Michael Hanfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Michael Hanfeld (* 1965 in Bonn) ist ein deutscher Journalist. Ab 1998 war er Leiter des Medienressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Derzeit ist er stellvertretender Feuilletonchef und Medienredakteur der FAZ und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanfeld arbeitete zunächst als freier Journalist unter anderem für die Kölnische Rundschau. 1991 wechselte er zur FAZ-Tochter „Institut für Medienentwicklung und Kommunikation“. Ab 1998 leitete Hanfeld das Medienressort der FAZ, nachdem er zuvor drei Jahre lange Redakteur der Medienseite war. Seit Dezember 2013 ist er einer der Stellvertreter des Feuilleton-Chefs und ist für das Feuilleton Online zuständig. Hanfeld schreibt in der FAZ auch unter dem Autorenkürzel „miha“. Außerdem ist er als Herausgeber tätig.

Positionen und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik am politischen Einfluss auf das ZDF 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanfeld verteidigte Nikolaus Brenders Vergleich eines internen Spitzelsystems im ZDF mit der DDR: Er spreche damit abermals eine bittere Wahrheit über den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus. „Die Parteien formen die Anstalten nach ihrem Willen, machen Personal- und damit Programmpolitik, dafür genehmigen sie den Sendern Gebührenerhöhungen satt und das Ausgreifen ins Internet.“ Der „Machtapparatelogik nach“ sei der „historisch belastete“ IM-Vergleich sehr zutreffend. Die Kritik des Intendanten Markus Schächter an Brenders Äußerung sei unbegründet, Schächter solle „vielleicht nur einmal sein Organigramm durchgehen und sich an seine erste Wahl erinnern – ein einziges schwarzrotes Postengeschacher, Parteipersonalpolitik in Reinkultur“.[1]

Antisemitismusvorwurf 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanfelds Kritik an der angekündigten Milliardenspende des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg wertete der Historiker Götz Aly als antisemitisch.[2] Der Historiker und Redakteur bei Deutschlandradio Kultur Winfried Sträter warf Aly daraufhin vor, die Debattenkultur zu zerstören, da er „… den Antisemitismusvorwurf an den Haaren herbeiziehen“ würde.[3]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 erhielt er den Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik des Adolf-Grimme-Instituts.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanfeld ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Hanfeld: Brender über das System ZDF: Lauscher auf dem Lerchenberg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Februar 2010, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. November 2016]).
  2. Götz Aly zu Zuckerberg-Kritikern - „Es gibt diesen feinen bürgerlichen Antisemitismus“. Deutschlandradio Kultur. 12. Dezember 2015.
  3. Winfried Stärker: Götz Aly beschädigt unsere Debattenkultur Kommentar auf Deutschlandradio Kultur Online vom 11. Dezember 2015