Michael Andrejewski

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Michael Andrejewski beim NPD-Bundesparteitag 2009 in Berlin

Michael Andrejewski (* 12. August 1959 in Baden-Baden) ist ein deutscher rechtsextremer Politiker (DVU, NPD) und Rechtsanwalt.[1] Von 2006 bis 2016 war er Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1979 absolvierte Andrejewski seinen Wehrdienst und begann 1982 ein Studium der Rechtswissenschaft sowie der Volkswirtschaftslehre, welches er 2000 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen beendete. Er absolvierte das Referendariat in Stendal und legte 2002 das Zweite juristische Staatsexamen als Volljurist ab. In dieser Zeit jobbte Andrejewski bei Wachdienst-Unternehmen und bezog Sozialhilfe sowie Arbeitslosengeld II.[2][3]

Politik und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrejewski stammt als Lehrersohn aus Baden-Baden im Schwarzwald.[4] Seine politische Karriere begann 1982 mit der Gründung der NPD-nahen „Hamburger Liste für Ausländerstopp“ (HLA), deren Vorsitzender er war. 1989 war er Sprecher der Hamburger DVU-Hochschulgruppe. Er wurde 1992 durch eine Flugblattverteilungsaktion im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen bekannt.[5]

Im Rahmen einer rechtsradikalen Kümmererstrategie[6] zog er 2003 von Hamburg nach Anklam, wo er für die NPD Mitglied der Stadtvertretung ist. Er ist Mitglied des NPD-Landesvorstandes Mecklenburg-Vorpommern, saß für die NPD im Kreistag Ostvorpommern und sitzt seit 2011 im Kreistag Vorpommern-Greifswald.

Nach der Wahl 2006 war er auch Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Auf Platz drei der Landesliste der NPD für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde er am 4. September 2011 erneut in den Landtag gewählt. Daneben vertritt Andrejewski als Strafverteidiger andere Rechtsextremisten und Neonazis bei Gerichtsverfahren.[7][8]

Für die Landratswahlen am 18. Mai 2008 wurde Andrejewski zusammen mit Stefan Köster von der Wahl ausgeschlossen. Dies bestätigte der Landeswahlausschuss in Mecklenburg-Vorpommern nach der vorangegangenen Entscheidung der Kreiswahlausschüsse von Ludwigslust und Ostvorpommern. Um die Grundlage hierzu entbrannte ein öffentlicher Streit.[9] Er war zusammen mit Peter Richter einer der NPD-Anwälte im NPD-Verbotsverfahren 2016 vor dem Bundesverfassungsgericht.[10][11][12] Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 verpasste Andrejewski mit der NPD einen weiteren Einzug in das Landesparlament.[13] Zudem betreibt Andrejewski in Anklam eine eigene Anwaltskanzlei; dies in einem Gebäude, welches Privateigentum von Neonazis ist.[14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Andrejewski – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Veronica Frenzel: Der rechte Fleck, Der Tagesspiegel online vom 12. April 2012.
  2. https://www.stern.de/politik/deutschland/mecklenburg-vorpommern-feinde-fuers-leben-3320984.html
  3. NPD im Nordosten: Ein Ex-Hausbesetzer im Visier der Neonazis. In: welt.de. 29. Oktober 2012, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  4. https://web.archive.org/web/20140309045725/http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/landtagswahl_2006/ndrde2282.html
  5. Anton Maegerle und Martin Knobbe: Die Schweriner Rechtsausleger, Stern vom 20. September 2006.
  6. Frank Pergande: Alles, was rechts und billig ist. In: FAZ.net. 23. Juli 2015, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  7. http://www.lobbi-mv.de/nachrichten/einschuechterungsversuche-von-rechts-in-lassan/
  8. http://www.nordkurier.de/pasewalk/anklamer-wegen-hitlergruss-zu-hoher-geldstrafe-verurteilt-2127374803.html
  9. Gunther Latsch: Abgelehnte NPD-Kandidaten: Schützenhilfe vom CDU-Professor@1@2Vorlage:Toter Link/www.spiegel.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Spiegel Online vom 22. Mai 2008
  10. Bundesverfassungsgericht: Karlsruhe prüft Kriterien für mögliches NPD-Verbot, Spiegel Online, 2. März 2016.
  11. Frank Jansen: NPD-Anwälte bleiben angekündigten „Knaller“ schuldig, Der Tagesspiegel online vom 1. März 2016.
  12. Ursula Knapp: An V-Leuten soll NPD-Verbot nicht scheitern, Frankfurter Rundschau online vom 2. März 2016.
  13. http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/bei-der-npd-trennt-sich-die-spreu-vom-weizen--128365614.html
  14. In Anklam regiert der Frust. In: sueddeutsche.de. 5. September 2016, abgerufen am 10. Juli 2018.
  15. http://www.taz.de/!5061930/