Michael Buchberger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bischof Buchberger (1928)
Wappen Buchbergers als Bischof von Regensburg ab 1950 nach seiner Ernennung zum Erzbischof
Buchberger (ganz rechts im Bild) 1916 beim Frontbesuch mit Kardinal Franziskus von Bettinger (Bildmitte) bei dem bayerischen Divisionspfarrer Jakob Weis (ganz links)

Michael Buchberger (* 8. Juni 1874 in Jetzendorf; † 10. Juni 1961 in Straubing) war der 74. Bischof der Diözese Regensburg seit ihrer Gründung 739.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchberger empfing am 29. Juni 1900 im Erzbistum München-Freising die Priesterweihe. Im November 1923 ernannte Papst Pius XI. ihn zum Titularbischof von Athribis und bestellte ihn zum Weihbischof im Erzbistum München-Freising. Die Bischofsweihe spendete ihm am 20. Januar 1924 Michael Kardinal von Faulhaber; Mitkonsekratoren waren Johann Baptist Hierl, Weihbischof in Regensburg, und Adam Senger, Weihbischof in Bamberg. Vom 12. März 1928 bis zu seinem Tod leitete er das Bistum Regensburg. Der in der Kirchengeschichte bewanderte Buchberger engagierte sich in der Herausgabe mehrerer Kirchenlexika, bei der er auch als Autor tätig war. Er gab von 1907 bis 1912 das Kirchliche Handlexikon, von 1930 bis 1938 das Nachfolgewerk, das Lexikon für Theologie und Kirche, heraus. Das zehnbändige Werk startete mit 80.000 Artikeln.

Im von ihm als Herausgeber verantworteten Kirchlichen Handlexikon[1][2] und in ähnlicher Weise auch noch in der von ihm herausgegebenen ersten Auflage (1930) des Lexikon für Theologie und Kirche finden sich antijudaistische Positionen.[3] Auch in seinen eigenen Schriften äußerte er Verständnis für diese Position.[4][5]

Als der Regensburger Domprediger Johann Maier, der am 23. April 1945 öffentlich eine kampflose Übergabe der Stadt Regensburg an die US-Truppen gefordert hatte, von Polizisten festgenommen und am selben Abend durch ein Standgericht wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt und sofort gehängt wurde, schwieg Buchberger und hielt sich in einem Luftschutzbunker versteckt.[6]

Nach dem Krieg bemühte sich Buchberger um den Wiederaufbau in seinem Bistum. Unmittelbar nach Kriegsende im Jahre 1945 wurden allein 95 caritative Einrichtungen neu begründet. In den Folgejahren entstanden 175 neue Kirchenbauten.

Im Heiligen Jahr 1950 erhielt er von Papst Pius XII. den persönlichen Titel eines Erzbischofs.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Buchberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olaf Blaschke: Das „pianische“ Jahrhundert als Blütezeit des katholischen Antisemitismus (1846–1945) – und die Blüten katholischer Apologetik heute. In: Hans Erler, Ansgar Koschel (Hrsg.): Der Dialog zwischen Juden und Christen: Versuche des Gesprächs nach Auschwitz. Campus, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-593-36346-1, S. 115–126 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Olaf Blaschke: Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich. 2. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-52535785-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Thomas Breuer: Die Haltung der katholischen Kirche zur Judenverfolgung im Dritten Reich. (2003)
  4. Othmar Plöckinger: Geschichte eines Buches: Adolf Hitlers „Mein Kampf“ 1922–1945. Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57956-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  5. Antonia Leugers: Die deutschen Bischöfe und der Nationalsozialismus (II). 2005
  6. Werner Johann Chrobak: Domprediger Dr. Johann Maier – ein Blutzeuge für Regensburg. Zum 40. Todestag neue Forschungen und Studien. In: Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg Band 125 (1985), ISSN 0342-2518, S. 453–484 (urn:nbn:de:bvb:355-ubr00050-0455-7).