Miargyrit

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Miargyrit
Miargyrite and Quartz - Red Mountain, Randsburg, California, USA.jpg
Miargyrit, Gruppe aus tafeligen Kristallen (Größe ca. 1,5 mm) auf Quarz aufgewachsen
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel AgSbS2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
2.HA.10 (8. Auflage: II/C.16)
03.07.03.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol 2/m
Raumgruppe C2/c
Gitterparameter a = 12,862 Å; b = 4,409 Å; c = 13,218 Å
β = 98,48° Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Formeleinheiten Z = 8 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 2,5
Dichte (g/cm3) 5,18 bis 5,25
Spaltbarkeit {010} unvollkommen
Bruch; Tenazität uneben, muschelig
Farbe grau
Strichfarbe rot
Transparenz undurchsichtig
Glanz diamantglänzend
Kristalloptik
Brechungsindex n = 2,720 bis 2,800

Miargyrit, auch Silberantimonglanz oder Hemiprismatische Rubinblende ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralgruppe der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung AgSbS2 und bildet dicke, massive Kristalle von bis zu einem Zentimeter Größe von schwarzer bis grauer Farbe.


Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mineral wurde erstmals 1824 von Friedrich Mohs in der Typlokalität, der Grube Neue Hoffnung Gottes in Bräunsdorf, heute einem Ortsteil von Oberschöna in Sachsen gefunden. Da er das neue Mineral von Rotgültigerz oder Rubinblende (heute Pyrargyrit) trennte, nannte er es zunächst Hemiprismatische Rubinblende. Den heutigen Namen Miargyrit bekam das Mineral von Heinrich Rose, der es als erster genauer untersuchte. Er benannte es nach den griechischen Worten argyros (Silber) und meion (weniger), da Miargyrit weniger Silber enthält als Pyrargyrit.[1]

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Miargyrit bei den Sulfiden und Sulfosalzen klassifiziert. Es wird zu den Sulfiden mit einem Verhältnis vom Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. In der achten Auflage bildete es mit Aramayoit, Baumstarkit, Bohdanowiczit, Cuboargyrit, Matildit, Schapbachit und Volynskit eine Gruppe. In der neunten Auflage zählt es zu den Sulfosalzen mit Zinn(II)-sulfid als Vorbild, die Kupfer, Silber oder Eisen, aber kein Blei enthalten.

In der Systematik der Minerale nach Dana bildet Miargyrit mit Smithit eine Untergruppe der Sulfosalze mit dem Verhältnis z/y = 2 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j [ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle. [2]

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung AgSbS2 ist trimorph und kann neben Miargyrit auch in trikliner Struktur als Baumstarkit und in kubischer Struktur als Cuboargyrit kristallisieren.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe aus zwei Miargyritkristallen (Größe des größten Kristalls ca. 1,7 mm) auf Quarz aufgewachsen

Miargyrit bildet sich unter hydrothermalen Bedingungen bei niedrigen Temperaturen. Es ist vergesellschaftet mit Baumstarkit, Proustit, Pyrargyrit, Polybasit, Silber, Galenit, Sphalerit, Pyrit, Quarz, Calcit und Baryt.

Das Mineral kommt in vielen Minen vor, jedoch meist nur in kleineren Mengen und selten als Haupterz. Zu den Fundorten zählen unter anderem der Harz und weitere Fundstellen in Deutschland, Příbram und Třebsko in Tschechien, Baia Sprie in Rumänien, Hiendelaencina in Spanien, der Altai in Russland, Rajasthan in Indien, am Brandywine Creek in Kanada, in den US-Bundesstaaten Idaho und Kalifornien, Real de Catorce, Sombrerete und Veta Grande in Mexiko, Copiapó und Huantajaya in Chile, Colquechaca und Cerro Rico in Bolivien sowie Huancavelica und Julcani in Peru.

Morphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miargyrit-Kristalle sind entlang {001}, {100} oder {101} abgeflacht. Sie sind daneben entlang [010] und [011] gestreift.

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miargyrit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/c mit den Gitterparametern a = 12,862 Å; b = 4,409 Å; c = 13,218 Å und β = 98,48° sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei ausreichenden Vorkommen oder zusammen mit anderen Erzen ist Miargyrit ein Silbererz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Rose: Ueber die in der Natur vorkommenden nicht oxydirten Verbindungen des Antimons und des Arseniks. In: Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie. 1829, 15, S. 469–470.
  2. Liste der Minerale nach Dana bei webmineral.com

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miargyrit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Miargyrite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien