Mettmenstetten

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Mettmenstetten
Wappen von Mettmenstetten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Affoltern
BFS-Nr.: 0009i1f3f4
Postleitzahl: 8932
UN/LOCODE: CH MET
Koordinaten: 677662 / 233183Koordinaten: 47° 14′ 42″ N, 8° 27′ 52″ O; CH1903: 677662 / 233183
Höhe: 468 m ü. M.
Fläche: 13,11 km²
Einwohner: 4659 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 355 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
14,0 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.mettmenstetten.ch
Sicht auf Mettmenstetten vom Paradis

Sicht auf Mettmenstetten vom Paradis

Karte
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Mettmenstetten (schweizerdeutsch: Mättmischtette oder Mättmi, in der lokalen Mundartaussprache Mäpmischtette[3] bzw. Mäpmi) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz. Die politische Gemeinde wurde 1895 aus den Zivilgemeinden Ober- und Untermettmenstetten und den Weilern Rossau, Dachlissen und Herferswil gebildet.

Offizielles Jubiläumslogo Gemeinde Mettmenstetten

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mettmenstetten liegt im Südwesten des Kanton Zürich und ist mit 13,11 km² nach Hausen am Albis aber noch vor Stallikon und Affoltern am Albis die zweitgrösste Gemeinde im Bezirk Affoltern. Das Dorf Mettmenstetten ist in 17 Kilometer Luftdistanz von Zürich und 12 Kilometer von Zug gelegen. Zu der Gemeinde gehören die Weiler Dachlissen, Eigi, Grossholz, Herferswil, Hübscheren, Rossau und Wissenbach. Der grösste Anteil des Gemeindegebiets wird von Landwirtschaftsflächen eingenommen, die 67,9 Prozent umfassen. Weitere 19 Prozent sind Wald, 7,8 Prozent Siedlungsfläche und 5,3 Prozent Verkehrsfläche.[4]

Im Norden liegt der Bezirkshauptort Affoltern am Albis. Gegen den Albis hin höher gelegen befinden sich die Gemeinden Aeugst am Albis im Nordosten und im Osten Rifferswil und Kappel am Albis. Im Süden liegt Knonau, im Westen Maschwanden und Obfelden.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In geologischer Hinsicht liegt Mettmenstetten im Molassebecken des Schweizer Mittellandes. Das Becken wurde im Verlaufe des Tertiärs mit dem Abtragungsschutt der entstehenden Alpen aufgefüllt, wobei sich die Sedimente in verschiedene Schichten unterteilen lassen. Ablagerungen unter marinen Bedingungen werden als Meeresmolasse, solche unter fluviatilen Bedingungen als Süsswassermolasse bezeichnet. Die Gemeinde liegt westlich der Albis-Bergkette in einer sich gegen die Reussebene öffnenden Moränenlandschaft.

Die entscheidende landschaftliche Überprägung erhielten Affoltern und die Region durch den Vorstoss des Reussgletschers während der verschiedenen Eiszeiten. Durch den Gletscher wurden bereits existierende Talmulden vertieft und erweitert sowie neue Täler geschaffen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mettmenstetten liegt im Bereich der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima sind einerseits die Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), welche meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen bringt als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen auf Mettmenstetten. Die nächstgelegenen Klima-Messstationen von MeteoSchweiz befinden sich in Luzern und Zürich-Affoltern in 13 bzw. 27 Kilometern Entfernung. Beide Stationen liefern annähernd gleiche Werte. Daraus ergibt sich für Mettmenstetten ungefähr eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8,7 °C. Der kälteste Monat ist Januar mit −0,4 °C, der wärmste ist Juli mit 21,0 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt rund 1100 mm pro Jahr, wobei besonders während der drei Sommermonate aufgrund der konvektiven Niederschläge höhere Mengen gemessen werden als im Winter.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora von Mettmenstetten und den umliegenden Gemeinden umfasst etwa 1 100 Pflanzenarten; ohne Algen, Pilze, Flechten und Moose. In Affoltern sind Laubwälder, besonders der Waldmeister-Buchenwald verbreitet. Auf Böden, die infolge höheren Tongehaltes oder ihrer Lage am Hangfuss bzw. an Muldenrändern feuchter sind, wird die Buche zusehends durch Berg-Ahorn und Esche verdrängt. Bärlauchfluren bestimmen deren Unterwuchs. In allen kalkreichen Laubmischwäldern ist der Türkenbund verbreitet. In der Region gibt es vor allem Vögel und Schlangen. Zugenommen haben die Bestände von Hausrotschwanz, Wacholderdrossel, Eichelhäher und Graureiher, abgenommen haben hingegen Gartenrotschwanz und der Kuckuck. Der Rotmilan ist der grösste Greifvogel in der Region.

Geschichte[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Römerzeit ist die Region dünn besiedelt, Gutshöfe prägen die Landschaft. Die Überreste eines römischen Gutsbetriebs gibt es noch heute im Niederfeld, gut konserviert im Boden. Erstmals wurde 998 die Kirche von Mettmenstetten in einem Dokument des Klosters Pfäfers erwähnt.. Thesen bezüglich dem Namen gehen von einer Hofstätte eines alemannischen Siedlers bis zur Kirche als Stätte der Mitte zwischen zwei anderen Orten. Die wissenschaftliche Begründung diesbezüglich ist bis heute unklar. Die erste beurkundete Erwähnung datiert sich auf das Jahr 1116 von «Metemunstat» durch das Kloster Pfäfers, dabei gehören 5 Fraktionen zu diesem Kirchgang. Dadurch zählt das Jahr als offizielle Jahr von Mettmenstetten. Zum ersten Mal wird 1221 Rossau urkundlich erwähnt.

Das erste Wappen für Mettmenstetten wird 1285 erwähnt und zeigt ein Ankerkreuz. Der Besitz der Vogtei Knonau mit Ober-Mettmenstetten wechselt 1309 von den Herren von Eschenbach-Schnabelburg an die Ritter von Hünenberg, welche das bis heute gültige Wappen mit dem Doppeleinhorn einführen. Vogt Hartmann erhält die Vogtgewalt über Mettmenstetten. Mettmenstetten wird 1398 zum Spielball eines hektischen Landtausches. Zuerst übernehmen die Ritter von Seon. Dann überträgt sich der Besitz auf die Herren von Heidegg und zu guter letzt nennen die Edlen von Landenberg Mettmenstetten deren Eigen. Der Zürcher Bürgermeister Johannes Meyer von Knonau erwirbt 1399 den «Meyerhof» bei der Linde in Ober-Mettmenstetten: Dort wird auch Gericht gehalten. Die heute noch bestehende und benutzte Wiesenbachbrücke wird 1490 gebaut auf der Handelsroute Zürich – Luzern. Die Kirche wird von 1510 bis 1521 erweitert und erlangt allmählich die heutige Form. Die Züricher verlieren 1531 die Schlacht bei Kappel und Reformer Zwingli sein Leben.

Anker Kappeler Milchsuppe 1869

. Die Bautätigkeiten für Wohnraum wurden 1607 drastisch eingeschränkt, Baustopp. Anbau bleibt teils erlaubt, so entstehen die noch heute vorhandenen «Reihenhäuser».

Viele Mettmenstetter wandern zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Amerika aus. Es wird ein Auswanderungsverbot erlassen, welches aufgrund der grossen Not wenig Beachtung findet. Im Jahre 1803 wurden fünf Fraktionen (Unter-, Obermettmenstetten, Dachlissen, Rossau und Herferswil) zu einer Zivilgemeinde zusammengeschlossen. Mettmenstetten gehört nun dem Bezirk Horgen an. In Mettmenstetten wird 1826 die erste Züricher Amtsschule auf dem Land gegründet (später Sekundarschule genannt). Mettmenstetten wurde 1837 dem Bezirk Affoltern zugeteilt und verlor den Status Bezirkshauptort. Affoltern ist von nun an Hauptort. 1895 wurden Ober- und Unter-Mettmenstetten vereinigt. Die erste katholischen Kirche wurde in Mettmenstetten auf dem Rütteli. Mettmenstetten erhielt 1990 S-Bahn Anschluss. Volksinitiative zur Verhinderung der Autobahn durchs Säuliamt wird vom Volk verworfen. 2009 wurde die Autobahnteilstücks A4 durchs Knonaueramt als wichtiges Verbindungsstück zwischen Luzern und Zürich eröffnet. Der Verkehr verlagert sich immer mehr auf die Autobahn. Mettmenstetten feiert 2016 das 900 Jahr Jubiläum[6].

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnhaus Buchstock

Die erste urkundlich noch vorhandene Namensbezeichnung ist 1116 als Metemunstat bestätigt. Namen wie Mettmonstetten (1240), Metamonstetten oder Methemonstettin (1255) liessen vermuten, dass es sich bei der Ortsbezeichnung um die Hofstätte eines alemannischen Siedlers namens Metamon oder Metemun gehandelt haben könnte.[7]

Eine weitere Erklärung ist, dass die Ansiedlung mit der 998 erwähnten Kirche als Stätte der Mitte zwischen zwei anderen Orten bezeichnet worden ist. Welcher Orte allerdings, ist unklar. Es könnte sich um lokale Siedlungen gehandelt haben, wie zum Beispiel den mittleren von drei alemannischen Höfen, die Mittelstätte zwischen den Weilern Rossau und Dachlissen oder zwischen Kappel am Albis und Maschwanden.[7]

Zeitgenossen fanden die Erklärung, Mettmenstetten habe schon lange als Mittelstätte und Pferdewechselstation zwischen den Städten Zürich und Luzern bestanden.[7]

Wissenschaftlich lässt sich keine dieser Versionen bestätigen.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Silber zwei zusammengewachsene, abgewandte schwarze Einhornrümpfe.

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1285, als Mettmenstetten noch zum grösseren Teil im Herrschaftsbereich der Freiherren von Eschenbach lag, deren Emblem – ein Ankerkreuz auf gelbem Grund – vom späteren Freiamt und dem heutigen Bezirk Affoltern übernommen wurde. Nach dem Niedergang der Eschenbacher erhielten 1309 die Edlen von Hünenberg deren Besitzrechte in ganz Mettmenstetten. Sie führten in ihrem Wappenschild die Einhornköpfe ein. Als dieses Rittergeschlecht verschwand, blieb deren Hoheitszeichen als Mettmenstetter Wappen zurück. Als ältester Beleg für das Wappen der Gemeinde oder der Kirchgemeinde sind die Einhornrümpfe im Mittelfeld der Holzdecke anzuführen, welche der Zuger Tischmacher Jakob Winkler 1521 für die Kirche Mettmenstetten geschnitzt hat.[7]

Mättmi900 – Jubiläumslogo 900 Jahre Mettmenstetten:
Für das 900 Jahr Jubiläum (2016) von Mettmenstetten wurde ein spezielles Jubiläumslogo kreiert. Dabei sind die beiden schwarzen Einhornrümpfe umhüllt von einer festlichen Schlaufe mit der Aufschrift des Jubiläumsmotto: «Mättmi fiiret 900 Jahr»[8]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1836 1405
1850 1450
1900 1396
1950 1710
2000 3724
2008 4109
2012 4414

In Mettmenstetten leben 4'414 Personen (Stand Ende 2012)[9]. 13.5 Prozent der in Mettmenstetten gemeldeten Einwohner, das sind 594 Personen, besitzen keinen Schweizer Pass. 2012 waren 16.4 Prozent der Einwohner jünger als 15 Jahre und 6,3 Prozent der Einwohner waren zwischen 15 und 19 Jahren. Zwischen 20 und 64 Jahren sind rund 62,9 Prozent der Einwohner. Älter als 64 Jahre waren 14.3 Prozent der Einwohner.

Die Amts- und Verkehrssprache Deutsch, welche im alltäglichen Umgang überwiegend als Zürichdeutsch gesprochen wird.

Heute sind die Evangelisch-reformierten mit 53,1 Prozent die grösste Religionsgruppe, an zweiter Stelle folgt die römisch-katholische Kirche mit 27,8 Prozent. Immer mehr Personen in Mettmenstetten bezeichnen sich als konfessionslos; der Anteil der Konfessionslosen (11,3 Prozent) und derjenigen ohne Angabe einer Konfession (3,2 Prozent) war im Jahr 2000 zusammen bei 14,5 Prozent.

Im Oktober 2012 waren laut dem statistischen Amt des Kantons Zürich 57 Personen in Mettmenstetten als arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent. Der Frauenanteil in Mettmenstetten beträgt im Jahre 2012 49.5 Prozent.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Mettmenstetten führt die 1864 von der Zürich-Zug-Luzern-Bahn eröffnete Bahnstrecke Zürich–Zug; sie wird von der Linie S 5 ZugAffoltern a.A.Zürich HBUsterPfäffikon SZ der S-Bahn Zürich bedient.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierte Kirche Mettmenstetten

In Mettmenstetten gibt es vier Kirchen:

  • Die reformierte Kirche befindet sich in der Ortsmitte. Sie besitzt als Besonderheit eine spätgotische, mit Flachschnitzereien verzierte Holzdecke, welche von Jakob Winkler 1521 angefertigt worden war.[10]
  • Die katholische Kirche St. Burkhard stammt aus dem Jahr 1968 und wurde 2000 durch ein Pfarreizentrum erweitert. Ihr Vorgängerbau war eine Kapelle aus dem Jahr 1935.
  • Die Evangelische Täufergemeinde (ETG) befindet sich an der Weidstrasse 20.
  • An der Langacherstrasse wurde die Neuapostolische Kirche errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mettmenstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009.
  4. Statistische Daten Gemeinde Mettmenstetten
  5. Wo nicht anders vermerkt bezieht sich die Information auf die Dorfchronik Mettmenstetten: Geschichte und Geschichten, Autor Hans Huber-Hegglin, Verlag Gemeinde Mettmenstetten, 1992
  6. 900 Jahr Jubiläum
  7. a b c d e Mettmenstetten Online: Wappen/Ortsname
  8. www.mättmi900.ch
  9. Gemeindeporträts/-datenbank – Statistik. Website Kanton Zürich, Direktion der Justiz und des Innern, Statistisches Amt. Abgerufen am 21. Oktober 2013.
  10. Website der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Mettmenstetten. Abschnitt Holzdecke. Abgerufen am 25. Dezember 2014.