Michael Graf Soltikow

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Michael Graf Soltikow (* als Walter Richard Max Bennecke am 17. November 1902 in Potsdam; † 13. Februar 1984 in Villefranche-sur-Mer) war ein Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren der Berliner Gymnasialoberlehrer Friedrich Ludwig Bennecke (* 23. Mai 1861 in Berlin; † 17. November 1935 in Potsdam) und Margarete, geb. Schmeisser (1871–1934).[1]

Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Berlin, Breslau, Bonn, Oxford, London und Paris, legte 1929 in Bonn das Referendarexamen ab und promovierte zum Dr. jur.[2]

1926 wurde er auf Grund eines Zeitungsinserats von russischen Emigranten, Leo Graf von Soltikow und dessen Ehefrau Alexandra Tzvatkoff, die kinderlos waren und 1917 von Russland nach Paris geflüchtet waren, adoptiert.

Er widmete sich der Schriftstellerei und dem Journalismus.

Im Zweiten Weltkrieg war er zeitweise Soldat beim Oberkommando der Wehrmacht, Abt. Auslandsabwehr und schied bei Kriegsende als Unteroffizier aus. Später behauptete er, seit 1940 unter Admiral Wilhelm Canaris und Hans Oster in der Abwehr tätig gewesen zu sein. Auch den Vornamen Michael Alexander erhielt er angeblich auf Veranlassung der Abwehr, als diese ihn zu Kriegsbeginn als wohlhabenden kosmopolitischen Junggesellen russischer Abstammung tarnen wollte, um ihn bei der Spionageüberwachung der Berliner Diplomatie einsetzen zu können.[3]

Er gab ein Flugblatt unter dem Titel "Extrablatt - Gröning entlarvt" heraus, das Bruno Gröning scharf kritisierte.[4]

Am 2. und 9. April 1952 brachte er in der Wochenend[5] zwei Artikel heraus, für die er wegen Verunglimpfung des 1938 bei einem Attentat von Herschel Grynszpan erschossenen Ernst Eduard vom Rath in einem langwierigen Prozess verurteilt wurde.[6]

1959 wurde er verurteilt, weil er Curt Riess Plagiatsvorwürfe gemacht hatte.[7]

Um 1963 bemühte er sich um die Gründung von Mensa in Deutschland.[8]

1966 heiratete er in Grünwald die Dolmetscherin Monika Helga Freiin von Künsberg, (Monika Gräfin von Soltikow, * 11. September 1938 in Berlin-Schöneberg), die Tochter des Eberhard Max Paul Freiherr von Künsberg. Sie heiratete später Charles Chevillard (* 1930).[9]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Problem der objektiven Ehezerrüttung in Deutschland, Frankreich und England. Universität Bonn, Rechts- und staatswissenschaftliche Diss., 1929
  • SOS-Thetis
  • Die lachende Wolke
  • Von Scotland Yard ausgewiesen
  • Aufwind: Humorvolle Begebenheiten im Leben unserer Luftwaffe; 1942
  • Der Teufel von Whitechapel; Englische Rechtspflege auf der Anklagebank; 1944[10]
  • Die Katze; 1957
  • Nie war die Nacht so hell; 1961
  • Empfang um Mitternacht: Das grosse Spiel mit Englands Agenten; 1961
  • Sosnowski l'espion de Berlin; 1961
  • Geheimagentin Nicole; (Spionageroman), 1963
  • Eine Frau genügt nicht (Roman); 1963
  • Ein Arzt schöpft Verdacht; 1962
  • Der gelbe Sturm; (Tatsachenbericht; zur ägyptischen Cholera-Epidemie 1947), 1962
  • Vrouwen in de oorlog; 1970
  • Ich war mittendrin. Meine Jahre bei Canaris; 1980
  • Rittmeister von Sosnowski: Spionageroman nach Tatsachen; 1984

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L'Affaire Graf Soltikow; 1971
  • Ton Biesemaat: De Soltikow Affaire

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. buro-klieken.de
  2. Michael Graf Soltikow im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3.  Observator: „Graf Soltikow ans Telefon“. In: zeit.de. 3. Januar 1952, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  4. www.bruno-groening.org
  5. www.roizen.com
  6. www.ifz-muenchen.de
  7. Michael Graf Soltikow. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1959, S. 66 (online18. März 1959).
  8. Genial oder fast genial. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1963, S. 61 (online1. Mai 1963).
  9. www.geneall.net
  10. www.jacktheripper.de