Michael Bentt

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Michael Bentt
Boxweltmeister im Schwergewicht
Boxer
Bentt gegen Savon 1987

Bentt gegen Savon 1987

Daten
Geburtsname Michael Bent
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Britisch US-Amerikanisch
Geburtstag 4. September 1965
Geburtsort London
Stil Linksauslage
Größe 1, 91 m
Kampfstatistik
Kämpfe 13
Siege 11
K.-o.-Siege 6
Niederlagen 2

Michael Bentt (* 4. September 1965 in London) ist ein ehemaliger Boxer und Schwergewichtsweltmeister. Er ist jamaikanischer Abstammung, in Großbritannien geboren und in den USA aufgewachsen.

Amateur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bentt war mehrfacher US-amerikanischer Meister im Schwergewicht (bis 91 kg). 1985 wurde er nach einer Halbfinalniederlage gegen Alexander Jagubkin Dritter beim Weltcup in Seoul. Er belegte bei den 1986 stattgefundenen Goodwill Games in Moskau und den Amateurweltmeisterschaften in Reno weitere dritte Plätze. Bei der WM konnte er im Viertelfinale Jagubkin schlagen, unterlag dann im Halbfinale aber gegen Arnold Vanderlyde. Auch bei den Panamerikanischen Spielen 1987 in Indianapolis wurde er abermals Dritter, er scheiterte dort im Halbfinale an Félix Savón.

Bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele 1988 scheiterte er nach Punkten am späteren Goldmedaillengewinner Ray Mercer. Einen Platz im jamaikanischen Olympiateam schlug er aus, da er dafür seine US-amerikanische Staatsbürgerschaft hätte niederlegen müssen.

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bentt gab 1989 unter den Fittichen von Emanuel Steward sein Profidebüt. Gegen Jerry Jones ging er gleich in der ersten Runde KO. Später gab er an, dass er und Steward vor dem Kampf nicht wussten, dass Jones ein Rechtsausleger ist.

Erst 22 Monate später stieg er wieder in den Ring und wechselte den Trainer. Nach zehn Siegen gegen Aufbaugegner erhielt er am 29. Oktober 1993 die Chance, gegen WBO-Weltmeister Tommy Morrison anzutreten. Völlig überraschend konnte er den Kampf nach drei Niederschlägen durch technischen KO in der ersten Runde gewinnen.

Nun traf er bei seiner ersten Titelverteidigung am 19. März 1994 auf den ungeschlagenen Herbie Hide. Er war zuvor im Training KO gegangen und trat entgegen der Empfehlung seines Arztes trotzdem gegen Hide an. Er gewann keine Runde und ging spektakulär in der siebten Runde KO. Er erlitt eine Hirnblutung, kollabierte nach dem Kampf und lag für vier Tage im Koma. Nach dieser desaströsen Niederlage beendete er seine Karriere.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bentt hat nach seiner Boxerlaufbahn Journalismus und Schauspiel studiert. Er schrieb einen Essay mit dem Titel „Anatomy of a Knockout“ in dem er seine Erfahrungen als Boxer verarbeitete. In der Muhammad Ali-Biographie Ali spielte er die Rolle des Sonny Liston.

Die erste Folge der Netflix Dokumentation Losers behandelt seine Kindheit, Karriere und seinen Umgang nach der KO-Niederlage gegen Herbie Hide.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Miscast Champion. Abgerufen am 3. März 2019.
VorgängerAmtNachfolger
Tommy MorrisonBoxweltmeister im Schwergewicht (WBO)
29. Oktober 1993–19. März 1994
Herbie Hide