Miřetice u Nasavrk

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Miřetice
Wappen von Miřetice
Miřetice u Nasavrk (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Chrudim
Fläche: 1713 ha
Geographische Lage: 49° 51′ N, 15° 53′ OKoordinaten: 49° 50′ 43″ N, 15° 53′ 2″ O
Höhe: 390 m n.m.
Einwohner: 1.263 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 538 25 – 539 55
Kfz-Kennzeichen: E
Verkehr
Straße: SkutečNasavrky
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Jaroslav Chour (Stand: 2007)
Adresse: Miřetice 66
539 55 Miřetice
Gemeindenummer: 571831
Website: www.miretice.cz

Miřetice (deutsch Miřetitz, seit 1939 Mirschetitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt neun Kilometer nördlich von Hlinsko und gehört zum Okres Chrudim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miřetice befindet sich im Nordosten des Eisengebirges zwischen den Tälern der Bäche Ležák und Oběšinka.

Nachbarorte sind Bošov, Holčí und Račany im Norden, Havlovice und Dubová im Nordosten, Dachov im Osten, Tisovec im Südosten, Paseky, Nouzov und Včelákov im Süden, Majlant im Südwesten, Čekov im Westen sowie Švihov im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miřetice entstand zum Übergang vom 12. zum 13. Jahrhundert während der Kolonisation des Eisengebirges durch das Kloster Podlažice. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1325 als Besitz des Chotěbor von Miřetice. In Miřetice bestand eine Feste, die der Sitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes war. 1650 erwarb der Hauptmann des Chrudimer Kreises Hynek Talatzko von Gestetitz (Talacko z Ještětic) das Gut Miřetice und schlug es seinem Gut Přestavlky zu. Ab 1704 gehörte das Gut den Kolowrat-Liebsteinsky, ab 1717 Josef Bartholotti von Partenfeld und ab 1747 den Fürsten Auersperg.

Im Jahre 1835 bestand das im Chrudimer Kreis gelegene Dorf Miřetitz aus 26 Häusern, in denen 167 Personen, darunter eine israelitische Familie, lebten. Im Ort gab es einen Meierhof, ein Branntweinhaus, ein Wirtshaus, ein Forsthaus und eine Mühle mit Brettsäge. Pfarrort war Wčelakow.[2] Ab 1837 ist der Abbau von Granit belegbar, zudem spielte zu dieser Zeit die Karpfenzucht eine bedeutende Rolle. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Miřetitz der Allodialgut Přestawlk untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Miřetice ab 1849 mit den Ortsteilen Čekov und Dachov eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Nassaberg. Ab 1868 gehörte die Gemeinde zum politischen Bezirk Chrudim. Im Jahre 1900 lebten in den Dörfern Miřetice, Dubová und Havlovice bereits 1246 Menschen. Miřetice war damit das Dorf mit der höchsten Anzahl steuerpflichtiger Bewohner im ganzen Gerichtsbezirk.

Während der Zeit der deutschen Besetzung ermittelte die Gestapo nach dem Attentat auf den Reichsprotektor Reinhard Heydrich in Ležáky einen Unterschlupf von tschechoslowakischen Fallschirmjägern. Am 24. Juni 1942 wurde der Weiler von 500 Mann aus SS, Feldgendarmerie und Schutzpolizei unter Führung von Hauptsturmführer Gerhard Clages besetzt und niedergebrannt. Ein Jahr später wurden die Ruinen dem Erdboden gleichgemacht.

1981 erfolgte die Eingemeindung von Švihov einschließlich dessen Ortsteilen Bošov, Krupín und Krupínské Paseky. Heute ist mit 100 Arbeitsplätzen das Unternehmen Eltop Praha s.r.o. der größte Arbeitgeber im Ort.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Miřetice besteht aus den Ortsteilen Bošov (Boschow), Čekov (Tschekau), Dachov (Dachau), Dubová (Dubowa), Havlovice (Hawlowitz), Krupín (Krupin), Miřetice (Mirschetitz) und Švihov (Schwihau) sowie den Siedlungen Dachovské Paseky, Holčí, Krupínské Paseky, Majlant, Nouzov, Račany und Švihůvek. Auf den Fluren der Gemeinde befand sich der 1942 zerstörte Weiler Ležáky (Lezaky).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkstätte für den durch die Nationalsozialisten zerstörten Ort Ležáky, zwei Kilometer südöstlich von Miřetice
  • Engtal des Bach Ležák zwischen Ležáky und Miřetice
  • Fischteiche Petráň, Hořička und Žďár bei Havlovice, Teil des Landschaftsschutzgebietes Eisengebirge
  • Einödhof "Na Perku", zwei Kilometer nördlich, mit einer Sonnenuhr am Giebel
  • Naturdenkmal Kovárenský rybník mit Moorwiese, nördlich des Ortes
  • mehrere geflutete Granitsteinbrüche bei Švihov, Dubová und Dachov

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Miřetice u Nasavrk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  2. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen; statistisch-topographisch dargestellt. Band 5: Chrudimer Kreis. Prag 1837, S. 91