Meyenburg (Osterstade)

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Meyenburg
Gemeinde Schwanewede
Koordinaten: 53° 16′ 19″ N, 8° 35′ 57″ O
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 19,25 km²
Einwohner: 1474 (30. Jun. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Schwanewede
Postleitzahl: 28790
Vorwahl: 04209
Karte
Lage von Meyenburg in der Gemeinde Schwanewede
Meyenburger Wassermühle (2012)

Meyenburg ist eine Ortschaft in der Gemeinde Schwanewede im Landkreis Osterholz in Niedersachsen. Zu Meyenburg gehören die Ortslagen Damm, Mühlengrund, Brakland und Großer Kamp.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyenburg befindet sich am Rand der Bremer Schweiz und der Osterholzer Geest. Im Ortsgebiet beginnt die Osterstader Marsch. Der Aschwarder Flutgraben fließt durch den Ortsteil Mühlengrund und bildet im weiteren Verlauf die Nordgrenze der Ortschaft und des Landkreises Osterholz hin zum Nachbarort Uthlede, der zum Landkreis Cuxhaven gehört. Der Kernort Schwanewede liegt südlich von Meyenburg, westlich liegt die Ortschaft Aschwarden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyenburger Wassermühle

Meyenburg ist nach der Unterwerfung der Bauernrepublik Osterstade 1233[2] aus einer Sumpfburg entstanden, die auf Initiative des Bremer Erzbischofs von dem Ritter von Wersebe aus Wersabe angelegt wurde. Das Dorf Meyenburg entwickelte sich aus der Vorburg, dem Gebiet, in dem des Ritters Knappen angesiedelt wurden.

Wassermühle und Meyenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Vermutlich um 1306 wurde die Meyenburg gegründet. ... Mühle und Mühlenteich wurden vermutlich unmittelbar nach der Burg erbaut[3], da sie zur Unterhaltung von Burg und Gut unerlässlich waren.“

Infotafel Niedersächsische Mühlenstraße - Wassermühle Meyenburg

Die Mühle unterstand verschiedenen Adelsgeschlechtern aus der Region. Die Familie von Wersebe nahm das Haus in Besitz und residiert bis heute auf der Ritterburg. Sprott- und Sprengbeeke führten immer reichlich Wasser, deshalb kamen in trockenen Zeiten die Bauern von weither zum Mahlen nach Meyenburg. Weitere Mühlen (Öl-, Walk- und Gerstemühlen) waren am Mühlen- und Flutgraben angelegt. Die Hauptmühle verfügte über zwei Mehl- und zwei Graupengänge. Nach einem Brand 1830 wurde sie mit höherer Leistung neu erbaut. 1840 wurde eine Turbine anstelle des hölzernen Mühlrades installiert. 1856 wurde die Mühle nochmals umgebaut. Von 1919 bis 1970 lief eine noch stärkere Turbine. Der letzte Müller, Johann Iggena, legte die Mühle still. Der Landkreis Osterholz ließ das Turbinenhaus abreißen und wieder ein Mühlrad anbringen. Die funktionstüchtige Mühle beherbergt eine Heimatstube und wird vom Arbeitskreis für Dorfverschönerung und Heimatpflege Meyenburg e. V. gepflegt und genutzt.

Weitere Geschichte Meyenburgs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ganggrab bei Meyenburg liegt zwischen dem Ort und Uthlede in der Gemeinde Hagen im Bremischen nahe der A27 an der Straße „Bei der Neuen Mühle“ am Waldrand.

Eine Urkunde der Stadt Bremen, in der die Rechte an Burg und Ortsgebiet geregelt wurden, stellt heute die erste schriftliche Erwähnung des Ortes dar.

1415 wurde eine Kirche errichtet, die 1857 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Bis 1932 gehörte Meyenburg zum Landkreis Blumenthal. Am 1. März 1974 wurde Meyenburg in die Gemeinde Schwanewede eingegliedert.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meyenburg gibt es einen Dorfladen, ein Melkhus, ein Mühlencafé, die Alte Genossenschaft (Café); außerdem zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyenburg ist durch drei Buslinien des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen mit dem Kernort Schwanewede sowie mit der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und dem Bahnhof in Bremen-Vegesack verbunden. Meyenburg liegt zwar an der A 27 Bremen-Bremerhaven, verfügt aber nicht über einen direkten Anschluss. Die Autofahrer wählen je nach Richtung die Anschlussstellen in Uthlede im Norden oder Schwanewede im Süden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes

Mit Meyenburg verbunden

  • Wilko Jäger (* 1939 in Bremen), deutscher Lehrer und Schulleiter im Ruhestand sowie Heimatkundler, Autor und Fotograf; war von 1967 bis 2004 als Schulleiter der Meyenburger Grundschule tätig und lebt in Meyenburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigrid Hofmann (Hrsg.); Otto Schulte (Fotos): Meyenburg – ein Dorf in den Fünfzigern. Verlag Neegenbargs Heide, Schwanewede 2006 (Bildkalender für 2007).
  • Wilko Jäger: Unter Reetdächern und alten Bäumen. Ein Meyenburger Lesebuch. Hrsg.: Arbeitskreis für Dorfverschönerung und Heimatpflege Meyenburg e. V., Verlag M. Simmering, Lilienthal 2002.
  • Heinz A. Pieken: Die Osterstader Marsch. Werden und Wandel einer Kulturlandschaft. Universitäts-Buchhandlung, Bremen 1991, ISBN 3-88722-253-9 (zugleich Dissertation, Uni Bremen 1990).
  • Bernd Ulrich Hucker: Das Problem von Herrschaft und Freiheit in den Landesgemeinden und Adelsherrschaften des Mittelalters im Niederweserraum. Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe, Münster 1978 (Hochschulschrift; zugleich Dissertation, Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe 1977).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meyenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsinformationen: Einwohnerzahlen, abgerufen am 5. Mai 2015
  2. Über die Kämpfe zwischen den Bauern und dem Bischof berichtet auch die Stedinger Online-Chronik und die Internetseite über die Stedinger Bauernrepublik.
  3. Nach der Infotafel der Gemeinde Schwanewede, die am Mühlenteich angebracht ist, wurde die Mühle dagegen 1250 mit einem Mühlenteich auf einem Grundstück von 2 Hektar angelegt.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 244.