Michael Evenari

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Michael Evenari

Michael Evenari (hebr.: מיכאל אבן-ארי, übersetzt: Stein des Löwen; * 9. Oktober 1904 in Metz als Walter Schwarz; † 15. April 1989 in Jerusalem)[1] war ein israelischer Botaniker deutscher Abstammung. Er leistete mit seiner Arbeit Die Rekonstruktion und der Wiederaufbau von Sturzwasserfarmen in der Negev-Wüste einen wesentlichen Beitrag für die moderne israelische Wüstenlandwirtschaft und trug entscheidend zum Verständnis der Wüstenökologie, insbesondere der Sturzwasserlandwirtschaft, bei. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Evenari“.

Kindheit und Jugend in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Schwarz wurde 1904 als jüngstes von vier Geschwistern geboren. Seine Eltern waren der wohlhabende Kaufhausbesitzer Hermann Schwarz (* 14. Juli 1861 in Obergartzem – † 10. Januar 1936 in Frankfurt am Main) und dessen Ehefrau Karoline, geborene Löwenstein (* 16. Dezember 1869 in Feudingen – † 25. Juni 1955 in Jerusalem).[2] Er besuchte zunächst ein humanistisches Gymnasium in Metz, musste das aber 1917 verlassen, weil ihm in Folge eines Schülerstreichs ein Schulverweis drohte.

Walter Schwartz übersiedelte nach Berlin, wo seine seit dem gleichen Jahr mit dem Schriftsteller Gerson Stern verheiratete Schwester Erna (* 22. Juli 1894 in Metz – † 23. August 1967 in Brixen) lebte. Schwarz bezeichnete diesen Ortswechsel als sein „großes Glück, denn meine Berliner Zeit wurde zum kritischen Wendepunkt meines ganzen zukünftigen Lebens“.[3] Grund hierfür waren Geschenke von Gerson Stern: Das Buch Die Welt der Pflanze von R.H. Francé, ein Kindermikroskop und das Buch Die Lebensgeheimnisse der Pflanze von Adolf Wagner. Vor allem Wagners Buch animierte den jungen Walter zu ersten Experimenten, die wiederum dazu führten, sich früh auf ein Lebensziel festzulegen: „Botaniker zu werden. Ich fühlte mich dazu im wahrsten Sinn des Wortes ›berufen‹ und nannte mich selber heimlich ›discipulus scientiae amabilis‹. Rückblickend weiß ich, daß sich zu dieser Zeit auch schon meine Einstellung zur belebten Natur formte.“[4]

Walter Schwarz besuchte in Berlin die Schule bis zur Versetzung in die Untersekunda. An Ostern 1919 zog er dann mit Erna und Gerson Stern nach Feudlingen zu Verwandten im Geburtshaus seiner Mutter. Wenig später erfolgte der Umzug nach Buchenau in der Nähe von Marburg, wo er sich eigenen Angaben zur Folge sehr wohl gefühlt hatte und seine botanischen Neigungen in der dörflichen Umgebung verfolgen konnte. Unterrichtet wurde er privat, doch musste er dazu jeden Tag nach Marburg fahren. Als das auf Dauer zu mühsam wurde, wurde er in Marburg als Penionsgast einquartiert. Der hiesige botanische Garten entwickelte sich zu einem großen Anziehungspunkt für ihn, den er häufig besuchte.[5]

Die Eltern von Walter Schwarz hatten 1918 nach der Besetzung von Metz durch die Franzosen dafür optiert Deutsche zu sein, weshalb ihr Vermögen beschlagnahmt wurde und sie das Land verlassen mussten. Sie zogen nach Frankfurt am Main und holten ihren Sohn zu sich. Walter ging nun wieder zur Schule und machte 1923 sein Abitur am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium.[6] Im gleichen Jahr begann er das Studium der Botanik an der Universität Frankfurt. Walter Schwarz in dieser Zeit auch wieder Kontakt zur Jüdischen Jugendbewegung auf und wurde, wie früher schon in Berlin, Mitglied im Verband Blau-Weiß. Sein Gruppenleiter hier war Erich Fromm, und Schwarz wurde nicht nur mit dem Versuch konfrontiert, Judentum, Zionismus und Kommunismus miteinander zu vereinen, sondern fand auch Zugang zur hebräischen Sprache.[7] Und erst am Ende seiner Lebenserinnerungen bekennt er sich zu einer weiteren Ausbildung, die er in Frankfurt zusätzlich zur Schule absolviert hat:

„Als ich im Frankfurter Kaiser-Friedrich-Gymnasium Oberprimaner war, habe ich ein Jahr lang abends einen Schlosser-Kurs mitgemacht, da ich es für wichtig hielt, daß ein geistig arbeitender Mensch auch ein Handwerk lernen müsse. Mir dienten dabei die Rabbis, die die Mischna (einen Teil des Talmud) verfaßten, als Vorbild. Sie betrieben neben ihrer geistigen Arbeit auch ein Handwerk. Mit der Zeit kam ich zur Überzeugung, daß jeder Student, und überhaupt jeder Mensch, dessen Beruf keine körperliche Arbeit erfordert, von Zeit zu Zeit manuell als Arbeiter oder Bauer arbeiten sollte. Wie könnte er sonst die Situation der Arbeiter und Bauern, die den Grund zu unserer physischen Existenzmöglichkeit legen, verstehen? Man darf das nur nicht ins Extrem treiben, wie es die chinesische kulturelle Revolution tat.[8]

Nach knapp dreijährigem Studium wurde Walter Schwarz 1926 bei Martin Möbius in Frankfurt promoviert.[9] Sein relativ kurzes Studium war dennoch kein Durchmarsch eines nur an den engen Fachgrenzen orientierten Hochschulabsolventen, sondern ermöglichte ihm eine breite Allgemeinbildung, die seiner späteren Arbeit immer wieder eine über die Fachgrenzen hinausreichende Richtschnur bot.

„Ich hatte das Glück, in Frankfurt in den Jahren zu studieren, in der die Zahl der Botanikstudenten so klein war, daß unsere Lehrer sich uns ganz widmen konnten, und wir ab dem zweiten Semester mit ihnen persönliche Beziehungen hatten. Sie lehrten uns nicht nur Wissenschaft. Möbius hielt mich dazu an, neben den Fachvorlesungen auch Vorlesungszyklen über Philosophie und Sozialwissenschaften (bei Franz Oppenheimer, dem Vater des Botanikers Heinz Oppenheimer) zu belegen. Er betonte in seinen Gesprächen mit mir immer wieder, wie wichtig es sei, sich an der Universität eine ›Allgemeinbildung‹ zu erarbeiten. Die Universität Frankfurt vermittelte mir so nicht nur Fachwissen, sie gab mir eine Erziehung. Möbius durch seinen weiten humanistischen Horizont und seinen Rat war mir ein Erzieher.[10]

Ebenfalls im Jahr 1926 heiratete er die elf Jahre ältere Alice Ollendorff (* 1893), eine Nichte von Alfred Kerr, mit der er bereits als siebzehnjähriger ein Verhältnis begonnen hatte.[11] Nach Evenaris eigener Aussage war diese „Ehe, die kinderlos blieb, [..] nicht sehr glücklich“.[12]

Nach seiner Promotion arbeitete Schwarz auf Assistentenstellen in Frankfurt (1927) und an der Deutschen Universität in Prag (1928–1930). 1930 kam er an das Botanische Institut der Technischen Hochschule Darmstadt. Seine Habilitationsschrift mit dem Titel „Die Strukturänderungen sproßloser Blattstecklinge und ihre Ursachen“ wurde 1933 veröffentlicht, das Habilitationsverfahren kam allerdings – nachdem er im Februar 1933 noch seine Probevorlesung gehalten hatte – nicht mehr zum Abschluss.[13]

Während seiner Prager Jahre war Walter Schwarz in Kontakt zu dem Botaniker Heinz Oppenheimer[14] gekommen. Dieser, der Sohn von Franz Oppenheimer, war nach Prag gekommen, um wie auch Schwarz bei Ernst Pringsheim junior zuarbeiten. Schwarz und Oppenheimer wurden Freunde, und Oppenheimer schlug ihm vor, später auch nach Palästina zu kommen, wohin er selber auszuwandern gedachte. Schwarz war diesem Gedanken nicht abgeneigt, entschied sich jedoch zunächst für Darmstadt.[15] Der Gedanke, nach Palästina zu gehen, blieb weiterhin lebendig und zeigte Folgen: „Im Oktober 1932 schloß ich einen Vertrag mit der Familie Aaronsohn, laut dem ich im Oktober 1933 die Arbeit bei ihnen in Sichron Ja'akov aufnehmen würde.“[16] Bei der aufzunehmenden Arbeit, von der auch sein damaliger Chef, der Botaniker Bruno Huber, wusste, handelte es sich um das früher schon mit Oppenheimer diskutierte Projekt, „die cisjordanischen Tagebücher von Aaron Aaronsohn[17] zu bearbeiten“.[18]

Was noch als Forschungsaufenthalt geplant war, nahm unter dem Druck der politischen Ereignisse schnell eine andere Wendung. Am 1. April 1933, dem Tag des Judenboykotts, wurde Schwarz zum Rektor der TH Darmstadt zitiert, wo ihm dieser eröffnete: „Herr Doktor, ich muß Sie leider fristlos entlassen, da Sie bei mir als bewußter Jude denunziert worden sind. Ich gebe Ihnen eine Frist von vier Wochen, damit Sie Ihre Angelegenheiten ordnen können.“[19]

Ankunft in Palästina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarz setzte sich mit der Familie Aaronsohn in Verbindung und reiste zusammen mit seiner Frau Ende April über Triest und Haifa nach Jerusalem. Er nahm die Arbeit an der Aaronsohn-Veröffentlichung auf und hatte gleichzeitig die Gelegenheit, erstmals an einer Wüstenerkundung teilzunehmen. „Schon in Europa hatte mich die Lektüre von Stockers Buch für die Wüste begeistert. Doch erst, als ich mit der Wüste Juda in der Wirklichkeit zusammentraf, war es um mich geschehen. Die Wüste schlug mich für immer in ihren Bann, und nicht nur als mein zukünftiges Arbeitsgebiet. [..] Die Bezauberung, die die Wüste vom ersten Anblick an in mir auslöste, schwand nie und wurde nur immer stärker.“[20] Und die nächste Möglichkeit, sich der Verzauberung durch die Wüste hinzugeben, folgte rasch. Im August 1933 lud ihn Alexander Eig (1894–1938), Abteilungsleiter an dem von dem Agrarbotaniker Otto Warburg gegründeten Institut zur Erforschung der Natur des Landes Israel an der Hebräischen Universität Jerusalem, zu einer ausgedehnten Kurdistan-Expedition ein. Diese Expedition war für Schwarz nicht nur als Botaniker interessant, sondern gewährte ihm auch tiefe Einblicke in die kurdischen Tradition und in das Leben kurdischer Juden.[21]

Nach dem Ende der Expedition wurde Walter Schwarz 1934 – neben seiner fortdauernden Arbeit an den Aaronsohn-Veröffentlichungen – „externer Lehrer“ am Botanischen Institut und Übernahm das Arbeitsgebiet seines ausgeschiedenen Freundes Heinz Oppenheimer. Schwerpunkt seiner Arbeit wurde die Ökologie der Wüstenpflanzen „unter Berücksichtigung des Einflusses des Bodens und des Standortes auf ihre Verbreitung und anatomische Struktur“.[22] Voll auf seine wissenschaftliche Arbeit konzentrieren konnte er sich allerdings nicht. Da er auch noch nach Palästina eingereisete Verwandte unterstützen musste, arbeitete er zusätzlich als Lehrer an einer Schule.[23] Bei dieser Schule handelte es sich um das Lehrersemina Beth Hakerem in einer Jerusalemer Vorstadt, das damals von dem späteren israelischen Erziehungsminister Ben-Zion Dinur geleitet wurde.[24]

Ein weiteres Hindernis für eine uneingeschränkte wissenschaftliche Arbeit ergab sich aus Walter Schwarz' Mitgliedschaft in der Hagana, in die er bereits im Herbst 1933 eingetreten war, um bei der Verteidigung der jüdischen Viertel von Jerusalem zu helfen.[25] Dieser Schritt war mit vielen nächtlichen Patrouillen und Wachtdiensten verbunden. 1935 erwarb er die palästinensische Staatsangehörigkeit und beschloss, seinen deutschen Namen zu ändern. Für diesen Schritt führt er explizit seine Vertreibung von der TH Darmstadt an und beschreibt seine Namensänderung wie folgt:

„Als ich 1935 die palästinensische Staatsangehörigkeit erwarb, wollte ich einen hebräischen Namen haben. Als Vornamen wählte ich Michael, den Namen einer der Erzengel, der übersetzt bedeutet: ›Wer ist wie Gott?‹ Der verantwortliche Beamte fragte mich, was denn mein Familienname sei. Schwarz ins Hebräische übersetzt heißt ›Schachor‹, sagte er, das klinge doch nicht schön. Was sei denn der Mädchenname meiner Mutter? Als ich ›Löwenstein‹, sagte, rief er aus: »Das heißt ja auf Hebräisch ›Evenari‹, das ist ja viel schöner«. Ich stimmte zu, [..] und so wurde ich Michael Evenari.[26]

Sein Freund Heinz Oppenheimer hat diesen Schritt später folgendermaßen beschrieben: Damit „hörte der deutsche Patriot Walter Schwarz auf zu bestehen und wurde durch den kämpfenden Juden Michael Evenari ersetzt, der ein neues Leben in Palästina begann.“[27]

Evenari war sich wohl bewusst, dass der Namenswechsel für ihn auch im Hinblick auf seine wissenschaftliche Reputation ein folgenreicher Schritt war. Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 17 wissenschaftliche Arbeiten unter dem Namen Walter Schwarz veröffentlicht, und befürchtete nun von seiner früheren wissenschaftlichen Biographie abgeschnitten zu sein, weil ja niemand ahnen konnte, dass Evenari und Schwarz dieselbe Person seien.

Evenari hatte sich inzwischen von seiner ersten Frau getrennt und war mit der Sozialarbeiterin Esther Gabriel (* 2. November 1916 in Berlin – † 4. April 1981 in Kairo) liiert.[28] Aus dieser Beziehung[29] ging der um 1937 geborene Sohn Eli[ahu][30] hervor, der seinerseits später mit der Aktion Sühnezeichen-Aktivistin Christel Eckern verheiratet war, die nach ihrem Übertritt zum jüdischen Glauben den Vornamen Michal angenommen hatte.[31] Eli und Michal Evenari blieben nicht in Israel wohnen, sondern übersiedelten mit ihren beiden Kindern nach Bayern.[32]

Dienst in der Britischen Armee und in der Jüdischen Brigade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sich Rommels Truppen Palästina näherten, meldete sich Evenari zusammen mit anderen Hagana-Kameraden zur britischen Armee und wurde ohne weitere Ausbildung einer Flugabwehreinheit zugeteilt. In dem Buch Mein Sohn Erich Jehoshoshua von Leopold Marx berichtet Erich Jehoshua Marx in mehreren Briefen von seinen Begegnungen mit Michael Evenari während ihrer gemeinsamen Zeit in der Britischen Armee während des Zweiten Weltkriegs und in der Jüdischen Brigade, mit der auch Evenari bis nach Flandern kam, wo er im Herbst 1945 demobilisiert wurde. Kurz vor dieser Demobilisierung ereignete sich die folgende Episode:

„Ihr wißt, daß einer unserer Sergeant-Majors von Beruf Biologieprofessor ist. Neulich kam ich in sein Zimmer und fand ihn vertieft in einen dicken Wälzer, ein neues wissenschaftliches Werk über moderne Richtungen in der biologischen Forschung, in Englisch. Er klagte mir sein Leid, was für schwere Bücher er lesen müsse, die kein normaler Mensch verstehe. Ich schaute nach dem Namen des Verfassers. Es war Julian Huxley, der auch eine Reihe populärer wissenschaftlicher Werke geschrieben hat. Ich sagte ihm also, daß mich das wundere, denn ich kenne Bücher vom selben Verfasser, die sehr leicht verständlich seien. Unser Professor fühlte sich ein wenig in seiner Berufsehre gekränkt und antwortete: Gut, wenn du mir diesen Abschnitt in dem Buch erklären kannst, bekommst du von mir eine Flasche Whisky!
Nun müßt Ihr wissen, daß wir eine Flasche Whisky nur einmal in drei Wochen bekommen und daß Evenari wenig Güter dieser Erde so liebt wie einen guten Tropfen. Ich konnte aber bei diesem Anerbieten nichts verlieren, so las ich mir den Abschnitt einmal durch, und fand nichts dabei, außer daß die Sätze etwas verschachtelt waren und außerdem eine Häufung biologischer Termini technici. Ich übersetzte ihm also Satz für Satz erst auf Iwrith, dann auf Deutsch und erkläre ihm zum Schluß den Inhalt in einfachen Worten.
Er war natürlich völlig erschlagen. Er wollte wissen, wo ich meine Biologie gelernt habe, und ich teilte ihm mit, daß mein zweites Nebenfach Biologie in Mikveh gewesen sei! Und an keiner Universität? wollte er wissen. N. B.: Da ich in meinen Zukunftsplänen, die langsam, langsam festere Gestalt annehınen, schon daran gedacht habe, diese Bekanntschaft in irgendeiner Form auszunützen, wird dieser kleine Zwischenfall vielleicht einmal nicht unbedeutend gewesen sein. (Musterbeispiel für Exaktfutur!)[33]

Evenari erwähnt diese Episode in seinem Lebensbericht nicht. Doch spielte Michael Evenari eine wichtige Rolle bei Erich Jehoshua Marx' Entscheidung, nach seiner Demobilisierung und Rückkehr nach Palästina ebenfalls Biologie und Landwirtschaft zu studieren[34], und Evenari erwähnt ihn als einen „meiner Leute [..], der später mein Schüler an der Universität war und dann im Kampf gegen die Araber 1948 fiel“.[35] Wie Erich Jehoshua Marx war auch Michael Evenari ein genauer Beobachter der Ereignisse, die das Vorrücken der Jüdischen Brigade begleiteten.

„Einige Wochen nach dem Waffenstillstand zog die jüdische Brigade durch den Westen Deutschlands nach Belgien und Holland. Für uns hatte diese Fahrt ihre besondere Bedeutung und wird wohl jedem, der sie mitmachte, unvergeßlich bleiben. Denn wir, die »feigen Untermenschen« Hitlers, wir, die Angehörigen eines Volks, das die Nazis auszurotten versucht hatten, waren immer noch da und fuhren durch das besiegte Land, gegen dessen Regime wir als Soldaten gekämpft hatten.
Wir fuhren mit all unseren Kanonen und Panzerwagen, die wir mit unserem Emblem gezeichnet hatten, dessen Mitte der gelbe Davidstern zierte, jener gelbe »Judenstern«, den unter den Nazis jeder Jude als Schandmal auf seinen Kleidern sichtbar aufgenäht tragen mußte.[36]

Doch jenseits des Triumphgefühls wird er immer wieder mit dem nicht versiegten alltäglichen Antisemitismus der deutschstämmigen Bevölkerung konfrontiert, er sieht die Lager elternloser Kinder, die die Konzentrationslager gerade noch überlebt hatten, und er erkennt auch, dass es manchmal schwierig war, die eigenen Leute von Racheakten abzuhalten. Am 1. August 1945 wurde Michael Evenari demobilisiert und konnte nach Palästina zurückkehren. Doch er vertauschte nur einen Kriegsschauplatz gegen einen anderen.

Zwischen Zweitem Weltkrieg und Israels Unabhängigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr nach Palästina setzte Michael Evenari seine Arbeit an der Jerusalemer Universität fort, war aber auch weiterhin für die Hagana aktiv. Doch bereits im Dezember 1946 wurde er gebeten, vom kommenden Januar an zusammen mit dem aus Österreich stammenden Zoologen Georg Haas in den USA die Laboratorien US-amerikanischer Universitäten zu studieren, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen für den Bau eines neuen Biologie-Gebäudes für die Jerusalemer Universität.[37] Zugleich ging es auch darum, durch Vorträge Spenden für den Ausbau der Universität zu akquirieren. Nach Lange „war der Gewinn dieser Reise groß und vielfältig – in finanzieller Hinsicht für die Universität, in fachlicher Hinsicht für den Botaniker – aber auch für Evenaris persönliches Leben: er lernte in New York seine spätere Frau Liselotte kennen.“[1] Dieser entscheidenden privaten Begegnung stand aber auch eine nicht minder wichtige berufliche Begegnung zur Seite. Evenari hielt einen Vortrag am California Institute of Technology („Caltech“), wo er die Einladung erhielt, für ein Jahr ans Institut zu kommen. Die Caltech stellte dafür ein Stipendium zur Verfügung.[38]

Zunächst allerdings erfolgte im Mai 1947 die Rückreise nach Jerusalem, wo sich der Konflikt zwischen den Arabern und den Juden allmählich gefährlich zuspitzte. Da die Hebräische Universität auf dem Skopusberg außerhalb des Jerusalemer Stadtgebiets lag und die Straße dorthin durch arabische Siedlungen führte, wurde in der Zeit nach dem UN-Teilungsplan für Palästina vom 29. November 1947 der Zugang zur Universität immer gefährlicher und machte den Einsatz von bewaffnetem Sicherungspersonal notwendig. Der ehemalige Soldat Michael Evenari beteiligte sich an diesen Schutzmaßnahmen.[39]

Im Februar 1948 wurde Evenari von der Universitätsspitze erneut gebeten, für die nicht nur militärisch bedrängte, sondern auch finanziell ausgezehrte Universität als „Propagandist für die Universität [..] auf eine Sammelmission nach Nord- und Südamerika“ zu gehen, weil von dort her 80 % der Spendeneinnahmen stammten, ohne die die Universität nicht überlebensfähig war.[40] Am 29. Februar 1948 verließ Evenari Jerusalem und flog am nächsten Tag von Tel Aviv aus in die USA, wo er am 5. März nach einigen Zwischenlandungen ankam. „Vom Tag meiner Ankunft in New York bis zum 15. Mai, an dem wir nach Südamerika flogen, mußte ich ohne Rast und Ruh arbeiten. Ich war wie von einem Dämon getrieben. Ich hatte ein tiefsitzendes Schuldgefühl, selber in physischer Sicherheit zu sein, während alle zu Hause in größter Gefahr waren. Ich konnte das nur dadurch kompensieren, daß ich versuchte, die mir aufgetragenen Aufgaben unter Aufbietung aller meiner physischen und seelischen Kräfte und Fähigkeiten zu erfüllen.“[41]

Eine kleine Verschnaufpause war Evenari dennoch vergönnt. Am 6. April 1948 heirateten er und Lieselotte („Liesel“) Wolff (* 26. November 1913 in Saarlouis – † 25. April 2004 in Eilat)[28] vor dem Friedensrichter in Hoboken (New Jersey).[42] Liesel Evenaris späterer Buchtitel Wo Du hingehst ... beschreibt treffend, was von dem Zeitpunkt an geschah: Sie wurde seine Begleiterin auf nahezu all seinen Reisen und Exkursionen.

Ab Mai hielten sich die Evenaris in Südamerika auf, eine Audienz bei Juan Perón und Eva Perón eingeschlossen. Die Reise war wiederum eine Zusammenspiel von Öffentlichkeitsarbeit für die Jerusalemer Universität und persönlicher Kontaktpflege, verbunden mit Exkursionen, die neue Anstöße für die eigene spätere wissenschaftliche Arbeit boten. Zurück in New York, Anfang Oktober 1948, wurde er vom inzwischen eingetroffenen Administrator der Jerusalemer Universität darüber informiert, dass die Arbeit auf dem Skopusberg zwischenzeitlich unmöglich geworden war und die meisten Studenten und jüngeren Dozenten überwiegend in der Armee dienten. Da in dieser Situation seine Anwesenheit in Jerusalem nicht erforderlich wäre, wurde Evenari angeboten, bis zum Ende des Jahres 1949 an einem Forschungsinstitut in den USA zu verbleiben. Dank der früheren Zusage konnte er daraufhin seinen Forschungsaufenthalt am „Caltech“ antreten.[43]

Am Caltech arbeitete Evenari mit Frits Warmolt Went und James Bonner zusammen und zählt die Monate dort zur „schönsten und fruchtbarsten Zeit meiner wissenschaftlichen Laufbahn“.[44] Er hatte genügend Zeit, sich auch in vielen Disziplinen außerhalb der Botanik weiterzubilden und nutzte weiterhin viele Möglichkeiten, um für Unterswtützung der Hebräischen Universität Jerusalem zu werben. Schwierig wurde es nur zum Ende des Aufenthalts, als ihm angeboten wurde, am Caltech zu bleiben.

„Abgesehen davon, daß das Gehalt eines Wissenschaftlers am Cal. Tech. um ein Vielfaches größer war als in Israel, war es schwer, ein solches Angebot abzulehnen, vor allem deshalb, weil ich wußte, daß ich im neuen, armen Staat Israel mangels einer notwendigen, teuren Apparatur meine vielversprechenden, im Cal. Tech. angefangene Arbeit nicht fortsetzen könne. Meine Ergebnisse über den Einfluß des roten, infraroten und blauen Lichts auf die Keiınung von Salatsamen ließen mich ahnen, daß ich einer wichtigen, bis dahin unbekannten Tatsache, die heute Allgeıneingut der Naturwissenschaften ist, auf der Spur war. Weil ich die Arbeit abbrechen mußte, bat ich Kollegen eines anderen hervorragenden Instituts der USA, die in derselben Richtung arbeiteten, meine Arbeit fortzusetzen, was sie auch mit großem Erfolg taten. Ich habe meinen damaligen Entschluß, nach Israel zurückzukehren, trotzdem niemals bereut.[45]

Neustart in Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rückkehr nach Israel erfolgte in einer Zeit, in der das Land militärisch und wirtschaftlich unter großen Druck stand. Das notwendigerweise praktizierte Notstandsregime (gemildert durch die hebräische Bezeichnung Zena, die Bescheidenheit bedeutet) betraf nicht nur den privaten Alltag, sondern erlaubte auch nur eine stark eingeschränkte Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeit. Vor allem Hilfsmittel für das Labor fehlten oder waren nur schwer zu beschaffen, und so stand zunächst die Lehre stärker im Vordergrund als die Forschung. Außerdem war mittlerweile ein Arbeiten auf dem Skopusberg nicht mehr möglich, da die dortigen Einrichtungen der Hebräischen Universität zwar eine israelische Enklave im palästinensischen Umland von Jerusalem bildeten, aber kaum noch nutzbar waren. Der Universitätsbetrieb fand mittlerweile in Notunterkünften im israelischen Teil von Jerusalem statt, die Ausrüstung aber war auf dem Skopusberg verblieben.

Als Evenari, der 1950 zum Professor für Pflanzenphysiologie und Ökologie an der botanischen Abteilung der Hebräischen Universität ernannt worden war, 1952 zum Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät gewählt wurde, sah er darin in erster Linie eine Verpflichtung, die technische Ausstattung für die experimentelle Forschung zu verbessern.[46] 1953 wurde er zusätzlich zum Vizepräsident der Universität gewählt und war in dieser Funktion von Anfang an eingebunden in den Aufbau eines neuen Campus im Jerusalemer Stadtteil Givat Ram. Was dazu fehlte, war die notwendigen Geldmittel, und so viel erneut die Wahl auf Michael Evenari als Fundraiser. Anfang Juni 1954 brachen er und seine Frau zu einer achtmonatigen Sammelreise durch Europa und Nordamerika auf.[47]

Die Reise, die über Großbritannien nach Nordamerika führte und dann wieder zurück nach Europa, bot in ihrem letzten Teil auch die Gelegenheit, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Er nahm am 8. Internationalen Botanikerkongress an der Sorbonne teil und traf dort erstmals wieder mit seinem alten Lehrer Ernst Pringsheim und seinem früheren Chef Bruno Huber zusammen. Und vor der Rückkehr nach Israel besuchten Michael und Liesel Evenari auch noch Orte in Deutschland, die für die Jahre vor ihrer Emigration von Bedeutung gewesen waren. Auch hierbei nutzte Evenari die Gelegenheit, alte Freunde wieder zu treffen, so zum Beispiel das im Quäker-Widerstand aktive Ehepaar Hans und Ilse Petersen aus Frankfurt[48] und seine frühere Freundin Eva Steinschneider[49][50]

Derartiges Fundraising blieb Michael Evenari auch in den Folgejahren nicht erspart. Bis zum Ende seiner Amtszeit als Vizepräsident der Universität war er jedes Jahr einmal zum Geldeinsammeln unterwegs, wenngleich diese Reisen dann kürzer ausfielen als die im Jahre 1954/55. Er verlor darüber aber nicht seine wissenschaftliche Arbeit aus den Augen. „Trotz meiner administrativen Tätigkeit und meiner Sammelreisen für die Universität war es mir während meiner Zeit als Vizepräsident möglich, meine wissenschaftlichen Arbeiten fortzusetzen. Gerade in dieser Zeit entwickelte sich die Abteilung für Pflanzenphysiologie zu einem ihrer Höhepunkte. Der Mittelpunkt unserer Interessen war die Keimungsphysiologie der Samen.“[51]

Landwirtschaft in der Wüste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entdeckung der Sturzwasserbewirtschaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954, kurz vor der Abreise zu der längeren Fundraising-Tour durch Europa und Nordamerika, wurde Michael Evenari von seinem damaligen Assistenten Dov Koller (1925-2007)[52] erstmals mit den Überresten der Wüstenlandwirtschaft in der Negev bekannt gemacht. Die Überreste diese längst vergessenen Landwirtschaft befanden sich im Wadi Ramliyeh nahe der Ruinenstadt Avdat, und aus dieser ersten Begegnung mit Avdat heraus entwickelte sich "„das wohl eindruckvollste Lebenswerk von Michael Evenari, das ihn weit über den Kreis der biologischen Wissenschaften hinaus berühmt gemacht hat“: die Rekonstruktion und der Ausbau von Sturzwasserfarmen in der Negev-Wüste.[53]

Wie schon einmal bei Evenaris früher Hinwendung zur Botanik nach einem Buchgeschenk seines Schwagers Gerson Stern, wurde auch seine weitere Beschäftigung mit der Wüstenlandwirtschaft nach dem ersten Besuch von Avdat von einem Buchgeschenk Sterns geprägt. Dieser hatte 1917 bei einer Auktion das 1876 in Deutschland erschienene Buch von Edward Henry Palmer, Der Schauplatz der vierzigjährigen Wüstenwanderung Israels. Fußreisen in der Sinai-Halbinsel und einigen angrenzenden Gebieten erworben und es Michael Evenari im April 1933, einen Tag vor dessen Emigration aus Deutschland, geschenkt. Die Lektüre dieses Buches machte Evenari erstmals mit den Eigenheiten der Negev vertraut.

Ein Name taucht bei Michael Evenari nicht auf (und auch nicht in den Erinnerungen von Liesel Evenari): Daniel Hillel[54] Dieser gibt eine Darstellung von Evenaris erster Begegnung mit der Wüstenlandwirtschaft, die für den weniger schmeichelhaft ist:

„Auf Wunsch meines Kollegen Dr. Dov Koller lud ich Professor Michael Evenari (damals Vizepräsident der Hebräischen Universität) zu seinem ersten Besuch in das Negev-Hochland ein. Ich fuhr ihn mit seiner Frau (und, auf ihr Flehen hin, auch mit ihren Hunden) in einem geliehenen Jeep, um ihnen unsere Arbeit im Negev-Hochlands zu zeigen. Ich habe ihn Ben Gurion vorgestellt und erzählte ihm von unseren Plänen, das alte Abflusssammel- und Nutzungssystem der Nabatäer außerhalb ihrer Stadt Avdat (etwa 12 Kilometer südlich unserer Siedlung Sdeh Boqer) wieder herzustellen. Er war sofort begeistert und konnte - einige Wochen später - einen wohlhabenden kanadischen Spender überzeugen, Mittel für die Umsetzung unseres Plans zur Verfügung zu stellen. Was mir damals nicht bewusst war, war seine Absicht, das von uns konzipierte Projekt zu übernehmen und den größten Teil der Anerkennung für sich zu beanspruchen. Einige Monate später, nachdem ich geholfen hatte, das System zu entwerfen und persönlich eine Reihe von Abflussparzellen zur Messung der Wasserausbeute, die mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen erzielt werden kann, implementiert hatte, fand ich mich plötzlich von dem Projekt ausgeschlossen, wofür Evenari persönlich verantwortlich war.[55]

Hillel erwähnt viele Details, die ihn als einen intimen Kenner der Vorgänge ausweisen, und seine wissenschaftliche Reputation ist ebenso unbestritten wie die von Michael Evenari. Er erhielt 2012 The World Food Prize „für seine Rolle bei der Konzeption und Umsetzung einer radikal neuen Art, Wasser in Trocken- und Trockenlandregionen zu bringen - bekannt als ‚Mikrobewässerung‘. Dr. Hillels bahnbrechende wissenschaftliche Arbeit in Israel revolutionierte die Nahrungsmittelproduktion, zuerst im Nahen Osten, und dann in anderen Regionen der Welt in den letzten fünf Jahrzehnten. Seine Arbeit legte den Grundstein für die Maximierung des effizienten Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft, die Steigerung der Ernteerträge und die Minimierung der Umweltzerstörung.“[56] Aber es ist schwer zu beurteilen, ob sich die Vorgänge so abgespielt haben, wie er sie schildert und ob er Opfer einer „usurpation of ideas and data“[55] geworden war. Fakt ist, dass Michael Evenari für die Nachwelt zum bahnbrechenden Entdecker der Sturzwasserbewässerung avancierte.

Was Evenari bei seiner ersten Exkursion in die Negev kennenlernte, war eine Jahrtausende alte Bewässerungsmethode zur Fruchtbarmachung der Wüste:

„Schnell wurde den Männern klar, dass es Regenwassersturzfluten gewesen sein mussten, die als Wasserquelle gedient hatten. Sie entdeckten, dass die Sturzwasserlandwirtschaft der Nabatäer begrenzt war auf die Negev-Hochländer zwischen 300 und 1000 Meter über dem Meeresspiegel, wo ein jährlicher Niederschlag von bis zu 150 Millimeter pro Quadratmeter herrschte. Die Nabatäer bauten in viele kleine Wadis Terrassen mit Steinwällen. Das Regenwasser konnte über verschiedene Treppenstufen in Kaskaden von den Hügeln die Wadis hinunterfließen und bewässerte so eine sehr viel größere Bodenoberfläche und versickerte nicht einfach an Ort und Stelle im trockenen Boden. Auf jeder Stufe blieb etwas Wasser übrig und drang in den Boden - genug für Gemüse und Getreide. Das überschüssige Wasser strömte weiter zur nächsten Terrasse. Dieses einfache und geniale System erfüllte zwei Funktionen: Es hielt Regenwasser zurück und schützte die Böden der Wadis vor Erosion.[57]

Für Evenari begann „mit der Erforschung der antiken Landwirtschaft des Negev [..] ein neuer Abschnitt in meinem Leben, der mich einerseits in die Wüstenökologie zurückführte, andererseits aber mir völlig neue Arbeitsaspekte eröffnete“.[58]

Farming als angewandte Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Jahre bestanden darin, die Systematik der uralten Bewässerungstechnik zu ergründen, was als Nebeneffekt auch zu neuen archäologischen Erkenntnisse über frühe in der Negev ansässige Kulturen führte, vor allem über die Kultur der Nabatäer, die Mitte des 7. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung der Araberisierung zum Opfer fiel. Doch Evenari und seine Mitarbeiter – vor allem der aus Mannheim stammende Naftali Tadmor (1924-1973), genannt „Kofisch“ (auch „Kopish“)[59], und Leslie Shanan, später ein beratender Ingenieur für Wasser- und landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte und seit 1982 außerordentlicher Professor für Hydrologie in der Abteilung für Geographie an der Hebräischen Universität von Jerusalem Berater für zahlreiche Missionen der Weltbank und anderer internationaler Organisationen[60] – wollten mehr. Ihnen ging es darum, ihre theoretischen Erkenntnisse über die alten Bewässerungstechniken zum Leben zu erwecken. Der letzte Anstoß hierzu erfolgte angeblich durch Liesel Evenari am 26. August 1956, die eine der vielen Diskussionen und Spekulationen mit dem Einwurf beendete: „Hört doch endlich mit eurem Theorteisieren auf! Ihr seid Naturwissenschaftler, die experimentieren. Warum prüft ihr nicht die Richtigkeit eurer Theorien, indem ihr eine alte Farm rekonstruiert?“[61]

Folge dieser Intervention von Liesel Evenari war die Rekonstruktion einer Farm in Shivta.[62] Die Wiederherstellung der Landwirtschaft und des Bewässerungssystems gelang, doch wollten die Evenaris dort auch wohnen, „um die für die Wüsten typischen zeitlich und räumlich so begrenzten Regenfälle und Fluten“ direkt vor Ort beobachten zu können. Ein dafür geeignetes und restaurierbares Farmhaus stand zur Verfügung, dessen Nutzung aber wurde ihnen aus militärischen Gründen verweigert, da sich die Armee nicht in der Lage sah, für ihre Sicherheit zu garantieren.

Da sich bei den Ausgrabungen in Avdat ähnlich gute Hinweise auf die alte Bewässerungskultur wie in Shivat ergeben hatten, entschlossen sich die Evenaris 1959 dazu, in Avdat eine weitere Farm zu rekonstruieren und dort auch ein Wohnhaus für sich zu errichten. Militärische Bedenken standen dem hier nicht entgegen. Für Michael Evenari war das Vorhaben so bedeutsam, dass er 1959 sein Amt als Vizepräsident der Jerusalemer Universität aufgab, um sich verstärkt den Aufbauarbeiten in Avdat widmen zu können.[63] Die Arbeiten entwickelten sich schnell über die ursprünglich Intention, die Rekonstruktion des Bewässerungssystems, hinaus. Es wurden meteorologische und hydrologische Messstationen aufgebaut und schließlich auch der Plan gefasst, Landwirtschaft zu betreiben. „Wir beschlossen, die Farmen landwirtschaftlich zu nutzen, um herauszufinden, welche Kulturpflanzen unter Sturzwasserbedingungen in der Wüste wachsen und befriedigende Ernten hervorbringen können. So wurde Wüstenlandwirtschaft eine unserer wesentlichsten Ziele, in der Absicht, zu sehen, ob die alten Methoden auch heute noch von praktischer Bedeutung sein könnten.“ Zugleich widmete sich Evenari noch den wildwachsenden Wüstenpflanzen und entwickelte Avdat zu einer ökologischen Wüstenforschungsstation.[64]

Die Anbauversuche waren erfolgreich. Evenari und seine Mitarbeiter bauten zunächst Gerste an und pflanzten dann „Aprikosen, Äpfel, Pistazien, Oliven, Wein, Kirschen, Mandeln. Besonders ertragreiche Ernten erzielten sie mit Aprikosen und Pfirsichen. Die Früchte waren süßer und saftiger als jene, die man mit der herkömmlichen Bewässerungsmethode im Norden erzielte. Sie fanden außerdem heraus, dass Pistazien an Wüstenbedingungen vortrefflich angepasst waren. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Technik der Sturzwasser-Landwirtschaft gut geeignet wäre, den Hunger in Wüstengebieten der Entwicklungsländer zu bekämpfen.“[57] Aufgrund dieses Erfolgs auf den beiden Farmen in Shivat und Avdat wurde ab 1970 der Aufbau einer weiteren Farm im Wadi Mashash, etwa 20 KM südlich von Beer Sheva[65], in Angriff genommen. Diese entstand in Zusammenarbeit mit deutschen und schweizerischen kirchlichen Hilfswerken, vor allem aber mit Unterstützung von deutschen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen. Das Interesse der Aktion Sühnezeichen ergab sich unter anderem daraus, dass diese dritte Farm zu einer Lehrfarm werden sollte, die es ermöglichen würde, Menschen aus anderen wasserarmen Gegenden, so etwa in der Sahelzone, mit den Methoden der Sturzwasserbewässerung vertraut zu machen.[66] Diesen angestrebten Transfer beurteilt der SPIEGEL-Artikel aus dem Jahre 2009 jedoch sehr kritisch: „Leider ist die Sturzwasserlandwirtschaft trotz ihrer ökonomischen und ökologischen Effizienz in Trockengebieten kaum verbreitet. Während die israelische Landwirtschaft ohne die Sturzwasserlandwirtschaft nicht denkbar ist, konnte sie nur regional begrenzt auf einige wenige Entwicklungsländer übertragen werden.“[57] Diese Skepsis über die außerisraelische Nutzung der Sturzwasserbewässerung klang auch 2012 aus den Worten von Prof. Pedro Berliner, Direktor des Jacob Blaustein Institute for Desert Research[67] an der Ben-Gurion-Universität des Negev: „Es ist schwierig zu beurteilen, wo das heute verwendet wird, weil es eine Technik ist, die von jedem Landwirt genutzt werden kann. [..] Es ist eine der Techniken zur Bekämpfung von Trockengebieten in Entwicklungsländern. Sie müssen keine Pipeline für das Wasser bauen.“[68]

Von der angewandten Wissenschaft zum Forschungsinstitut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1973 kam es zu Differenzen um die Finanzierung von Evenaris Forschungsarbeiten, da die Jerusalemer Universität nicht länger bereit war, ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen. Zu der Zeit existierte in Sede Boker ein College, das nach dem Willen des dort ansässigen David Ben-Gurion eigentlich eine bedeutende Forschungseinrichtung zur Erforschung der Negev hätte werden sollen. Dazu kam es erst 1973, als die israelische Regierung der Gründung eines solchen Instituts in Sede Boker zustimmte, allerdings unter der Voraussetzung, dass es Teil der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beer Sheva würde. Mit dem ersten Leiter dieses neuen Instituts, Amos Richmond, begann Evenari über die Zukunft seiner Farmen zu verhandeln. Da die Farmen offiziell noch Teil der Hebräischen Universität in Jerusalem waren, wurde zwischen der und der Ben-Gurion-Universität ein Vertrag ausgehandelt, der die wechselseitigen Rechte und Verpflichtungen regelte und die finanzielle Zukunft der Farmen sicherte. Auf diese Weise wurden die Farmen Teil des heutigen Jacob Blaustein Institute for Desert Research und fanden ihre Anerkennung in der Begründung des ihm verliehenen Balzan-Preises:

„Evenaris Modellfarmen sind eine wichtige praktische Anwendung historischer und wissenschaftlicher Forschung. Es wäre unangebracht, sie mit der hochtechnologischen Landwirtschaft in den Industrieländern zu vergleichen, aber Evenaris Modellfarmen geben den Ländern in ariden Klimazonen, die von Hungersnöten bedroht sind, Impulse und Chancen.[69]

Ethik und Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine breite Allgemeinbildung, die er seinem Studium an der Frankfurter Universität in den frühen 1920er Jahren zugute hielt, machte ihn im Alter zu einem Kritiker einer aus seiner Sicht fachbornierten Ausbildung, die es nicht mehr schaffe, „ein Bild der Welt in ihrer Ganzheit zu vermitteln“ und an die „Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber“ zu erinnern. Sich selber attestiert er, einer aussterbenden Gruppe von Botanikern anzugehören, „die trotz Spezialisierung auf bestimmte Gebiete der Botanik noch eine Kenntnis des breiten Spektrums dieser Wissenschaft haben. Ich halte das für so wichtig, Weil die Pflanze nur als Ganzheit verstanden werden kann; denn das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, und deshalb können wir die Pflanze nur erfassen, wenn wir alle ihre Strukturen und Funktionen in ihren gegenseitigen Beziehungen, in ihrer Totalität betrachten.“[70] Er bekennt sich bei einiger Kritik zur Darwinschen Evolutionstheorie, wendet sich aber gegen alle Versuche, diese in manipulierender Weise „auf die menschliche Gesellschaft, für die sie gar nicht gemeint war“, anzuwenden. Dadurch erst sei die in der Evolutionstheorie eingebettete ›natürliche Selektion‹ zu einem für Machthaber aktiv beherrschbaren Prozess geworden, „obwohl sie in der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie ein passiver Vorgang ist“. Dieser Missbrauch „kann nur eine rigorose Anwendung des uns gegebenen Ethos verhüten“.[71]

Evenari lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass für ihn die Religion die Richtschnur ethischen Handelns ist. Und Religion ist für ihn immer die jüdische: er sei als Jude geboren, lebe als Jude und werde als Jude sterben, schrieb er noch 1987. Er reklamiert für sich ebenso und uneingeschränkt den jüdischen Gottesbegriff und glaubt, dass die Juden die Zehn Gebote, „die die Grundlage des ethischen Verhaltens der Menschen sein sollten, besser als andere Völker gehalten haben; ich kann nur sagen, daß wir es sind, die sie durch die Welt getragen haben“.[72] Gottesleugnung ist für ihn nicht denkbar, und dieser Gott ist die „eine uns unverständliche Kraft, die wir hinter den Dingen der Welt erfühlen, die jedem einzelnen die potentielle Kraft gibt, das ethisch Richtige zu tun, auch wenn wir leider diese Kraft, die uns zufließt, meistens nicht wirken lassen“. Für Evenari ergibt sich daraus kein Widerspruch zur Wissenschaft oder zu seiner Person als Wissenschaftler, „denn Wissenschaft und Glaube liegen auf zwei völlig verschiedenen Ebenen“.[73]

Auszeichnungen, Mitgliedschaften und Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Evenari hat mehr als 190 streng wissenschaftliche Arbeiten publiziert.“[78]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liesel Evenari: Wo Du hingehst … Mein bewegtes Leben mit einem israelischen Wissenschaftler, Rasch Verlag, Bramsche, 2000, ISBN 978-3-935326-00-1
  • Otto Ludwig Lange, Ernst-Detlef Schulze: In memoriam Michael Evenari (formerly Walter Schwarz) 1904–1989. In: Oecologia. Band 81, Nr. 4. Springer, Dezember 1989, ISSN 0029-8549, S. 433–436. (doi:10.1007/BF00378948)
  • Leopold Marx: Mein Sohn Erich Jehoshua. Sein Lebensweg aus Briefen und Tagebüchern, Bleicher, Gerlingen, 1996, ISBN 978-3-88350-730-9.
  • Otto L. Lange: Michael Evenari alias Walter Schwarz 1904-1989, in: Botanica acta. Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Thieme, ISSN 0932-8629, Ausgabe 102 (1989), S. A19-A24.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Otto L. Lange: Michael Evenari alias Walter Schwarz 1904-1989
  2. Weitere Details über die Familie Hermann: Familie Hermann & Karoline Schwarz
  3. Und die Wüste trage Frucht, S. 18
  4. Und die Wüste trage Frucht, S. 20
  5. Und die Wüste trage Frucht, S. 21-22
  6. Und die Wüste trage Frucht, S. 23
  7. Und die Wüste trage Frucht, S. 24
  8. Und die Wüste trage Frucht, S. 332
  9. Ulrich Lüttge: Geschichte der Botanik in Darmstadt (PDF; 11,6 MB)
  10. Und die Wüste trage Frucht, S. 330
  11. Liesel Evenari: Wo Du hingehst …, S. 13–14
  12. Und die Wüste trage Frucht, S. 33
  13. a b Prof. Michael Evenari
  14. Daten zur Person Franz Oppenheimer
  15. Und die Wüste trage Frucht, S. 34–38
  16. Und die Wüste trage Frucht, S. 44
  17. Aaron Aaronsohn (1876 - 1919). Ausführlich auch Evenari selber in Und die Wüste trage Frucht, S. 36–38
  18. Und die Wüste trage Frucht, S. 38
  19. Und die Wüste trage Frucht, S. 61–62
  20. Und die Wüste trage Frucht, S. 67
  21. Und die Wüste trage Frucht, S. 66-84
  22. Und die Wüste trage Frucht, S. 85
  23. a b In memoriam Michael Evenari (formerly Walter Schwarz) 1904-1989, Oecologia, Vol. 81, No. 4 (1989), pp. 433-436
  24. Und die Wüste trage Frucht, S. 190
  25. Und die Wüste trage Frucht, S. 88
  26. Und die Wüste trage Frucht, S. 89
  27. „Then the German patriot Walter Schwarz ceased and was replaced by the fighting Jew Michael Evenari who started a new life in Palestine.“ Zitiert nach: Otto L. Lange: Michael Evenari alias Walter Schwarz 1904-1989
  28. a b Kurzbiografie Walter Schwarz/Michael Evenari
  29. Ob Evenari und Gabriel auch verheiratet waren und die Ehe 1940 geschieden wurde, wie es auf der Seite Kurzbiografie Walter Schwarz/Michael Evenari geschrieben steht, lässt sich eindeutig nicht verifizieren. Auf alle Fälle aber trägt der aus der Beziehung hervorgegangene Sohn den Namen Evenari.
  30. CLAIMS RESOLUTION TRIBUNAL: Erna Schwarz
  31. Michal Evenari: The Story of a Life. From Germany to Israel
  32. Und die Wüste trage Frucht, S. 90
  33. Leopold Marx: Mein Sohn Erich Jehoshua, S. 216–217
  34. Leopold Marx: Mein Sohn Erich Jehoshua, S. 262
  35. Und die Wüste trage Frucht, S. 115
  36. Und die Wüste trage Frucht, S. 115
  37. Und die Wüste trage Frucht, S. 117–121
  38. Und die Wüste trage Frucht, S. 129
  39. Und die Wüste trage Frucht, S. 136
  40. Und die Wüste trage Frucht, S. 137
  41. Und die Wüste trage Frucht, S. 140
  42. Liesel Evenari: Wo Du hingehst …, S. 26–31. Liesel Evenari schildert dort auch noch einmal ausführlich die Turbulenzen, die sich am Tag nach ihrer Hochzeit aufgrund der früheren Beziehungen ihres Mannes ergaben.
  43. Und die Wüste trage Frucht, S. 165
  44. Und die Wüste trage Frucht, S. 167
  45. Und die Wüste trage Frucht, S. 170-171
  46. Und die Wüste trage Frucht, S. 180
  47. Und die Wüste trage Frucht, S. 185
  48. Hans und Ilse Petersen im Quäker-Widerstand
  49. Adolf Moritz & Eva Steinschneider
  50. Und die Wüste trage Frucht, S. 195-197
  51. Und die Wüste trage Frucht, S. 218
  52. Autor des Buches The Restless Plant, posthum herausgegeben von seiner Tochter Elizabeth Van Volkenburgh, Harvard University Press, 2011, ISBN 9780674048638
  53. Otto L. Lange: Michael Evenari alias Walter Schwarz 1904-1989
  54. The 2012 World Food Prize will be awarded to Dr. Daniel Hillel. Dieser erhielt diesen Preis „für seine Rolle bei der Konzeption und Umsetzung einer radikal neuen Art der Wasserversorgung von Kulturpflanzen in trockenen und trockenen Landregionen - bekannt als ‚Mikro-Bewässerung‘. Dr. Hillels bahnbrechende wissenschaftliche Arbeit in Israel revolutionierte in den letzten fünf Jahrzehnten die Nahrungsmittelproduktion, zuerst im Nahen Osten, dann in anderen Regionen der Welt. Seine Arbeit legte den Grundstein für die Maximierung des effizienten Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft, die Steigerung der Ernteerträge und die Minimierung der Umweltzerstörung.“ („The 2012 World Food Prize will be awarded to Dr. Daniel Hillel for his role in conceiving and implementing a radically new mode of bringing water to crops in arid and dry land regions - known as ‚micro-irrigation‘. Dr. Hillel’s pioneering scientific work in Israel revolutionized food production, first in the Middle East, and then in other regions around the world over the past five decades. His work laid the foundation for maximizing efficient water usage in agriculture, increasing crop yields, and minimizing environmental degradation.“)
  55. a b Daniel Hillel: Memories & Reflections. The Life, Work and Observations of an Agricultural and Environmental Scientist. Imperial College Press, London, 2015. ISBN 978-1-78326-572-5, S. 115. „At the request of my colleague Dr. Dov Koller, l invited Professor Michael Evenari (then vice president of the Hebrew University) to his first visit to the Negev Highlands. l drove him with his wife (and, at her pleading, with their dogs as well) in a borrowed jeep to see our work in the Negev Highlands. I introduced him to Ben-Gurion and told him of our plans to rehabilitate the ancient runoff collection and utilization system of the Nabateans outside their city of Avdat (some 12 kilometers south of our settlement of Sdeh Boqer). He became instantly enthusiastic, and - some weeks later – was able to persuade a wealthy Canadian donor to provide funds for carrying out our plan. What I did not realize at the time was his intent to take over the project we had conceived and to claim most of the credit to himself. Some month later, having helped to design the system and having personally implemented a series of runoff plots to measure the water yield obtainable with various surface treatments, I found myself suddenly excluded from the project, with Evenari in personal charge.“
  56. The World Food Prize
  57. a b c Jürgen Voigt: Geniale Nomaden. Die Spuren der Nabatäer
  58. Und die Wüste trage Frucht, S. 218
  59. Biografie Naftali Tadmor
  60. Hendrik J. Bruins, Harvey Lithwick (Ed.): The Arid Frontier: Interactive Management of Environment and Development, Springer Science+Business Media, Dordrecht 1998, ISBN 978-94-010-6049-3, S. 276
  61. Und die Wüste trage Frucht, S. 243
  62. Die Ausgrabungen in Shivta als Teil des Nationalparks sind gut dokumentiert (Shivta National Park oder Shivta auf BibleWalks.com), das Bewässerungsprojekt spielt in diesem Zusammenhang aber kaum eine Rolle.
  63. Und die Wüste trage Frucht, S. 247
  64. Und die Wüste trage Frucht, S. 255-256
  65. Im Wadi Mashash befindet sich heute eine große Forschungseinrichtung der Ben-Gurion-Universität des Negev, die weiterhin die alten Bewässerungstechniken erforscht: Pushing back the desert with ancient wisdom und Intercrop Agroforestry at Wadi Mashash.
  66. Und die Wüste trage Frucht, S. 261
  67. Jacob Blaustein war ein ehemaliger Präsidenten des American Jewish Committee, der als Berater der US-Delegation an der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen 1945 in San Francisco teilnahm.
  68. Pushing back the desert with ancient wisdom und Intercrop Agroforestry at Wadi Mashash
  69. 1988 Balzan Prize for Applied Botany (including ecological aspects)
  70. Und die Wüste trage Frucht, S. 331
  71. Und die Wüste trage Frucht, S. 334-335
  72. Und die Wüste trage Frucht, S. 336-337
  73. Und die Wüste trage Frucht, S. 337-338
  74. a b Das Evenari-Forum an der TU-Darmstadt
  75. The Solomon Bublick Award
  76. "Stolpersteine" für im Nationalsozialismus entlassene Wissenschaftler, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 15. März 2010, abgerufen am 18. März 2010
  77. Ehrenmitglieder Deutsche Botanische Gesellschaft
  78. Aus dem Waschzettel des Verlags zu Evenaris Buch Und die Wüste trage Frucht