Miami Masters

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Miami Open
ATP Tour
Austragungsort Miami
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Erste Austragung 1985
Kategorie Masters 1000
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Hartplatz
Auslosung 96E/48Q/32D
Preisgeld 8.584.055 US$
Center Court 13.800 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 1. März 2022
Stadium Court im Tennis Center Crandon Park, wo das Turnier bis 2018 ausgetragen wurde

Das Miami Masters (offiziell Miami Open presented by Itaú), auch bekannt als Miami Open, ist ein Herren-Tennisturnier, das meist im März oder April im Anschluss an das Indian Wells Masters im Freien auf Hartplatz ausgetragen wird. Genau wie in Indian Wells hat das Turnier ein 96er-Hauptfeld und dauert länger als eine Woche – beides einzigartig auf der ATP Tour. Der Gewinn beider Turniere wird auch als Sunshine-Double bezeichnet. Es ist das zweite von neun Turnieren der Masters Series im Kalenderjahr.

Austragungsort ist seit 2019 das Hard Rock Stadium, Heimstadion der Miami Dolphins, in Miami Gardens, in der Nähe der Großstadt Miami.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Turnier wurde von Earl Buchholz konzipiert, der Anfang der 1980er Jahre Geschäftsführer der ATP war. Gedacht war es ursprünglich als erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres (die Australian Open wurden erst ab 1987 im Januar ausgetragen). Es wurde als „Winter-Wimbledon“ angepriesen und sollte das fünfte Grand-Slam-Turnier werden; Buchholz bot an den Spielern Preisgelder auszuschütten und Teile der Ticketverkäufe an die Tennisverbände der ATP und WTA weiterzugeben, woraufhin letztere einwilligten und mit Buchholz einen Vertrag über 15 Jahre abschlossen. Seit Beginn wurden die Damen- und Herrenturnieren gleichzeitig gespielt.

Die erste Ausgabe 1985 fand im Laver International Tennis Resort in Delray Beach statt. Die Anlage gehörte einem Cousin von Rod Laver.[1] 1986 zog das Turnier für ein Jahr nach Boca West. Mit dem Umzug 1987 auf die Insel Key Biscayne in der Nähe von Miami wurde eine Langzeitlösung für das Turnier gefunden. Hier wurde im Tennis Center at Crandon Park gespielt. Seit Gründung der ATP Tour 1990 ist das Miami Masters Teil der höchsten Turnierkategorie, der Masters-Serie. 1999 verkaufte Buchholz das Turnier an IMG. Mit der Aufstockung des Feldes auf 96 Spieler 2004 auch in Indian Wells wurden die Turniere zusammen als Sunshine-Double bezeichnet.

In den 2000er Jahren wurde die Kritik am veralteten Crandon Park lauter, der als einer der langsamsten Hartplätze der Tour galt, wodurch die Spieler bei großer Hitze oft sehr lange Ballwechsel spielen mussten. Die Anlage wurde 1992 von der Matheson-Familie an den Miami-Dade County mit der Auflage gespendet, dass dort keine Modernisierungen stattfinden dürfen. Trotz mehrere Versuche seitens der Turnierverantwortlichen sich mit der Familie finanziell zu einigen, musste man schließlich einen Umzug des Turniers in Betracht ziehen. 2019 fand dann die erste Ausgabe im Hard Rock Stadium in Miami Gardens statt.

Im Stadion wird für das Turnier ein temporärer Center Court mit 14.000 Plätzen angelegt. Um das Hard Rock Stadium wurde eine komplette Tennisanlage mit 30 Plätzen, 29 davon fest installiert, gebaut.[2][3]

Die zweite Austragung am neuen Austragungsort im Jahr 2020 wurde wegen der Covid-19-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben.[4]

Der offizielle Name des Turniers lautete von 1985 bis 1999 Lipton International Players Championships, dann nach den jeweiligen Sponsoren 2000 und 2001 Ericsson Open, 2002–2006 NASDAQ-100 Open, 2007–2012 Sony Ericsson Open und 2013–2014 Sony Open Tennis. Seit 2015 trägt das Turnier den Namen Miami Open presented by Itaú.

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rekordsieger sind mit je sechs Titeln Andre Agassi und Novak Đoković. Im Doppel waren Bob und Mike Bryan ebenfalls sechsmal erfolgreich. Đoković schaffte es viermal (2011, 2014–2016) das Sunshine-Double zu gewinnen.

Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Finalgegner Ergebnis
2022 Spanien Carlos Alcaraz Norwegen Casper Ruud 7:5, 6:4
2021 Polen Hubert Hurkacz Italien Jannik Sinner 7:64, 6:4
2020 wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt
2019 Schweiz Roger Federer (4) Vereinigte Staaten John Isner 6:1, 6:4
2018 Vereinigte Staaten John Isner Deutschland Alexander Zverev 6:74, 6:4, 6:4
2017 Schweiz Roger Federer (3) Spanien Rafael Nadal 6:3, 6:4
2016 Serbien Novak Đoković (6) Japan Kei Nishikori 6:3, 6:3
2015 Serbien Novak Đoković (5) Vereinigtes Konigreich Andy Murray 7:63, 4:6, 6:0
2014 Serbien Novak Đoković (4) Spanien Rafael Nadal 6:3, 6:3
2013 Vereinigtes Konigreich Andy Murray (2) Spanien David Ferrer 2:6, 6:4, 7:61
2012 Serbien Novak Đoković (3) Vereinigtes Konigreich Andy Murray 6:1, 7:64
2011 Serbien Novak Đoković (2) Spanien Rafael Nadal 4:6, 6:3, 7:64
2010 Vereinigte Staaten Andy Roddick (2) Tschechien Tomáš Berdych 7:5, 6:4
2009 Vereinigtes Konigreich Andy Murray (1) Serbien Novak Đoković 6:2, 7:5
2008 Russland Nikolai Dawydenko Spanien Rafael Nadal 6:4, 6:2
2007 Serbien Novak Đoković (1) Argentinien Guillermo Cañas 6:3, 6:2, 6:4
2006 Schweiz Roger Federer (2) Kroatien Ivan Ljubičić 7:65, 7:64, 7:66
2005 Schweiz Roger Federer (1) Spanien Rafael Nadal 2:6, 6:74, 7:65, 6:3, 6:1
2004 Vereinigte Staaten Andy Roddick (1) Argentinien Guillermo Coria 6:72, 6:3, 6:1 aufgg.
2003 Vereinigte Staaten Andre Agassi (6) Spanien Carlos Moyá 6:3, 6:3
2002 Vereinigte Staaten Andre Agassi (5) Schweiz Roger Federer 6:3, 6:3, 3:6, 6:4
2001 Vereinigte Staaten Andre Agassi (4) Vereinigte Staaten Jan-Michael Gambill 7:64, 6:1, 6:0
2000 Vereinigte Staaten Pete Sampras (3) Brasilien Gustavo Kuerten 6:1, 6:72, 7:65, 7:68
1999 Niederlande Richard Krajicek Frankreich Sébastien Grosjean 4:6, 6:1, 6:2, 7:5
1998 Chile Marcelo Ríos Vereinigte Staaten Andre Agassi 7:5, 6:3, 6:4
1997 Osterreich Thomas Muster Spanien Sergi Bruguera 7:66, 6:3, 6:1
1996 Vereinigte Staaten Andre Agassi (3) Kroatien Goran Ivanišević 3:0 aufgg.
1995 Vereinigte Staaten Andre Agassi (2) Vereinigte Staaten Pete Sampras 3:6, 6:2, 7:63
1994 Vereinigte Staaten Pete Sampras (2) Vereinigte Staaten Andre Agassi 5:7, 6:3, 6:3
1993 Vereinigte Staaten Pete Sampras (1) Vereinigte Staaten MaliVai Washington 6:3, 6:2
1992 Vereinigte Staaten Michael Chang Argentinien Alberto Mancini 7:5, 7:5
1991 Vereinigte Staaten Jim Courier Vereinigte Staaten David Wheaton 4:6, 6:3, 6:4
1990 Vereinigte Staaten Andre Agassi (1) Schweden Stefan Edberg 6:1, 6:4, 0:6, 6:2
1989 Tschechoslowakei Ivan Lendl (2) Osterreich Thomas Muster kampflos
1988 Schweden Mats Wilander Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:4, 4:6, 6:4, 6:4
1987 Tschechoslowakei Miloslav Mečíř Tschechoslowakei Ivan Lendl 7:5, 6:2, 7:5
1986 Tschechoslowakei Ivan Lendl (1) Schweden Mats Wilander 3:6, 6:1, 7:65, 6:4
1985 Vereinigte Staaten Tim Mayotte Vereinigte Staaten Scott Davis 4:6, 4:6, 6:3, 6:2, 6:4

Doppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Finalgegner Ergebnis
2022 Polen Hubert Hurkacz
Vereinigte Staaten John Isner
Niederlande Wesley Koolhof
Vereinigtes Konigreich Neal Skupski
7:65, 6:4
2021 Kroatien Nikola Mektić
Kroatien Mate Pavić
Vereinigtes Konigreich Daniel Evans
Vereinigtes Konigreich Neal Skupski
6:4, 6:4
2020 wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt
2019 Vereinigte Staaten Bob Bryan (6)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (6)
Niederlande Wesley Koolhof
Griechenland Stefanos Tsitsipas
7:5, 7:68
2018 Vereinigte Staaten Bob Bryan (5)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (5)
Russland Karen Chatschanow
Russland Andrei Rubljow
4:6, 7:65, [10:4]
2017 Polen Łukasz Kubot
Brasilien Marcelo Melo
Vereinigte Staaten Nicholas Monroe
Vereinigte Staaten Jack Sock
7:5, 6:3
2016 Frankreich Pierre-Hugues Herbert
Frankreich Nicolas Mahut
Sudafrika Raven Klaasen
Vereinigte Staaten Rajeev Ram
5:7, 6:1, [10:7]
2015 Vereinigte Staaten Bob Bryan (4)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (4)
Kanada Vasek Pospisil
Vereinigte Staaten Jack Sock
3:6, 6:1, [10:8]
2014 Vereinigte Staaten Bob Bryan (3)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (3)
Kolumbien Juan Sebastián Cabal
Kolumbien Robert Farah
7:68, 6:4
2013 Pakistan Aisam-ul-Haq Qureshi
Niederlande Jean-Julien Rojer
Polen Mariusz Fyrstenberg
Polen Marcin Matkowski
6:4, 6:1
2012 Indien Leander Paes (3)
Tschechien Radek Štěpánek
Kanada Daniel Nestor
Belarus Maks Mirny
3:6, 6:1, [10:8]
2011 Indien Mahesh Bhupathi
Indien Leander Paes (2)
Kanada Daniel Nestor
Belarus Maks Mirny
6:75, 6:2, [10:5]
2010 Tschechien Lukáš Dlouhý
Indien Leander Paes (1)
Indien Mahesh Bhupathi
Belarus Maks Mirny
6:2, 7:5
2009 Belarus Maks Mirny (4)
Israel Andy Ram
Australien Ashley Fisher
Australien Stephen Huss
6:74, 6:2, [10:7]
2008 Vereinigte Staaten Bob Bryan (2)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (2)
Indien Mahesh Bhupathi
Bahamas Mark Knowles
6:2, 6:2
2007 Vereinigte Staaten Bob Bryan (1)
Vereinigte Staaten Mike Bryan (1)
Tschechien Martin Damm
Indien Leander Paes
6:77, 6:3, [10:7]
2006 Schweden Jonas Björkman (2)
Belarus Maks Mirny (3)
Vereinigte Staaten Bob Bryan
Vereinigte Staaten Mike Bryan
6:4, 6:4
2005 Schweden Jonas Björkman (1)
Belarus Maks Mirny (2)
Simbabwe Wayne Black
Simbabwe Kevin Ullyett
6:1, 6:2
2004 Simbabwe Wayne Black
Simbabwe Kevin Ullyett
Schweden Jonas Björkman
Australien Todd Woodbridge
6:2, 7:612
2003 Schweiz Roger Federer
Belarus Maks Mirny (1)
Indien Leander Paes
Tschechien David Rikl
7:5, 6:3
2002 Bahamas Mark Knowles
Kanada Daniel Nestor
Vereinigte Staaten Donald Johnson
Vereinigte Staaten Jared Palmer
6:3, 3:6, 6:1
2001 Tschechien Jiří Novák
Tschechien David Rikl
Schweden Jonas Björkman
Australien Todd Woodbridge
7:5, 7:63
2000 Australien Todd Woodbridge (4)
Australien Mark Woodforde (4)
Tschechien Martin Damm
Slowakei Dominik Hrbatý
6:3, 6:4
1999 Simbabwe Wayne Black
Australien Sandon Stolle
Deutschland Boris Becker
Vereinigte Staaten Jan-Michael Gambill
6:1, 6:1
1998 Sudafrika Ellis Ferreira
Vereinigte Staaten Rick Leach
Vereinigte Staaten Alex O’Brien
Vereinigte Staaten Jonathan Stark
6:2, 6:4
1997 Australien Todd Woodbridge (3)
Australien Mark Woodforde (3)
Bahamas Mark Knowles
Kanada Daniel Nestor
7:66, 7:68
1996 Australien Todd Woodbridge (2)
Australien Mark Woodforde (2)
Sudafrika Ellis Ferreira
Vereinigte Staaten Patrick Galbraith
6:1, 6:3
1995 Australien Todd Woodbridge (1)
Australien Mark Woodforde (1)
Vereinigte Staaten Jim Grabb
Vereinigte Staaten Patrick McEnroe
6:3, 7:63
1994 Niederlande Jacco Eltingh
Niederlande Paul Haarhuis
Bahamas Mark Knowles
Vereinigte Staaten Jared Palmer
7:65, 7:64
1993 Niederlande Richard Krajicek
Niederlande Jan Siemerink
Vereinigte Staaten Patrick McEnroe
Vereinigte Staaten Jonathan Stark
6:73, 6:4, 7:64
1992 Vereinigte Staaten Ken Flach
Vereinigte Staaten Todd Witsken
Vereinigte Staaten Kent Kinnear
Vereinigte Staaten Sven Salumaa
6:4, 6:3
1991 Sudafrika 1961 Wayne Ferreira
Sudafrika 1961 Piet Norval
Vereinigte Staaten Ken Flach
Vereinigte Staaten Robert Seguso
5:7, 7:63, 6:2
1990 Vereinigte Staaten Rick Leach
Vereinigte Staaten Jim Pugh
Deutschland Boris Becker
Brasilien 1968 Cássio Motta
6:3, 6:4
1989 Schweiz Jakob Hlasek
Schweden Anders Järryd (2)
Vereinigte Staaten Jim Grabb
Vereinigte Staaten Patrick McEnroe
6:3 aufgg.
1988 Australien John Fitzgerald
Schweden Anders Järryd (1)
Vereinigte Staaten Ken Flach
Vereinigte Staaten Robert Seguso
7:67, 6:1, 7:5
1987 Vereinigte Staaten Paul Annacone (2)
Sudafrika 1961 Christo van Rensburg (2)
Vereinigte Staaten Ken Flach
Vereinigte Staaten Robert Seguso
6:2, 6:4, 6:4
1986 Vereinigte Staaten Brad Gilbert
Vereinigte Staaten Vincent Van Patten
Schweden Stefan Edberg
Schweden Anders Järryd
kampflos
1985 Vereinigte Staaten Paul Annacone (1)
Sudafrika 1961 Christo van Rensburg (1)
Vereinigte Staaten Sherwood Stewart
Australien Kim Warwick
7:5, 7:5, 6:4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nina Pantic: There's a rich tennis history in the heart of Delray Beach. 22. März 2017, abgerufen am 2. September 2022 (englisch).
  2. Turnier-Umzug nach 32 Jahren: Miami statt Key Biscayne. In: euronews.com. 21. März 2019, abgerufen am 1. September 2022.
  3. Miami Open enters new era as it relocates to Hard Rock Stadium in 2019. In: miamiopen.com. 20. Dezember 2017, abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  4. Michelle Kaufman: Everything you need to know as modified Miami Open tennis tournament starts Monday Read more at: https://www.miamiherald.com/sports/tennis/article250027959.html#storylink=cpy. In: Miami Herald. 21. März 2021, abgerufen am 2. September 2022 (englisch).