kleineren, 3-stelligen Autobahnen A 445 ((Hamm) – Werl – Arnsberg), A 516 (AK Oberhausen – Oberhausen-Eisenheim), A 524 (AD Breitscheid – AK Duisburg-Süd), A 535 (Sonnborner KreuzVelbert), A 540 (Jüchen-Grevenbroich), A 542 (Monheim – Langenfeld), A 544 (AK Aachen – Aachen-Europaplatz), A 553 (AK Bliesheim – Brühl), A 555 (Köln-Süd – Bonn), A 559 (AD Köln-Porz – Köln-Deutz), A 560 (Hennef – Sankt Augustin), A 562 (AK Bonn-Ost – Bonn-Friesdorf) und A 565 (Meckenheim – Bonn).

Obwohl es zahlreiche Autobahnen im Rhein-Ruhr-Raum gibt, sind die Autobahnen außergewöhnlich stauanfällig. Insbesondere der Transitverkehr von den Niederlanden und Belgien in den osteuropäischen Raum belastet die Autobahnen.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Metropolregion liegen sechs Bahnhöfe der Kategorie 1, drei von ihnen zählen zu den zehn meistfrequentierten Bahnhöfen Deutschlands:

Bahnhof Fernverkehrszüge Nahverkehrszüge S-Bahnen Züge, S-Bahnen Reisende
Köln Hauptbahnhof 243 521 466 1.230 ≈280.000
Köln Messe/Deutz ? ? ? ? ?
Düsseldorf Hauptbahnhof 169 423 550 1.142 ≈250.000
Dortmund Hauptbahnhof 195 485 302 982 ≈190.000
Duisburg Hauptbahnhof 150 351 142 844 ≈90.000
Essen Hauptbahnhof 123 198 403 799 ≈170.000

(alle Angaben pro Tag)

Zur Bahnhofskategorie 2 zählen die Bahnhöfe Bochum, Bonn, Düsseldorf Flughafen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Mönchengladbach, Neuss, Oberhausen, Siegburg/Bonn, Solingen und Wuppertal.

Der öffentliche Personennahverkehr der Metropolregion ist in drei Verkehrsverbünde aufgeteilt. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist für den öffentlichen Personennahverkehr im Ruhrgebiet, im Bergischen Städtedreieck sowie am mittleren und unteren Niederrhein zuständig, der Verkehrsverbund Rhein-Sieg im Köln-Bonner Raum. Der Kreis Unna, der Märkische Kreis und Hamm sind der VRL zugeordnet. Bis Mitte der 2020er Jahre ist vorgesehen, den Regionalverkehr im Ballungsraum durch die schrittweise Einführung des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) zu verbessern, so dass im Kernbereich zwischen dem Hauptbahnhof Düsseldorf und dem Hauptbahnhof Duisburg alle zehn Minuten ein RRX zum Nahverkehrspreis fährt.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region verfügt über zwei internationale Flughäfen und einen regionalen.

Beim Passagieraufkommen liegt Düsseldorf mit 20,3 Millionen Passagieren 2011 in Deutschland auf Rang 3 (nach Frankfurt am Main mit 56 Millionen und München mit 38 Millionen Passagieren), beim Frachtaufkommen liegt Köln/Bonn mit 0,7 Millionen Tonnen Luftfracht 2008 auf Rang 2 (nach Frankfurt am Main mit 2,1 Millionen Tonnen).

Flughafen Passagiere (2011) Fracht (2011) Kategorie
Flughafen Düsseldorf 20,34 Mio. 81.794 t international
Flughafen Köln/Bonn 9,62 Mio. 742.372 t international
Flughafen Dortmund 1,82 Mio. 26 t regional

Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rhein ist die bedeutendste Binnenwasserstraße Europas, der Duisburger Hafen der größte Binnenhafen der Welt und der Dortmunder Hafen ist der größte Kanalhafen Europas. Des Weiteren gibt es im Ruhrgebiet ein großes schiffbares Kanalnetz:

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als im Falle des Rhein-Main-Gebiets mit Frankfurt am Main als eindeutig stärkstem Zentrum, liegen in Rhein-Ruhr zahlreiche vergleichbar große und bedeutende Städte. Diese Polyzentralität führt oftmals zu starken Rivalitäten zwischen diesen Städten. Außerdem gibt es konkurrierende Konzepte und Selbstverständnisse regionaler Identität selbst innerhalb des Ruhrgebiets und der Rheinschiene von Bonn bis Wesel. Diese Kirchturmpolitik hat bislang ein einheitliches Auftreten der Region verhindert. Das oft von der Politik verbal angestrebte Zusammenwachsen der Metropolregion bleibt auf lokale Initiativen beschränkt, wie zum Beispiel Fusionen der Verkehrsbetriebe oder der Hafenbetriebe von Düsseldorf und Neuss. Darüber hinaus verhindert die Verwaltungsstruktur des Landes Nordrhein-Westfalen eine einheitliche Planung und Verwaltung der Metropolregion. Allerdings haben die Städte Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen mit der Aufstellung eines Regionalen Flächennutzungsplans eine neue Qualität der interkommunalen Zusammenarbeit in der Planung erreicht.

Die Ausweisung der Region zur Metropolregion wird vor allem durch die Landesregierung vorangetrieben. Im Landesentwicklungsplan wird ausdrücklich der Erhalt und Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion als vorrangiges Ziel aufgeführt.

Durch den Entwurf eines neuen Landesentwicklungsplans (Entwurf vom 25. Juni 2013) hat die Landesplanung Nordrhein-Westfalens die Absicht, das gesamte Staatsgebiet des Landes als Metropolregion Nordrhein-Westfalen auszuweisen.[3]

Rechtsbegriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesplanungsrechtlich wird die Europäische Metropolregion Rhein-Ruhr im Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen (Teil A) räumlich bestimmt und sachlich in Form von textlich formulierten „Zielen“ unter dem Abschnitt B.I.2. behandelt.[4] Auf dieser Grundlage ist die rechtliche Bedeutung der Europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr als Planaussage der Raumordnung und Landesplanung zu bewerten. Fraglich bleibt, welche konkreten Rechtsfolgen die entsprechenden Planaussagen des Landesentwicklungsplans auslösen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Metropolregion Rhein-Ruhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [|- http://www.it.nrw.de/statistik/a/daten/bevoelkerungszahlen_zensus/index.html Amtliche Bevölkerungszahlen]
  2. Abbildung 13 in: Werner Durth: Düsseldorf: Demonstration der Modernität. In: Klaus von Beyme u. a. (Hrsg.): Neue Städte aus Ruinen. Deutscher Städtebau der Nachkriegszeit. Prestel-Verlag, München 1992, ISBN 3-7913-1164-6, S. 243
  3. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen: LEP NRW. Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen. Entwurf (Stand: 25. Juni 2013), S. 27, abgerufen im Portal nrw.de am 31. August 2013
  4. Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen[1], abgerufen am 30. April 2010