Michael Hudson

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Michael Hudson (* 1939 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Ökonom.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hudsons politisch engagierte Eltern waren Unterstützer von Leo Trotzki. Nach eigenen Angaben ist er Trotzkis Patensohn.[1] Hudson ist Distinguished Research Professor der Wirtschaftswissenschaften an der University of Missouri–Kansas City, außerdem Finanzanalyst und Berater an der Wall Street sowie Präsident des Instituts für Langfristige Wirtschaftsentwicklung (Institute for the Study of Long-term Economic Trends, ISLET). Als Gründungsmitglied einer internationalen Forschungsgruppe (ISCANEE) forschte er über die Ursprünge der Wirtschaftslehren im Alten Orient. Seine Arbeiten auf diesem Gebiet beeinflussten David Graebers Buch Debt: The First 5000 Years.[2]

In einer Titelgeschichte für Harper’s Magazine machte er 2006 auf das drohende Platzen der Spekulationsblase im US-Immobilienmarkt und die daraus resultierenden Folgen für die gesamte Wirtschaft aufmerksam – zu einem Zeitpunkt, als dieses Thema von den übrigen Medien und der etablierten Ökonomik noch ignoriert wurde.[3][4]

2007/08 war er oberster Wirtschaftsberater für Dennis Kucinich bei seiner Präsidentschaftskandidatur.

Hudson ist Mitglied der lettischen Denkfabrik Reform Task Force Latvia (RTFL) und kritisiert die Auflagen, die dem Land derzeit im Gefolge der aktuellen Weltwirtschaftskrise von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IMF) gemacht werden, als eine Benachteiligung zu Gunsten schwedischer und anderer ausländischer Banken.[5] Hinsichtlich der Eurokrise plädiert er dafür, den Banken das Monopol auf die Schöpfung von Krediten zu nehmen.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Når boblene brister. Regie: Hans Peter Moland; Norwegen, USA, Griechenland 2012
  • Four Horsemen. Regie: Ross Ashcroft, GB 2012
  • Endstation Fortschritt? Regie: Mathieu Roy, Harold Crooks, Kanada 2011
  • Plunder: The Crime of Our Time. Regie: Danny Schechter, USA 2009
  • In Debt We Trust: America Before the Bubble Bursts. Regie: Danny Schechter, USA 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview vom 12. November 2016
  2. Frank Schirrmacher: Eurokrise: Und vergib uns unsere Schulden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. November 2011
  3. Michael Hudson: The New Road to Serfdom: An illustrated guide to the coming real estate collapse. In: Harper’s Magazine. Mai 2006, S. 39–46 (PDF; 1,25 MB)
  4. Dirk J. Bezemer: „No One Saw This Coming“: Understanding Financial Crisis Through Accounting Models. MPRA Paper No. 15892, 16. Juni 2009, S. 9 u. 37 f. (PDF; 652 kB)
  5. Michael Hudson: Latvia’s Stockholm Syndrome. Website der RTFL, September 2009
  6. Michael Hudson: Schuldenkrise: Gute Bank, böse Bank. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Februar 2012