Michael Evenari

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Michael Evenari (hebr.: מיכאל אבן-ארי, übersetzt: Stein des Löwen; * 9. Oktober 1904 in Metz als Walter Schwarz; † 15. April 1989 in Jerusalem[1]) war ein israelischer Botaniker deutscher Abstammung. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Evenari“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evenari leistete mit seiner Arbeit Die Rekonstruktion und der Wiederaufbau von Sturzwasserfarmen in der Negev-Wüste einen wesentlichen Beitrag für die moderne israelische Wüstenlandwirtschaft und trug entscheidend zum Verständnis der Wüstenökologie, insbesondere der Sturzwasserlandwirtschaft bei.

Er wurde als Walter Schwarz 1904 in Metz geboren. Nach der Enteignung der Eltern übersiedelte die Familie 1919 in die Nähe von Marburg (u. a. Buchenau). Dort ging Schwarz zur Schule. Er studierte ab 1923 Botanik an den Universitäten Frankfurt und Prag und an der Technischen Hochschule Darmstadt. 1927 wurde er bei Martin Möbius promoviert.[2] Danach arbeitete er auf Assistentenstellen in Frankfurt (1927) und Prag (1928–1930). 1930 kam er an das Botanische Institut der TH Darmstadt. Seine Habilitationsschrift wurde 1933 veröffentlicht.

Nachdem er wegen seiner jüdischen Abstammung am 1. April 1933 fristlos von der TH Darmstadt entlassen wurde, wanderte er nach Palästina aus. In Israel wirkte er als Professor für Botanik an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Im Sommersemester 2001 konstituierte sich an der TU Darmstadt das Evenarí-Forum für Deutsch-Jüdische-Studien: Technik-, Natur-, Geschichts- und Kulturwissenschaften.

Walter Schwarz war seit 1926 in erster Ehe mit Alice Ollendorf verheiratet. Die Ehe wurde geschieden. Ab 1948 war er mit Lieselotte Wolff verheiratet.

Auszeichnungen, Mitgliedschaften und Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Leslie Shanan und Naphtali Tadmor: The Negev. The Challenge of a Desert. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1971; 2. Auflage 1982, ISBN 0674606728
  • Ökologisch-landwirtschaftliche Forschungen im Negev. Analyse eines Wüsten-Ökosystems. Technische Hochschule, Darmstadt 1982, ISBN 3-88607-024-7
  • Und die Wüste trage Frucht. Ein Lebensbericht. Bleicher, Gerlingen 1990, ISBN 3-88350-230-8

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.exilarchiv.de/DE/index.php?view=article&catid=24&id=4361%3Aevenari-michael&format=pdf&option=com_content&lang=de&ml=5&mlt=system&tmpl=component
  2. Ulrich Lüttge: Geschichte der Botanik in Darmstadt (PDF; 11,6 MB)
  3. "Stolpersteine" für im Nationalsozialismus entlassene Wissenschaftler, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 15. März 2010, abgerufen am 18. März 2010
  4. Ehrenmitglieder Deutsche Botanische Gesellschaft