Mhardeh

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محردة / Maḥarda
Mhardeh
Mhardeh (Syrien)
Mhardeh
Mhardeh
Koordinaten 35° 15′ N, 36° 35′ OKoordinaten: 35° 15′ N, 36° 35′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Hama
Höhe 275 m
Einwohner 22.183 (2009)
Römische Brücke in Mhardeh
Römische Brücke in Mhardeh

Mhardeh (arabisch محردة, DMG Maḥarda), auch Maharda oder Muhradah, ist eine Stadt im Gouvernement Hama in Syrien. Sie hat 22.183 Einwohner (Berechnung 2009),[1] vorwiegend Christen.

Mhardeh liegt am Orontes, etwa 23 km nordwestlich der Stadt Hama, nahe der Burg Schaizar, im Zentrum des Mantiqa Mhardeh (Mantiqa = Bezirk), einer von fünf Bezirken Hamas.

Aufgrund der hohen Auswandererquote ist Mhardeh eine relativ wohlhabende Stadt. Das Hauptziel der Auswanderer war früher Südamerika, heutzutage arbeiten die meisten Exilanten in afrikanischen Staaten südlich der Sahara.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Zeit der neo-hethitischen Staaten stammt die hieroglyphen-luwische Grabinschrift (?) eines Königs namens Taitas, aus dem nahegelegenen Schaizar ist die Grabstele seiner Frau bekannt.[2]

Mhardeh stammt aus der hellenistischen Periode Apameas. Das wichtigste archäologische Überbleibsel dieser Zeit ist ein alter Tempel mit Steintoren und Säulen mit korinthischen Kapitellen, der später in eine Kirche umgewandelt wurde.

Mhardeh-Staudamm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3 km nördlich der Stadt befindet sich der 1960 fertig gestellte Mhardeh-Staudamm mit einer Dammhöhe von 41 m und einem Speicherraum von 67 Mio. m3.[3] Der Stausee hat eine Wasseroberfläche von 4,5 km2. Der Staudamm dient vor allem der Bewässerung, außerdem der Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ghada Shouaa (* 1972), die erste syrische Athletin, die eine olympische Goldmedaille gewann
  • Ignatius IV. (1921–2012), griechisch-orthodoxer Patriarch von Antiochien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Gazetteer
  2. John David Hawkins: Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions vol. 1: Inscriptions of the Iron Age (= Untersuchungen zur indogermanischen Sprach- und Kulturwissenschaft NF 8,1). Walter de Gruyter, Berlin/New York 2000, S. 415–419. ISBN 3-11-010864-X.
  3. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): Middle East Dams, abgerufen am 11. Juni 2018.