Michael Gudo

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Michael Gudo (* 15. Mai 1969 in Leverkusen) ist ein Geologe und Paläontologe aus der Schule der Frankfurter Evolutionstheorie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudo studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Geologie/Paläontologie und Biologie mit Schwerpunkt Zoologie und Evolutionsbiologie. Nach dem 1996 erworbenen Diplom in Geologie promovierte er 1999 am Geologisch-Paläontologischen Institut der Goethe-Universität bei Klaus-Peter Vogel und Wolfgang Friedrich Gutmann (Titel: Konstruktion, Evolution und riffbildendes Potential rugoser Korallen). 2009 erfolgte die Habilitation im Fach Geologie und Paläontologie an der Georg-August-Universität Göttingen mit der Schrift Das Evolutionsfeld der Deuterostomier.

1999–2005 war Gudo als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum tätig und arbeitete dort an der Weiterentwicklung der Frankfurter Evolutionstheorie und an der Methode der Konstruktions-Morphologie. Zu den Verantwortlichkeiten am Museum zählte das Labor für Histologie sowie die Sammlungen für Histologie und Vergleichende Anatomie. 2005 gründete Gudo mit seiner Arbeitsgruppe die erste Ausgründung des Senckenberg Forschungsinstitutes: die Morphisto Evolutionsforschung und Anwendung GmbH, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft einen umfassenden Service in Wissenschaftsdienstleistungen und Spezialprodukten für die Routine in medizinischen und biologischen Laboren bietet.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeinflusst von seiner Arbeit im Bereich der Evolutionsbiologie und Konstruktions-Morphologie, hat sich Gudo in Forschung und Lehre mit der Evolutionsbiologie und den Methoden der Evolutionsforschung befasst. Schwerpunkte in den Forschungsarbeiten sind: Geltungsbereiche von Evolutionstheorien, Methoden der Histologie und der stammesgeschichtlichen Rekonstruktion, die Körperkonstruktion und Evolution der Stachelhäuter, der Chordaten und Wirbeltiere sowie – innerhalb der Neumünder – die Manteltiere und Kiemenlochtiere. Gudo hat gemeinsam mit Manfred Grasshoff intensiv über die Körperkonstruktion und Stammesgeschichte der Hohltiere (insbesondere der Steinkorallen und ausgestorbenen rugosen Korallen) gearbeitet und neue Befunde zum Gallertoid-Modell für die Entstehung der vielzelligen Tiere vorgelegt. Im Anschluss an Arbeiten zu den Coelenteraten widmete sich Gudo dem Evolutionsfeld der Deuterostomier. Konstruktionsmorphologische, anatomische und histologische Arbeiten zu Echinodermen, Enteropneusten und Chordaten bildeten die Grundlage und Hauptinhalte eines mehrjährigen DFG-geförderten Forschungsprojektes. Aktuelle Forschungen sind schwerpunktmäßig im Bereich der Evolutionstheorie mit Hinblick auf Bedingungen, Mechanismen und Faktoren der Evolution angesiedelt. Gudos Beiträge zur Frankfurter Evolutionstheorie sind vor allem in einer Präzisierung der Geltungsbereiche und der Anwendung dieser Rekonstruktionsmethode auf verschiedene Tierstämme zu sehen.

Lehre und derzeitige Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudo ist seit 2003 Schatzmeister im Vorstand der Paläontologischen Gesellschaft und seit 2005 Geschäftsführer der Morphisto Evolutionsforschung und Anwendung GmbH, einer Ausgründung des Senckenberg Forschungsinstitutes. Parallel hierzu nimmt er Lehraufträge an den Fakultäten Biologie, Geowissenschaften und Geographie an der Goethe-Universität Frankfurt und im Fachbereich Geowissenschaften und Geographie an der Universität Göttingen wahr. Schwerpunkte der Lehre sind Evolution, Evolutionstheorie, Entstehung der Erde und des Lebens, Ausbreitung der Metazoa und Spezialveranstaltungen zur Histologie, Vergleichenden Anatomie und Konstruktions-Morphologie.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]