Miasteczko Krajeńskie

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Miasteczko Krajeńskie
Wappen von ????
Miasteczko Krajeńskie (Polen)
Miasteczko Krajeńskie
Miasteczko Krajeńskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Piła
Geographische Lage: 53° 6′ N, 17° 1′ OKoordinaten: 53° 5′ 44″ N, 17° 0′ 35″ O
Einwohner: 1150 ([1])
Postleitzahl: 89-350
Kfz-Kennzeichen: PP
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Bydgoszcz–Piła
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 9 Ortschaften
8 Schulzenämter
Fläche: 70,72 km²
Einwohner: 3253
(31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3019052
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Karol Jagodziński
Adresse: ul. Dąbrowskiego 16
89-350 Miasteczko Krajeńskie
Webpräsenz: miasteczkokrajenskie.pl



Miasteczko Krajeńskie Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i (deutsch Friedheim, früher Miastetzko, auch Städtchen) ist ein Dorf mit etwa 1200 Einwohnern in der Woiwodschaft Großpolen im Powiat Pilski (deutsch Schneidemühl).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miasteczko Krajeńskie (Friedheim) liegt am Netzebruch, etwa zwanzig Kilometer südöstlich der Stadt Piła (Schneidemühl) und drei Kilometer nördlich der Netze (Noteć).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedheim südöstlich der Stadt Schneidemühl und südwestlich der Stadt Wirsitz auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rittergut Grabowo um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Rittergut Brostowo um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Neugotische Kirche, erbaut 1899 als evangelische Pfarrkirche.

Miasteczko Krajeńskie erhielt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts das Stadtrecht. Der Ortsname Miasteczko bedeutet ‚Städtchen‘, der deutsche Ortsname lautete früher Miastetzko,[3] oder Städtchen.[4] Mit der Ersten Teilung Polens, mit der die Wiedervereinigung von Ostpreußen und Westpreußen einherging, kam die Stadt 1772 zu Preußen. Die Stadt gehörte zu dem in der Nähe liegenden Rittergut Brostowo;[3][5] um 1790 besaß es der Gutsbesitzer Arndt,[6] im 19. Jahrhundert gehörte es einem Herrn Rosenau.[4]

Von 1816 bis 1920 zählte Miastetzko zum Landkreis Wirsitz im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen. Die Stadt hatte eine katholische Kirche und eine evangelische Kirche; letztere war 1899 im neugotischen Baustil errichtet worden. Im Stadtgebiet gab es eine Ziegelei und eine Molkerei. Über ihren Bahnhof wurde die Stadt 1861 an die Linie Schneidemühl – Thorn der Preußischen Staatsbahn angeschlossen. Im Umfeld der Stadt existierten natürliche Braunkohlen-Lager; 1874 vergab die preußische Verwaltung Bergwerksrechte für solche Braunkohlenvorkommen an den Rittergutsbesitzer Ferdinand Rosenau zu Brostowo.[7] 1875 erfolgte die Umbenennung in Friedheim.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Kreisgebiet zusammen mit der Stadt Friedheim aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Polen abgetreten werden. Von 1939 bis 1945 gehörte Friedheim zum Landkreis Wirsitz im neu eingerichteten Reichsgau Danzig-Westpreußen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Friedheim wieder an Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben.

1973 wurde die Ortschaft zum Dorf zurückgestuft.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1783: 327, davon 199 evangelische Deutsche, der Rest Polen[3]
  • 1788: 302[4]
  • 1816: 367, davon 202 Evangelische und 165 Katholiken[4]
  • 1837: 575[4]
  • 1843: 702[4]
  • 1858: 991[4]
  • 1861: 1.025[4]
  • 1885: 964[8]
  • 1909: 1.012[9]
  • 1921: 1.200, darunter 600 Deutsche[10]
  • 2010: 1.150

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Miasteczko Krajeńskie gehören weitere 8 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[11][12] mit einem Schulzenamt.

  • Arentow (1943–1945 Arnswalde)[12]
  • Brzostowo (Brostowo)[12]
  • Grabionna (1943–1945 Kaiserswalde)[12]
  • Grabówno (Grabowo, 1943–1945 Grabau)[12]
  • Miasteczko-Huby (Friedheim Abbau)
  • Miasteczko Krajeńskie (Friedheim)
  • Okaliniec (1943–1945 Amalienhof)[12]
  • Wolsko (Wolsko)[12]

Eine weitere Ortschaft der Gemeinde ist Solnówek.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof der Ortschaft befindet sich das Grabmal des Bauern und „Nationalhelden“ Michał Drzymała (1857–1937), der in Grabówno gestorben ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen, Band 2, Marienwerder 1789, Teil I, S. 102, Nr. 9.)
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 445.
  • Karol Maciejowski: Ziemia Krajeńska, monografia, Posen, 1969.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Miasteczko Krajeńskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Szukacz.pl, Miasteczko Krajeńskie - Informacje dodatkowe, abgerufen am 5. Juni 2010
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  3. a b c Goldbeck (1789), Teil I, S. 102, Nr. 9.)
  4. a b c d e f g h Wuttke (1864), S. 445.
  5. F. J. Bertuch (Hrsg.): Allgemeine Geographische Ephemeriden. Band 29, Weimar 1809, S. 292.
  6. August Karl Holsche: Der Netzdistrikt, ein Beytrag zur Länder- und Völkerkunde mit statistischen Nachrichten. Königsberg 1793, S. 127.
  7. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Bromberg. Nr. 46 vom 13. November 1874, S. 375.
  8. http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_wirsitz.html
  9. Meyers Konversations-Lexikon
  10. Der Große Brockhaus. Band 6, 1930, S. 607.
  11. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  12. a b c d e f g Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 2868 Wissek