Maas-Argonnen-Offensive

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Meuse-Argonne-Offensive
Karte der Schlacht
Karte der Schlacht
Datum 26. September bis 11. November 1918
Ort Verdun-Sektor nördlich von Verdun
Ausgang Einstellung der Offensive mit Kriegsende
Konfliktparteien
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
FrankreichFrankreich Frankreich
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Befehlshaber
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten John J. Pershing
FrankreichFrankreich Henri Gouraud
FrankreichFrankreich Henri Berthelot
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Wilhelm von Preußen
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Max von Gallwitz
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Georg von Marwitz
Truppenstärke
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Expeditionary Forces
FrankreichFrankreich 4. Armee
FrankreichFrankreich 5. Armee
gesamt ca. 550.000 Mann
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Gruppe Kronprinz
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Gruppe Gallwitz
Verluste
125.000 (USA)
70.000 (Frankreich)
90.000-120.000

Die Maas-Argonnen-Offensive (englisch Meuse-Argonne Offensive, französisch Offensive Meuse-Argonne; Meuse ist der französische Name für den Fluss Maas) war eine größere Schlacht im Ersten Weltkrieg. Sie war der größte Sieg für die US-amerikanischen Expeditionsstreitkräfte in diesem Krieg. Die Offensive fand zwischen dem 26. September und dem 11. November 1918 im Verdun-Sektor statt, unmittelbar nördlich und nordwestlich der Stadt Verdun. Sie war Teil der von Marschall Ferdinand Foch geplanten, später so genannten Hunderttageoffensive, die entlang der gesamten Westfront Druck auf die Deutschen ausüben sollte.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der am 8. August 1918 eingeleiteten Offensive der Entente musste von der deutschen Obersten Heeresleitung am 2. September der Entschluss gefasst werden, das Westheer wieder auf die bereits im März 1917 eingenommene Siegfried-Stellung zurückzuführen. Die monatlichen deutschen Verluste waren seit der Frühjahrsoffensive (März 1918) außerordentlich hoch geworden. Sie betrugen im September 236.000 Mann, davon 21.200 Tote und 96.000 Verwundete. Dabei war besonders bedenklich, dass von der Gesamtzahl fast die Hälfte (119.000) als vermisst gemeldet war, und dass die Angaben der feindlichen Heeresberichte über eingebrachte Gefangene mit diesen Vermisstenzahlen im Wesentlichen übereinstimmten. Im Herbst 1918 waren die Bataillonsstärken bereits auf durchschnittlich 540 Mann gesunken, und auch diese Zahl hatte sich nur durch das Auflösen mehrere Divisionen halten lassen. Dadurch war die Zahl der aufgelösten Divisionen seit Juli auf 22 gestiegen. Zuletzt waren die 108., 183., 222., 223., 225., 233., 14. bayer. 3., 43., 53., 54., 77., 78. Reserve-Division aufgelöst worden. Regimenter mit Bataillonsstärken unter 400 Mann sollten künftig nur in zwei Bataillone eingeteilt werden.

Von den im Juni 1918 beantragten, erneut am 19. Juli und nochmals dringend am 29. August erbetenen österreichisch-ungarischen Kräften waren bis Mitte September zwei Divisionen eingetroffen, sodass das deutsche Westheer am 25. September wieder 190 Divisionen zählte. Davon befanden sich 125 Divisionen an der Front und 65 als Reserve-Divisionen dahinter. Von den letzteren Eingreifdivisionen, standen 21 Divisionen hinter dem linken Flügel der 17. Armee sowie hinter der 2. und 18. Armee.

Zwischen 12. und 15. September war den erstmals selbstständig operierenden Amerikanern in der Schlacht von St. Mihiel eine erfolgreiche Offensive gelungen, der zur Einnahme des gesamten Frontvorsprunges von St. Mihiel führte. Durch diesen Erfolg bestärkt, wurde für den nächsten Hauptangriff wieder die 1. US-Armee bestimmt, diese stand bis zum 16. Oktober unter dem Kommando von General John Pershing, danach unter Lt. General Hunter Liggett. Die Logistik wurde von Colonel George C. Marshall geplant und geleitet.

Aufmarsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Pershing

Die "Grande Offensive" des Marschall Foch war gegen die inneren Flügel der Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Gallwitz gerichtet. Im westlich anschließenden Frontabschnitt in der Champagne beteiligten sich die französische 4. und 5. Armee an der Offensive. Während die französische 4. Armee mit der deutschen 3. Armee rang, kamen die Amerikaner (15. Divisionen) mit dem rechten Flügel der 5. Armee unter General Georg von der Marwitz in Konfrontation.

Die Offensive der 1. US-Armee war gegen die Eisenbahnlinie Carignan–Sedan–Mezieres gerichtet, eine wichtige deutsche Versorgungsstrecke, die etwa 50 Kilometer hinter der Front lag. Die Abschneidung dieser Linie hätte die deutschen Stellungen im Nordwesten von Verdun unhaltbar gemacht. Zwischen der Maas und der Front durch die Argonnen gab es vier deutsche Verteidigungslinien hintereinander. Die erste Hauptkampflinie lag dicht hinter der Front. Die zweite Linie durchquerte die Argonnen südlich von Apremont und bezog Montfaucon ein. Die dritte Linie die sogenannte „Kriemhild Stellung“, bildete einen Teil der Hindenburg-Linie. Diese Position verlief entlang des Bois de Foret, über die Höhen von Cunel und Romagne in den Raum nördlich von Grandpré. Die vierte Linie verlief entlang der Höhen von Baricourt, nach Westen über Buzancy und Thénorgues.

Operationsziel des Generals Pershing war der Durchbruch durch die Stellungen der deutschen 5. Armee zwischen Maas und Argonnen in Richtung Norden. Gegenüber dem Hauptangriffsfeld des I. und V. US-Korps verteidigten das deutsche Generalkommando 58 unter General Alfred von Kleist und die Maasgruppe West (Gen.Kdo XXI. A.K.) unter General Ernst von Oven. Während die Amerikaner östlich der Argonnen bis zur Maas angreifen sollten, hatte die französische 4. Armee unter General Henri Gouraud auf 40 Kilometer Breite zwischen Suippes und Massiges nach Norden angesetzt.

Im Schutz der Dunkelheit des 25. September konnten die Truppen der 1. US-Armee östlich der Argonnen unbemerkt ihre Bereitstellungsräume für den Angriff einnehmen.

Jedes der drei Angriffskorps verfügte über eine Division als Reserve (3., 32. und 92. Division), zusätzlich standen die 1., 29. und 82. Division als Armee-Reserve bereit. Im Raum Consenvoye erfolgte der Anschluss an das französische XVII. Armeekorps (General Claudel, Ende Oktober unter General Frédéric Hellot), das in der ersten Phase defensiv blieb.[1] Bei der Offensive waren beim amerikanischen Expeditionary Forces in der ersten Angriffsphase 15, in der Schlussphase 22 Divisionen eingesetzt. Die US-Divisionen waren doppelt so stark wie jene der Entente: 16 Bataillone pro Division, im Vergleich dazu verfügte die deutsche Division nur über 9 Bataillone.

Erste Phase: 26. September bis 3. Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angriff des schwarzamerikanischen Infanterieregimentes 369 im Abschnitt der französischen 161. Division im Gehölz nordöstlich von Sechault, 29. September 1918

Der amerikanische Angriff begann um 5:30 Uhr am Morgen des 26. September. Das Feuer aus 2700 Geschützen leitete die Schlacht ein, 189 kleinere Tanks und 821 Flugzeuge unterstützten den auf etwa 50 Kilometer Breite angesetzten Angriff der 1. US-Armee. Die Amerikaner stießen in den ersten zwei Tagen entlang der Maas elf Kilometer vor. Die 79. Division unter Generalmajor Joseph Kuhn griff zwischen Haucourt and Malancourt an, zusammen mit der 37. Division unter Generalmajor Charles S. Farnsworth versuchte man auf Montfaucon durchzubrechen. Im Ringen mit der deutschen 1. Garde-Division und der 117. Division konnte das V. US-Korps die Linie Montblainville – Charpentry – Epinonville erreichen. Gegenüber dem I. US-Korps musste die 2. Landwehr-Division und die 5. Garde-Division zur Sicherung der linken Flanke ihren linken Flügel entlang des Ostrandes der Argonnen zurückzubiegen. Der 35. Division gelang am 27. September die Einnahme von Varennes und bis zum 28. mit dem Vorstoß zur Aire die Besetzung von Apremont. Vor Montfaucon kam der Angriff der 79. Division zum Erliegen und die amerikanischen Truppen erlitten hohe Verluste. Es gelang ihnen nicht, die Artillerie nachzuziehen, und so stürmten die unerfahrenen Truppen gegen ein gut ausgebautes und tief gegliedertes Stellungssystem.

Am 29. September hatten sechs deutsche Eingreifdivisionen die Front verstärkt, um dem amerikanischen Angriff zu widerstehen. Am 30. September wurde Pershings Offensive zwar gestoppt, doch die Schlacht dauerte bis zum 3. Oktober weiter an, ohne dass es zu nennenswerten Frontveränderungen kam, während das von Trommelfeuer zerfurchte Gebiet das Heranführen von Nachschub und Truppen zunehmend erschwerte. General Pershing schrieb dazu: „...Wir mussten einen direkten Frontalangriff gegen starke feindliche Stellungen durchführen, die mit entschlossenen Kräften voll bemannt waren.“

Zweite Phase: 4. Oktober bis 28. Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

General John L. Hines, Kommandeur der 4. US-Division, erhielt Ende Oktober das Kommando über das III US-Corps
Angriffsphasen der 77. US-Division (I Corps) in den Argonnen westlich von Varennes

Die zweite Phase der Schlacht begann, als die vordersten amerikanischen Truppen wieder ausreichend versorgt und verstärkt worden waren. Im Mittelabschnitt waren die 35., 37. und 79. Division von neuen Truppenkörpern abgelöst worden. Die im Kampf mit der deutschen 52. Division (General von Borries) verbrauchte 35. Division (Generalmajor Peter M. Traub) wurde von der 1. Divison abgelöst und trat in Reserve. Bei den Deutschen war die abgekämpfte 117. Division nach schweren Verlusten herausgezogen worden und durch die 5. Garde-Division ersetzt worden. Östlich der Maas gegenüber dem III US Corps hatte das dort führende deutsche V. Reserve-Korps die 228. Division und die 7. Reserve-Division in Stellung gebracht.

Am 4. Oktober wurde der Angriff Pershings erneuert, der Hauptstoß erfolgte jetzt am rechten Flügel und zielte in Richtung Brieulles zur Maas. Der Angriffsabschnitt der 4. und 33. Division (III Corps) verlief zwischen Béthincourt (rechts) und den Raum westlich von Vilosnes-sur-Maas. Die 33. Division (Generalmajor George Bell) war gegen die Nordecke des Bois de la Cote Lemont, 2 Kilometer westlich von Vilosnes-sur-Meuse angesetzt. Am rechten Flügel hatte das französische XVII. Korps den Auftrag, mit der bei Samogneux liegenden 18. Division (General Andlauer) unterstützend gegen die Höhen der Maas sowie im Bois de la Grande Montague gegen den Abschnitt der deutschen 15. Division anzugreifen. Die jetzt der an der Spitze stehenden Truppen der 4. US-Division (Major-General Hines) blieben beim Versuch die Straße Brieulles-Cunel zu erreichen, am nördlichen Rand des Bois de Fays stecken. In der Mitte hatte das V. Corps jetzt die 32. Division (Brigadegeneral William G. Haan) gegen die Höhen südlich von Romogne angesetzt, hier gegenüber nahmen die neu eingetroffene deutsche 115. und 236. Division den Kampf auf. Am 5. Oktober erreichte am linken Flügel (I Corps) die 1. US-Division die Linie Ferme d'Arietal-Cote 240-Fleville, dabei bildete sich aber eine Frontlücke von etwa 800 Metern zu der aus der Reserve nach vorne gezogene 82. Division. Die 28. Division rang an der Linie Fleville-Cornay-Cote 244-Friedhof auf Le Chene Tondu, an ihren linken Flügel waren Teile der in den Argonnen festgelaufenen 77. Division (Generalmajor Robert Alexander) südöstlich von La Viergette von den Deutschen abgeschnitten worden ("The lost Bataillon"). Bis zum 10. Oktober musste die deutsche 2. Landwehr-Division (General Franke) den nördlichen Teil des Argonnenwaldes aufgeben und auch Grandpré den Amerikanern überlassen.

Am 9. Oktober erneuerte am rechten Flügel das III Corps den Angriff nach einem neuerlichen Artillerieschlag, die 4. Division setzte ihren Angriff fort und überschritt die Linie Bois de Foret–Nordhang der Cote 299–Clery-le-Grand–Cote 261 und Bois de Babiemont. Bis zum 12. Oktober konnte sie das Gebiet um Bois de Foret einnehmen und sichern.

Am 12. Oktober wurde der Befefehlsbereich der 1. US-Armee geteilt. Die Linie östlich der Mosel, von Port-sur-Seille bis Fresnes-en-Woevre, 18 Kilometer südöstlich von Verdun, wurde unter dem Kommando der neu aufgestellten 2. US-Armee unter Generalleutnant Robert Lee Bullard übertragen. Am 13. Oktober wurde die 4. von der 3. US-Division abgelöst und am 19. Oktober aus der Front gezogen.

Am 14. Oktober hatten amerikanische Einheiten die Hindenburg-Linie erreicht und teilweise überschritten. Wegen der Verluste und Erschöpfung der Soldaten, nicht unerheblich durch die zweite, ab September heranrollende Welle der sog. Spanischen Grippe verursacht, forderte General Pershing 90.000 Ersatzkräfte an, erhielt aber bis zum 1. November nur 45.000. Er besprach die Situation mit dem alliierten Oberkommandierenden Marschall Foch, der darauf drang, die Angriffe fortzusetzen, da sie auf die deutsche Hauptrückzugslinie zielten.

Am 25. Oktober wurde dem V US-Corps die 1. Division als Verstärkung zugewiesen. Bei der 2. US-Armee machte die 33. Division am 26. Oktober die 79. Division im Abschnitt Troyon frei und übernahm den Abschnitt zwischen Ville-en-Woevre und Fresnes-en-Woevre, wo rechts der Anschluss an die französische 39. Division vom II. Kolonialkorps erfolgte. Als die amerikanische Divisionen bis zum 29. Oktober ihre Linien bei Hattonchatel verlängerte, war auch die Verbindung zur östlicher stehenden 7. Division des VI US-Corps an der Linie Xammes-Charey hergestellt.

Dritte Phase: 28. Oktober bis 11. November[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerikanischer Maschinengewehr-Trupp im Argonnenwald

Die amerikanischen Truppen operierten jetzt großräumig mit zwei Armeen. Die 1. Armee unter General Liggett strebte weiterhin auf die Eisenbahnlinie Carignan–Sedan–Mézières zu. Der östlicher stehenden 2. Armee wurde der Durchbruch auf Metz übertragen. Den beiden Armeen standen etwa 31 deutsche Divisionen gegenüber. Die Verantwortlichkeiten wurden insofern geändert, um den Franzosen Gelegenheit zu geben, Sedan zurückzuerobern. Beide Seiten machten in dieser Phase umfangreichen Gebrauch von Fliegerkräften und bombardierten bei Tageslicht den Gegner.

Marschall Foch koordinierte weiterhin beharrlich und unermüdlich die Angriffe der verbündeten Armeen auf der ganzen Front. Die französische 1. Armee strebte in den Raum nördlich von Givet; die französische 4. Armee behielt die alte Stoßrichtung auf Mezieres bei. Bereits am 21. Oktober hatte Pershing an seine 1. Armee die Anweisung gegeben, sich für den am 28. Oktober festgelegten neuen Generalangriff gründlich vorzubereiten. Das unmittelbare Ziel der 1. Armee war der Durchbruch bei Buzancy und die Einnahme der Höhen von Barricourt. Infolge sollte der Argonnenwald bis nördlich von Grandpre frei gekämpft werden, um am linken Flügel die Verbindung mit der französischen 4. Armee in der Nähe von Boult-aux-Bois herzustellen.

Die Schlußoffensive ab 1. November[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunter Liggett, Befehlshaber der 1. US-Armee
General Robert Lee Bullard, Befehlshaber der 2. US-Armee

Ein neuer Generalangriff wurde ab 5:30 Uhr morgens des 1. November nach einer zweistündigen Artillerievorbereitung eingeleitet: Drei amerikanischen Armeekorps standen an der Linie zwischen der Maas und dem Bois de Bourgogne zum Angriff nach Norden gegen die vierte deutsche Verteidigungslinie bereit. Auf der rechten Seite stand das III Corps mit der 5. und 90. Division; die Mitte bildete das V. Korps mit der 2. und 89. Division und auf der linken Seite waren wie bisher die 80., 77. und 78. Division eingesetzt.

Vor Einbruch der Nacht war das V Corps in der Mitte etwa 8 Kilometer tief vorgedrungen, erreichte den Bois de la Folie und hatte die Höhen von Barricourt genommen. Das III Corps hatte am rechten Flügel die Orte Aincreville und Andevanne genommen. Auch die Truppen des I Corps waren links im Wald nördlich von Grandpre zügig vorgedrungen. Die schwere Artillerie wurde in Position gebracht, um auf die Eisenbahnlinie Carignan–Sedan einzuwirken und die Verbindungen nach Longuyon und Conflans zu unterbrechen. Die Amerikaner hatte die feindliche Stellung im Bois de Foret durchstoßen und waren gegen die Höhen von Cunel und Romagne und an der Cote de Chatillon angesetzt, zudem wurden an diesen Tagen 3.600 Gefangene eingebracht. Die 2. Infanterie-Brigade der 1. US Division erreichte den Raum 13 Kilometer südöstlich von Oches, bei Bayonville-et-Chennery und wurde an der linken Flanke durch die 2. US-Division begleitet. Das V Corps (in Front mit 2. und 89. Division) drang aus den Raum 15 Kilometer südlich von Yoncq bei Tageslicht in zwei Kolonnen vor, die linke auf Beaumont und die rechte 10 Kilometer südöstlich davon auf La Neuville-sur-Meuse. Der rechte Flügel des V. Korps ging entlang des Westufer der Maas nordwärts vor, während links die 80. Division des I Corps die Straße Beaumont-Stonne überschritt und mit der Vorhut die Ferme La Harnoterie erreichte. Buzancy wurde durch die 80. Division besetzt. Obwohl alle deutschen Reserven bei der Abwehr eingriffen, wurden die Kräfte des Generalkommando 58 und des XXI. Armeekorps südlich von Buzancy und Barricourt sechs bis sieben Kilometer weit nach Norden zurückgedrängt.

Die deutsche Oberste Heeresleitung hatte mittags das Ausweichen der bedrängten Heeresgruppen Kronprinz und Gallwitz auf die Linie Conde—Avesnes—HirsonCharleville—Sedan–Stenay befohlen, der rechte Flügel der 5. Armee war bereits von der gegnerischen Übermacht gezwungen, ganz hinter die Maas zurückzugehen. Der linke Flügel der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz – die deutsche 3. Armee – musste nach dem Einbruch bei der 5. Armee in der Nacht zum 2. November in die Linie La Neuville—Briquenay zurückgehen.

Schwere Kämpfe führte am 3. November die 89. US-Division in der Nachbarschaft von Bantheville und Barricourt, am folgenden Tag eroberte sie Beaufort. Die deutschen Truppen befanden sich zwischen Maas und Bar-Abschnitt im vollem Rückzug. Das Generalkommando 58 und das XXI. Armeekorps waren für den Kampfführung am linken Maas-Ufer direkt dem AOK 5 unterstellt, welches den Rückzug auf die Linie Oches—Höhen südlich von Beaumont—Wiseppe anordnete. Das XXI. Armeekorps stand mit Front nach Südwesten und der Maas im Rücken im Rückzugskampf auf das Ostufer der Maas. Nach dem Erreichen der notdürftig vorbereiteten Antwerpen-Maas Stellung sollten das AOK 2 und AOK 18 samt fünf Generalkommandos herausgelöst werden und mitsamt acht herausgelösten Divisionen zur Verfügung der Obersten Heeresleitung gestellt werden. Die Grenze zwischen den Heeresgruppen Rupprecht von Bayern und Deutscher Kronprinz verlief jetzt nördlich von Charleroi, die zwischen den Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Gallwitz bei Mouzon.

Östlich der Maas begannen am 4. November neue Angriffe; bei Brieulles überschritt der Gegner den Fluss. Gegen 7:00 Uhr morgens begannen die Angriffe der Amerikaner zwischen Grandpré und Aincreville. Jetzt in starker Verbindung mit der französischen 4. Armee stehend, verfolgte der amerikanische linke Flügel (I und V Corps) kräftig in Richtung Sedan zum Maas-Abschnitt. Das Eindringen auf den Höhen westlich der Maas brachten die vierte deutsche Stellung in amerikanische Hand, die Stellungen westlich der Maas wurden für die deutschen Truppen unhaltbar. Am rechten Flügel war das III Corps im Vorstoß auf Stenay und erzwang südlich von Dun den Maasübergang. Östlich davon begleitete das französische XVII. Korps durch den eigenen Vorstoß auf Damvillers. Am Abend des 4. November hatte das III Corps den Ort La Neuville erreicht und war in den Foret de Dieulet eingedrungen. Am linken Flügel stand das I Corps im Raum 8 km nördlich von Boult-aux-Bois. Die deutschen Kräfte mussten vor der amerikanischen Übermacht auf die Linie Mouzay—Brandeville—Etraye zurückgenommen worden.

Am 5. November wurde der Angriff in Richtung Sedan fortgeführt. Links von der 77. Division wurde die 42. US-Division als Verstärkung herangezogen und hielt die Verbindung zu den Franzosen. Die jetzt beim III Corps eingesetzte 5. US-Division griff gegen die Höhen von Dun-sur-Meuse an. Am Morgen des 6. November wurde eine Kriegsbrücke über den Fluss errichtet. Bis zum 7. November hatte der rechte Flügel des III Corps den Brückenkopf bis zehn Kilometer tief östlich der Maas ausgeweitet und zwang die deutschen Verteidiger im Raum nordwestlich von Verdun zum Rückzug.

Die Offensive kam mit dem Waffenstillstand vom 11. November zum Ende. Die 1. US-Armee hatte Verluste von etwa 125.000 Soldaten erlitten, davon waren 26.277 Gefallene und 95.786 Verwundete. Sie hatte ihrerseits seit Beginn der Offensive 26.000 Gefangene, 847 Kanonen, 3000 Maschinengewehre, und große Mengen an anderen Kriegsmaterial eingebracht oder erbeutet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert H. Ferrell: America's deadliest battle: Meuse-Argonne, 1918. University Press of Kansas, 2007. ISBN 0-7006-1499-0.
  • Edward G. Lengel: To Conquer Hell: The Meuse-Argonne, 1918. Henry Holt and Company, 2008. ISBN 0-8050-7931-9.
  • American Battle Monuments Commision: American Armies and Battlefields in Europe A History, Guide, and Reference Book. Washington D.C 1938
  • Lawrence Stallings: The Dougboys. Harper and Row publishing 1963 ISBN 0-06-013975-7, ISBN 978-0-06-013975-9
  • Edward M. Coffman: The War to End All Wars: The American Military Experience in World War I. Oxford University Press, NY (re-printed by the University of Wisconsin Press in 1986, and the University Press of Kentucky in 1998) ISBN 978-0-8131-0955-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reichsarchiv: Der Weltkrieg 1914-1918, Band XIV. Kartenbeilage 29