Mettma

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Mettma
Verlauf der Mettma hervorgehoben

Verlauf der Mettma hervorgehoben

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2198814
Lage Hochschwarzwald

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Schlücht → Wutach → Rhein → Nordsee
Quelle des rechten Namens-Oberlaufs:
östlich von Seebrugg, Gemeinde Schluchsee
47° 47′ 58″ N, 8° 12′ 17″ O
des linken Oberlaufs Aubach:
westlich von Faulenfürst, Gemeinde Schluchsee
47° 48′ 40″ N, 8° 12′ 3″ O
Quellhöhe ca. 1030 m ü. NN[1] 
(OL Aubach)
Mündung östlich von Berau in die SchlüchtKoordinaten: 47° 41′ 44″ N, 8° 16′ 51″ O
47° 41′ 44″ N, 8° 16′ 51″ O
Mündungshöhe unter 523,5 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 506,5 m
Länge 18,8 km[3] 
mit längerem OL Aubach
Einzugsgebiet 41,728 km²[4]
Abfluss an der Mündung[5]
AEo: 41,7 km²
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ
200 l/s
920 l/s
22,1 l/(s km²)
13,9 m³/s
82 m³/s
Durchflossene Stauseen Mettmastausee
Kleinstädte Ühlingen-Birkendorf
Gemeinden Schluchsee, Grafenhausen
Sohlgefälle: 27 ‰ im Mittel

Die Mettma ist ein Nebenfluss der Schlücht im Südschwarzwald in Baden-Württemberg.

Verlauf und Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die obere Mettma
Das Mettmabecken (Stausee) im Kerbtal des Unterlaufs

Die Mettma verläuft zwischen den parallelen Tälern der Schwarza im Westen und der oberen Schlücht in generell südsüdöstlicher Richtung, der Abdachungsrichtung des östlichen Hotzenwaldes folgend.

Quellgebiet und Oberlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quellgebiet liegt östlich des Schluchsees in der tektonisch angelegten und von eiszeitlichen Gletschern ausgeformten Schluchsee-Talung, die sich noch fast 10 Kilometer weit nach Südosten fortsetzt und dabei für die Mettma und andere südwärts querende Bäche auf jeweils kurzer Strecke die Abflusslinie vorgibt. Sie ist durch zahlreiche parallele Geländerücken (meist Seitenmoränen) gegliedert, die vielen Bächen wie auch dem linken Oberlauf der Mettma immer wieder den direkten Weg ins Tal verlegen. Dieser längere Oberlauf entspringt als Aubach knapp 1 km westlich der Ortschaft Faulenfürst (Gemeinde Schluchsee, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Diese höchstgelegene Quelle liegt am Osthang des Fohrenbühl auf ca. 1050 m ü. NN. Nach einem gefällereichen guten Kilometer[3] Lauf nach Süden nimmt er kurz die Richtung eines von Westen kommenden kleinen Wiesenbaches auf und trifft dann wiederum gefällereich von Norden auf den wesentlich kleineren namentlichen Oberlauf der Mettma. Er entspringt etwas östlich des Endbahnhofs Seebrugg der Dreiseenbahn auf knapp 930 m ü. NN und fließt am Grund der großen Talung gemächlich ostwärts.

Engtalstrecke im Unterlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch im Hochtal erreicht die Mettma das Gebiet des Landkreises Waldshut und verlässt es dann kurz vor Rothaus (Gemeinde Grafenhausen) mit scharfem Rechtsknick nach Süden. Das nun engere, aber von einer kleineren Gletscherzunge wiederholt etwas verbreiterte Tal verengt sich im weiteren Flussverlauf bis zur Mündung in die Schlücht weiter und bildet im Grundgebirge des Schwarzwaldes ein 100 bis fast 200 m tiefes Kerbtal. Es schwenkt allmählich südostwärts und knickt dann, gut zwei Kilometer vor der Mündung, unvermittelt nach Süden ab. Diese auch für die Nachbarflüsse typischen südwärtigen Richtungswechsel hängen mit dem Aufsteigen des Schwarzwaldes im Tertiär (Neogen) zusammen, was, als die Flüsse noch nicht die heutigen Engtäler gebildet hatten, quasi zu deren „Auskippen“ nach Süden führte.[6] Ein letzter Talknick vor der Mündung, nun nach Osten, korrespondiert mit einem ehemaligen, 65 Meter höher liegenden Talgrund, der die Südrichtung fortsetzt und erst 2 Kilometer weiter auf das Schlüchttal trifft. Das Tal der Schlücht hat, im Gegensatz zum einmündenden Mettmatal, Schluchtcharakter. Bei der Mündung in die Schlücht führt die Mettma trotz fast gleich großen Einzugsgebietes mit 0,92 m³/s etwas mehr Wasser als die Schlücht (0,79 m³/s), vor allem, weil sie etwas höhere Niederschlagssummen erhält.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge[3], Seefläche[7] und Einzugsgebiet[8] und Höhe[1] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

  • Aubach, bedeutenderer linker Oberlauf, 2,4 km und 2,5 km²[4]
  • (Zufluss vom Möllen), von links bei Amertsfeld am Südknick, 1,2 km und 2,4 km²
  • (Waldbach aus Rothaus), von links bei Brünnlisbach, 1,3 km und 1,1 km²
  • (Bach vom Hohenstaufen), von rechts an der Schaffhauser Säge, 1,6 km und 0,9 km²
  • (Waldbach), von rechts nahe der Lanzenfurtkapelle, 1,3 km und 0,8 km²
  • Schönenbach, von rechts, 2,1 km und 2,1 km²
  • Rhinamättle, von rechts nach der Klausenmühle, 1,5 km und 2,4 km²
  • Bedebach, von links an der Heidenmühle, 1,3 km und 1,0 km²
  • Bittebach, von links, 1,6 km und 1,5 km²
  • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt das Mettmabecken, 10,6 ha
  • Sägenbächle, von links, 4,4 km und 3,3 km²
  • Lochwiesenbach, von links an der Lochmühle, 0,9 km und ca. 1,4 km²[9]
  • Langhag, von links zu Füßen von Mandach, 1,6 km und ca. 1,1 km²[9]

Nutzung und Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mettma mit Stausee im Rahmen des Pumpspeichernetzwerkes Schluchsee

Das Tal wird überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Touristisch wird das reizvolle Tal wenig genutzt, auch wenn die östliche Route des Mittelweges dem Tal folgt. Der Mettmastausee steht für Freizeitnutzungen nicht zur Verfügung.

Wasserkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut 4 Kilometer oberhalb der Mündung erstreckt sich oberhalb einer Staumauer das Mettmabecken auf einer Länge von bis zu 1,5 km und einer Breite von ca. 125 m. Es gehort zum östlichen Seitenarm eines Pumpspeicher-Verbundes, der daneben aus der dreistufigen Hauptachse zwischen Schluchsee und Rhein und dem westlichen Seitenarm mit dem Albstausee besteht und das ältere von zwei großen Pumpspeicheranlagen der Schluchseewerke AG im Südschwarzwald ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den öffentlichen Verkehr mit Kraftfahrzeugen ist das Tal der Mettma, abgesehen von querenden Gemeindeverbindungen, fast auf der gesamten Länge gesperrt.

Der Oberlauf der Mettma wird auf einer kurzen Strecke von der Landesstraße 170 begleitet, die zwischen Seebrugg (Gemeinde Schluchsee) und Bonndorf die B 500 mit der B 315 verbindet. An der Mündung überquert die Schlüchttalsstraße (L 157) von Gurtweil (Stadt Waldshut-Tiengen) nach Rothaus die Mettma. Dazwischen wird das Tal von drei Gemeindeverbindungsstraßen, BerauRiedern am Wald (Ortsteile von Ühlingen-Birkendorf), Brenden (Ühlingen-Birkendorf)Buggenried (Grafenhausen) und Schönenbach (Grafenhausen) – Grafenhausen gequert.

Historische Nutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ortus fluvii Metimē wird die Mettma im Jahr 1111 erstmals in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen genannt. Im Mettmatal wurden sicher schon im Mittelalter, wahrscheinlich aber schon deutlich früher, die an den Abhängen zu Tage tretenden Erzgänge abgebaut. Begehrt war vor allem das Silber, das aber nicht gediegen vorkommt und darum den Abbau des silberhaltigen Bleiglanzes erforderte. Der Gewannname Silberberg unterhalb des Ortes Buggenried geht auf diesen Abbau zurück.

Der Abbau wurde im Mittelalter vom Kloster St. Blasien betrieben oder mit einer Abgabe belegt, wobei auch die Regierung von Vorderösterreich beteiligt war. Der abgebaute Bleiglanz wurde danach im Wurkehof in Todtnau verhüttet und das gewonnene Rohsilber in einer Hütte in Freiburg im Breisgau zu höherem Feingehalt gebracht. Belegt ist die Verwendung des Silbers als Münzmetall in der Freiburger Münze. Blei wurde im Mittelalter unter anderem beim Bau von Fenstern, Steinverbindungen oder Blechen verwendet.

Der Abbau der Mineralien kam mit Importen billigeren Silbers schon am Ende des Mittelalters mehr und mehr zum Erliegen. Im 20. Jahrhundert (besonders um 1900, zwischen 1922 und 1926 und um 1939) wurden Probeschürfungen im Mettmatal und auch im Schwarzatal vorgenommen. Sie führten von 1923 bis 1926 zu erneutem Abbau von Bleiglanz. Die Pforzheimer Fluß- und Schwerspatwerke GmbH begann in der Grube Brenden von 1959 bis 1962 mit dem Abbau und zeitweiliger Förderung von Flussspat[10], das der Herstellung von Fluor und Fluorverbindungen dient. Fluß- und Schwerspat wird im Schwarzwald nur noch in der Grube Clara abgebaut. Bei Urberg zeigt das 2001 eröffnete Mineralienmuseum einen Einblick in die Arbeit im ehemaligen Fluss- und Schwerspatbergwerk „Gottesehre“ in Höll-Bildstein.

Mühlen und Sägereien entlang der Mettma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserkraft der Mettma wurde durch mehrere Getreide- bzw. Sägemühlen genutzt so die Schaffhauser Säge, Klausenmühle, Buggenrieder Mühle, Heidenmühle und die Lochmühle.

Im Mittelalter wurde über das Berauer Wuhr Wasser am westlichen Talhang entlang bis nach Berau geführt, um dort unter anderem die Wasserkraft nutzen zu können.

Burgen entlang der Mettma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2002, Bd. XXVII. Landkreis Waldshut (Hrsg.), DRW-Verlag, Karlsruhe 2002.
  • Rudolf Metz, Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. Moritz Schauenburg Verlag, Lahr 1980.
  • Topografische Karten des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg Nr. 8115 u. 8215, Maßstab 1:25.000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mettma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. a b c Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. a b Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW..
  5. LUBW: Abfluss-Kennwerte HQ und MQ/NQ, abgerufen am 1. Oktober 2016
  6. Willi Paul: Die Naturgeschichte der Wutachschlucht – Geologie. In: Fritz Hockenjos (Hrsg.): Wanderführer durch die Wutach- und Gauchachschlucht, Freiburg (Rombach), 1973, S. 11
  7. Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer des Online-Kartenservers der LUBW.
  8. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  9. a b Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  10. Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. 1980, S. 399–400ff