Michael Geschwinde

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Michael Geschwinde und Petra Lönne bei einer Führung am Harzhorn im Jahr 2013.

Michael Geschwinde (* 1959) ist ein deutscher prähistorischer Archäologe.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstandsmitglieder der Archäologischen Kommission für Niedersachsen, rechts Michael Geschwinde

Geschwinde studierte an der Universität Göttingen Ur- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie und Anthropologie und erlangte dort seinen Magister Artium zum Thema urgeschichtlicher Opferstätten der Höhlen im Ith.[1] Von 1986 an war er an Museen in Detmold, Hannover und Hildesheim tätig.[2] Seit 1993 ist Geschwinde Bezirksarchäologe des Stützpunktes Braunschweig des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. 1999 wurde er mit der Arbeit Die Hügelgräber auf der Großen Heide bei Ripdorf im Landkreis Uelzen. Archäologische Beobachtungen zu den Bestattungssitten des Spätneolithikums und der Bronzezeit in der Lüneburger Heide an der Universität Göttingen promoviert. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Neolithikum, zum Beispiel bei Erdwerken, und im frühen Mittelalter. Er ist Mitglied der Kommission „llegale Archäologie“ im Verband der Landesarchäologen von Deutschland.[3] und seit etlichen Jahren stellvertretender Vorsitzender der Archäologischen Kommission für Niedersachsen.

Bei Ausgrabungen auf dem Wurmberg 1999 und 2000 konnte Geschwinde mit seinem Co-Grabungsleiter Martin Oppermann nachweisen, dass die volkstümlich dort vermutete keltische Kultanlage lediglich der Rest eines alten Forsthauses aus dem 19. Jahrhundert war. Überregional bekannt wurde er vor allem durch die Erforschung des Harzhornereignisses. Mit der Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne leitet er die Prospektionsarbeiten auf dem germanisch-römischen Schlachtfeld und koordiniert auch die weiteren Arbeiten.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühe und Hügelgräberbronzezeit in Süddeutschland. in: Göttinger Typentafeln zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Archäologisches Freilichtmuseum, Oerlinghausen 1983, DNB 870000187.
  • mit Michael Schultz: Höhlen im Ith. Urgeschichtliche Opferstätten im südniedersächsischen Bergland. in: Veröffentlichungen der Urgeschichtlichen Sammlungen des Landesmuseums zu Hannover. Band 33. Lax, Hildesheim 1988, ISBN 3-7848-1233-3.
  • mit Stefan Flindt: Ein Haus aus der Steinzeit. Archäologische Entdeckungen auf den Spuren früher Ackerbauern in Südniedersachsen. in: Wegweiser zur Vor- und Frühgeschichte Niedersachsens. Heft 19; Archäologische Schriften des Landkreises Osterode am Harz. Heft 1. Isensee, Oldenburg 1997, ISBN 3-89598-398-5.
  • Pipelinearchäologie zwischen Harz und Heide. in: Wegweiser zur Vor- und Frühgeschichte Niedersachsens. Heft 20; Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums. Band 85. Isensee, Oldenburg 1997, ISBN 3-89598-458-2.
  • Die Hügelgräber auf der Großen Heide bei Ripdorf im Landkreis Uelzen. Archäologische Beobachtungen zu den Bestattungssitten des Spätneolithikums und der Bronzezeit in der Lüneburger Heide. (= Dissertation, Universität Göttingen). in: Göttinger Schriften zur Vor- und Frühgeschichte. Band 27. Wachholtz, Neumünster 2000, ISBN 3-529-01527-X.
  • mit Dirk Raetzel-Fabian: EWBSL. Eine Fallstudie zu den jungneolithischen Erdwerken am Nordrand der Mittelgebirge. in: Beiträge zur Archäologie in Niedersachsen. Band 14. Verlag Marie Leidorf, Rahden 2009, ISBN 978-3-89646-934-2, ISSN 1439-7552.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Geschwinde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Andreas Friedrich: Die Höhlen im Ith, S. 24, in: Wenn Steine reden könnten.
  2. Dr. Michael Geschwinde (1959) (PDF; 1,2 MB) auf ostfriesischelandschaft.de
  3. Mitglieder der Kommission Illegale Archäologie auf landesarchaeologen.de