Michael Köhler (Islamwissenschaftler)

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Michael Köhler (* 4. Oktober 1958) ist ein deutscher Historiker und Islamwissenschaftler und derzeit stellvertretender Generaldirektor in der Europäischen Kommission für europäischen Zivilschutz und humanitäre Hilfe (GD ECHO)[1]. Er ist daneben Professor am College of Europe in Brügge und Vorsitzender der überparteilichen Europa-Union Brüssel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Köhler studierte von 1977 bis 1987 Mittlere und Neuere Geschichte, Islamwissenschaft, Vergleichende Religionswissenschaft, evangelische Theologie und Völkerrecht an der Universität Bonn, an der Universität Tübingen und der Universität Hamburg. Er promovierte 1987 am Fachbereich Geschichtswissenschaft der Universität Hamburg. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde Köhler 1989 mit dem alle zwei Jahren vergebenen Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung ausgezeichnet. Köhler ist Mitglied der CDU.[2]

1987 wurde er Auslandsmitarbeiter und Projektleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, zunächst in Casablanca, Marokko und in Tunesien. 1993 wechselte er als Mitarbeiter in das Grundsatz- und Planungsreferat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ein Jahr später konnte er als EU-Beamter im Höheren Dienst in die damalige Generaldirektion I (heute GD RELEX) der Europäischen Kommission wechseln, wo er als Referent für Irak und Jemen tätig wurde. Die weitere Karriere in der Kommission: Assistent des Direktors für das südliche und südöstliche Mittelmeer und den Mittleren Osten, dann zuständig für Fragen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. 2004 wurde er Stellvertretender Kabinettschef des maltesischen EU-Kommissars Joe Borg. Nach einer kurzen Unterbrechung als Referatsleiter "Internationale Angelegenheiten und Seerecht" der GD MARE wurde er 2008 Leiter des Kabinetts Borg. Hier war er zuständig für: Beziehungen zur Generaldirektion MARE, Beziehungen zum Dienst des Sprechers, Personal und Verwaltung, Außenbeziehungen und Europäische Nachbarschaftspolitik, Institutionelle Angelegenheiten, Beratergremium für europäische Politik (BEPA).[3]

Nach der deutschen Nominierung von Günther Oettinger zum EU-Kommissar für Energiepolitik wurde Köhler von diesem schon am 3. Dezember 2009 als Kabinettschef angekündigt, was nach der Bestätigung durch das Europäische Parlament auch eintraf.

Ab dem 1. März 2013 trat Köhler die Stelle als Direktor für Europäische Nachbarschaftspolitik in der Generaldirektion für Entwicklung und Zusammenarbeit, EuropeAid, an.[4] Mit Gründung der neuen Generaldirektion für Nachbarschaft und Erweiterungsverhandlungen (GD NEAR) am 1. Januar 2015  wurde Köhler dort Direktor für die südliche Nachbarschaft, die für die Entwicklungs- und Wirtschaftszusammenarbeit der Europäischen Union mit den arabischen Ländern des Mittelmeerraums und Israel zuständig ist. Am 24. Juli 2019 wurde Köhler zum stellvertretenden Generaldirektor der Generaldirektion für Europäischen Zivilschutz und humanitäre Hilfe (GD ECHO) ernannt, wo insbesondere die Koordination der weltweiten Nothilfe der Europäischen Union zu seinen Aufgaben gehört.[5][6]

Köhler ist seit 1997 Honorarprofessor des Europa-Kollegs in Brügge für „Europa und das Mittelmeer“. Gesellschaftlich engagiert sich Köhler seit 2007 als Vorsitzender des Brüsseler Verbandes der überparteilichen Europa-Union Deutschland.[7] Seit 2018 ist Köhler daneben Vorsitzender des DGAPforum Brüssel der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik[8].

Michael Köhler lebt in Brüssel, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allianzen und Verträge zwischen fränkischen und islamischen Herrschern im Vorderen Orient Walter de Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-011959-5.
  • Alliances and Treaties between Frankish and Muslim Rulers in the Middle East. Corss-cultural Diplomacy in the Period oft the Crusades. Translated by Peter M. Holt. Revised, edited and introduced by Konrad Hirschler, Brill, Leiden 2013, ISBN 978-90-04-24890-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. user_administrator: Organisational chart. 10. Oktober 2013, abgerufen am 16. September 2019 (englisch).
  2. Vgl. http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-kommission-deutsche-ruecken-an-spitze-der-beraterstaebe;2501323;0
  3. http://ec.europa.eu/commission_barroso/borg/team_de.htm
  4. Neuer Direktor für EU-Nachbarschaftspolitik in der Kommission: Michael A. Köhler
  5. Press corner. Abgerufen am 9. September 2019 (englisch).
  6. Silke Wettach: Juncker-Berater stellt Beförderungen sicher: Selmayrs Affront gegen Ursula von der Leyen. Abgerufen am 9. September 2019.
  7. Verband Brüssel - Europa Union Deutschland. Abgerufen am 9. September 2019.
  8. DGAPforum Brussels. 11. Dezember 2018, abgerufen am 9. September 2019 (englisch).